Welche Auswirkungen hat Korruption als System in Form von Tangentopoli auf die Wirtschaft Italiens?

Eine Länderstudie zur Korruption in Italien


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016

27 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Varieties-of-Capitalism-Ansatz

3. Korruption
3.1 Das Konzept des Prinzipal-Agent-Klient-Verhältnisses
3.2 Rahmenbedingungen

4. Die Beziehung zwischen Patron und Klient - die gesellschaftlichen Ursprünge der Korruption in Italien

5. Auswirkungen und Folgen der Korruption

6. Tangentopoli - Korruption als System in Italien

7. Schlußbetrachtung

8. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Wenn es heißt, ein Mensch sei unbestechlich, so frage ich mich unwillkürlich, ob man ihm genug geboten hat“ (Fouché). Diese Worte soll Joseph Fouché, als er französischer Polizeiminister unter Napoleon war, über Redlichkeit geäußert haben. Redlichkeit, oder vielmehr deren Gegenstück Bestechlichkeit, also Korruption als Vorgang und als gesellschaftliches Phänomen soll uns in der vorliegenden Arbeit interessieren. Es soll dabei im Besonderen eine Länderstudie zu Italien aufgestellt werden, welche sich mit dem Thema der Korruption in Italien auseinandersetzt. Was ist mit Korruption gemeint? Welche Beziehungskonstellationen setzt es voraus, und welche möglichen Effekte und Auswirkungen ergeben sich aus wiederkehrend auftretender Korruption? Mit diesen Fragen will ich mich in der vorliegenden Arbeit auseinandersetzen, wobei die zentrale Frage lauten soll: Welche Auswirkungen hat Korruption als System in Form von Tangentopoli auf die Wirtschaft Italiens?

Hilfestellung zur Beantwortung dieser Frage soll der Varieties-of-Capitalism- Theorieansatz von Peter A. Hall und David Soskice geben. Diese beiden Autoren haben ein Modell entwickelt, mit Hilfe dessen sie die Kapitalismustypen einzelner Länder bestimmten Kategorien zuordnen.

Ich werde um die gestellte Frage bestmöglich zu beantworten in der vorliegenden Arbeit wie folgt vorgehen: zunächst wird der Varieties-of-Capitalism-Ansatz in seinen Grundzügen erläutert. Daraufhin wird der Begriff der Korruption konzeptuell abgesteckt um zu verdeutlichen, was unter einem solchen Vorgang im Detail verstanden wird. Im Anschluss daran werde ich das Konzept des Prinzipal-Agent-Klient-Verhältnisses erläutern, welches das Verständnis der Korruption als akteursbezogene Tauschbeziehung ermöglicht. Als nächstes sollen dann die Rahmenbedingungen ausgeleuchtet werden, welche Korruption begünstigen oder gar hervorrufen. Hierbei werde ich sowohl einen Blick auf die Mikro- als auch auf die Makroebene möglicher Gründe für Korruption werfen. Nachdem Korruption nun eingehend behandelt wurde, möchte ich meinen Blick auf Italien im Besonderen richten und zu einem Erklärungsansatz anheben, welcher die gesellschaftlichen Ursprünge der Korruption in Italien in der historischen Beziehung zwischen Patron und Klient zu finden gedenkt. Im Anschluss daran werde ich zunächst allgemeine Folgen und Auswirkungen von Korruption betrachten, wobei ich mich um eine möglichst distanzierte Gegenüberstellung von sowohl pro- als auch kontra Argumenten bemühen werde; um daraufhin abermals einen gesonderten Blick auf Italien zu werfen, wo sich ein unvergleichliches Korruptionssystem entwickelt hat, welches in den 1980er Jahren als 'Tangentopoli' bekannt wurde. Hierbei werde ich die Hypothese aufstellen und vertreten, dass sich dieses Korruptionsregime als ökonomische Institution im wirtschaftlichen Gefüge des kapitalistischen Systems in Italien manifestiert hat. Zu guter Letzt sollen mit der Schlussbetrachtung die aufgeworfenen Fragen zusammenfassend beantwortet werden. Hierbei soll mit einem kritischen Blick auch noch darüber resümiert werden, welchen Beitrag der Varieties-of- Capitalism-Ansatz zur Bearbeitung der Länderstudie und zur Beantwortung der Fragestellung beigetragen hat, bzw. wie gut er sich im Allgemeinen eignet, spezifische Charakteristika einzelner Länder zu analysieren.

2. Der Varieties-of-Capitalism-Ansatz

Der von Peter A. Hall und David Soskice im Jahre 2001 veröffentlichte Varieties-of- Capitalism-Ansatz bemüht sich darum, die Kapitalismusformen westlicher Industrienationen kategorisierend bestimmten Modellen zuzuordnen, um somit Vergleiche anstellen und Aussagen treffen zu können. Hierfür entwickeln die beiden Autoren ein Schema verschiedener Marktwirtschaften, für welche jeweils die Ausprägung bestimmter Dimensionen entscheidend sind. Mit den Kriterien und Dimensionen dieses Schemas analysieren sie dann einen Staat, um dessen Wirtschaftsregime zu identifizieren und ihn einem der von ihnen entwickelten Modelle der Kapitalismusformen zuzuordnen. Die Autoren konzipieren in ihrem Ansatz folgende drei Modelle von Marktwirtschaften: liberale Marktwirtschaft (LME), koordinierte Marktwirtschaft (CME) und gemischte Marktwirtschaft (MME), welche, wie die Bezeichnung bereits erahnen lässt, eine Mischform aus den beiden Hauptformen LME und CME darstellt.

Der Ansatz ist weiter, wie die Autoren konstatieren, akteurszentriert. Es werden also Akteure, welche jeweils ihre individuellen Interessen verfolgen, ins Zentrum der politischen Ökonomie gestellt. In einer kapitalistischen Ökonomie, so Hall und Soskice, seien Firmen die wichtigsten Akteure, weswegen der Varieties-of-Capitalism-Ansatz den Fokus auf Firmen als zentrale, ausschlaggebende Akteure richtet (Hall & Soskice 2001: 6). Als klassische LMEs identifizieren die Autoren sowohl die USA als auch Großbritannien. In die Kategorie der CMEs hingegen fällt Deutschland zusammen mit den skandinavischen Staaten.

Als ausschlaggebende Faktoren werden eine Handvoll Dimensionen betrachtet; unter anderem industrielle Beziehungen: in liberalen Marktwirtschaften sind industrielle Beziehungen meist dezentral geregelt, wohingegen in koordinierten Marktwirtschaften zentralisierte Tarifverhandlungen stattfinden.

Berufliche Bildung bzw. Ausbildung stellt eine weitere Dimension dar, welche in liberalen Marktwirtschaften tendenziell eher auf allgemeine Fähigkeiten ausgerichtet ist; im Gegensatz dazu sind in koordinierten Marktwirtschaften eher spezifische Fähigkeiten von Vorteil. Dies liegt darin begründet, dass Angestellte, welche eine weitere Dimension darstellen, in liberalen Marktwirtschaften meist nur kurzfristig von Arbeitgebern gebunden werden und daher recht fluide auf dem Arbeitsmarkt unterwegs sind. In koordinierten Marktwirtschaften hingegen bekommen Arbeitnehmer in der Regel langfristige Arbeitsverträge, sind durch Betriebsräte vertreten und daher eher immobil auf dem Arbeitsmarkt unterwegs.

Die Unternehmensführung, welche eine weitere Dimension darstellt, ist in liberalen Systemen von Aktionären und mächtigen Managern abhängig, im koordinierten System spielen hingegen strategische Interaktion und Kooperation eine wichtigere Rolle. Recht intuitiv mag wohl die Dimension der Beziehungen der Unternehmen und Firmen untereinander erscheinen, welche in liberalen Marktwirtschaften von kompetitiven Strukturen und in koordinierten Marktwirtschaften von kooperativen Strukturen geprägt sind.

Unter anderem daraus ergibt sich, dass in liberalen Marktwirtschaften nicht selten radikale Innovationen zu beobachten sind, wohingegen Innovationen in koordinierten Marktwirtschaften meist eher schrittweise und inkrementell vor sich gehen (Hall/ Soskice 2001) Ein weiterer zentraler Punkt des Varieties-of-Capitalism-Ansatzes sind die institutionellen Komplementaritäten innerhalb eines Systems. Die Autoren konstatieren hierbei, sich auf Masahiko Aoki beziehend: „[...] two institutions can be said to be complementary if the presence (or efficiency) of one increases the returns from (or efficiency of) the other“ (Hall/Soskice 2001: 17). Je besser diese Komplementaritäten innerhalb eines wirtschaftlichen Systems aufeinander ausgerichtet sind, desto effizienter die Resultate. Dies soll heißen, dass die Institutionen im besten Falle einheitlich koordiniert oder aber einheitlich liberal strukturiert sein sollten, um eben die höchstmögliche Effizienz zu erzielen. Diesen Komplementaritäten sprechen die Autoren besondere Relevanz zu. Um diese These empirisch zu untermauern verweisen sie darüber hinaus auf ein „[...] clustering along on the dimensions that divide liberal from coordinated market economies, as nations converge on complementary practices across different spheres“ (Hall/Soskice 2001: 18). Hall geht dabei sogar soweit, dass er institutionelle Asymmetrien mit den Worten: „The roots of the crisis are linked to institutional asymmetries between political economies“ (Hall 2014: 1223) für die Ursprünge der Eurokrise verantwortlich macht.

Diese Komplementaritäten innerhalb eines wirtschaftlichen Systems spielen auch für die vorliegende Arbeit im Weiteren eine wichtige Rolle.

Hall und Soskice gehen in ihrem Varieties-of-Capitalism-Ansatz davon aus, dass tendenziell über die Zeit alle westlichen Marktwirtschaften einen Liberalisierungsprozess durchlaufen, wenn auch jeweils auf individuelle Weise.

Gregory Jackson und Richard Deeg schreiben hierzu: „The argument has strong affinities with theories of path-dependence, where significant change requires very large endogenous shocks“ (Deeg/Jackson 2005: 24).

Darüber hinaus weisen Hall und Soskice jedoch darauf hin, dass es nicht nur eine Form eines effizienten Wirtschaftssystems gibt, so konstatiert Hall, dass „[...] ein Land auf mehr als einem Weg wirtschaftlich erfolgreich sein kann“ (Hall 2006: 182).

3. Korruption

Korruption ist ein Begriff, welcher den meisten Menschen wohl mit einer negativen Konnotation belegt zu sein scheint und unverzüglich negative Assoziationen hervorrufen mag. Ist der Begriff heute auch tatsächlich größtenteils mit einer ausschließlich negativen Bedeutung belegt, so war dies in der Vergangenheit nicht immer der Fall. So schreibt Markus Dietz in seiner institutionenökonomischen Analyse, dass es in den sechziger Jahren „[...]anscheinend vorherrschende Meinung [war], Korruption sei gesellschaftlich eher wünschenswert als problematisch; jedenfalls gab es eine gewisse Vorliebe zu betonen, dass es nicht nur Nachteile habe“ (Dietz 1998: 12). Auch Karklins schreibt, „[that some people] argue, that corruption has its good side, for example when it helps circumvent red tape and humanizes oppressive systems“ (Karklins 2005: 5). 'Red tape' bezeichnet dabei ein Übermaß an Bürokratie, welche Innovationen und Wachstum hindert.

Heutzutage ist man sich hingegen weitestgehend einig, dass mit Korruption ein schädlicher, verwerflicher, illegaler Vorgang bezeichnet wird.

Um unter dem Begriff der Korruption nicht einfach einen Großteil aller moralisch verwerflichen bzw. gesetzeswidrigen Handlungen zusammenzufassen („Socially the word is used as a metaphor for everything that is not right, that is impure, and that leads to decay and depravity (Karklins 2005: 5)), wodurch man sich in ein Diskussionsfeld, welches unüberschaubar und weitläufig wäre, hineinbegäbe, soll zunächst das Schema der Korruption begrifflich und konzeptionell abgesteckt werden.

Die wohl am weitesten verbreitete Definition von Korruption stammt von Transparency International, der globalen Antikorruptionskoalition, welche Korruption als: „Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Vorteil“ bezeichnet (Niehaus 2012: 63). Diese Definition ist sehr weit gefasst und schließt nicht nur Interaktionen zwischen Privatpersonen und Personen bzw. Institutionen des öffentlichen Bereichs ein, sondern auch Interaktionen zwischen ausschließlich privaten Personen. Nicht zuletzt aus diesem Grund beinhaltet der Korruptionsbegriff von Transparency International zweifellos viele Handlungen und Interaktionen, welche von den meisten Menschen bei erstem Betrachten nicht als Korruption bezeichnet werden würden.

Eine etwas enger gefasste Definition des Begriffs stammt von Robert Klitgaard, welcher viel im Bereich der Korruption forschte: „corruption exists when an individual illicitly puts personal interests above those of the people and ideals he or she pledged to serve“ (Klitgaard 1988: 11). Bei dieser Definition gibt es nicht nur eine anvertraute Macht, sondern es existiert ein Versprechen, meist in vertraglicher Form festgehalten, welches von einer Person gebrochen werden kann.

Eine noch etwas spezifischere Definition stammt aus der Feder Christian Höfflings, welcher sein Augenmerk auf die soziale Beziehung zwischen Akteuren richtet: „Korruption soll heißen: eine soziale Beziehung zwischen individuellen Akteuren in den Rollen von Amtswalter und Klient, die unter Missachtung der auf das Rollenhandeln gerichteten universalistischen Erwartungen um die partikularistische Komponente eines persönlichen Austauschverhältnisses erweitert wird“ (Höffling 2002: 25).

Nach den angeführten Definitionen von Korruption soll nun zunächst ein etwas tiefer gehender Blick auf den Vorgang selbst gerichtet werden.

3.1 Das Konzept des Prinzipal-Agent-Klient-Verhältnisses

Ein umfassendes und detailliertes, von dem Politikwissenschaftler Edward C. Banfield ausgeführtes Konzept korrupter Vorgänge bietet das Schema des Prinzipal-Agent- Klient-Verhältnisses. Hierbei sind, wie bereits die Bezeichnung des Konzeptes besagt, stets drei Akteure involviert. Es gibt den Bestechenden, den Klienten; dann gibt es den Bestochenen, den Agenten; und zu guter Letzt gibt es den Vertragspartner des Bestochenen, den Prinzipal; wobei Letzterer nur indirekt involviert ist, da er von dem korrupten Vorgang höchstens die für ihn daraus resultierenden Konsequenzen, und auch diese meist ohne sich dessen bewusst zu sein, mitbekommt. Zwischen Prinzipal und Agent existiert ein Vertrag oder eine Abmachung in Form einer Übereinkunft. Im Rahmen dieses Vertrages stattet der Prinzipal den Agenten mit Kompetenzen, Entscheidungsgewalt oder Ähnlichem aus. Der Klient hat diese besonderen Kompetenzen des Agenten nicht inne, weshalb er diesem nun etwas darbietet, auf dass jener seine Kompetenzen zum Vorteile des Klienten einsetze: „Der Agent, dem durch einen Vertrag mit dem Prinzipal systematisch besondere Entscheidungs- oder Handlungsmöglichkeiten eingeräumt sind, handelt oder entscheidet im Rahmen dieser Möglichkeiten regelwidrig und erhält dafür vom Klienten, der von dem Regelverstoß profitiert, eine Gegenleistung“ (Dietz 1998 : 29). Es findet also ein Tauschhandel zwischen Klient und Agent statt. Der Agent gewährt dem Klienten etwas oder leitet einen Vorgang in die Wege, welcher dem Klienten zum Vorteile gereicht und erhält dafür im Tausche eine Gegenleistung des Klienten, häufig in Form von Geld. Der Agent ist durch seinen Vertrag mit dem Prinzipal daran gebunden, in dessen Interesse zu handeln; tut er dies bewusst nicht, aufgrund einer ihm von einem Klienten dargebotenen Bezahlung oder Ähnlichem, so verstößt er somit gegen den Vertrag, was den eigentlichen Regelverstoß des Vorgehens ausmacht. Diesem Konzept von Korruption liegen also vier Merkmale zugrunde: a) Der Vertrag zwischen Prinzipal und Agent. b) Die besonderen Kompetenzen, welche dem Agenten aus dem Vertragsschluss erwachsen. c) Der Tauschhandel zwischen Klient und Agent, von welchem beide profitieren. d) Der Vertrags- bzw. Regelverstoß des Agenten (Dietz 1998: 29).

Im Rahmen dieses Konzeptes gibt es verschiedene Variationen von korrupten Vorgängen. So kann beispielsweise der Agent seine Handlungskompetenzen im Sinne eines potentiellen Klienten und gegenläufig der Interessen des Prinzipal einsetzten, in der Hoffnung, dafür später eine Gegenleistung von dem potentiellen Klienten zu erhalten. Erhält er diese Gegenleistung zu einem späteren Zeitpunkt tatsächlich, so ist dies als ein korrupter Vorgang zu bezeichnen. Die Bezahlung des Agenten durch den Klienten fand hierbei lediglich nach dessen Regelverstoßes statt. Der typischere Ablauf eines korrupten Vorganges beginnt jedoch mit der Anfrage bzw. dem Angebot des Klienten an den Agenten.

Als Grenzfall zu bezeichnen ist wohl jene Situation, wenn ein Klient eine Leistung von einem Agenten erwerben will, welche zu erbringen ohnehin dessen Aufgabe ist. Wenn der Agent nun jedoch eine höhere Bezahlung fordert, als vom Prinzipal dafür vorgesehen, und jene aufgrund der Unwissenheit des Klienten erhält, so liegt genau genommen, wenn man nach der dargelegten Definition geht, ein korrupter Vorgang vor:

es hat sowohl ein Tauschhandel zwischen Klient und Agent stattgefunden, als auch ein Regelverstoß des Agenten. Nur ist sich der Klient in diesem Falle nicht bewusst, dass der Vorgang unordentlich war, auch profitiert er selbst nicht davon, sondern lediglich der Agent, welcher die Differenz des eigentlich zu zahlenden Betrages und des gezahlten Betrages für sich behält, profitiert davon (Dietz 1998: 36). Es ist anzunehmen, dass in den häufigsten Fällen von Korruption eine Person des öffentlichen Sektors als Agent fungiert und gegen eine Bezahlung einer Person oder einem Unternehmen, in diesem Falle der Klient, einen Vorteil, welcher Art auch immer, gewährt. Darüber hinaus sind auch Bestechungen von Richtern und Polizisten als typische Korruptionsfälle anzusehen (Dietz 1998: 37).

Eine weitere Variation korrupter Vorgänge, welche ebenfalls in unserem Zusammenhang von Bedeutung erscheint, ist die Vetternwirtschaft, im Allgemeinen als Nepotismus bezeichnet. Hierbei erhält der Agent für seine Leistung meist keine unmittelbare Bezahlung vom Klienten, sondern bekommt von ihm, da sie in einer sozialen, häufig gar verwandtschaftlichen Beziehung zueinander stehen, das Versprechen einer späteren Gegenleistung (Dietz 1998:38). Diese Form der Korruption war bereits in vergangenen Zeiten weit verbreitet und dabei stets schwer auszumachen, eben aufgrund der Tatsache, dass sich Klient und Agent nicht als Fremde gegenüberstehen und daher jedweder Tauschhandel mit anderen Bereichen, in welchen sie zueinander in Beziehung stehen, begründet werden kann.

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Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Welche Auswirkungen hat Korruption als System in Form von Tangentopoli auf die Wirtschaft Italiens?
Untertitel
Eine Länderstudie zur Korruption in Italien
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
27
Katalognummer
V417007
ISBN (eBook)
9783668665156
ISBN (Buch)
9783668665163
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Korruption, System, Tangentopoli, Wirtschaft, Italien, Mafia
Arbeit zitieren
Winfried Braun (Autor), 2016, Welche Auswirkungen hat Korruption als System in Form von Tangentopoli auf die Wirtschaft Italiens?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417007

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