Die Lutherrose als Wappen des Reformators Martin Luther

Wie entwickelte sich die Lutherrose zum Schutzwappen Martin Luthers und welche Wirkung hat dieses?


Hausarbeit, 2017
14 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenkritik: Das Ander teyl des alten testaments

3. Entstehungshintergrund des Lutherischen Wappens
3.1 Einführung in die Heraldik
3.2 Heraldische Elemente des Lutherwappens

4. Copyright
4.1 Entwicklung der Lutherrose zur Schutzmarke
4.2 Luthers Siegelring

5. Schlussbetrachtung

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Hausarbeit ״Die Lutherrose als Wappen des Reformators Martin Luther“ ist in drei Teile gegliedert, welche jeweils die Zugänge zu dem Wappen des Reformators Martin Luther aufbauen. Anhand der Fragestellung ״Wie entwickelte sich die Lutherrose zum Schutzwappen Martin Luthers und welche Wirkung hat dieses?“ wird ein Gesamtüberblick über den Entstehungshintergrund, aber auch über die Entstehungsvoraussetzungen der Lutherrose gegeben. In Kapitel zwei wird die ausgesuchte Quelle einer kritischen Analyse unterzogen, um diese für den Fortlauf der Hausarbeit einsetzbar zu machen. Es wird dabei die äußere sowie die innere Quellenkritik berücksichtigt, um ein bestmögliches Ergebnis in den fortlaufenden Kapiteln zu erlangen. Zudem wird der Schriftzug mit herangezogen, welcher sich unterhalb der Primärquelle befindet, weil dieser die Bedeutung der Lutherrose niederlegt. Als Primärquelle steht ,,Das Ander teyl des alten testaments” von Martin Luther aus dem Jahre 1524 zur Verfügung. Der Titel wurde aus dem Original übernommen. Weiterführend wird ein allgemeiner Einblick in die Heraldik innerhalb des Kapitels 3.1 gegeben. In Kapitel 3.2 wird explizit der innere Aufbau sowie die symbolische Bedeutung des Lutherwappens anhand der gewonnen Informationen über die Heraldik aus Kapitel 3.1 näher beschrieben. Das letzte Kapitel baut einen Bezug zu den vorherig behandelten Kapiteln (Quellenkritik und Entstehungshintergrund des Lutherischen Wappens) auf. Es wird anhand der Primärquelle, der heraldischen Voraussetzungen und der Deutungen des Wappens versucht, die Fragestellung gestützt durch den Siegelring (Kapitel 4.2) Martin Luthers zu erleuchten. Es steht der Schutz des Urheberrechts von Martin Luthers Werken im Fokus, welchen er auf der einen Seite durch eine gedruckte Lutherrose und auf der anderen Seite durch eine geschmiedete Lutherrose sicherstellt. Die Bezeichnung Reformator, die innerhalb der Hausarbeit mehrmals auftaucht, bezieht sich ausnahmslos auf die Hauptperson Martin Luther. Fremdwörter sind immer kursiv gesetzt, worunter auch die Stellungnahme Martin Luthers zu der Gestaltung seines Siegelringes (S.8 dieser Hausarbeit) zählt. Zudem befinden sich innerhalb den Fußnoten auch einige Beschreibungen von fremdartigen Wörtern und Wendungen, um das Verständnis zu stützen. Mit diesem Zusatz soll der Lesegenuss des Adressaten nicht unterbrochen werden.

2. Quellenkritik: Das Ander teyl des alten testaments

Es handelt sich bei der vorliegenden Primärquelle ״Das Ander teyl des alten testaments“ um eine Druckgrafik, welche ursprünglich durch Lucas Cranach des Älteren auf einem Holzschnitt1 für den finalen Druck vorbereitet wurde. Die bedruckte Seite 216 des Gesamtwerkes der oben genannten Quelle aus dem Jahre 1524 hat eine ungefähre Breite von 18,54 cm und eine Länge von 29,07 cm. Weiterführend zählt das Lutherwappen zu der Quellengruppe der Sachüberreste. Einerseits ist dieses ein grafischer, andererseits ein schriftlicher Überrest, weil die Initialen M sowie L als schriftliche Signatur gedeutet werden können. Somit ist die Quelle in zwei Unterkategorien der Quellengruppe des Überrestes unterteilt. Beide Kategorien sind untrennbar miteinander verbunden. Man findet heutzutage den zweiten Teil des Alten Testamentes in der Landesbibliothek Coburg vor. Luther schützte sich mithilfe des Wappens vor gefälschten Drucken seiner Werke. Als Schutzzeichen kam die Lutherrose zum aller ersten Mal bei dem vorliegenden publizierten Werk zum Einsatz2. Des Weiteren benutzte Martin Luther die Lutherrose erst ab dem Jahre 1530 für den Briefverkehr3. Den ausgewählten Abschnitt mit dem Lutherwappen und der Signatur findet man auf der Seite 216 rechts (CCXVIr). Die Initialen M und L (Martin Luther) dienen als eine Bestätigung seiner Person und fungieren außerdem als eine Art Unterschrift. Inhaltlich lässt sich festmachen, dass es sich bei dem Ausschnitt der Druckseite um eine Subskription mit der Lutherrose als Wappen handelt. Die behandelte Seite ist in einem besonders guten Zustand, wenn man das Alter betrachtet. Auf der rechten Seite befindet sich fast mittig ein herausgerissener Papierschnipsel mit einem Durchmesser von etwa zwei Zentimeter. Am unteren und oberen Rand sind leichte Wellungen vorhanden. Außerdem löst sich bei vereinzelten Buchstaben langsam die Tinte ab. Kontaminationen in Form von roten Schimmelflecken sind kaum vorhanden. Zudem befinden sich Tintenflecken auf der Buchseite, welche den

Gesamteindruck verschlechtern4. Der Entstehungsort des Gesamtwerkes bezieht sich auf die Reformationsstadt Wittenberg, in welcher Lucas Cranach der Ältere und Christian Döring die Ausgabe im Jahre 1524 in ihrer Druckwerkstatt zur Veröffentlichung brachten5. Die Bestandteile des Wappens sind von innen nach außen ein Kreuz, ein Herz, eine Rose, und ein Kreis. Links und rechts mit einer einrahmenden Funktion sind seine Initialen ML eingefasst. Um die politische Wirkung zu verstärken, befindet sich unterhalb des Wappens ein Schriftzug, welcher sich auf die Bedeutung des Wappens als eine Art Echtheitszertifikat seines vorliegenden Werkes stützt sowie auch zukünftiger Werke. Der wichtigste Abschnitt dieses Schriftzuges (״Dis Zeichen sei zeuge / das solche bûcher durch meine hand gangen sind [...])“6 heißt übersetzt: Das Zeichen ist Zeuge, dass solche Bücher durch meine Hand verfasst wurden. Dieser Schriftzug dient als ein Schlüsselelement, um den zukünftigen Gebrauch des Lutherwappens deuten zu können. Außerdem taucht der Schriftzug nur in dem verwendeten Werk als eine Art Gebrauchsanleitung auf7.

3. Entstehungshintergrund des Lutherischen Wappens

3.1 Einführung in die Heraldik

״Die Heraldik ist die Lehre von den Wappen und Zeichen: das heißt über ihre Entstehung, ihre Geschichte, ihre Forni und über die Art, sie graphisch darzustellen. Aus diesem Grund ist die Heraldik eine Wissenschaft und eine Kunst."8

Der Ursprung der Heraldik ist auf die Anfänge der Kreuzzüge zurückzudatieren. Das Schild ist das Grundelement bzw. das Fundament, welches bei der Heraldik gegeben sein muss, da es den Raum für die grafische Entfaltung der individuellen Darstellung des Wappeninhaltes repräsentiert. Prinzipiell gibt es die Regel, dass ein Wappen nur aus wenigen Bestandteilen bestehen soll, um dieses für die Repräsentation der gesellschaftlichen Zugehörigkeit bzw. des Standes nicht zu überladen. Außerdem ist darauf zu achten, dass ein Wappen immer mit Farben versehen werden soll. Als heraldische Quellen dienen Siegel, Bücher oder illustrierte Handschriften. Anhand dieser Art von Überresten ist es möglich, dass heraldische Symbole bis in unsere Zeit verweilen9. Diese Quellen dienen dazu, dass man die Zugehörigkeit von Schriften und Gebieten anhand des Wappens der jeweiligen Person zuzuordnen kann. Weiterführend gab es eine besondere Art von Wappen, welche man als redende Wappen bezeichnet. Innerhalb dieser Wappen kann man die Berufsbezeichnung oder den Bezug zu dem Namen des Trägers deuten10.

3.2 Heraldische Elemente des Lutherwappens

Das Lutherwappen aus der verwendeten Primärquelle zeigt eindeutige Elemente der allgemeinen heraldischen Voraussetzung einer Wappengestaltung. Dieses hat einen runden Korpus, welcher auf die älteste Schildform aus der antike zurückzuführen ist. Außerdem sind essentielle Vorgaben einer Wappengestaltung erfüllt, weil das Lutherwappen nur wenige Objekte enthält und dieses auch durch verschiedene Farben gestaltet wurde. Die Farben Blau, Grün und Rot und das Edelmetall Gold wurden bewusst gewählt, da diese ebenfalls als Vorgabe der heraldischen Gestaltung fungieren. Weiterführend sind die Farben in ihrem Grundton eher kräftig gewählt worden, was ebenfalls als ein Mittel bei der Heraldik Geltung findet. Das eindringlichste und größte Objekt auf dem Wappen nimmt die Rose ein, welche ein urtümliches heraldisches Symbol darstellt. Die Rose fand schon öfters auf Wappenvordergründen Verwendung11. Dennoch kann man die Rose nicht als Rose bezeichnen, weil die fünfblättrige Rose auf dem Lutherwappen in einer vereinfachten Form vorliegt. Somit wird diese eigentlich als eine Mispelblüte angesehen, weil die inneren Blattreihen fehlen12. Das Kreuz innerhalb des Wappens symbolisiert Martin Luthers religiöse Stellung und wird in der Heraldikkunde als das Lateinische Kreuz bezeichnet, wozu Martin Luther einen direkten Bezug hatte13. Das Herz verweist auf die bedingungslose Liebe zu seiner religiösen Ausrichtung. Hinzu kommt die Bedeutung der weißen Rose, welche als ein Zeichen seiner Reinheit, besser gesagt, seiner Unbeflecktheit gegenüber den Übeln gedeutet werden kann. Der goldene Ring signalisiert die heilige Entstehung des Kosmos oder die Begrenzung der Welt. Diese Verbundenheit der Symbole stellt für Luther die höchste Essenz seines Schaffens dar, weil er die drei Hauptelemente (Kreuz, Herz sowie Rose) als den gesamten Mikrokosmos ansieht. Außerdem dient die Lutherrose in Verbindung mit dem Ring als Schlüssel für den Makrokosmos, welches er dadurch als ein erfülltes Leben symbolisiert14. Da man mithilfe des Wappens die Berufsbezeichnung von Martin Luther festmachen kann, spricht man in diesem Falle von einem redenden Wappen15.

4. Copyright

4.1 Entwicklung der Lutherrose zur Schutzmarke

Bereits im Jahre 1516 entwickelte Martin Luther sein Wappen in einer unreifen Form. Die Inspiration holte er sich aus dem Familienwappen der Luthers. Er übernimmt die Rose für sein Wappen, aber auch für sein Petschaft16, auf welches im Unterkapitel 4.2 näher eingegangen wird17. Somit entwarf der Reformator seine Lutherrose aus eigenen Stücken als ein ״Merkzeichen seiner Theologie“. Beweise für den ersten Entwurf

[...]


1 Schon bereits ab Mitte des 15. Jahrhunderts benutze man den Holzschnitt für das Drucken von Büchern. Eine Zeichnung wird meistens direkt auf den Holzschnitt übertragen. (Vgl. Moser, Peter: Lucas Cranach. Sein Leben, seine Welt und seine Bilder. Bamberg 2004, s. 242f )

2 Vgl. Luther, Martin: Das Ander teyl des alten testaments. Wittenberg 1524, s. 216 und vgl. Salatowsky, Sascha: Die Buchgrafiken aus der Werkstatt der Cranachs in der Forschungsbibliothek Gotha. Online im Internet: URL: http://wege-zu-cranach.de/cranach-magazin/beitrag/article/die-buchgrafiken-aus-der- werkstatt-der-cranachs-in-der-forschungsbibliothek-gotha-156.html [21.02.2017 13:51].

3 Vgl. Kohnle, Armin: Martin Luther. Reformator, Ketzer, Ehemann. Leipzig 2015, s. 121 und vgl. Schilling, Johannes: Die Lutherrose. In: Dogerloh, Stephan [Hrsg.]: Wittenberg (=Orte der Reformation. 4). Leipzig 2012, s. 71.

4 Vgl. Luther, Martin: Das Ander teyl des alten testaments. Wittenberg 1524, s. 216.

5 Vgl. Salatowsky, Sascha: Die Buchgrafiken aus der Werkstatt der Cranachs in der Forschungsbibliothek Gotha. Online im Internet: URL: http://wege-zu-cranach.de/cranach- magazin/beitrag/article/die-buchgrafiken-aus-der-werkstatt-der-cranachs-in-der-forschungsbibliothek- gotha-156.html [21.02.2017 13:51].

6 Luther, Martin: Das Ander teyl des alten testaments. Wittenberg 1524, s. 216.

7 Vgl. ebd.

8 Vok-Filip, Vaclav: Einführung in die Heraldik (=Historische Grundwissenschaften in Einzeldarstellungen. 3). Stuttgart 2000, s. 11.

9 Vgl. Vok-Filip, Vaclav: Einführung in die Heraldik (=Historische Grundwissenschaften in Einzeldarstellungen. 3). Stuttgart 2000, s. 11-43.

10 Emich, Birgit: Geschichte der Frühen Neuzeit studieren. Konstanz 2006, s. 221f. und vgl. Volborth, Carl-Alexander von: Heraldik. Eine Einführung in die Welt der Wappen. Stuttgart 1989, s. 45.

11 Vgl. Luther, Martin: Das Ander teyl des alten testaments. Wittenberg 1524, s. 216, vgl. Vok-Filip, Vaclav: Einführung in die Heraldik (=Historische Grundwissenschaften in Einzeldarstellungen. 3). Stuttgart 2000, s. 11-43, vgl. Galbreath, D.L./Jequier, Leon: Lehrbuch der Heraldik. München 1978, s. 91f. und vgl. Volborth, Carl-Alexander von: Heraldik. Eine Einführung in die Welt der Wappen. Stuttgart 1989, s. 24f.

12 Vgl. Galbreath, D.L./Jequier, Leon: Lehrbuch der Heraldik. München 1978, s. 151.

13 Vgl. Volborth, Carl-Alexander von: Heraldik. Eine Einführung in die Welt der Wappen. Stuttgart 1989, s. 32f.

14 Vgl. Luther, Martin: Das Ander teyl des alten testaments. Wittenberg 1524, s. 216 und vgl. Grisar, Hartmann: Martin Luthers Leben und sein Werk. Freiburg 1926, s. 350.

15 Vgl. Volborth, Carl-Alexander von: Heraldik. Eine Einführung in die Welt der Wappen. Stuttgart 1989, s. 45.

16 Siegel, welches in diesem Fall als ein Stempelring fungiert, um den vorhanden Sigelinhalt auf einem Dokument mithilfe eines erhärtenden Materials (Siegellack, Wachs etc.) aufzudrücken. (Vgl. Alber, Gregor/Schwarz, Wolfgang: November: Mit Brief und Siegel-Ein Siegelstempel (Petschaft) aus Stendal. Online im Internet: URL: http://www.lda-

lsa.de/landesmuseum_fuer_vorgeschichte/fund_des_monats/2014/november [28.02.2017 13:53].)

17 Vgl. Meinhold, Peter: Reformation im Bild. Orte und Menschen um Luther. Berlin/Hamburg 1967, Abb. 2 und vgl. Lilje, Hanns: Martin Luther. Eine Bildmonographie. Hamburg 1964, s. 214.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Lutherrose als Wappen des Reformators Martin Luther
Untertitel
Wie entwickelte sich die Lutherrose zum Schutzwappen Martin Luthers und welche Wirkung hat dieses?
Hochschule
Universität Paderborn  (Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Hier stehe ich und kann nicht anders? Der Reichstag 1521
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V417221
ISBN (eBook)
9783668666061
ISBN (Buch)
9783668666078
Dateigröße
629 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lutherrose, wappen, schutzwappen, Martin Luther
Arbeit zitieren
Yannick Puhze (Autor), 2017, Die Lutherrose als Wappen des Reformators Martin Luther, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417221

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