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Semiotik und Kommunikationsforschung: Semiometrie - quantitative Exploration des mythischen Horizonts der Gesellschaft

Title: Semiotik und Kommunikationsforschung: Semiometrie - quantitative Exploration des  mythischen Horizonts der Gesellschaft

Seminar Paper , 1999 , 17 Pages , Grade: 1

Autor:in: Manfred Kipfelsberger (Author)

Communications - Methods and Research Logic
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Diese Arbeit befaßt sich mit der praktischen Relevanz und Leistungsfähigkeit semiotischer Ansätze für die sozialwissenschaftliche Analyse. Ich sage bewußt ‚sozialwissenschaftlich‘, weil nicht nur die Kommunikationswissenschaft, sondern vielleicht auch Soziologie und Politikwissenschaft von einer praktischen Anwendbarkeit semiotischer Konzepte profitieren könnten. Die Übermacht systemtheoretischer oder analytischer Ansätze in diesen beiden Disziplinen führt möglicherweise dazu, daß die Reichweite technischer Rationalität dem Verständnis kollektiver Entitäten zu enge Grenzen setzt. Nur zu oft beschäftigt sich die sozialwissenschaftliche Reflexion nur noch mit der Klärung ihrer Begrifflichkeit und mit der logischen Kohärenz ihrer Modelle, während für die Analyse kollektiver Strukturen und Ereignisse methodisch nichts gewonnen wird. Auf der anderen Seite blendet die ergebnisorientierte Praxis gezwungenermaßen die Realitätsbereiche aus, die mangels theoretischer Fundierung methodisch nicht zu erfassen sind. In den Sozialwissenschaften steht einem Theorieüberhang manchmal ein Grundlagendefizit gegenüber, der sich in der praktischen Analyse auswirkt. Nur ein Beispiel: bei der Analyse der Internationalen Politik haben konkurrierende Theorieansätze jeweils eigene Schulen gebildet. Der Grundlagenstreit zwischen den beiden Hauptlagern hat sich längst institutionalisiert. Eine eindeutige theoretische Grundlage zur Analyse der Vorgänge in der Internationalen Politik ist dagegen nicht in Sicht. Viele Themen und Beobachtungen werden essayistisch abgehandelt, viele Lösungsvorschläge haben insulären Charakter und können nicht in eine einigermaßen strukturierte, quantitativ unterstützte Analysemethodik überführt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Natur und Zeichen

2. Semiotic Solutions

3. Semiometrie

a. Der semantische Raum

b. Rekonstruktion des semantischen Raums

c. Forschungsanlage

4. The Values of Europeans

a. Überblick

b. Ergebnisse

5. Abschlußbetrachtung

a. Relevanz

b. Leistungsfähigkeit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die praktische Relevanz und Leistungsfähigkeit semiotischer Ansätze für die sozialwissenschaftliche Analyse, insbesondere durch die quantitative Methode der Semiometrie zur Erfassung kollektiver Werte und Mythen.

  • Theoretische Fundierung des Zusammenhangs von Zeichen, Kommunikation und Kultur
  • Anwendung semiotischer Konzepte in der Marketingpraxis am Beispiel von Semiotic Solutions
  • Darstellung der Semiometrie als quantitatives Instrument zur Erschließung soziokultureller Grundhaltungen
  • Analyse der Studie "The Values of Europeans" zur Untersuchung nationaler Wertehorizonte
  • Diskussion der erkenntnistheoretischen Bedeutung mythischer Strukturen für gesellschaftliche Prozesse

Auszug aus dem Buch

a. Der semantische Raum

Jean-François Steiner, der Erfinder der Semiometrie, meint: Die Welt hat Sinn und vermittelt uns diesen Sinn sinnlich durch vielfältige Zeichen. Unsere Sinne sind so angepaßt an diese vielschichtige Welt, daß wir den Grad dieser Anpassung nur bemerken, wenn die Welt für einen Moment aufhört, zu uns zu sprechen. [hier und im Folgenden vgl. Steiner, 1992]

Die Übereinstimmung von Sinnlichkeit und Sinn legt nahe, daß es neben dem Raum der wirklichen Welt einen semantischen Raum gibt, der mit dem natürlichen Raum in engstem Zusammenhang steht. So wie sich die Gegenstände der wirklichen Welt durch ihre räumliche Distanz gegeneinander qualifizieren, so gibt es eine Distanz der Bedeutung, durch die den Begriffen eine Position im semantischen Raum zugeordnet werden kann. Dadurch kann man die „Semiosphäre“ unabhängig von der Phänosphäre untersuchen und dadurch valide Erkenntnisse über die Weltsicht der Probanden gewinnen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung begründet das Forschungsinteresse an semiotischen Ansätzen als Ergänzung zur sozialwissenschaftlichen Analyse, um kollektive Strukturen über die rein systemtheoretische Reflexion hinaus methodisch greifbar zu machen.

1. Natur und Zeichen: Dieses Kapitel erörtert die grundlegende Beziehung zwischen Sprache, Kultur und Weltwahrnehmung unter Rückgriff auf philosophische Positionen von Wittgenstein und Eco.

2. Semiotic Solutions: Hier wird anhand eines praktischen Fallbeispiels aus der Marketingbranche illustriert, wie Unternehmen semiotische Analysen instrumentalisieren, um kulturelle Kontexte für Markenkommunikation zu erschließen.

3. Semiometrie: Das Kapitel führt in die Semiometrie als quantitatives Messinstrument ein, erklärt die Konstruktion eines semantischen Raums und beschreibt die methodische Forschungsanlage.

4. The Values of Europeans: Anhand einer konkreten Studie werden die Mentalitätsunterschiede und gemeinsamen Wertehorizonte europäischer Nationen analysiert und diskutiert.

5. Abschlußbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Relevanz der Semiometrie als sozialanalytisches Instrument sowie der Bedeutung mythischer Strukturen für das Verständnis gesellschaftlicher Kommunikation.

Schlüsselwörter

Semiotik, Semiometrie, Kommunikationsforschung, Kulturtheorie, semantischer Raum, Mythos, Markenkommunikation, Werteforschung, Soziologie, quantitative Analyse, kulturelle Codes, Tiefenebene, Identität, Gesellschaft, Weltsicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung semiotischer Ansätze, speziell der quantitativen Semiometrie, in der sozialwissenschaftlichen Forschung und Marktanalyse.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit verknüpft theoretische Überlegungen zum Verhältnis von Zeichen, Natur und Kultur mit der praktischen Anwendung quantitativer Methoden zur Messung kollektiver Wertvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie semiotische Methoden eine Brücke schlagen können, um die Tiefenebene kollektiver Werte und Mythen einer Gesellschaft empirisch erfassbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Semiometrie, ein Verfahren zur Quantifizierung soziokultureller Grundhaltungen über die Analyse der affektiven Bewertung spezifischer Begriffe in einem semantischen Raum.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung semiotischer Konzepte, deren kommerzielle Anwendung im Marketing sowie eine detaillierte Darstellung und Auswertung der Studie "The Values of Europeans".

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Semiotik, Semiometrie, Kulturtheorie, semantischer Raum, kollektives Unbewusstes, Mythos und Wertewandel.

Warum ist die Methode der indirekten Befragung so wichtig?

Die indirekte Befragung durch die Semiometrie verhindert, dass Testpersonen ihre Antworten rationalisieren oder durch soziale Erwünschtheit verzerren, wodurch der Zugang zum tieferliegenden Wertehorizont ermöglicht wird.

Welche Rolle spielt der Mythos bei der Analyse gesellschaftlicher Strukturen?

Der Mythos fungiert laut der Arbeit als dauerhafte, normative Tiefenebene, die kollektive Identitäten mit Energie versorgt und sich der direkten rationalen Reflexion entzieht.

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Details

Title
Semiotik und Kommunikationsforschung: Semiometrie - quantitative Exploration des mythischen Horizonts der Gesellschaft
College
LMU Munich  (Institut für Kommunikationswissenschaften)
Course
Proseminar II: Sprache und Massenkommunikation
Grade
1
Author
Manfred Kipfelsberger (Author)
Publication Year
1999
Pages
17
Catalog Number
V41726
ISBN (eBook)
9783638399333
Language
German
Tags
Semiotik Kommunikationsforschung Semiometrie Exploration Horizonts Gesellschaft Proseminar Sprache Massenkommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manfred Kipfelsberger (Author), 1999, Semiotik und Kommunikationsforschung: Semiometrie - quantitative Exploration des mythischen Horizonts der Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41726
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