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Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP). Neue Möglichkeiten und Grenzen interkontinentaler Freihandelsabkommen

Titel: Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP). Neue Möglichkeiten und Grenzen interkontinentaler Freihandelsabkommen

Bachelorarbeit , 2016 , 79 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Paul Petersen (Autor:in)

BWL - Wirtschaftspolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit bezieht sich auf das von internationalen Freihandelsabkommen ausgehende Potenzial zur Schaffung wirtschaftlich verknüpfter Märkte, das eine gemeinsame Handelspolitik der Vertragsländer voraussetzt. Die Schwierigkeit ist hierbei, trotz unterschiedlicher kultureller, sozialer- und ökonomischer Grundhaltungen, die wirtschaftliche Integration beider Länder auf Basis bilateraler Verträge sicherzustellen. Im folgenden Fall der Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union wird deutlich, dass Diskrepanzen zwischen verschiedenen Interessensgruppen die angestrebten Ziele für eine Freihandelszone gefährden können. Vor diesem Hintergrund wird insbesondere der von TTIP ausgehende Nutzen in Frage gestellt und die bei einer tatsächlichen Realisierung zu erwartenden Konsequenzen unter Einbeziehung verschiedenster Meinungsbildner gegeneinander abgewägt. Das vorrangige Ziel der Analyse ist herauszufinden, ob im Interesse einer gemeinsamen europäisch-amerikanischen Handelspolitik eine nachhaltige Wohlfahrtssteigerung beider Länder gewährleistet werden kann.

Beginnend mit den frühen Anfängen des Tausch- und Warenhandels über das schrittweise Zurückschrauben protektionistischer Grundhaltungen von Ländern bis hin zum Übergang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr wird mit der historischen Entwicklung des Handels deutlich, wie die ersten Strukturen interkontinentaler Freihandelsabkommen entstehen. Im Hauptteil werden die Vorzüge als auch die möglichen Risiken von interkontinentalen Freihandelsabkommen am Beispiel der geplanten Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union analysiert. Im Vordergrund stehen die wesentlichen Verhandlungspunkte des transatlantischen Freihandelsabkommens, die nach aktuellem Erkenntnisstand ermittelt und für die Mehrheit der Kritiker nach eingeschätzter Relevanz sortiert sind. Im Schlussteil werden die wichtigsten Erkenntnisse zu den jeweiligen Verhandlungsthemen zusammengefasst und anhand dessen ein Urteil über die Wahrscheinlichkeit potenziell eintreffender Wohlfahrtsgewinne- oder verluste getroffen. Es werden im Hinblick auf einen bilateralen Kompromiss alternative Lösungsansätze zur Ermöglichung eines transatlantischen Freihandelsabkommens in Betracht gezogen. Ebenso beinhaltet die umfassende Bewertung eine Empfehlung über den zukünftigen Nutzen interkontinentaler Freihandelsabkommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Arbeit

2 Handel

2.1 Ursprünge des Handels

2.2 Freihandel

3 Freihandelsabkommen

3.1 Abgrenzung zur Zollunion

3.2 Beispiele von Freihandelsabkommen

4 Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft

4.1 Verhandlungsrunden

4.2 Inhalte von TTIP

4.3 Debatte um TTIP

4.3.1 Intransparente Verhandlungen

4.3.1.1 Undemokratischer Verhandlungsprozess

4.3.1.2 Geheimer Lobbyismus

4.3.2 Dissense um Investitionsschutz

4.3.2.1 Investor-Staats-Schiedsverfahren

4.3.3 Harmonisierung von Standards

4.3.3.1 Lebensmittelstandards

4.3.3.2 Gesundheitsstandards

4.3.3.3 Umweltstandards

4.3.3.4 Kulturstandards

4.3.3.5 Datenschutzstandards

4.3.4 Wirtschaftliche Auswirkungen

4.3.4.1 Errichtung eines Wirtschaftsblocks

4.3.4.2 Wachstum der Volkswirtschaften

4.3.4.3 Folgen für Verbraucher und Unternehmen

4.3.4.4 Folgen für Drittstaaten

5 Fazit

5.1 Kernthesen

5.2 Lösungsansätze

5.3 Ausblick auf die Zukunft

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Potenzial und die Risiken interkontinentaler Freihandelsabkommen am Beispiel der geplanten Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP). Ziel ist es, zu untersuchen, ob durch eine verstärkte wirtschaftliche Integration und gemeinsame Handelspolitik eine nachhaltige Wohlfahrtssteigerung für die beteiligten Nationen erreicht werden kann.

  • Historische Entwicklung des Handels und Ursprünge von Freihandelsabkommen
  • Analyse der TTIP-Verhandlungsprozesse unter Berücksichtigung von Intransparenz und Lobbyismus
  • Kritische Beleuchtung des Investitionsschutzes und der Investor-Staats-Schiedsverfahren
  • Untersuchung der Harmonisierung von Lebensmittel-, Umwelt-, Kultur- und Datenschutzstandards
  • Bewertung der wirtschaftlichen Folgen für Arbeitnehmer, Verbraucher und Drittstaaten

Auszug aus dem Buch

4.3.1.1 Undemokratischer Verhandlungsprozess

Als wesentlicher Kritikpunkt der TTIP-Verhandlungen gilt die andauernde Intransparenz, welche für solch ein globales Freihandelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union zu Misstrauen unter weiten Teilen der Bevölkerung führt. Diese Form von Geheimhaltung weckt vielerorts Befürchtungen und Spekulationen, dass sich bestimmte Inhalte auf Bevölkerungskreise nachteilig auswirken könnten. Dementgegen verweist die Generaldirektion Handel der EU-Kommission darauf, dass die Transparenz bei TTIP im Direktvergleich zu anderen Freihandelsabkommen sehr viel offener gestaltet ist. Kritiker bemängeln jedoch, dass die bisherigen Freihandelsabkommen mit bei weitem kleineren Ländern wie Entwicklungsländern geschlossen wurden, dessen internationale Relevanz für die Wirtschaft als auch für die Wohlfahrt der Bevölkerungsgruppen deutlich unbedeutender war.

Die Einsicht der TTIP-Dokumente ist seit neuestem auch für Abgeordnete des Bundestages sowie der nationalen EU-Parlamente unter Vorbehalt der Aufsicht eines Sicherheitsoffiziers und strengen Auflagen wie beispielsweise Handyverbot gewährt worden. Diese Möglichkeit eines Zugangs zu den aktuellen Verhandlungstexten erhielten bislang nur sehr wenige Politiker, welche sich dafür in extra vorgesehene TTIP-Leseräume im Wirtschaftsministerium, der EU-Kommission in Brüssel oder in der Berliner US-Botschaft anmelden mussten. Die Bereitstellung von entsprechenden Leseräumen zur Öffnung der Dokumenteneinsicht als auch die Ausweitung auf die nationalen Parlamente in der Europäischen Union, wurde lange Zeit durch die US-Regierung verweigert und nur durch zunehmende Kritik seitens der Bundesregierung und dem Europaparlament gestattet. Ebenfalls argumentierte SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel bei einem Pressegespräch am 28. Januar 2016: „Nur durch Transparenz und enge Einbindung der nationalen Parlamente kann die erforderliche bessere Akzeptanz und Legitimität für die Verhandlungen der EU-Kommission mit den USA geschaffen werden“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung hinsichtlich der wirtschaftlichen Integration und Definition des methodischen Vorgehens.

2 Handel: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Handels, von frühen Tauschformen bis hin zur modernen Außenhandelstheorie.

3 Freihandelsabkommen: Definition und Abgrenzung von Freihandelsabkommen im Vergleich zur Zollunion sowie Darstellung existierender Abkommen.

4 Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft: Detaillierte Analyse von TTIP, inklusive Verhandlungsverlauf, Investitionsschutz, Standardangleichung und ökonomischen Auswirkungen.

5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Kernthesen, Diskussion von Lösungsansätzen und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.

Schlüsselwörter

TTIP, Freihandelsabkommen, Investitionsschutz, Schiedsverfahren, Handelsliberalisierung, Außenhandel, Wirtschaftsrecht, Verbraucherschutz, Umweltstandards, Lobbyismus, Transparenz, Wohlfahrtseffekte, Globalisierung, EU, USA.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Chancen und Risiken interkontinentaler Freihandelsabkommen am konkreten Beispiel der geplanten Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) zwischen der EU und den USA.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Verhandlungsführung, der umstrittene Investitionsschutz, die Harmonisierung von Standards (wie Lebensmittel-, Umwelt- und Sozialstandards) sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die beteiligten Märkte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob TTIP im Sinne einer gemeinsamen Handelspolitik tatsächlich eine nachhaltige Wohlfahrtssteigerung für beide Wirtschaftsräume sicherstellen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und wertet aktuelle Studien, Verhandlungsberichte sowie Positionspapiere aus, um die kontroversen Standpunkte von Befürwortern und Kritikern gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Verhandlungsthemen von TTIP, der Problematik von Investitionsschutzklauseln (Investor-Staats-Schiedsverfahren) und den Sorgen hinsichtlich einer Absenkung von europäischen Qualitätsstandards.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Freihandel, Investitionsschutz, Lobbyismus, Transparenz, regulatorische Harmonisierung und Wohlfahrtseffekte.

Warum steht der Investitionsschutz (Investor-Staats-Schiedsverfahren) so stark in der Kritik?

Kritiker befürchten eine Aushebelung staatlicher Souveränität, da Konzerne in privaten Schiedsgerichten Staaten wegen regulativer Gesetze (z. B. Umweltstandards) auf Schadensersatz verklagen können.

Welche Rolle spielt das Vorsorgeprinzip in der Debatte?

Das europäische Vorsorgeprinzip, das hohe Sicherheitsstandards vorschreibt, steht im Gegensatz zum amerikanischen Ansatz und ist ein zentraler Streitpunkt bei der Angleichung von Lebensmittel- und Gesundheitsstandards.

Wie bewertet die Arbeit die wirtschaftlichen Prognosen zu TTIP?

Die Arbeit beleuchtet die Diskrepanz zwischen optimistischen Prognosen der Wirtschaftsinstitute und den kritischen Bedenken, die vor allem auf eine ungleiche Verteilung von Gewinnen und mangelnde Berücksichtigung sozialer Faktoren hinweisen.

Welchen Ausblick gibt der Autor für die Zukunft von TTIP?

Der Autor stellt fest, dass eine Ratifizierung aufgrund des wachsenden Widerstands und schwieriger Verhandlungen in weite Ferne gerückt ist, betont jedoch die hohe politische Relevanz einer finalen Implementierung.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP). Neue Möglichkeiten und Grenzen interkontinentaler Freihandelsabkommen
Hochschule
EBC Hochschule Düsseldorf
Note
1,3
Autor
Paul Petersen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
79
Katalognummer
V417284
ISBN (eBook)
9783668667747
ISBN (Buch)
9783668667754
Sprache
Deutsch
Schlagworte
TTIP Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft EU Europa USA Amerika Standards Handel Handelshemmnis Schiedsgerichte Umweltschutz Fracking Klimaschutz Arbeitnehmerrechte Sozialstandards Investitionsschutz Gesundheitsstandards Lebensmittelstandards Lobbyismus Intransparent Kulturstandards Buchpreisbindung Drittstaaten Datenschutz Filmförderung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paul Petersen (Autor:in), 2016, Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP). Neue Möglichkeiten und Grenzen interkontinentaler Freihandelsabkommen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417284
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Leseprobe aus  79  Seiten
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