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Wird in Schulbüchern ein adäquates Geschichtsbild zum Pilgertum im Mittelalter für das gesteuerte historische Lernen vermittelt?

Untersuchung eines Schulbuchkapitels zum Pilgertum mit Verbesserungsvorschlägen

Titel: Wird in Schulbüchern ein adäquates Geschichtsbild zum Pilgertum im Mittelalter für das gesteuerte historische Lernen vermittelt?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bachelor of Arts, Diplomierter Fachlehrer Nico Schloß (Autor:in)

Pädagogik - Unterrichtsvorbereitung allgemein
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Gefragt wird mittels der Analyse eines Schulbuchkapitels zum Pilgertum im Mittelalter, ob ein adäquates Geschichtsbild zum Pilgertum für das gesteuerte historische Lernen vermittelt wird und, daraus abgeleitet, ob sowie welche Verbesserungsvorschläge anzuraten sind.

Sowohl ein für den Unterricht auszuwählendes Medium als auch ein favorisiertes Thema sind elementar tragend für den Verlauf und Ausgang eines Lehr-Lern-Prozesses. Da beispielsweise Sauer dem Lehr-Lern-Mittel Schulbuch zuschreibt, dass es als Leitmedium des Unterrichtes maßgebliche Bedeutung für den Bildungsprozess besitze, befasst sich die vorliegende Untersuchung mit der Analyse der Qualität eines Schulbuchkapitels zum Pilgertum im Mittelalter. Die Thematik Pilgertum wurde deshalb aus der Vielzahl von den im Schulbuch angebotenen Themenschwerpunkten zum Mittelalter herausgenommen, da diese gegebenenfalls besondere Lebensweltrelevanz für den Lernenden zum Beispiel aufgrund eigener Spiritualitäts- und Selbstfindungssuche sowie aufgrund des gegenwärtigen Trends des Pilgerns (auch medial befeuert) besitzt. Der konkrete Forschungsgegenstand ist das Kapitel in "Auf der Suche nach Gottes Hilfe" in Forum Geschichte Band 2, Das Mittelalter und der Beginn der Neuzeit.

Im Einzelnen werden folgende Aspekte durchgeprüft: Welche Fragen werden im Schulbuchkapitel aufgeworfen und welche Aussagen getroffen? Inwiefern entsprechen die Aussagen dem aktuellen Forschungsstand? Inwieweit werden die Urteilsbildung und der Konstruktionsprozess von Geschichte bei der Darstellung berücksichtigt? Welche Qualität besitzt das Gesamtkonzept des Kapitels? Welche Verbesserungsvorschläge können empfohlen werden?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beispielhafte Analyse-Ergebnisse und Verbesserungsvorschläge

2.1 Themeninhalte zum Pilgertum im Mittelalter

2.2 Sachaussagen zu den Motiven des Pilgertums im Mittelalter

2.3 Sachurteil zu den Pilgerorten im Mittelalter

2.4 Werturteil zum Heiligen- und Reliquienkult im Mittelalter

2.5 Multiperspektivität

2.6 Kontroversität

2.7 Gesamtkonzept

3. Resümee und Ausblick

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die didaktische Qualität eines Schulbuchkapitels zum Thema Pilgertum im Mittelalter. Ziel ist es, zu untersuchen, ob die Darstellung ein fachlich angemessenes Geschichtsbild vermittelt, und auf dieser Basis konkrete Verbesserungsvorschläge für eine fundierte geschichtsdidaktische Aufbereitung zu entwickeln.

  • Analyse der Themenauswahl und Strukturierung des Schulbuchkapitels
  • Untersuchung der Sachaussagen im Vergleich zum aktuellen Forschungsstand
  • Bewertung von Urteilsbildung (Sach- und Werturteil) im Unterrichtskontext
  • Erarbeitung von Kriterien für Multiperspektivität und Kontroversität
  • Entwicklung von Gestaltungsvorschlägen für ein didaktisch reflektiertes Kapitel

Auszug aus dem Buch

2.1 Themeninhalte zum Pilgertum im Mittelalter

Das Schulbuchkapitel „Auf der Suche nach Gottes Hilfe“ vereint auf einer einzigen Doppelseite auf engstem Raum vielfältigste Themenspektren zum Pilgertum im Mittelalter und in den 1990er Jahren. So werden unstrukturiert, einige Male nur durch aufgeworfene Fragen an die Lernenden, ohne Überleitungen und ohne klare Abgrenzung von Vergangenheit und Gegenwart Motive des Pilgertums, die Bedeutung des Jakobsweges, die Eindrücke eines Pilgers am Zielort seiner Pilgerreise, kommerzielle Erscheinungsformen im Zusammenhang mit dem Pilgertum sowie der Heiligen- und Reliquienkult vermittelt.

Um die einzelnen Themenkomplexe in eine zum Hauptthema Pilgertum stimmige Strukturierung für ein angemessenes Schulbuchkapitel zu bringen, böte sich statt der benutzten Themenwahl und -anordnung das, ggf. exemplarische, Aufzeigen des spiralförmigen (Erkenntnis-)Weges eines Pilgers im Mittelalter an, weil dieser signifikant für das Phänomen des Pilgerns ist. Damit die Lernenden einen differenzierten und lebendigen Einblick in das „Kuriosum“ des Pilgertums erhalten können, empfiehlt es sich diese spiralförmige Entwicklung anhand folgender Etappen darzustellen:

1) das Abstecken des Ausgangspunktes inklusive der Beschreibung der teilnehmenden Personenkreise am Pilgern, der Financiers und der Motive von Pilgern,

2) die Skizzierung des Weges und der Durchführung inklusive der Besprechung der Vorbereitung, der Kosten, der Beschaffenheit des Pilgerorte- und -wegenetzes, der mitgenommenen und notwendigen Habseligkeiten von Pilgern, der Erschwernisse und Gefahren auf der Reise sowie der Reiseweise, des Interagierens und des Verhaltens der Pilger,

3) die Illustrierung des Zieles inklusive der Darlegung des Aussehens der Pilgerorte, des (logistischen) Handelns der Anwohner und der für das Pilgern zuständigen Geistlichen, des dortigen Agierens und Verhaltens der Pilger selbst sowie der Vorstellung der Heiligen- und Reliquienarten und berühmter Wallfahrtsorte wie Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela,

4) das Schildern des Rückweges in die Heimat,

5) die Betrachtung der Heimkunft und des ggf. erneuten Pilgerns bzw. des weiteren alltäglichen Lebens mit aufgrund des Pilgerreisens möglicherweise verändertem Bewusstsein und Handeln sowie

6) die Erörterung des möglichen Bewusstseinswandels eines Pilgers im Umgang mit dem eigenen Tod und mit dem Bestehen vor dem Jüngsten Gericht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Themas Pilgertum im Geschichtsunterricht und erläutert die methodische Herangehensweise der vorliegenden Analyse anhand eines konkreten Schulbuchbeispiels.

2. Beispielhafte Analyse-Ergebnisse und Verbesserungsvorschläge: Dieser Hauptteil prüft das Kapitel auf Themeninhalte, Sachaussagen, Sach- und Werturteile, Multiperspektivität sowie Kontroversität und unterbreitet Verbesserungsvorschläge.

2.1 Themeninhalte zum Pilgertum im Mittelalter: Das Kapitel kritisiert die unstrukturierte Themenauswahl und schlägt stattdessen die Darstellung eines spiralförmigen Erkenntnisweges eines Pilgers vor.

2.2 Sachaussagen zu den Motiven des Pilgertums im Mittelalter: Die Analyse bemängelt die lückenhafte Darstellung von Pilgermotiven und die problematische, intransparente Vermischung von mittelalterlichen und modernen Zeitebenen.

2.3 Sachurteil zu den Pilgerorten im Mittelalter: Es wird festgestellt, dass das Schulbuch keine adäquaten Sachurteile anregt, da aktuelle Erlebnisberichte ohne historischen Kontext verwendet werden.

2.4 Werturteil zum Heiligen- und Reliquienkult im Mittelalter: Die Aufgabenstellung zur Zerteilung von Leichnamen wird als methodisch bedenklich eingestuft und durch Ansätze für ein echtes, multiperspektivisches Werturteil ergänzt.

2.5 Multiperspektivität: Das Kapitel weist darauf hin, dass die notwendige Einbindung unterschiedlicher zeitgenössischer Milieus und Positionen zur Förderung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins fehlt.

2.6 Kontroversität: Die fehlende Gegenüberstellung kontroverser Forschungspositionen verhindert eine kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Pilgerns.

2.7 Gesamtkonzept: Das Kapitel resümiert die Schwächen des untersuchten Werks und betont die Notwendigkeit von Qualität statt Quantität bei der Neugestaltung des Lernmediums.

3. Resümee und Ausblick: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine grundlegende Neugestaltung des Schulbuchkapitels notwendig ist, um den didaktischen Anforderungen an modernen Geschichtsunterricht zu entsprechen.

4. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Monographien zur historischen Analyse des Pilgertums und zur Geschichtsdidaktik aufgeführt.

Schlüsselwörter

Pilgertum, Mittelalter, Geschichtsdidaktik, Schulbuchanalyse, Heiligenkult, Reliquienkult, Multiperspektivität, Kontroversität, Sachurteil, Werturteil, Lehr-Lern-Prozess, Pilgermotive, historische Bildung, Geschichtsbewusstsein, Wallfahrtsorte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die fachliche und didaktische Qualität eines ausgewählten Schulbuchkapitels zum Thema Pilgertum im Mittelalter und identifiziert Schwachstellen in der Darstellung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Analyse umfasst Themen wie Pilgermotive, Heiligen- und Reliquienkult, die Gestaltung von Pilgerrouten und das Treiben an Wallfahrtsorten im Vergleich von Mittelalter und Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Bewertung der Qualität eines Schulbuchkapitels und das Aufzeigen von Verbesserungsvorschlägen, um ein angemesseneres Geschichtsbild bei den Lernenden zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein qualitatives Analyseraster verwendet, das auf fachwissenschaftlicher Literatur und didaktischen Kriterien für Schulbuchuntersuchungen nach Michael Sauer basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Untersuchung von Themeninhalten, Sachaussagen, Sach- und Werturteilen sowie der Umsetzung von Multiperspektivität und Kontroversität im Schulbuch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Geschichtsdidaktik, Pilgertum, Mittelalter, Schulbuchanalyse und multiperspektivisches Lernen beschreiben.

Warum wird die Vermischung von Vergangenheit und Gegenwart im Schulbuch kritisiert?

Weil die intransparente Vermengung von historischen Fakten und modernen Phänomenen ohne klaren Vergleich die Lernenden verwirrt und kein adäquates historisches Verständnis für die Zeit des Mittelalters ermöglicht.

Welchen konkreten Vorschlag macht der Autor zur Verbesserung der Themenstruktur?

Der Autor schlägt die Darstellung eines "spiralförmigen Erkenntnisweges" eines Pilgers vor, der das gesamte Phänomen – vom Aufbruch über die Reise bis zur Heimkunft – logisch und nachvollziehbar abbildet.

Welche Mängel identifiziert der Verfasser bezüglich der Werturteilsbildung?

Die Aufgabenstellungen zur Zerteilung von Leichnamen im Rahmen des Reliquienkults sind unreflektiert und setzen moderne Maßstäbe an die Vergangenheit an, statt die Schüler zu einer wertgeleiteten historischen Urteilsbildung anzuleiten.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wird in Schulbüchern ein adäquates Geschichtsbild zum Pilgertum im Mittelalter für das gesteuerte historische Lernen vermittelt?
Untertitel
Untersuchung eines Schulbuchkapitels zum Pilgertum mit Verbesserungsvorschlägen
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
1,0
Autor
Bachelor of Arts, Diplomierter Fachlehrer Nico Schloß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
13
Katalognummer
V417289
ISBN (eBook)
9783668669154
ISBN (Buch)
9783668669161
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pilger Pilgerreise Pilgerten Geschichtsschulbuch Schulbuch Geschichtsdidaktik Mittelalter Sachaussage Werturteil Sachurteil Multiperspektivität Kontroversität Heiligenkult Reliquienkult Geschichtsbild Konstruktion Konstruktionsprozess Urteilsbildung Geschichtskultur Geschichtsdarstellung Historisches Lernen Erkenntnisweg Jakobsweg Pilgerroute Pilgerort Selbstfindung Wallfahrt Santiago de Compostela Votivgaben Badehäuser Leichnam Graböffnung Leichenteile Geschichtsbewusstsein Glaube Orientierungsbedürfnis christlich Abendland
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Bachelor of Arts, Diplomierter Fachlehrer Nico Schloß (Autor:in), 2018, Wird in Schulbüchern ein adäquates Geschichtsbild zum Pilgertum im Mittelalter für das gesteuerte historische Lernen vermittelt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417289
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Leseprobe aus  13  Seiten
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