Computergestützte Schulung sprachlicher Fertigkeiten im DaF-Unterricht. Die Rolle des Computers im Fremdsprachenunterricht


Bachelorarbeit, 2010

48 Seiten, Note: 5 (Poln. System, 5=Bestnote)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Rolle des Computers als Kommunikationsmedium
1.1. Arten der zwischenmenschlichen Kommunikation
1.1.1. Verbale Kommunikation
1.1.2. Nonverbale Kommunikation
1.2. Kommunikationsmöglichkeiten per Computer
1.2.1. E-Mail
1.2.2. Internetforen und Chatrooms
1.2.3. Der virtuelle Besuch von WWW-Seiten
1.2.4. Tandem-Projekte

2. Schulung von kommunikativen Fertigkeiten mit Hilfe des Computers
2.1. Einübung von rezeptiven Fertigkeiten
2.1.2. Hörverstehen
2.1.3. Leseverstehen
2.2. Entwicklung von produktiven Fertigkeiten
2.2.1. Sprechen
2.2.2. Schreiben
2.3. Grammatikvermittlung

3. Computer in der Praxis des DaF-Unterrichts
3.1. Unterrichtsentwurf
3.2. Unterrichtsentwurf

Zusammenfassung

Streszczenie

Literaturverzeichnis

Einleitung

In heutiger Welt haben die Menschen zahlreiche Medien zur Verfügung, die sie im Alltags- aber auch im Berufsleben nutzen. Das Alter spielt hier keine allzu große Rolle mehr, weil sogar die Kinder mit verschiedenen Geräten vertraut sind. Sie können beispielsweise MP3-Player, Computer oder Internet benutzen, sehr oft besitzen sie in diesen Bereichen größere Fähigkeiten als die Erwachsenen. Das ist einer der Gründe, warum Medien auch im Unterricht verwendet werden sollen. Von Nutzen können sie auch im Fremdsprachenunterricht sein, was gerade in vorliegender Arbeit einigermaßen erklärt wird.

Im ersten Kapitel wird sich die Konzentration im Allgemeinen auf die Rolle des Computers im Fremdsprachenunterricht richten. Als eine gewisse Unterlage wird die Angabe von Informationen zur zwischenmenschlichen Kommunikation in verbaler und nonverbaler Form dienen. Ferner geht man schon zu Kommunikationsmöglichkeiten per Computer über, wo Phänomene wie E-Mail, Internetforen, Chatrooms, der Besuch von WWW-Seiten und Tandem-Projekte erörtert werden.

Im weiteren Teil der Ausführungen wird auf die Schulung von kommunikativen Fertigkeiten mit Hilfe des Computers eingegangen. Es werden einerseits die rezeptiven (Hör- und Leseverstehen) und andererseits die produktiven (Sprechen und Schreiben) Fertigkeiten analysiert. Dabei wird man auch einige Übungsbeispiele anführen, um zu veranschaulichen, auf welche Art und Weise sie zu entwickeln sind. Das letzte Unterkapitel wird dagegen die Erklärung des Problems von Grammatikvermittlung zum Ziel haben, weil beim computergestützten Lernen die Grammatik interessant präsentiert werden kann.

Das letzte Kapitel wird die praktische Seite des Computereinsatzes näher beleuchten. Es werden nämlich zwei exemplarische Unterrichtsentwürfe präsentiert, um sichtbar zu machen, wie die Lehrenden den Computer und das Internet zur Motivierung und zu einer interessanten Unterrichtsgestaltung nutzen können. Die dazugehörenden Kommentare sollen den Stundenablauf noch deutlicher darstellen.

1. Die Rolle des Computers als Kommunikationsmedium

Im vorliegenden Kapitel der Arbeit wird ein Versuch unternommen, die Rolle, wie auch die Kommunikationsmöglichkeiten mit Hilfe des Computers im fremdsprachlichen Unterricht darzulegen. Es wird von den Arten der zwischenmenschlichen Kommunikation ausgegangen, wonach die Besonderheiten der computergestützten Kommunikation erörtert werden.

In den alltäglichen Kommunikationssituationen sind die zwischenmenschlichen Interaktionen von großer Bedeutung. Dabei soll betont werden, dass die Kommunikationspartner nicht nur verbal (d.h. mündlich oder schriftlich), aber auch nonverbal kommunizieren (Hankała 2004:18). Was das Kommunizieren mit Hilfe des Computers anbelangt, findet es gewöhnlich auf einer wörtlichen oder textlichen Ebene statt. Es ist auch möglich, dass die Gesprächspartner einander sehen (dann ist aber eine Webkamera notwendig) und auf das Handeln anderer Gesprächsbeteiligten reagieren. Diese Möglichkeit wird des Öfteren beispielsweise während Videokonferenzen eingesetzt, oder aber auch in alltäglichen Kontakten mit Freunden oder Familie. Wenn es sich um solche Form der Kommunikation handelt, kann sie als Face-to-Face Interaktion bezeichnet werden, weil sie fast genauso abläuft, wie die im wirklichen Leben (Hankała ebd.). Dies bedeutet aber nicht, dass die Kommunikation mit Hilfe des Computers mit der typischen zwischenmenschlichen Kommunikation gleichzusetzen ist, weil der Computer einen sehr großen Teil von nonverbalen Mitteilungen filtert. Sie sind sehr wichtig, weil sie den Empfänger von den Gefühlen und Emotionen des Senders informieren und beweisen überhaupt, dass sie existieren (vgl. Hankała 2004:19).

Der Computer kann im Fremdsprachenunterricht die Rolle des Kommunikationsmediums übernehmen und ermöglicht dann einen sehr schnellen Austausch von verschiedenartigen Informationen. Das kann als ein gewisses Argument für den Einsatz dieses Mediums für unterrichtliche Zwecke angesehen werden. Darin sieht man sein großes Potenzial und versucht es deswegen als ein Werkzeug zum Fremdsprachenlernen zu gebrauchen (Gajek 2002:10).

Bevor zu den konkreten Kommunikationsmöglichkeiten per Computer übergegangen wird, sind noch Arten der zwischenmenschlichen Kommunikation darzustellen, die nicht unbedingt mit Hilfe dieses Mediums erfolgen. Es wird im Folgenden auf die verbale und nonverbale Kommunikationsform eingegangen.

1.1. Arten der zwischenmenschlichen Kommunikation

Mit dem Terminus der zwischenmenschlichen Kommunikation haben sich zahlreiche Sprachforscher beschäftigt und dabei versucht, ihn möglichst genau zu definieren. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass es kaum möglich ist, eine einheitliche Definition zu erstellen, weil es dabei viele Faktoren zu berücksichtigen gelten. Es sind aber einige relativ einfache und kurze Erläuterungen vorhanden, wie beispielsweise folgende:

Kommunikation – Übermittlung und Empfangen von Gedanken, Informationen und Nachrichten. Ganz besonders in den letzten zwei Jahrzehnten sind der schnelle Informationsaustausch über große Entfernungen sowie der leichte Zugang zu Informationen zu markanten und bedeutsamen Merkmalen der menschlichen Gesellschaft geworden. („Kommunikation." Microsoft Encarta 2009 [DVD])

Die oben zitierte Definition erklärt schon das Wesentliche im Bereich der Kommunikation. Es geht daraus hervor, dass bei der Kommunikation Gedanken oder Informationen einerseits gesendet, andererseits empfangen werden. Unterstrichen wird auch die Tatsache, dass es seit einiger Zeit möglich ist, miteinander „über große Entfernungen“ zu kommunizieren. Dies erlauben den Menschen die neuen Medien, wie beispielsweise Computer mit Internetanschluss.

Das Phänomen der zwischenmenschlichen Kommunikation kann auch aus einer anderen Perspektive untersucht werden, wo das sog. Vier-Seiten-Modell (Schulz von Thun 1981:25 ff.) zu beachten gilt. In diesem Modell wird sowohl Sender als auch Empfänger analysiert. Dem Sender gehören „vier Schnäbel“: Sachinhalt (all dies, worüber dem Empfänger informiert wird, worüber man ihm sagt), Beziehungsaspekt (hier wird geäußert, für wen der Sender den Empfänger hält, wie er zu ihm steht), Appell (alles, was der Sender beim Empfänger zu erreichen versucht; Nachricht, was er auf Grund seiner Mitteilung tun soll) und Selbstoffenbarung (der Sender zeigt dadurch seine echten Gefühle und Empfindungen). Dem Empfänger werden dagegen „vier Ohren“ zugeschrieben: Sach-Ohr (auf dieser Ebene stellt sich der Empfänger die Fragen: „Wie soll der Sachinhalt verstanden werden?“, „Was will der Sender mitteilen?“), Beziehungs-Ohr (der Empfänger erfährt, wie der Sender zu ihm steht, in welcher Beziehung befinden sie sich in bestimmten Situationen), Appell-Ohr (die durch dieses Ohr aufgenommenen Botschaften sagen dem Empfänger, was er auf Grund der Mitteilung machen soll und was der Sender bei ihm erreichen will) und Selbstoffenbarungs-Ohr (wenn der Sender bestimmte Informationen über sich preisgibt, fragt sich der Empfänger bei der Aufnahme des Gesendeten: „Was ist das für einer?“; wenn eine Mitteilung durch dieses Ohr zum Empfänger gelangt, sagt sie ihm etwas über den Sender, er erfährt, mit wem er redet, wer versucht, ihm etwas mitzuteilen).

Die oben angeführten Einzelheiten der zwischenmenschlichen Kommunikation sollen einen gewissen Hintergrund bilden und Überblick über weitere Phänomene geben. Des Weiteren werden zwei Arten der Kommunikation dargelegt: die verbale und nonverbale.

1.1.1. Verbale Kommunikation

In diesem Unterkapitel der Ausführungen wird auf den Begriff verbale Kommunikation eingegangen. Angedeutet werden die Faktoren, die diesen Prozess beeinflussen. Schon am Anfang gilt zu unterstreichen, dass den Untersuchungen Walters (2002:67) zufolge die menschliche Stimme nur ungefähr 20 Prozent von all den übermittelten Signalen liefert. Das sind hoch konzentrierte Informationen, deshalb richtet der Zuhörer seine Aufmerksamkeit zuerst gerade auf das Gesagte. Die verbale Kommunikation kann in drei Kategorien eingeteilt werden. Das sind: die Stimmqualität, die Klarheit der mündlichen Äußerung und sprachlicher Inhalt. Wenn man sich darüber im Klaren befindet, wie diese drei Elemente funktionieren und wie sie auch zusammenspielen können, kann man wertvolle Informationen über den Sender bekommen.

Bei der Erörterung von verbaler Kommunikation ist eine sehr wichtige Erscheinung darzulegen. Das sind nämlich die Distanzzonen, die für die kommunizierenden Personen als unausgesprochene Regeln gelten. Sie machen es sichtbar, welcher Abstand zum Gesprächspartner richtig ist. Bei jedem zwischenmenschlichen Kontakt sollen diese Regeln beachtet werden. Das Einhalten der Distanzzonen verspricht, dass es zu keinen Störungen der Kommunikation kommt, die Gesprächspartner werden sich nicht beleidigt fühlen. Um aber dies tun zu können, muss man sie kennen lernen und wissen, mit ihnen umzugehen. Mit diesem Phänomen haben sich Püttjer/Schnierda (2001:99) beschäftigt und folgende Distanzzonen unterschieden:

- intime Zone (bis 0.4m),
- persönliche Zone (von 0.4m bis 1.5m),
- soziale Zone (von 1.5m bis 4m),
- öffentliche Zone (ab 4m).

Aus dem Obigen geht hervor, dass es bei den verschiedenen zwischenmenschlichen Kommunikationssituationen vier Distanzzonen zu unterscheiden sind. Die in Klammern angegebenen Abstände gelten eher als Orientierung und können einigermaßen variieren. Man muss dabei aber beachten, dass beispielsweise in die intime Zone nur solche Personen hineinkommen dürfen, mit denen man vertraut ist (z.B. Freunde oder nahe Bekannte). Wenn in diese Zone unerlaubt eingetreten wird, kann das Ablehnung oder in manchen Fällen sogar Aggression auslösen. Was die persönliche Distanzzone anbelangt, werden hier nur Personen eingelassen, die man gut kennt. Der hier einzuhaltende Abstand erlaubt schon beispielsweise eine Form der Begrüßung, nämlich das Handschütteln. In weiterer, sozialer Zone wird der öffentliche Kontakt mit Personen als angenehm empfunden, die man wenig oder gar nicht kennt. Im Bereich dieser Zone soll Blickkontakt eingehalten werden, weil das meistens der einzige Kontakt ist, den man zu dieser Zeit hat. Wenn also die Gesprächspartner vorbeigeschaut werden, kann das bedeuten, dass man sie einfach aus dem Gespräch ausschließt. Es ist noch ein Terminus übriggeblieben, nämlich die öffentliche Zone, wo beispielsweise Umgang mit Kollegen oder Bekannten die geringste Rolle spielt. Diese Zone bleibt den Menschen behalten, die im Interesse der Öffentlichkeit stehen (z.B. Professoren an den Universitäten oder Politiker).

Bevor zum Phänomen der nonverbalen Kommunikation übergegangen wird, soll noch erwähnt werden, dass ihre verbale Form sowohl durch das Geschriebene (schriftsprachliche Kommunikation) als auch durch das Gesprochene (lautsprachliche Kommunikation) ausgedrückt werden kann. Dabei werden verschiedene Übertragungskanäle aktiviert, wie z.B.: der akustisch-auditive oder optisch-visuelle Kanal (vgl. dazu Szczodrowski 2001:79 ff. und 103). Eine genaue Analyse dieser Probleme würde aber den Rahmen dieser Arbeit sprengen, deswegen wird man sich jetzt mit der nonverbalen Kommunikation beschäftigen.

1.1.2. Nonverbale Kommunikation

Die Menschen kommunizieren nicht nur verbal, sondern der größte Teil der Mitteilungen wird auch nonverbal übermittelt, d.h. mit Hilfe von Gestik, Mimik und Körperhaltung. Wenn diese Form der Kommunikation analysiert wird, fällt sofort auf, dass es kaum möglich ist, per Computer nonverbal zu kommunizieren, es sei denn, man hat Medien wie Webkamera zur Verfügung.

Die nonverbalen Mitteilungen werden die ganze Zeit übermittelt, wo nur mindestens zwei Personen in Kontakt treten. Darauf hat Watzlawick (1967:53) in seinem ersten Axiom hingewiesen, wo er festgestellt hat, dass es unmöglich ist, nicht zu kommunizieren. Sogar wenn die Gesprächspartner schweigen, läuft die Kommunikation ab, es wirken nämlich Gestik, Mimik und Körperhaltung.

Als Gestik kann die Gesamtheit der Gesten bezeichnet werden, die durch Arme, Hände, aber auch Kopf ausgedrückt wird (DUDEN CD-ROM). Gestik kann entweder die gesprochene Sprache begleiten, oder sie auch ersetzen. Bei dieser Form der Kommunikation ist die Höhe der Hände sehr wichtig. Wenn nämlich bestimmte Geste unterhalb der Taille verlaufen, sind sie eher negativ zu bewerten, und wenn oberhalb, dann als positiv.

Unter Mimik versteht man Folgendes: Mienenspiel, Wechsel im Ausdruck des Gesichts und in den Gebärden als Nachahmung fremden oder als Ausdruck eigenen Erlebens (DUDEN CD-ROM). All die Bewegungen von Gesichtsmuskeln sind eine der wichtigsten Formen des Ausdrucks von menschlichen Emotionen und Gefühlen. Der Gesichtsausdruck zeigt sofort, ob der Gesprächspartner sich für das bestimmte Thema interessiert, oder nicht, man sieht auch, wie sich der Empfänger fühlt. Mimik wird in vielen Ländern und Kulturen ähnlich oder sogar genauso verstanden, deshalb soll sie als eine gewisse Erleichterung bei der fremdsprachlichen Kommunikation aufgefasst werden.

Zu der nonverbalen Kommunikation gehört noch ein Element, nämlich die Körperhaltung. Sie kann durch all die anderen Elemente gebildet werden, weil sie u.a. davon abhängt, wie menschliche Mimik oder Gestik aussieht, aber auch davon, wie man in einer bestimmten Situation sitzt, wie viel Raum man beansprucht etc.

Wie aus den obigen Erörterungen hervorgeht, läuft die reale zwischenmenschliche Kommunikation in den meisten, wenn nicht in allen Situationen auf zwei Ebenen ab, d.h. verbal und nonverbal. Die verbale Kommunikation lässt sich weitgehend steuern, aber ihre nonverbale Form läuft des Öfteren unbewusst ab. Jetzt möchte ich zum weiteren Problem übergehen und die Kommunikationsmöglichkeiten mir Hilfe des Computers skizzieren.

1.2. Kommunikationsmöglichkeiten per Computer

Im vorliegenden Teil der Arbeit wird die Rolle des Computers in der zwischenmenschlichen Kommunikation erklärt. Dabei werden folgende Anwendungsmöglichkeiten des Computers dargestellt, wie: E-Mail, Internetforen und Chatrooms, der virtuelle Besuch von WWW-Seiten und Tandem-Projekte. Bevor ich zu diesen Besonderheiten übergehe, möchte ich noch zum besseren Veranschaulichen den Begriff Internet definieren:

Internet (englisch International Network), offener Verbund von Computernetzwerken, der die Computer und die darauf ablaufenden Programme in die Lage versetzt, direkt miteinander zu kommunizieren. („Internet." Microsoft Encarta 2009 [DVD])

Schon in dieser kurzen Erklärung ist das Wort kommunizieren zu finden, was darauf hinweisen kann, dass der Computer mit Internetanschluss vor allem der Kommunikation dient. Per Internet können aber auch andere Sachen erledigt werden. Man kann beispielsweise Einkäufe machen, Bücher lesen, telefonieren oder seine geistige Arbeit kostenlos publizieren.

Der Computer spielt in heutiger Welt eine enorme Rolle, deshalb ist sein Kennenlernen von Bedeutung, weil dies die Arbeit und auch das Fremdsprachenlernen erleichtert. Dieses Medium fungiert des Öfteren als Kommunikationsmittel, worauf schon einigermaßen hingewiesen wurde. Allgemein kann man die Anwendungsmöglichkeiten eines Computers in drei Bereiche unterteilen (Huneke/Steinig 2001:174 ff.):

- der virtuelle Besuch von WWW-Seiten aus dem Zielsprachenland,
- E-Mail, Internetforen, Chatrooms und Newsgroups,
- Kommunikationspartnerschaften, Tandem-Projekte.

Auf die Einzelheiten von obigen Anwendungsmöglichkeiten wird in den folgenden Unterkapiteln eingegangen. Es soll auch bemerkt werden, dass die computergestützte Kommunikation entweder synchronisch (die kommunizierenden Personen nehmen an diesem Prozess gleichzeitig teil; z.B. Chat oder Sprechen per Skype) oder asynchronisch (es gibt hier den zeitlichen Abstand zwischen den geschickten Informationen, ähnlich wie bei dem traditionellen Briefaustausch; z.B. E-Mail) ab. Die beiden Formen zeichnen sich durch markante Vorteile aus: Geschwindigkeit, geringe Kosten und Kommunizieren, ohne das eigene Haus zu verlassen (Gajek 2002:49).

1.2.1. E-Mail

Der Terminus E-Mail stammt aus dem Englischen und bezeichnet die elektronische Post, d.h. das sind all die Nachrichten, die elektronisch geschickt werden. Was die Form und den Inhalt dieser Nachrichten angeht, können sie nicht nur Text, aber auch Graphik-, Audio- und Videodateien enthalten („E-Mail." Microsoft Encarta 2009 [DVD]). Um aber E-Mails schreiben zu können, müssen einige Bedingungen erfüllt werden. Man braucht eine entsprechende Software zum Schicken der elektronischen Briefe, der Text muss dann eingetippt werden. Zum Weiterschicken braucht man noch die E-Mail-Adresse des Empfängers. Es kann die ganze Zeit online gearbeitet werden, man muss nur auf der Anbieterseite sein Passwort angeben (Grüner/Hassert 2000:89).

E-Mails können auch im Fremdsprachenunterricht verwendet werden. Diese Form der Kommunikation ermöglicht den Lernern und Lehrern die Kontaktaufnahme mit Menschen aus anderen Ländern, was das Fremdsprachenlernen im beträchtlichen Maße erleichtert. Es gibt zahlreiche Aufgaben, die mit Hilfe von E-Mail gelöst werden können. Gajek (2002:49) nennt in diesem Zusammenhang beispielsweise Folgendes:

- den Lernern wird eine Aufgabe gestellt: „Richtet ein E-Mail-Konto auf einem fremdsprachlichen Server ein.“ Dies hat die Funktion der Wiederholung eines bestimmten Sprachmaterials und beeinflusst auch die Entfaltung der Medienkompetenz von Lernenden, die in heutiger Welt von großer Bedeutung ist;

- die Lernenden sollen beispielsweise einen fremdsprachlichen Text analysieren, der die Vorschriften beinhaltet, die beim Einrichten eines E-Mail-Kontos zu akzeptieren sind;

- im DaF-Unterricht können auch oder aber vor allem verschiedene E-Mail-Projekte durchgeführt werden, die die außerschulische Realität in den Klassenraum holen. Erstens muss eine Partnerklasse ausgesucht werden. Mit dieser Klasse korrespondieren die Lerner mit Hilfe von E-Mail. Dabei können verschiedene Themen behandelt werden, wie z.B. ein interkulturelles Problem „Das Bild der Anderen“. Die Lernenden sollen jeden Tag in ihre Mailbox schauen, wichtig ist auch eine positive Atmosphäre in der Klasse. Die Ergebnisse der Arbeit sollen zum Schluss zusammengefasst, evaluiert und vorgestellt werden (vgl. Hagen et. al. 2006).

Im DaF-Unterricht können auch Unterrichtsprojekte durchgeführt werden, die reale Schreibanlässe ermöglichen. Dabei haben die Lerner die Möglichkeit ihre Deutschkenntnisse in der Kommunikation praktisch anzuwenden. Abhängig von dem Grad der Beherrschung einer Fremdsprache, kann man folgende Arten von E-Mail-Projekten unterscheiden (Grüner/Hassert 2000:93):

- Anfangsprojekte: auf dieser Stufe werden einfache Themen behandelt, die die Jugendlichen im gleichen Alter in beiden Ländern betreffen, z.B.: Schule, Freizeit, Hobbys oder Familie. In diesen Projekten sind einerseits E-Mail auszutauschen, andererseits aber auch Realia (Fotos oder Prospekte), dank denen man über die Partnerklasse möglichst viel erfährt.

- Informationsaustausch: bei diesen Projekten handelt es sich um Behandlung der Themen, für die sich die beiden Seiten interessieren und zu denen ein gewisser Kommunikationsbedarf besteht. Das sind z.B.: aktuelle Themen, Landeskunde, der künftige Beruf oder das Schulsystem.

- tiefer gehende interkulturelle Projekte: diese Art von E-Mail-Projekten wird für die fortgeschrittenen Lerner vorgesehen. Es handelt sich dabei um Informationenaustausch zum Thema „Landeskunde“. Man will dadurch die Partnerklasse so gut wie möglich verstehen und möglichst viel über ihre Kultur erfahren. Es werden also Themen aus folgenden Bereichen behandelt: Politik, Kultur, Gesellschaft oder Ausländer- bzw. Minderheitenfeindlichkeit.

Die Durchführung von E-Mail-Projekten soll den Lehrenden keine Probleme bereiten, soweit sie sich davor gut vorbereiten. Die Partnerklassen können sich in beliebigen Ländern der Welt befinden, man soll sich aber dessen bewusst sein, dass die Klasse an so einem Projekt teilnehmen will. Ferner soll im Internet eine andere Klasse gefunden und alle anderen Details bestimmt werden (Häufigkeit der Kontakte, Sprachniveau, Alter etc.).

Im DaF-Unterricht sind außer den obigen Aufgaben natürlich auch weitere einzusetzen, die zur Schulung und Ausbildung von rezeptiven wie auch produktiven Fertigkeiten beitragen. Eine von diesen Möglichkeiten bieten Internetforen und Chatrooms, wo man beispielsweise neue Kontakte knüpft, oder einfach nach der Lösung eines bestimmten Problems fragen kann. Auf diese zwei Phänomene wird gerade im darauffolgenden Teil der Arbeit eingegangen.

1.2.2. Internetforen und Chatrooms

Dieses Unterkapitel der Erörterungen wird den Internetforen und Chatrooms gewidmet. Das sind Internetdienste, die es auch ermöglichen, miteinander in Kontakt zu treten, deshalb dienen sie auch der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Was die Internetforen anbelangt, sind das öffentliche Diskussionen, die im Internet stattfinden und an denen jeder Benutzer teilnehmen kann. Das Ziel dieser Teilnahme besteht darin, dass es zu gewissen Themen Beiträge geschrieben werden oder dass man seine eigene Meinung äußert. Die Nachrichten werden themenbezogen geschickt und nicht personenbezogen, wie es bei E-Mails der Fall ist. Auf alle Beiträge kann man auf unterschiedliche Art und Weise antworten: privat, per E-Mail, direkt an den Verfasser oder auch so, dass diese Antwort alle lesen können. Um aber an einem Internetforum teilnehmen zu können, muss man sich auf diesem bestimmten Portal registrieren. Dies erfolgt durch die Angabe von Benutzernamen und der E-Mail-Adresse (Grüner/Hassert 2000:108). Im Internet kann man viele WWW-Seiten finden, auf denen es Internetforen gibt. Sie werden durch thematische Gruppen gebildet, wo es möglich ist, Gespräche zu verschiedenen Themen zu führen. Auf diesen Foren laufen die ganze Zeit zahlreiche Diskussionen ab, die Teilnehmer äußern sich und der Server sortiert alle Themenlisten, damit jeder das bestimmte Thema ohne Probleme findet (Internet krok po kroku 2000:55, Wirtualna Polska). Internetforen sind eine bedeutende Informationsquelle, darum sollen die Schüler lernen, mit ihnen umzugehen, um diese Informationen nutzen zu können. Dabei sind aber auch andere Fähigkeiten gefragt, die die Lerner brauchen, um mit anderen Menschen zu kommunizieren. Martin (2002:91) listet hier Folgendes auf:

- die Lerner sollen imstande sein, Kontakte mit anderen zu knüpfen und sie auch aufrecht zu erhalten;
- sie können Handlungsbereitschaft erkennen und mobilisieren;
- sie sind fähig, wichtige Ressourcen für die Gruppe zu suchen;
- sie sind imstande, Potenziale von anderen Teilnehmern zu erkennen, zu erschließen und sie dann für die Gruppe zunutze zu machen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Computergestützte Schulung sprachlicher Fertigkeiten im DaF-Unterricht. Die Rolle des Computers im Fremdsprachenunterricht
Note
5 (Poln. System, 5=Bestnote)
Autor
Jahr
2010
Seiten
48
Katalognummer
V417333
ISBN (eBook)
9783668671607
ISBN (Buch)
9783668671614
Dateigröße
1791 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Computer, DaF, Kommunikation, Neue Medien, DaF-Unterricht, Sprechen, Schreiben, Fertigkeiten
Arbeit zitieren
Lukasz Tyczkowski (Autor), 2010, Computergestützte Schulung sprachlicher Fertigkeiten im DaF-Unterricht. Die Rolle des Computers im Fremdsprachenunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417333

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