In Anbetracht der aktuellen Flüchtlingsbewegung und steigenden Zahlen von Asylbewerbern in Deutschland nimmt die Arbeit mit Flüchtlingen einen besonderen Stellenwert ein. Deutschland blickt auf über 50 Jahre Migrationsgeschichte und Migrationserfahrung zurück. Dennoch bringt die heutige Flüchtlingsbewegung andere Herausforderungen mit sich als die Arbeitsmigration vor über 50 Jahren. Hat Deutschland noch vor 50 Jahren nach Arbeitern aus dem Ausland gerufen, da es Arbeitskräfte braucht, so kommen ein Großteil der Menschen aus Beweggründen wie Krieg, Armut, Perspektivlosigkeit und Arbeitslosigkeit nach Deutschland. In Anbetracht vieler Krisen vor allem im Irak und Syrien sowie der Zwangsmigration von Menschen aus dem Balkan, sind viele Bundesländer mit ihren Kommunen an die finanziellen und humanitären Grenzen gestoßen.
Mit der Zunahme der Flüchtlingszahlen stieg auch das öffentliche Interesse an der Thematik. Die Verteilung der Flüchtlinge auf Kommunen, Errichten von Unterkünften, kulturelle Unterschiede und andersartige Verhaltensweisen oder die bloße Anwesenheit der Menschen sorgten für unterschiedliche Reaktionen. Die neuen Umstände wirkten sich unterschiedlich auf die Gesellschaft aus. Ablehnung und Ausschreitungen gegenüber der Flüchtlinge, aber auch ein riesen Zuspruch an humanitäres und ehrenamtliches Engagements brachte die neue Situation mit sich.
Gesellschaftlich betrachtet steht Deutschland vor der Aufgabe, einen Beitrag zu leisten, den geflüchteten Menschen in eine Willkommensgesellschaft zu etablieren. Gezielt bedeutet das, die neue Gesellschaft in der die Geflüchteten leben werden, aktiv mitzugestalten und eine Partizipation in sämtlichen Lebensbereichen zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Relevanz
1.3 Fragestellung und Einordnung in den pädagogischen Kontext
1.4 Zielsetzung und Methodik
2. Begriffsdefinitionen und Begriffsabgrenzungen
2.1 Kulturbegriff
2.1.1 Interkulturalität und Multikulturalität
2.1.2 Kulturalisierung und Ethnisierung
2.1.3 Personengruppen – Migranten, Ausländer, Flüchtlinge
2.1.4 Ausländerpädagogik und interkulturelle Pädagogik
2.1.5 Interkulturelles Lernen und Interkulturelle Kompetenz
2.2 Theoretische Grundlagen
2.2.1 Lerntheorien
2.2.2 Didaktische Theorien und Konzepte
2.2.3 Didaktische Modelle
3. Theorien und Ansätze der interkulturellen Pädagogik
3.1 Bedeutung von Fort- und Weiterbildung in der interkulturellen Pädagogik
3.2 Theorien der interkulturellen Pädagogik
3.2.1 Assimilationstheorie
3.2.2 Multikulturalismustheorie
3.2.3 Akkulturationstheorie
3.2.4 Systematisierung interkultureller Pädagogik nach Gogolin/Krüger-Potratz
3.2.5 Systematisierung nach Zielsetzung - Auernheimer
3.2.6 Systematisierung interkultureller Erwachsenenbildung nach Heinemann/Robak
3.2.7 Systematisierung interkultureller Pädagogik – Franz Hamburger
4. Bestandsanalyse – Methoden und Ansätze interkultureller Trainings
4.1 Didaktische Trainingsformen
4.1.1 Kulturallgemein-didaktische Trainings
4.1.2 Kulturspezifisch-didaktische Trainings
4.1.3 Kulturunspezifisch-didaktische Trainings
4.2 Erfahrungsorientierte Trainingsformen
4.2.1 Kulturallgemein-erfahrungsorientierte Trainings
4.2.2 Kulturspezifisch-erfahrungsorientierte Trainings
4.3 Lernziele und Lernprozesse
4.4 Didaktische Prinzipien von interkulturellen Weiterbildungsmaßnahmen
4.5 Analysen der Relevanz und Wirksamkeit von interkulturellen Trainings
4.6 Interkulturelle Trainings für Lehrende in der Flüchtlingsarbeit
5. Konzept einer interkulturellen Weiterbildungsmaßnahme
5.1 Hypothesenformulierung
5.2 Lerninhalte und –ziele des Konzeptes
5.3 Zielgruppendefinition
5.4 Handlungsfelder
5. 5 Konzeptionierung: Didaktik und Methodik
5.5.1 Erwachsenen-pädagogische Lernkonzeption
5.5.2 Didaktische Theorien
5.5.3 Didaktische Modelle
5.5.4 Didaktisches Setting
5.5.5 Didaktische Prinzipien
5.6.6 Methodische Vorgehensweise
5.6 Implementierungen des Konzeptes
5.6.1 Trainingsaufbau und Trainingsphasen
5.6.2 Trainingsinhalte
5.6.3 Trainingsziele der einzelnen Trainingsphasen
5.6.4 Trainingsmethoden der einzelnen Trainingsphasen
5.6.5 Handlungsmöglichkeiten
5.6.6 Didaktische Leitsätze und methodische Aspekte
5.6.7 Interkulturelle Handlungs-, Fach-, Methoden-, Lern- und Sozialkompetenz als Schlüsselqualifikation
5.7 Reflexion
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines nachhaltigen und schnell umsetzbaren Konzepts für eine interkulturelle Weiterbildungsmaßnahme, die pädagogische Fachkräfte und Ehrenamtliche bei der Arbeit in Integrationskursen für Flüchtlinge professionalisiert. Dabei wird insbesondere auf die Vermittlung nonverbaler Methoden fokussiert, um Sprachbarrieren zu überbrücken und eine schnelle gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
- Professionalisierung von Lehrenden in der Flüchtlingsarbeit durch interkulturelle Kompetenzentwicklung.
- Analyse theoretischer Grundlagen und bestehender Ansätze der interkulturellen Pädagogik.
- Bestandsaufnahme und Evaluation interkultureller Trainingsmethoden.
- Entwicklung eines didaktischen Konzepts unter Einbeziehung von Tandem-Lernen und nonverbaler Kommunikation.
Auszug aus dem Buch
1.1 Einführung in das Thema
In Anbetracht der aktuellen Flüchtlingsbewegung und steigenden Zahlen von Asylbewerbern in Deutschland nimmt die Arbeit mit Flüchtlingen einen besonderen Stellenwert ein. Deutschland blickt auf über 50 Jahre Migrationsgeschichte und Migrationserfahrung zurück. Dennoch bringt die heutige Flüchtlingsbewegung andere Herausforderungen mit sich als die Arbeitsmigration vor über 50 Jahren. Hat Deutschland noch vor 50 Jahren nach Arbeitern aus dem Ausland gerufen, da es Arbeitskräfte braucht, so kommen ein Großteil der Menschen aus Beweggründen wie Krieg, Armut, Perspektivlosigkeit und Arbeitslosigkeit nach Deutschland. In Anbetracht vieler Krisen vor allem im Irak und Syrien sowie der Zwangsmigration von Menschen aus dem Balkan, sind viele Bundesländer mit ihren Kommunen an die finanziellen und humanitären Grenzen gestoßen. Mit der Zunahme der Flüchtlingszahlen stieg auch das öffentliche Interesse an der Thematik. Die Verteilung der Flüchtlinge auf Kommunen, Errichten von Unterkünften, kulturelle Unterschiede und andersartige Verhaltensweisen oder die bloße Anwesenheit der Menschen sorgten für unterschiedliche Reaktionen. Die neuen Umstände wirkten sich unterschiedlich auf die Gesellschaft aus. Ablehnung und Ausschreitungen gegenüber der Flüchtlinge, aber auch ein riesen Zuspruch an humanitäres und ehrenamtliches Engagements brachte die neue Situation mit sich.
Gesellschaftlich betrachtet steht Deutschland vor der Aufgabe, einen Beitrag zu leisten, den geflüchteten Menschen in eine Willkommensgesellschaft zu etablieren. Gezielt bedeutet das, die neue Gesellschaft in der die Geflüchteten leben werden, aktiv mitzugestalten und eine Partizipation in sämtlichen Lebensbereichen zu ermöglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die aktuelle Thematik der Flüchtlingsmigration ein, erläutert die Relevanz der pädagogischen Arbeit mit dieser Zielgruppe und definiert das Ziel sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Begriffsdefinitionen und Begriffsabgrenzungen: Hier werden zentrale Begriffe wie Kultur, Interkulturalität und unterschiedliche Personengruppen im Kontext von Flucht und Migration definiert, um eine einheitliche wissenschaftliche Basis zu schaffen.
3. Theorien und Ansätze der interkulturellen Pädagogik: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene wissenschaftliche Theorien und Systematisierungen der interkulturellen Pädagogik, die als Fundament für die weitere Konzeption dienen.
4. Bestandsanalyse – Methoden und Ansätze interkultureller Trainings: Es erfolgt eine detaillierte Analyse bestehender interkultureller Trainingsformen, unterteilt in didaktische und erfahrungsorientierte Ansätze, sowie eine Untersuchung ihrer Wirksamkeit.
5. Konzept einer interkulturellen Weiterbildungsmaßnahme: Der Kern der Arbeit: Hier wird das entwickelte Konzept inklusive Hypothesen, didaktischem Setting und konkreten Trainingsphasen für Ehrenamtliche und Fachkräfte vorgestellt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert die Anwendbarkeit des Konzepts und benennt weiteren Forschungsbedarf hinsichtlich der professionellen Qualifizierung von Lehrenden in der Flüchtlingsarbeit.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Pädagogik, Flüchtlingsarbeit, Integrationskurs, Erwachsenenbildung, Ehrenamt, Interkulturelle Kompetenz, Didaktik, Nonverbale Kommunikation, Akkulturation, Lerntheorien, Wissensvermittlung, Professionalisierung, Migration, Trainingskonzept, Sensibilisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines innovativen Konzepts für interkulturelle Weiterbildungsmaßnahmen für Personen, die in Integrationskursen mit Flüchtlingen arbeiten.
Welche Zielgruppen werden adressiert?
Die Zielgruppe umfasst pädagogische Fachkräfte sowie Ehrenamtliche, die als Lehrende oder Unterstützende in der Flüchtlingsarbeit tätig sind.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Professionalisierung der Lehrenden durch ein didaktisches Konzept, das besonders auf die Arbeit mit Personen mit geringen Sprachkenntnissen ausgerichtet ist.
Welche methodischen Ansätze werden zur Wissensvermittlung genutzt?
Die Arbeit schlägt den Einsatz nonverbaler Methoden, Tandem-Lernen und suggestopädische Elemente vor, um Lernbarrieren abzubauen und effektive Lernprozesse zu fördern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung (Begriffe, Theorien), eine Bestandsanalyse bestehender Trainingsformate und die detaillierte Ausarbeitung des eigenen Weiterbildungskonzepts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wesentliche Begriffe sind Interkulturelle Kompetenz, Flüchtlingsarbeit, Didaktik, Integrationskurs und Erwachsenenbildung.
Warum ist das Konzept besonders für die Arbeit mit Flüchtlingen geeignet?
Da viele Flüchtlinge zu Beginn über nur geringe Deutschkenntnisse verfügen, setzt das Konzept auf nonverbale Kommunikation und visuelle Methoden, um eine Erstorientierung parallel zum Spracherwerb zu ermöglichen.
Welche Rolle spielen "Lern-Tandems" im Konzept?
Lern-Tandems, bestehend aus einer pädagogischen Fachkraft und einem Ehrenamtlichen, dienen dem Kompetenzausgleich und dem fachlichen Austausch, um Synergien zwischen verschiedenen Wissenshintergründen zu nutzen.
- Quote paper
- Wiebke Knobloch (Author), 2016, Interkulturelle Weiterbildung von Ehrenamtlichen und pädagogischen Fachkräften für die Arbeit mit Flüchtlingen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/417395