Friedrich Schillers Nänie wird heute allgemein als eines der schönsten deutschen Gedichte angesehen. Was genau die Faszination des Gedichts in unserer Zeit ausmacht kann vielleicht ansatzweise in der folgenden Interpretation geklärt werden. Es geht aber vor allem darum, den von Schiller ausgeführten mythologischen Bezügen auf den Grund zu gehen, da diese für den heutigen Leser nicht mehr so offensichtlich zu verstehen sind, wie es für die Zeitgenossen Schillers der Fall war.
Da es sich dem Titel nach um einen Klagegesang, handelt wird der wesentliche Teil dieser Arbeit sich mit der Frage nach der Aussage des Gedichts beschäftigen. Es soll geklärt werden, inwiefern es sich bei der Nänie um eine Art Klagegesang handelt. Es bleibt vor allem zu klären, wen oder vielmehr was Friedrich Schiller in seinem Gedicht beklagt. Hierbei sind die verschiedenen Einflüsse und Anregungen wichtig. Der Hauptteil der folgenden Arbeit wird darauf verwendet, das Gedicht zu interpretieren und zu deuten.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Entstehungsgeschichte
II.1 Entstehungszeitpunkt
II.2 Einflüsse
III. Die mythologischen Bezüge in der Nänie
IV. Formaler Aufbau
V. Interpretation
VI. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht Friedrich Schillers Gedicht "Nänie" mit dem Ziel, die mythologischen Bezüge und die formale Struktur des Werkes zu entschlüsseln. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, inwiefern es sich bei der "Nänie" um einen Klagegesang handelt und was Schiller in diesem Kontext tatsächlich beklagt.
- Analyse der Entstehungsgeschichte und literarischer Einflüsse.
- Untersuchung der antiken mythologischen Motive (Orpheus, Adonis, Achill).
- Analyse des formalen Aufbaus als Elegie und Mischform zum Epigramm.
- Interpretation der zentralen Aussage über Schönheit, Sterblichkeit und die Rolle der Kunst.
Auszug aus dem Buch
IV. Formaler Aufbau
Obwohl es sich eher schwierig gestaltet, den formalen Aufbau der Nänie von ihrem Inhalt zu trennen, werden die folgenden Absätze darauf verwendet, die Einflüsse der verschiedenen Gattungen auf die Gestaltung des Gedichtes zu analysieren.
Friedrich Schillers Nänie besteht aus sieben Doppelversen, die jeweils aus einem Hexameter und einem nachfolgenden Pentameter bestehen und somit sogenannte Distichen formen, die reimlos sind. Die Forschungsliteratur geht also davon aus, dass es sich bei dem Gedicht um eine Elegie im klassischen Sinne handelt. Der Bezug zur Antike, der den Inhalt des Gedichtes bestimmt, wird also auch schon in dessen Aufbau deutlich. In der Antike bezeichnet man mit dem Begriff „Elegie“ außerdem eine Klagedichtung. Die Bezeichnung wird außerdem für Gedichte verwendet, die von einer traurigen Stimmung durchzogen sind. Auch diese Tatsache ist bei der Nänie gegeben. Es handelt sich Schneider zufolge also bei dem Gedicht im doppelten Sinn um eine Elegie, da man neben dem formellen Aspekt, der durch die Bildung mit Distichen gegeben ist, auch die übliche Stimmung einer Klagedichtung wiederfinden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die positive Rezeption von Schillers Nänie und führt in die Fragestellung ein, inwiefern es sich bei dem Gedicht um einen Klagegesang handelt und was genau beklagt wird.
II. Entstehungsgeschichte: Dieses Kapitel erörtert den zeitlichen Entstehungsrahmen um 1799 sowie die vielfältigen literarischen Anregungen, darunter Werke von Louise Brachmann, Goethe und Homer.
III. Die mythologischen Bezüge in der Nänie: Hier werden die antiken Figuren Orpheus, Adonis und Achill analysiert, die als Verkörperungen des Schönen im Gedicht fungieren.
IV. Formaler Aufbau: Das Kapitel analysiert die Struktur des Gedichts als Distichen-Reihe und diskutiert die Einordnung als Elegie beziehungsweise als Mischform zum Epigramm.
V. Interpretation: Eine detaillierte versweise Deutung des Gedichts, die aufzeigt, wie Schiller die Sterblichkeit des Schönen mit der Unsterblichkeit durch die Kunst verknüpft.
VI. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Nänie kein klassischer Trauergesang auf eine Person ist, sondern eine philosophische Reflexion über die Bewahrung des Schönen durch die Kunst.
Schlüsselwörter
Friedrich Schiller, Nänie, Elegie, Epigramm, griechische Mythologie, Schönheit, Sterblichkeit, Kunst, Klagelied, Orpheus, Adonis, Achill, Interpretation, Vergänglichkeit, Literaturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert Friedrich Schillers berühmtes Gedicht "Nänie" im Hinblick auf seine mythologischen Wurzeln, seine formale Struktur und seine philosophische Aussage.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Themenfelder umfassen die antike Mythologie, den formalen Aufbau von Elegien, die Ästhetik des Schönen und das Verhältnis von Sterblichkeit und künstlerischer Unsterblichkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, warum Schiller das Gedicht als "Nänie" (Klagelied) bezeichnet und ob es sich dabei tatsächlich um einen Trauergesang oder eher um eine Reflexion über die Vergänglichkeit handelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die philologische Textdeutung mit der Einbeziehung von Sekundärliteratur und motivgeschichtlichen Vergleichen kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Entstehungsgeschichte, eine Analyse der mythologischen Bezüge, eine Untersuchung des formalen Aufbaus und eine detaillierte versweise Interpretation.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Schönheit, Vergänglichkeit, antike Mythologie, Elegie, Kunst, Interpretation und Klagelied geprägt.
Wie spielt die antike Mythologie eine Rolle für das Verständnis des Gedichts?
Laut der Arbeit ist das Verständnis der antiken Sagen um Orpheus, Adonis und Achill essenziell, da Schiller diese Figuren nutzt, um das allgemeine Gesetz der Sterblichkeit des Schönen zu illustrieren.
Welche Rolle spielt die Kunst als Trost im Gedicht?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Schiller die Kunst als "Ersatz" und Mittel der Unsterblichkeit sieht: Während das Schöne in der Realität sterben muss, bleibt es in der Kunst und in der Erinnerung lebendig.
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- Christina di Bartolomeo (Author), 2005, Schillers "Nänie" - ein Klagegesang?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41744