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Kontakt. Zur Medientheorie der extraterrestrischen Kommunikation

Title: Kontakt. Zur Medientheorie der extraterrestrischen Kommunikation

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M.A. Florian Rosenbauer (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Im Sommer 1977 nahmen zwei Voyager Sonden der NASA je eine mit Gold beschichtete Kupferplatte, mit Bildern, Geräuschen und Grüßen vom Planeten Erde mit auf ihren Raumflug in die Tiefen des Weltalls. Dies war weder der erste, noch der letzte, aber immerhin der umfangreichste und komplexeste Versuch der extraterrestrischen Kontaktaufnahme.
Wie seine Vorgänger und auch nachfolgenden Botschaften warf und wirft diese „Schallplatte“ nicht nur für die an dem Projekt Beteiligten die Frage auf, ob denn die Nachricht irgendwann einmal empfangen (also gefunden und auch verstanden) wird. Angesichts einer Unwahrscheinlichkeit für einen Kommunikationserfolg, die nach der Drake’schen Formel offensichtlich nicht nur unendlich hoch ist, sondern dem Begriff unendlich eine neue Dimension stiftet, und der Tatsache, dass nicht einmal klar ist, was genau ein solcher Kommunikationserfolg sein sollte, erscheint es naheliegender (zumindest aus medienwissenschaftlicher Sicht) eine Reihe ganz anderer Fragen zu stellen...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 GRUNDSÄTZLICHES

2. MOTIVATIONEN EINER ERFOLGREICHEN KOMMUNIKATION

2.1 HEILSERWARTUNG

2.2 COSMIC CLUB

2.3 DIE DIGITALE ARCHE

2.4 ZWISCHENERGEBNISSE

3. MEDIEN UND INHALTE

3.1 BESTANDSAUFNAHME

3.2 DIE VOYAGER-BOTSCHAFT

3.3 BEDEUTUNG UND PRODUKTION

4. REFLEKTIONEN

4.1 FAMILIENGEHEIMNISSE

4.2 AUS UTOPIA, FÜR UTOPIA?

5. ZUSAMMENFASSUNG

6. QUELLENANGABEN

6.1 LITERATUR

6.2 FILME/FERNSEHSENDUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und Motivationen der extraterrestrischen Kommunikation (CETI). Sie hinterfragt kritisch, welche irdischen Bedürfnisse und Utopien sich in den Bemühungen spiegeln, Kontakt zu außerirdischen Zivilisationen aufzunehmen, und inwieweit diese Kommunikation primär als Spiegel der Menschheit selbst fungiert.

  • Motivationen und Heilserwartungen hinter der extraterrestrischen Kontaktaufnahme
  • Die Rolle der Science-Fiction als Ressource für das CETI-Denken
  • Analyse der Voyager-Botschaften als "digitales Archiv" der Menschheit
  • Ideologische Steuerung und Selektion von Inhalten in Kommunikationsprojekten
  • Extraterrestrische Kommunikation als Projektion menschlicher Problemlösungsversuche

Auszug aus dem Buch

3.2 DIE VOYAGER-BOTSCHAFT

Hinsichtlich des Verstehens der gesendeten Bilder bestehen natürlich besonders von Kritikerseite aber auch von Seiten der an dem Projekt Beteiligten immense Bedenken.

So wird konstatiert, dass die Abbildungen ein gewaltiges Potential an Zwei- und Mehrdeutigkeit für das fremde Auge besitzen. Jon Lomberg, ein Künstler, der an der Erstellung der Voyager-Platte beteiligt war, sagt beispielsweise über ein Bild, das mehrere Leichtathleten während eines 100 Meter-Rennens zeigt: „Hier könnte der Eindruck enstehen, dass es eine menschliche Subspezies gibt, die ein kürzeres Bein hat, und nicht der Schwerkraft unterworfen ist“ (EIN KUSS FÜR DIE EWIGKEIT, NL 2003).

Grund dafür ist, dass jeweils ein Bein der Leichtathleten nach hinten abgewinkelt und somit unsichbar ist, und das sichtbare Bein etwa acht Zentimeter über dem Boden zu schweben scheint. Bezüglich der Fragestellung dieser Arbeit ist aber nicht interessant, wie der Außerirdische die Nachricht mißverstehen könnte, sondern vielmehr, was dessen Urheber versuchen zu kommunizieren. So müssen wir also (ähnlich wie bei den technischen Voraussetzungen) von der äußerst fragwürdigen Annahme ausgehen, die Außerirdischen wären „humanlike, with regards to mental states and communicative experience“ (Bassi 2005, 3) und die Kommunikation wäre gesichert. Zumindest mit dem Blick von terrestrischen „Kindern oder Primitiven“ (Pias 2004, 95) ausgestattet, könnte der Außerirdische also vielleicht verstehen, was Lomberg eigentlich mit diesem Bild transportieren will: „Wir leben in einer Welt mit verschiedenen Rassen unserer Spezies, die sich auf friedliche Weise im sportlichen Wettkampf messen“ (EIN KUSS FÜR DIE EWIGKEIT, NL 2003). Wir haben es also im Fall der Voyager-Botschaft erstmals mit einem Text zu tun, der bewußt Bedeutung produzieren soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema der extraterrestrischen Kommunikation und Festlegung der Forschungsfragen hinsichtlich der Ziele und Inhalte von Botschaften.

2. MOTIVATIONEN EINER ERFOLGREICHEN KOMMUNIKATION: Analyse der heterogenen Motivationen, die von religiösen Heilserwartungen bis hin zur Hoffnung auf technologischen Austausch in einer kosmischen Gemeinschaft reichen.

3. MEDIEN UND INHALTE: Darstellung der Kommunikationsmittel wie Pioneer-Plaketten und Voyager-Schallplatten sowie deren inhaltliche Strukturierung und Produktion.

4. REFLEKTIONEN: Kritische Reflexion darüber, was aus den Botschaften ausgeblendet wurde und inwieweit das gesamte Vorhaben eher eine Kommunikation mit der eigenen menschlichen Realität darstellt.

5. ZUSAMMENFASSUNG: Fazit, dass alle extraterrestrischen Kommunikationsversuche in menschlichen Kontexten verwurzelt sind und primär als Spiegel unserer eigenen Diskurse und Utopien fungieren.

Schlüsselwörter

Extraterrestrische Kommunikation, CETI, SETI, Voyager-Sonden, Science-Fiction, Kommunikationstheorie, Weltraumforschung, Ideologie, Menschheitsgeschichte, Interstellare Botschaft, Utopie, Kulturarchiv, Technikphilosophie, Carl Sagan, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Medientheorie der extraterrestrischen Kommunikation (CETI) und analysiert, warum Menschen trotz extremer Unwahrscheinlichkeit versuchen, Kontakt zu Außerirdischen aufzunehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Science-Fiction als Ideengeber, die Konstruktion von Botschaften für ein unbekanntes Gegenüber und die Frage, welche irdischen Probleme in diesen Diskurs einfließen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wer hier eigentlich was mit wem kommuniziert und zu welchem Zweck, wobei die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Voyager-Botschaft im Vordergrund steht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine medientheoretische und diskursanalytische Herangehensweise, um die symbolische Bedeutung der gesendeten Nachrichten und die zugrunde liegenden gesellschaftlichen Ideologien zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Szenarien der Kommunikation (Heilserwartung, kosmische Gemeinschaft, digitales Archiv) diskutiert und die konkreten Inhalte der Pioneer- und Voyager-Botschaften analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind extraterrestrische Kommunikation, Voyager-Sonden, Ideologie, Utopie, Kommunikationstheorie und Science-Fiction.

Warum wird die Voyager-Botschaft oft mit einer Reisebroschüre verglichen?

Weil die ausgewählten Inhalte (wie idyllische Wohnzimmer oder Sportler) die Erde von ihrer besten Seite zeigen, anstatt realistische oder charakteristische Aspekte wie Krieg oder Armut abzubilden.

Was bedeutet die "Digitale Arche" in diesem Kontext?

Es handelt sich um das Konzept, ein Wissens- und Kulturarchiv der Menschheit in das All zu senden, in der Hoffnung, dass eine ferne Zivilisation in einer fernen Zukunft die Archäologie einer ausgestorbenen Spezies betreiben kann.

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Details

Title
Kontakt. Zur Medientheorie der extraterrestrischen Kommunikation
College
Ruhr-University of Bochum  (Institut für Medienwissenschaft)
Course
Hauptseminar: Kulturfreie Bilder
Grade
1,7
Author
M.A. Florian Rosenbauer (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V41763
ISBN (eBook)
9783638399647
ISBN (Book)
9783638655040
Language
German
Tags
Kontakt Medientheorie Kommunikation Hauptseminar Kulturfreie Bilder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Florian Rosenbauer (Author), 2005, Kontakt. Zur Medientheorie der extraterrestrischen Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41763
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