Soziale Gruppenarbeit


Hausarbeit, 2005

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der Sozialen Gruppenarbeit
2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.2 Geschichte der Professionalisierung
2.3 Entwicklung
2.3.1 Vorprofessionelle Gruppenarbeit
2.3.2 Etablierung der Arbeit mit Gruppen
2.3.3 Kritische Infragestellung
2.3.4 Therapeutisierung
2.3.5 Verwissenschaftlichung

3 Methodik der Sozialen Gruppenarbeit

4 Soziale Gruppenarbeit aus praxisbezogener Sicht
4.1 Zielgruppe
4.2 Ziele
4.3 Inhalt
4.4 Dauer und Umfang
4.5 Fachkräfte und Qualifikation

5 Lebensweltorientierung

6 Schlussbemerkung

7 Quellen

1 Einleitung

In jeder Gesellschaft entstehen soziale Probleme, die von den Betroffenen aus eigener Kraft kaum oder nicht bewältigt werden können. Die Gesellschaft ist daher verpflichtet, Angebote zur Verhütung, Minderung und Bewältigung von Problemen und Notständen anzubieten. In meiner Hausarbeit möchte ich mich auf eines dieser Angebote beziehen, dass zur Bewältigung und Minderung von sozialen Problemen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, beitragen will – die Soziale Gruppenarbeit.

Es hat bestimmte Gründe, weshalb ich mich für dieses Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit entschieden habe. Zum einen bin ich der Meinung, dass dies ein Bereich in der Sozialen Arbeit ist, der ziemlich große Erfolgschancen hat, da die Zielgruppe junge und aufnahmefähige Menschen sind, die in der Regel keine Schwierigkeiten haben ihre Einstellung und Denkweise zu ändern. Dadurch hat eine frühe Förderung und Unterstützung ihrer Fähigkeiten am ehesten Aussicht auf Erfolg. Zum anderen habe ich mich entschieden im zweiten Praktikum, im Rahmen meines Studiums, Erfahrungen in der Sozialen Gruppenarbeit zu sammeln. Deshalb möchte ich im Verlauf meiner Ausarbeitung die Konzeption meiner Praxisstelle (Soziale Gruppenarbeit in Kornwestheim der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf) einbringen, um an diesem praxisbezogenen Konzept den Inhalt der Sozialen Gruppenarbeit besser veranschaulichen zu können.

2 Grundlagen der Sozialen Gruppenarbeit

2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen

Soziale Gruppenarbeit ist eine Leistung der Jugendhilfe im Rahmen der Hilfe zur Erziehung (§ 27 SGBVIII) für ältere Kinder und Jugendliche, die Hilfe bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblem benötigen. „Soziale Gruppenarbeit soll auf der Grundlage eines gruppenpädagogischen Konzepts die Entwicklung älterer Kinder und Jugendlicher durch soziales Lernen in der Gruppe fördern.“[1]

Diese Hilfe zur Erziehung ist bezüglich "Art und Umfang ... nach dem erzieherischen Bedarf im Einzelfall" zu gewähren und "soll das engere soziale Umfeld des Kindes und Jugendlichen" einbeziehen.[2]

2.2 Geschichte der Professionalisierung

Die Soziale Gruppenarbeit hat, wie die Soziale Arbeit auch, ihren Ursprung in den USA. Obwohl es Gruppen und somit gruppendynamische Prozesse unter den Menschen schon immer gab, entwickelte sich die professionelle Arbeit in und mit Gruppen erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Deshalb kann die Geschichte der Entwicklung moderner Gruppenarbeit durchaus als „ein Teil der Geschichte der sozialen Einrichtungen in einer sich wandelnden Gesellschaft“[3] bezeichnet werden.

Mit der Industrialisierung kam auch die Armut in die USA. Es entstanden Slums durch die Abwanderung der bäuerlichen Bevölkerung in die Städte und durch Masseneinwanderung in die Vereinigten Staaten. Während die älteren sozialen Dienste damals noch scharf zwischen dem Hilfegebenden und dem Hilfeempfänger unterschieden, begann in der neuen Sozialarbeit eine neue Idee Wirklichkeit zu werden: Selbsthilfe aus der Gruppe heraus.[4] Es wurde anfangs weder eine bestimmte Methode, noch eine Theorie dafür festgelegt. Die Gruppenarbeit stützte sich lediglich auf die Mitgestaltung und Einmischung der Betroffenen.[5]

2.3 Entwicklung

Obwohl schon Anfang des 20. Jahrhunderts erste methodische Impulse für eine Arbeit mit Gruppen aus den USA nach Europa kamen, konnte die Soziale Arbeit und damit auch die Arbeit in und mit Gruppen erst ab 1949 in der neu gegründeten Bundesrepublik eigenständige wissenschaftliche und methodische Konturen entwickeln.

Die Arbeit mit sozialen Gruppen konnte 1945, nach einem Entwicklungsstopp durch das Dritte Reich, wieder aufgenommen und weitergeführt werden. Die Entwicklung der Gruppenarbeit von 1945 bis heute lässt sich laut Schmidt-Grunert (1997) in fünf Phasen aufteilen und beschrieben.[6]

I. Phase (1945-1965) - vorprofessionelle Gruppenarbeit;
II. Phase (bis Ende der 60er Jahre) - Etablierung der Arbeit mit Gruppen;
III. Phase (Anfang der 70er Jahre) - kritische Infragestellung;
IV. Phase (Mitte der 70er bis heute) - Therapeutisierung;
V. Phase (Mitte der 80er bis heute) - Verwissenschaftlichung.

Nachfolgende Punkte sollen einen besseren Überblick dieser Entwicklung gewähren.

2.3.1 Vorprofessionelle Gruppenarbeit

In den Nachkriegsjahren konnte die Arbeit in und mit Gruppen wieder aufgenommen werden. Allerdings konnte die Soziale Arbeit nur auf die Versuche einer systematisierten, methodischen Arbeit mit Gruppen zurückgreifen. Es mangelte an einer wissenschaftstheoretischen Fundierung für einen professionellen Einsatz gruppenbezogener Handlungsstrategien, sowohl in der sozialen Ausbildung als auch in den unterschiedlichen sozialpädagogischen Tätigkeitsfeldern. Die dafür notwendigen Theorien mussten noch entwickelt werden.

2.3.2 Etablierung der Arbeit mit Gruppen

Ende der 60er Jahren rückte die Gruppe in das Zentrum gesellschaftlichen Interesses. In die Arbeitsbereiche der Gruppenpädagogik wurden soziologische, psychologische und vor allem sozialpsychologische orientierte Forschungsergebnisse integriert. Die Soziale Gruppenarbeit etablierte sich, neben der sozialen Einzellfallhilfe und der Gemeinwesenarbeit, sowohl in der Fachhochschulausbildung als auch in der Praxis als eine eigenständige Methode.[7]

2.3.3 Kritische Infragestellung

Der erfolgreichen Etablierung der Gruppenarbeit in Ausbildung und Praxis folgte Anfang der 70er Jahre eine kritische Infragestellung von zwei Seiten. Zum einen wurde der Inhalt der Gruppenpädagogik kritisiert. Dies war darauf zurück zu führen, dass sie von Kritikern mit der traditionellen Pädagogik (existent vor allem als Schulpädagogik) verglichen wurde und somit eine Abweichung von dieser festgestellt werden konnte. Doch die Gruppenpädagogik hatte nie das Ziel diese „Gehorsams-Pädagogik“ fortzuführen und trat niemals mit dem Anspruch an, Pädagogik im traditionellen Sinne zu sein.

[...]


[1] zit. aus: § 29 SGB VIII

[2] vgl. § 27 Abs. 2 SGB VIII

[3] zit. aus: Konopka 1971, S. 18

[4] vgl. ebd., S. 18

[5] vgl. Schmidt-Grunert 1997, S. 23

[6] vgl. Schmidt-Grunert 1997, S. 26 ff.

[7] vgl. ebd., S. 30 f.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Soziale Gruppenarbeit
Hochschule
Evangelische Hochschule Ludwigsburg (ehem. Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg; Standort Ludwigsburg)
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V41764
ISBN (eBook)
9783638399654
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale, Gruppenarbeit
Arbeit zitieren
Karl-Heinz Konnerth (Autor:in), 2005, Soziale Gruppenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41764

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