Organisationen stehen heute wesentlich mehr unter Druck, sich einer immer schneller werdenden Dynamik anzupassen. Die Veränderungen im soziokulturellen und technischen Bereich sind immens. Wie in den Studienbriefen zum Fernstudium „Personalentwicklung in lernenden Unternehmen“ immer wieder betont wird, verkürzen sich die Produktlebenszyklen, die Innovationsgeschwindigkeit nimmt rasant zu, die Kommunikationswege beschränken sich nicht nur auf ein Unternehmen, sondern man kommuniziert weltweit miteinander. Mitarbeiter müssen sich neuen Unternehmenszielen und neuen Leitbildern anpassen. Sie arbeiten vermehrt in Projektgruppen, die zeitlich befristet sind. Teamarbeit ist gefordert, aber auch selbstständiges Arbeiten und unternehmerisches Denken und Handeln. Neue Managementkonzepte werden ausprobiert und wieder verworfen. Die Mitarbeiter werden zum lebenslangen Lernen aufgefordert und neue Lernformen z.B. direkt am Arbeitsplatz entstehen.
Dieser Prozess, der immer wieder große Anforderungen an die Mitglieder von Organisationen stellt, bleibt natürlich nicht ohne Konflikte. Konflikte können produktiv sein und wichtige Weichenstellungen unterstützen. Sie können aber auch sehr belastend sein, unnötig lange dauern und viele Energien binden.
Eine Organisation muss also, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sich mit dem Thema Konfliktmanagement auseinandersetzen, um Reibungsverluste durch nicht gelöste Konflikte möglichst gering zu halten.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Mediation in der betrieblichen Konfliktlösung“. Im ersten Kapitel geht es um die Fragen: Was sind Konflikte? Was sind soziale Konflikte? Was sind die Ursachen von betrieblichen Konflikten? Welche Konfliktlösungsmethoden wenden die Organisationen an?
Das nächste Kapitel beschreibt ausführlich den Mediationsprozess, die Herkunft, die Phasen, die Einsatzmöglichkeiten im Betrieb, die Vorteile und die Grenzen von Mediation.
Im dritten Kapitel geht es um mediative Kompetenzen. Wie kann die Personalentwicklung mediative Kompetenzen vermitteln? Zwei Konzepte sollen hier Möglichkeiten aufzeigen.
Ein Fazit und ein Ausblick schließen diese Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Konflikte und Konfliktursachen
2.1. Konflikt
2.2. Sozialer Konflikt
2.3. Wie weit kann ein Konflikt gehen?
2.4. Ursachen von betrieblichen Konflikten
2.5. Konfliktlösungen in Organisationen
3. Mediation
3.1. Die Phasen einer Mediation
3.2. Die Einsatzmöglichkeiten
3.3. Einsatzmöglichkeiten im Betrieb
3.4. Die Vorteile des Mediationsverfahrens
3.5. Die Grenzen von Mediation
4. Mediative Kompetenz
4.1. Workshop „Mediation im Betrieb“
4.2. Konfliktlotsen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einsatz von Mediation als Methode zur betrieblichen Konfliktlösung in einem sich dynamisch wandelnden wirtschaftlichen Umfeld. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie Organisationen durch mediative Kompetenz Reibungsverluste minimieren und ob das Verfahren als Alternative zu klassischen Konfliktmanagement-Methoden geeignet ist.
- Grundlagen und Entstehung sozialer Konflikte in Organisationen
- Die Eskalationsstufen von Konflikten und deren betriebliche Ursachen
- Prozessablauf und methodische Rahmenbedingungen der Mediation
- Analyse der Einsatzmöglichkeiten und Grenzen im betrieblichen Alltag
- Vermittlung mediativen Handelns durch Workshop- und Trainingskonzepte
Auszug aus dem Buch
2.2. Sozialer Konflikt
Zwei Definitionen: „Sozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.), wobei wenigstens ein Aktor Unvereinbarkeiten im Denken, Wahrnehmen und/oder Fühlen und/oder Wollen mit dem anderen Aktor (anderen Aktoren) in der Art erlebt, daß im Realisieren eine Beeinträchtigung durch den andern Aktor (die anderen Aktoren) erfolgt oder erfolgen könnte“.5
„Ein sozialer Konflikt ist eine soziale Beziehung, in der zwei oder mehr Beteiligte, die voneinander abhängig sind, mit Nachdruck versuchen, gegensätzliche Handlungspläne zu verwirklichen und sich dabei ihrer Gegnerschaft bewußt sind. Es ist ein Kampf um Werte und um Anrechte auf Status, Macht und Mittel. Es ist gleichzeitig ein aktivierender Bestandteil zwischenmenschlicher Interaktion“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den steigenden Leistungsdruck in Organisationen und die daraus resultierende Notwendigkeit eines effektiven Konfliktmanagements.
2. Konflikte und Konfliktursachen: Das Kapitel definiert Konflikte und soziale Spannungen und erläutert anhand von Eskalationsstufen sowie verschiedenen Ursachenfeldern die Komplexität betrieblicher Auseinandersetzungen.
3. Mediation: Hier wird das Mediationsverfahren in seinen Phasen, Vorteilen und Einsatzfeldern detailliert beschrieben und kritisch gegen das Scheitern bei bestimmten Konfliktstufen abgegrenzt.
4. Mediative Kompetenz: Dieses Kapitel stellt praxisorientierte Konzepte zur Vermittlung mediativen Handelns vor, speziell durch Workshops und ein Training für Konfliktlotsen.
5. Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht die wachsende Bedeutung der Mediation für das betriebliche Umfeld, weist jedoch auf die Notwendigkeit einer Verankerung im Leitbild der Organisation hin.
Schlüsselwörter
Mediation, Konfliktmanagement, Soziale Konflikte, Betriebliche Konfliktlösung, Eskalation, Konfliktursachen, Arbeitsklima, Kommunikation, Mediative Kompetenz, Konfliktlotsen, Personalentwicklung, Win-win-Strategie, Organisationsentwicklung, Veränderungsmanagement, Teamentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studienarbeit widmet sich der Anwendung von Mediation als Methode zur Bearbeitung und Lösung von Konflikten im betrieblichen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Konflikten, Ursachenanalysen, der Prozessablauf der Mediation, die Vor- und Nachteile des Verfahrens sowie die Schulung von Mitarbeitern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch mediative Kompetenz betriebliche Reibungsverluste reduziert und eine konstruktive, zukunftsorientierte Konfliktlösung etabliert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, stützt sich auf Marktanalyse-Daten der Firma Zweisicht und konzipiert eigenständige Workshop-Modelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Konfliktanalyse, eine detaillierte Beschreibung des Mediationsprozesses und praktische Trainingskonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Kernbegriffe sind Mediation, Konfliktmanagement, mediative Kompetenz, betriebliche Konfliktlösung und Personalentwicklung.
Ab welchem Eskalationsgrad wird Mediation als aussichtslos betrachtet?
Laut den beschriebenen Modellen ist Mediation aussichtslos, wenn sich der Konflikt auf den Eskalationsstufen 7 bis 9 befindet, bei denen es primär um die gegenseitige Vernichtung geht.
Wie unterscheiden sich externe und interne Mediatoren?
Externe Mediatoren bieten Neutralität außerhalb des Beziehungsgeflechts, benötigen jedoch Zeit für die Kontextanalyse, während interne Mediatoren Zusammenhänge besser kennen, aber Gefahr laufen, zum Geheimnisträger zu werden.
Welche Rolle spielt die Geschäftsführung bei der Einführung von Mediation?
Die Einführung der Mediation muss laut Fazit aktiv vom obersten Management getragen und im Leitbild der Organisation fest verankert werden.
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- Dipl.Päd. Personalentwicklerin M.A. Susanne Wigger (Author), 2005, Mediation in der betrieblichen Konfliktlösung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41765