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Friedrich Nietzsches Begriff der "Schuld" und des "schlechten Gewissens" in "Jenseits von Gut und Böse" und "Zur Genealogie der Moral"

Title: Friedrich Nietzsches Begriff der "Schuld" und des "schlechten Gewissens" in "Jenseits von Gut und Böse" und "Zur Genealogie der Moral"

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Magistra artium Yvonne Rudolph (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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Friedrich Nietzsches Begriff der „Schuld“ und des schlechten Gewissens in „Jenseits von Gut und Böse.“ und „Zur Genealogie der Moral“.

1.0 Einleitung

Der Text „Jenseits von Gut und Böse. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft“, welcher unmittelbar auf „Also sprach Zarathustra“ (1983/85) folgte, ist der späten Schaffensphase Nietzsches zuzuordnen und wurde im Jahr 1886 vom Verfasser selbst publiziert. Die Schrift „Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift“ gab Nietzsche 1887 heraus.(1) Diese beiden Texte bilden die Grundlage für die Betrachtung der Phänomene „Schuld“ und „schlechtes Gewissen“ in dieser Hausarbeit.

Bereits die Titel von Nietzsches oben genannten Schriften, verraten eine programmatische Ausrichtung. Ein Synonym für den Ausdruck „Streitschrift“ könnte Manifest lauten, was auf die gesellschaftskritische Intention der Schrift „Zur Genealogie der Moral“ hinweist. Die Selbsteinschätzung Nietzsches, eine „Philosophie der Zukunft“ zu beschreiben und in Gang zu setzen, spricht für sein Vorhaben an den Verhältnissen in der Praxis grundlegend etwas zu verändern und nicht nur eine philosophische Theorie entwickeln zu wollen. Gleichzeitig kündigt sich der utopische Charakter seiner Gedanken an, indem es heißt „Philosophie der Zukunft“. Diese Philosophie entspricht dem Wunschdenken Nietzsches, das besagt, wie die Philosophie und die Menschen, die sie betreiben, in Zukunft sein sollten. Die Notwendigkeit einer Philosophie der Zukunft ergibt sich für Nietzsche aus jenem gesellschaftlichen Kränkel- und Verfallszustand, welchen er, in den genannten und anderen Texten, vielschichtig darstellt. Die Hauptursache, (neben Demokratisierung und Zivilisierung), für die Schwächung des Menschen und seiner Tatkraft als Genie sei die christliche Religion als Schuldgefühl gegenüber Gott und das verinnerlichte schlechte Gewissen als sublimierte Form dieses Schuldbewusstseins:
[...]
______
(1) Vgl. das Nachwort von Giorgio Colli [Hrsg.] in: „Friedrich Nietzsche. Jenseits von Gut und Böse. Zur Genealogie der Moral.“ Hrsg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari, Kritische Studienausgabe, Band 5, München 1988, S. 415-421.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.1 Die Theorie von Herren und Sklaven

2.2 Nietzsches Definition und Wertung der Begriffe „gut“ und „böse“, „gut“ und „schlecht“

3.0 Auf welche Weise sind, nach Nietzsche, „Schuld“ und „schlechtes Gewissen“ entstanden?

4.0 Reflexion

5.0 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Nietzsches philosophische Konzepte von „Schuld“ und „schlechtem Gewissen“ unter Rückgriff auf seine Werke „Jenseits von Gut und Böse“ und „Zur Genealogie der Moral“, um die gesellschaftskritischen Ursprünge der christlichen Moraltradition zu ergründen und die psychologischen Auswirkungen auf den modernen Menschen aufzuzeigen.

  • Analyse der Dualität von „Herren-“ und „Sklaven-Moral“.
  • Etymologische und geschichtsphilosophische Herleitung der Begriffe „gut“, „schlecht“ und „böse“.
  • Untersuchung des Ursprungs von Schuldgefühl und schlechtem Gewissen im Zusammenhang mit der christlichen Religion.
  • Kritische Reflexion der Rolle des „Übermenschen“ als Gegenentwurf zur modernen Zivilisation.
  • Diskussion über die Relevanz von Nietzsches Theorien für die moderne Psychologie.

Auszug aus dem Buch

3.0 Auf welche Weise sind nach Nietzsche „Schuld“ und „schlechtes Gewissen“ entstanden?

Das „Bewusstsein der Schuld“ ist für Nietzsche das „schlechte Gewissen“. Der Begriff „Schuld“, stamme ursprünglich von dem „sehr materiellen Begriff „Schulden“ 40, was die, nur auf moderne Ansichten ausgerichteten Moralgenealogen ignoriert hätten, während Nietzsche diese etymologische Deutung zum Ausgangspunkt seiner Schulddefinition macht. Nietzsche vertritt die These, dass in der Geschichte der „älteren Menschheit“, ein Schuldiger nicht darum bestraft worden sei, weil er mittels Strafe für sein Vergehen verantwortlich gemacht wurde, sondern um dem Gläubiger Genugtuung zu verschaffen, über den „erlittenen Schaden“.41

Aus dem Bereich „von Kauf, Verkauf, Tausch und Handel“, stamme das „Vertragsverhältnis zwischen Gläubiger und Schuldner“ und die „Idee einer Äquivalenz von Schaden und Schmerz“,42 wie sie auch die alte Rechtssprechung übernommen habe, indem sie Folter und Mord im Namen der Gerechtigkeit, für den Geschädigten oder das Kollektiv, praktizierte. Gleichzeitig habe die Strafe die Funktion, ein Verbot oder Gebot aufrechtzuerhalten und den Menschen zu formen. Nur mittels Gewalt und Grausamkeit, könne man gewisses Verhalten in sein Gedächtnis „einbrennen“:

„Man brennt Etwas ein, damit es im Gedächtnis bleibt: nur was nicht aufhört , weh zu thun, bleibt im Gedächtnis [...]“43

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Diese Einleitung führt in Nietzsches späte Schaffensphase ein und definiert die Untersuchung von Schuld und schlechtem Gewissen als zentrales Anliegen der Arbeit.

2.1 Die Theorie von Herren und Sklaven: Hier werden die Grundbegriffe der Herren- und Sklavenmoral sowie deren historische und soziale Verankerung erläutert.

2.2 Nietzsches Definition und Wertung der Begriffe „gut“ und „böse“, „gut“ und „schlecht“: Das Kapitel analysiert die etymologische Herkunft der moralischen Wertbegriffe und deren diametral entgegengesetzte Auslegung durch Herren und Sklaven.

3.0 Auf welche Weise sind, nach Nietzsche, „Schuld“ und „schlechtes Gewissen“ entstanden?: Der Autor untersucht den Ursprung des Schuldgefühls als einen Prozess, der aus materiellen Schuldenverhältnissen und dem „Willen zur Macht“ hervorgeht.

4.0 Reflexion: In diesem Abschnitt wird die philosophische Methodik Nietzsches kritisch hinterfragt und in den Kontext einer subjektiven, gesellschaftskritischen Weltanschauung gestellt.

5.0 Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Friedrich Nietzsche, Schuld, schlechtes Gewissen, Herren-Moral, Sklaven-Moral, Umwertung aller Werte, Wille zur Macht, Christentum, Ressentiment, Übermensch, Gesellschaftskritik, Moral, Psychologie, Ethik, Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Konzepte von Schuld und schlechtem Gewissen in der Philosophie Friedrich Nietzsches und hinterfragt deren Bedeutung für das moderne Menschenbild.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Differenzierung von Herren- und Sklavenmoral, die Entstehung des christlichen Schuldgefühls sowie die psychologische Dekonstruktion moralischer Wertungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den systematischen Zusammenhang zwischen Nietzsches Begriffen von „gut“ und „schlecht“ und der Herleitung des „schlechten Gewissens“ als Instrument der gesellschaftlichen Unterdrückung nachzuvollziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutisch-analytische Methode, um Nietzsches Originaltexte in ihrem historischen und geschichtsphilosophischen Kontext zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Herren-Sklaven-Theorie, die Begriffsdefinitionen von Moralvorstellungen und die Herleitung des schlechten Gewissens aus archaischen Schuldverhältnissen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem der „Wille zur Macht“, „Ressentiment“, „Umwertung der Werte“ und die „Sklaven-Moral“.

Warum sieht Nietzsche das Christentum als problematisch an?

Nietzsche betrachtet das Christentum als Ursprung einer moralischen Regression, da es das „schlechte Gewissen“ fördert und natürliche menschliche Triebe zugunsten eines lebensfeindlichen Jenseitsbildes unterdrückt.

Was genau versteht der Autor unter dem „schlechten Gewissen“?

Es wird als ein verinnerlichter Kontrollmechanismus begriffen, der aus einem unterdrückten Freiheitstrieb entstand und zur Selbstmarterung des Menschen führt.

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Details

Title
Friedrich Nietzsches Begriff der "Schuld" und des "schlechten Gewissens" in "Jenseits von Gut und Böse" und "Zur Genealogie der Moral"
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Philosophie und Geschichtswissenschaften)
Course
V Einführung in die Geschichte der neueren Philosophie
Grade
1,7
Author
Magistra artium Yvonne Rudolph (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V41766
ISBN (eBook)
9783638399678
ISBN (Book)
9783640858040
Language
German
Tags
Nietzsches Begriff Schuld Gewissens Jenseits Böse Genealogie Moral Einführung Geschichte Philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra artium Yvonne Rudolph (Author), 2005, Friedrich Nietzsches Begriff der "Schuld" und des "schlechten Gewissens" in "Jenseits von Gut und Böse" und "Zur Genealogie der Moral", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41766
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