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Gehört die Türkei, auf Grund ihrer geschichtlichen Entwicklung, zu Europa?

Title: Gehört die Türkei, auf Grund ihrer geschichtlichen Entwicklung, zu Europa?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: gut

Autor:in: Andreas Berkenkamp (Author)

Politics - Region: Southeastern Europe
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, ob die Türkei, auf Grund ihrer geschichtlichen Entwicklung, zu Europa gehört? Den Schwerpunkt der Betrachtung habe ich dabei auf die Beziehungen des Osmanischen Reiches und Europas, hinsichtlich ihrer militärischen, politischen und wirtschaftlichen Kontakte gelegt. Zwar wird heute immer wieder auf die kulturellen Unterschiede und die fehlende Epoche der Aufklärung und der Renaissance in der Türkei verwiesen, u. a. durch Heinrich August Winkler, jedoch gibt es auch Beispiele für historische Beziehungen, die Europa und die heutige Türkei verbinden. Besonders das letzte Jahrhundert ist geprägt von zahlreichen Annäherungsversuchen der Türkei an das westliche Europa. Religiöse, politische und wirtschaftliche Argumente haben aber bisher dazu beigetragen, dass aus dem Assoziationsabkommen von 1963 bis zum heutigen Tage keine Vollmitgliedschaft geworden ist. Dabei hinterfragt die Arbeit, warum Europa auf die Türkei als Partner angewiesen ist, die Zusammenarbeit mit ihr sucht, ohne sie jedoch als gleichberechtigten Partner anzusehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Begriffs Europa

2.1 Geographische Abgrenzung

2.2 Historische Abgrenzung

3. Europa und das Osmanische Reich

3.1 Die militärischen Beziehungen zwischen Europa und dem Osmanischen Reich

3.2 Die politischen Beziehungen zwischen Europa und dem Osmanischen Reich

3.3 Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und dem Osmanischen Reich

4. Die Beziehungen zwischen der Kemalistischen Republik und Europa

4.1 Die Beziehungen zwischen der Kemalistischen Republik und Deutschland

5. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Europa nach dem 2. Weltkrieg bis zur Unterzeichnung des Assoziationsabkommens am 12. September 1963

6. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Europa seit dem Assoziationsabkommen vom 12. September 1963 bis zum Zusammenbruch des Ostblocks

7. Der Zusammenbruch des Ostblocks und die Neuorientierung der EG

8. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historisch gewachsene Beziehung zwischen der Türkei und Europa unter der zentralen Forschungsfrage, ob die Türkei aufgrund ihrer geschichtlichen Entwicklung als Teil Europas betrachtet werden kann. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich die militärischen, politischen und wirtschaftlichen Kontakte über die Jahrhunderte gestaltet haben und inwieweit diese die heutige europäische Identitätsdefinition und Integrationsbestrebungen beeinflussen.

  • Historische Analyse der Beziehungen zwischen dem Osmanischen Reich und Europa.
  • Die Transformation der Türkei unter der kemalistischen Ära und deren europäische Ausrichtung.
  • Die Rolle der sicherheitspolitischen Interessen während des Kalten Krieges.
  • Der Einfluss kultureller und religiöser Faktoren auf die EU-Integrationsdebatte.
  • Die Problematik der Zugehörigkeit der Türkei zwischen Orient und Okzident.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die militärischen Beziehungen zwischen Europa und dem osmanischen Reich

Bis 1566 gab es zwischen Europa und dem Osmanischen Reich eine Vielzahl von kriegerischen Auseinandersetzungen, die vor allem die Eroberung des Balkans und die Belagerung Wiens (1529) betrafen. Das Osmanische Reich war bis ins 20. Jahrhundert ein zentraler Faktor europäischer Machtpolitik, und galt drei Jahrhunderte lang als europäische Großmacht. Bis zum Ende der Amtszeit Süleyman des Prächtigen waren die Türken den Europäern auf dem militärischen und wirtschaftlichen Sektor überlegen. Sultan Mehmed II. und Süleyman der Prächtige zählen zu den Gründervätern Europas. “Sie zwangen West und Südeuropa, sich zu verteidigen und Mittel und Wege des gemeinsamen Handels zu finden.“

Wenn das der Fall gewesen wäre, dann dürfte Russland, falls es in naher Zukunft ein Beitrittsgesuch einreichen würde, ebenfalls nicht der Beitritt verwährt werden, denn „Der erste in Aachen verliehene Internationale Karlspreis hätte an Josef Stalin gehen müssen. Ohne gemeinsame Angst hätte es keine Gemeinschaft gegeben.“ Doch nach der Amtszeit Süleyman des Prächtigen begann der langsame Niedergang des Osmanischen Reiches. Dieser hatte seine Gründe, die im wesentlichen darin lagen, dass eine Reihe von Sultanen mit niedriger Qualität in den nächsten Jahrhunderten regierten, aber auch im wirtschaftlichen, sozialen, politischen und militärischen Bereich. Ab 1610 vollzog sich auch der militärische Niedergang. Das Reich hatte wirtschaftliche Schwierigkeiten, und zahlreiche Angehörige der Armee versuchten sich vor dem Waffendienst zu drücken oder zogen plündernd durch das Reich. Die einstige Elitegruppe der Janitscharen degenerierte sich zunehmend. Die Rekrutierung und Ausbildung wurde gelockert und zudem zogen die Janitscharen immer mehr Macht im Inneren an sich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die Fragestellung zur Zugehörigkeit der Türkei zu Europa unter Berücksichtigung historischer Kontakte und stellt die methodische Herangehensweise sowie die wesentliche Literatur vor.

2. Definition des Begriffs Europa: Dieses Kapitel erörtert die geographische und historische Abgrenzung Europas, wobei die Identität Europas stärker über eine Haltung der Abgrenzung gegenüber dem Orient oder der Sowjetunion als über feste geographische Fakten definiert wird.

3. Europa und das Osmanische Reich: Hier werden die kriegerischen sowie die politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen analysiert, die das Osmanische Reich über Jahrhunderte zu einem zentralen, wenn auch oft fremd wirkenden Akteur im europäischen Machtgeflecht machten.

4. Die Beziehungen zwischen der Kemalistischen Republik und Europa: Das Kapitel beleuchtet den radikalen Kurswechsel der Türkei unter Mustafa Kemal, der durch autoritäre Reformen eine Modernisierung nach westlichem Vorbild und eine kulturelle sowie politische Hinwendung zu Europa forcierte.

5. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Europa nach dem 2. Weltkrieg bis zur Unterzeichnung des Assoziationsabkommens am 12. September 1963: Der Fokus liegt auf der Integration der Türkei in westliche Verteidigungssysteme und Organisationen sowie den ersten Schritten in Richtung einer wirtschaftlichen Assoziierung mit der EWG.

6. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Europa seit dem Assoziationsabkommen vom 12. September 1963 bis zum Zusammenbruch des Ostblocks: Das Kapitel beschreibt den schwierigen Verlauf der Partnerschaft, geprägt durch innenpolitische Instabilität in der Türkei, den Einfluss internationaler Krisen und die Ablehnung des ersten Beitrittsantrags.

7. Der Zusammenbruch des Ostblocks und die Neuorientierung der EG: Abschließend wird analysiert, wie die veränderte geopolitische Lage nach dem Ende des Kalten Krieges die Beziehungen beeinflusste und warum die EU die Türkei weiterhin vornehmlich als strategischen Puffer und nicht als vollwertiges Mitglied betrachtete.

8. Schluss: Das Schlusskapitel reflektiert die gesamte historische Entwicklung und kommt zu dem Ergebnis, dass die Türkei zwar ein wichtiger historischer Akteur in Europa war, aufgrund kultureller und religiöser Differenzen sowie pragmatischer Interessenlagen der EU jedoch kein Teil Europas im Sinne einer vollwertigen Integration ist.

Schlüsselwörter

Türkei, Europa, Osmanisches Reich, Kemalistischer Reformprozess, Europäische Union, EWG, Identität, Geopolitik, Assoziationsabkommen, Außenpolitik, Modernisierung, West-Integration, Geschichte, Säkularisierung, Sicherheitsarchitektur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die Türkei aufgrund ihrer geschichtlichen Entwicklung als Teil Europas angesehen werden kann, wobei die historische, politische und wirtschaftliche Einbindung der Türkei in das europäische System untersucht wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die Beziehungen des Osmanischen Reiches zu Europa, der kemalistische Reformprozess, die sicherheitspolitische Ausrichtung während des Kalten Krieges und die komplexen Verhandlungen zur EU-Mitgliedschaft.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der historischen Entwicklung aufzuzeigen, um zu bewerten, ob die Türkei trotz enger Verflechtungen von europäischen Akteuren als integraler Bestandteil Europas akzeptiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es handelt sich um eine historische und politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur sowie offizieller Dokumente zur Entwicklung der türkisch-europäischen Beziehungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch: vom Osmanischen Reich über die Entstehung der kemalistischen Republik bis hin zu den wechselhaften Beziehungen während und nach dem Zusammenbruch des Ostblocks.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Identität, West-Integration, Machtgeflecht, Souveränität, Sicherheitsinteressen, Assoziierung und Modernisierung.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der osmanischen Vergangenheit?

Der Autor stellt fest, dass das Osmanische Reich zwar eingebunden in europäische Machtkämpfe war, dies jedoch primär aus pragmatischen, sicherheitspolitischen Interessen der europäischen Großmächte geschah und nicht als Ausdruck einer Zugehörigkeit.

Welche Rolle spielt die kemalistische Ära für die europäische Ausrichtung?

Sie wird als entscheidender Wendepunkt betrachtet, da Mustafa Kemal die Türkei durch autoritäre Reformen bewusst modernisieren und von der arabischen Welt abgrenzen wollte, um einen gleichberechtigten Status gegenüber Europa zu erreichen.

Warum wird laut Arbeit die EU-Mitgliedschaft bis heute kontrovers diskutiert?

Die Kontroverse begründet sich durch kulturelle und religiöse Unterschiede, die Sorge der EU vor Subventionslasten, den Bedarf der EU an der Türkei als strategischer Puffer sowie die komplexe Menschenrechts- und Demokratieentwicklung.

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Details

Title
Gehört die Türkei, auf Grund ihrer geschichtlichen Entwicklung, zu Europa?
College
University of Duisburg-Essen
Course
Türkei & Europa
Grade
gut
Author
Andreas Berkenkamp (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V41775
ISBN (eBook)
9783638399753
ISBN (Book)
9783638682411
Language
German
Tags
Gehört Türkei Grund Entwicklung Europa Türkei Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Berkenkamp (Author), 2005, Gehört die Türkei, auf Grund ihrer geschichtlichen Entwicklung, zu Europa?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41775
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