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Die Beziehungen zwischen dem Osmanischen Reich und dem deutschen Kaiserreich 1871 bis 1918

Title: Die Beziehungen zwischen dem Osmanischen Reich und dem deutschen Kaiserreich 1871 bis 1918

Term Paper , 2002 , 38 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sven Feyer (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Dabei stellt sich die Frage, welche Bedeutung in diesem Geflecht Deutschland für die Türkei hatte und
umgekehrt. Voraussetzung hierfür ist, den Zustand des Osmanischen Reiches bis zum Ersten Weltkrieg
darzustellen, um die Bedeutung des Vielvölkerstaates richtig einschätzen zu können. Ferner ist zu beachten,
dass die übrigen Großmächte, insbesondere Frankreich, England und Russland, wesentlich früher
als das Deutsche Reich Interessen in der Region entwickelt hatten. Es steht außer Frage, dass das
Auftreten eines neuen Widersachers hierbei zu Konflikten geführt hat. Doch muss bedacht werden,
welchen Stellenwert dies für die jeweilige Politik der Staaten hatte, welche Auswirkungen sich für
Deutschland und das Osmanische Reich ergaben und ob der schließlich gemeinsame Krieg gegen die
Alliierten aufgrund der Entwicklung seit 1871 zwangsläufig war.
Besonderes Gewicht soll in dieser Arbeit der wirtschaftlichen Durchdringung des Mittleren Ostens eingeräumt
werden, da in der, vor allem zeitgenössischen, Literatur gerade ökonomische Potenziale oft als
Begründung für imperialistische Bestrebungen herhalten müssen. Der grosse Bereich der Innenpolitik
in beiden Ländern soll hingegen nur gestreift werden. Dies geschieht jedoch nicht aus dem Grund vermeintlicher
Bedeutungslosigkeit heraus, sondern im Gegenteil, da aufgrund der komplexen Einflüsse
auf die Politik insgesamt der Platz für eine angemessene Darstellung nicht ausreichen würde.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Der Niedergang der osmanischen Grossmacht ab 1550

4. Die Entwicklung des Osmanischen Reiches seit 1876

4.1. Die staatliche Entwicklung nach 1876

4.2. Einfluss der Großmächte auf die Wirtschaft des Osmanischen Reiches

5. Die politischen Beziehungen des Osmanischen Reiches

5.1. Die deutsche Aussenpolitik im Nahen und Mittleren Osten

5.2. Das Osmanische Reich und die europäischen Großmächte

5.3. Die Finanzbeziehungen des Osmanischen Reiches zum Ausland

6. Das deutsche Engagement im Osmanischen Reich

6.1. Deutsche Wirtschaftspolitik im Vorderen Orient

6.2. Militärische Zusammenarbeit

6.3. Die Bagdad-Bahn

7. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die bilateralen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Osmanischen Reich und dem Deutschen Kaiserreich im Zeitraum von 1871 bis 1918. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, welche Bedeutung Deutschland für das Osmanische Reich hatte, inwieweit das deutsche Engagement durch wirtschaftliche Interessen geprägt war und ob der gemeinsame Kriegseintritt gegen die Alliierten eine zwangsläufige Folge der Entwicklung seit 1871 war.

  • Historische Analyse des osmanischen Niedergangs und der Reformversuche (Tanzimat).
  • Untersuchung der deutschen Außenpolitik und der Einflussnahme im Nahen und Mittleren Osten.
  • Analyse der wirtschaftlichen Durchdringung durch europäische Großmächte und den deutschen Kapitalexport.
  • Bewertung der militärischen Zusammenarbeit und der strategischen Bedeutung der Bagdad-Bahn.

Auszug aus dem Buch

6.3. Die Bagdad-Bahn

Die Investitionen der europäischen Großmächte im Osmanischen Reich hatten ihren deutlichen Schwerpunkt im Eisenbahnbau, Kapitalflüsse in den Industrie- und Agrarsektor erfolgten nur auf geringem Niveau. Die erste Konzession für den Bau einer Eisenbahnlinie wurde 1856 an England vergeben. Die Bahnlinie İzmir-Aydın wurde 1856 begonnen. Die Strecke wurde später von Aydın über Dinar nach Esirdir um 340 Kilometer verlängert und 1912 fertiggestellt. Insbesondere durch die anfänglich ausbleibenden europäischen Konkurrenten konnte England durch den Eisenbahnbau seinen ökonomischen Einfluss in Westanatolien steigern.

Ab etwa 1870 begann auch Frankreich sich stärker im Eisenbahnbau im Osmanischen Reich zu engagieren. In den folgenden 20 Jahren wurden etwa 1.900 Kilometer Bahnlinie hauptsächlich im Westen des Landes errichtet. So entstanden zwischen 1868 und 1869 die Strecken Saloniki-Mitroviçe und Edirne-Dedeağaç mit etwa 360 beziehungsweise 150 Kilometern Streckenlänge. 1885 begannen die Arbeiten auf asiatischer Seite für die Linien Kasaba-Alaşehir-Afyon, deren Länge über 250 Kilometer betrug, sowie für die etwa 90 Kilometer lange Bahnlinie zwischen Manisa und Soma. 1892 begann Frankreich den Eisenbahnbau auch in Syrien und, mit der Strecke von Jaffa nach Jerusalem, in Palästina. Bis 1911 wurden dort etwa 780 Kilometer Trassen für die Schmalspurlinien verlegt. Von besonderer Bedeutung waren dabei die Linie Beirut-Rajak-Damaskus-Muzerib mit 258 Kilometer Länge sowie die von Riyad nach Aleppo, die 332 Kilometer aufweisen konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Die Einleitung skizziert das deutsch-osmanische Verhältnis vor dem Hintergrund imperialistischer Interessen und der geopolitischen Lage im Nahen Osten.

3. Der Niedergang der osmanischen Grossmacht ab 1550: Dieses Kapitel beschreibt die innenpolitischen Ursachen und den schleichenden Machtverlust des Osmanischen Reiches seit dem späten 16. Jahrhundert sowie die zunehmende Abhängigkeit von europäischen Großmächten.

4. Die Entwicklung des Osmanischen Reiches seit 1876: Hier werden die Verfassungsbestrebungen sowie die staatlichen Reformen unter Abdülhamid II. und die wirtschaftliche Abhängigkeit durch Auslandsschulden analysiert.

5. Die politischen Beziehungen des Osmanischen Reiches: Das Kapitel untersucht die deutsche Außenpolitik im Orient sowie das Spannungsfeld zwischen den europäischen Mächten und die Finanzabhängigkeit des Reiches.

6. Das deutsche Engagement im Osmanischen Reich: Dieser Abschnitt beleuchtet die deutsche Wirtschaftspolitik, die militärische Kooperation und den Bau der strategisch bedeutsamen Bagdad-Bahn als Instrument des Einflusses.

7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die vier Phasen der deutsch-osmanischen Beziehungen und bewertet die ökonomische und politische Bilanz des deutschen Engagements.

Schlüsselwörter

Osmanisches Reich, Deutsches Kaiserreich, Bagdad-Bahn, Imperialismus, Außenpolitik, Weltpolitik, Naher Osten, Mittlerer Osten, Finanzkontrolle, Militärmission, Tanzimat, Wirtschaft, Investitionen, Schuldendienst, Geopolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die diplomatischen, wirtschaftlichen und militärischen Interaktionen zwischen dem Osmanischen Reich und dem Deutschen Kaiserreich im Zeitraum zwischen 1871 und 1918.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die zunehmende wirtschaftliche Durchdringung, die militärische Beratung durch deutsche Offiziere und die strategische Bedeutung von Infrastrukturprojekten wie der Bagdad-Bahn.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der deutsch-osmanischen Allianz zu verstehen und zu klären, inwieweit das deutsche Engagement als gezielte "Weltpolitik" zu betrachten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung zeitgenössischer Literatur und wissenschaftlicher Sekundärquellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Einordnung der deutsch-osmanischen Beziehungen, die Analyse der Finanz- und Handelsbeziehungen sowie eine detaillierte Untersuchung der militärischen und infrastrukturellen Kooperation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Imperialismus, Bagdad-Bahn, Wirtschaftsexpansion und geopolitische Strategie beschreiben.

Welche Rolle spielten die "Talfürsten" für den Niedergang des Osmanischen Reiches?

Die sogenannten Talfürsten (derebeyi) trugen durch die illegale Ausweitung ihres Grundbesitzes und die politische Verselbständigung zur Schwächung der Zentralgewalt bei.

Warum war der Bau der Bagdad-Bahn ein so umstrittenes Projekt?

Die Bagdad-Bahn veränderte das Machtgefüge im Nahen Osten, was insbesondere in England und Russland Widerstände hervorrief, da man eine Stärkung des deutschen Einflusses befürchtete.

Wie wirkte sich die deutsche Militärmission unter Liman von Sanders aus?

Der Vertrag mit Liman von Sanders erteilte den Deutschen weitgehende Befugnisse in der Organisation und Führung der osmanischen Armee, was die türkische Abhängigkeit im militärischen Bereich erheblich steigerte.

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Details

Title
Die Beziehungen zwischen dem Osmanischen Reich und dem deutschen Kaiserreich 1871 bis 1918
College
University of Hagen
Grade
1,3
Author
Sven Feyer (Author)
Publication Year
2002
Pages
38
Catalog Number
V41788
ISBN (eBook)
9783638399814
ISBN (Book)
9783640137169
Language
German
Tags
Beziehungen Osmanischen Reich Kaiserreich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Feyer (Author), 2002, Die Beziehungen zwischen dem Osmanischen Reich und dem deutschen Kaiserreich 1871 bis 1918, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41788
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