Der erste Teil dieser Arbeit ist der linguistische und befasst sich mit der geschriebenen Sprache und ihren spezifischen Anforderungen an den Produzenten bzw. den Schreibenden im Bezug auf Textsorten. Der Aufbau dieser Arbeit stellt grundsätzliche Überlegungen und Möglichkeiten zum Bereich „Texte schreiben im Deutschunterricht“ voran, um auf ein ausgewähltes Praxisbeispiel hinzuführen. Dazu wird der Frage nachgegangen, was unter einem Text zu verstehen ist und der Versuch unternommen, den Begriff „Schreiben“ zu definieren. Die genaueren Funktionen des Schreibens werden dabei nicht beschrieben, weil es über den eigentlichen Rahmen dieser Arbeit hinausgeht. In einem weiteren Punkt wird kurz der Unterschied von Verschriftung und Verschriftlichung dargelegt, um anschließend die Besonderheiten zur Textproduktion festzuhalten. Wesentlich erscheint das Beschreiben der Entwicklungsstufen der Schreibfähigkeit, wobei hier hauptsächlich auf die Ansichten von BREITER (1980) und BECKER-MROTZEK (1997) Bezug genommen wird.
Im zweiten Teil dieser Hausarbeit, dem didaktischen, geht es in Anlehnung an die Erkenntnisse aus dem ersten Teil um verschiedene Möglichkeiten, wie Textsorten in der Schule eingeführt und eingesetzt werden können. Dieser praktische Bezug wird mit Materialien und Ergebnissen einer Unterrichtseinheit zum Thema „Erzählen nach Reizwörtern“ vernetzt und somit anschaulich beschrieben. Es handelt sich dabei um eine fünfte Klasse einer Realschule in Stade.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zu den linguistischen Grundlagen
2.1 Was wird unter einem Text verstanden?
2.2 Begriff Schreiben
2.3 Zur Verschriftung und Verschriftlichung
2.4 Zur Textproduktion
3. Über die Entwicklung der Schreibfähigkeit
4. Betrachtung von Überarbeitungs- bzw. Optimierungsverfahren und Textrevision
4.1 Textüberarbeitung
4.2 Textrevision
5. Bezüge zur Unterrichtspraxis einer 5. Klasse
5.1 Die Bedeutung von Textsorten in der Schule
5.1.1 Das Schreiben nach Textsorten
5.2 Zur Unterrichtseinheit: Schreiben nach Reizwörtern
5.2.1 Kreatives Schreiben
6. Analyse der Aufsätze (Übungsaufsatz und Klassenarbeit) „Erzählen nach Reizwörtern“
6.1 Aspekte von Textqualität
6.1.1 Schematische Darstellung zur Textanalyse
6.1.2 Raster in einer vereinfachten Form
6.2 Schülertexte und Kommentare zum Text
(Übungsaufsatz)
6.2.1 Gesamturteil (Übungsaufsatz):
(Klassenarbeit)
6.2.2 Gesamturteil (Klassenarbeit):
6.3 Der Beurteilungsbogen: Erzählen nach Reizwörtern
6.4 Allgemeine Betrachtung der Unterrichtseinheit
6.4.1 Zum Beurteilungsbogen
6.4.2 Auswertung: Welche Fähigkeiten zur Textproduktion haben die Schüler dazu gelernt?
7. Fazit
Stimmungsbild
8. Anhang
8.1 Die Unterrichtseinheit:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz von Revisions- und Optimierungsverfahren bei der Einführung einer neuen Textsorte im Deutschunterricht der Sekundarstufe I. Ziel ist es, anhand einer fünften Realschulklasse aufzuzeigen, wie Schüler durch systematisches Schreibtraining und die Anwendung von Beurteilungsbögen ihre Schreibfähigkeiten entwickeln und Schreibhemmungen abbauen können, wobei die Förderung der Schreibfreude durch kreative Schreibanlässe wie das Erzählen nach Reizwörtern im Mittelpunkt steht.
- Linguistische Grundlagen der Textproduktion und Textkonstitution
- Entwicklungsmodelle der Schreibfähigkeit im Kindesalter
- Bedeutung von Textüberarbeitung und Textrevision für die Schreibkompetenz
- Praxisnahe Einführung und Analyse der Textsorte "Erzählen nach Reizwörtern"
- Einsatz von Beurteilungsrastern zur Förderung der Textreflexion bei Schülern
Auszug aus dem Buch
6.2 Schülertexte und Kommentare zum Text
(Übungsaufsatz)
Reizwörtern: Überraschung – leise - lachen
Zeilen 1-6: Deutliche äußere Gliederung bereits im Titel: durch Auswahl der Zentrierung. Am einfachen Wortschatz orientiert, insbesondere bei den Verben. Einfache Syntax. Kaum Verknüpfungsmechanismen. 7-14: Viel Kohäsion: durch (Wegqualität) Verdeutlichung der Situation. Einsetzen von Rekurrenz (einfache Form der Wiederaufnahme von Engel). Hoher Grad der Konkretheit, bezogen auf die Reizwörter. Temporaler Bezug durch…noch. Tempusverwendung: Zeitlich lineare Ordnung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über linguistische Grundlagen der Textproduktion und führt auf das Praxisbeispiel einer fünften Realschulklasse zum Thema "Erzählen nach Reizwörtern" hin.
2. Zu den linguistischen Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Textbegriff sowie das Schreiben und beleuchtet Zusammenhänge zwischen Textproduktion, Diskurs und der kindlichen Schreibentwicklung.
3. Über die Entwicklung der Schreibfähigkeit: Es werden verschiedene wissenschaftliche Modelle (u.a. von Bereiter, Feilke, Becker-Mrotzek) vorgestellt, die die Stufen der Schreibentwicklung und die zunehmende Prozessorientierung beim Schreiben beschreiben.
4. Betrachtung von Überarbeitungs- bzw. Optimierungsverfahren und Textrevision: Hier wird die Bedeutung der Überarbeitung als Teil des Schreibprozesses erläutert, wobei zwischen Prätextrevisionen und der sichtbaren Textrevision unterschieden wird.
5. Bezüge zur Unterrichtspraxis einer 5. Klasse: Das Kapitel verknüpft theoretische Erkenntnisse mit der praktischen Unterrichtsgestaltung und erläutert Ansätze des kreativen Schreibens sowie die methodische Einbindung von Reizwörtern.
6. Analyse der Aufsätze (Übungsaufsatz und Klassenarbeit) „Erzählen nach Reizwörtern“: Anhand konkreter Schülertexte wird die Anwendung von Textqualitätskriterien demonstriert, die Entwicklung der Schüler reflektiert und der Einsatz von Beurteilungsbögen analysiert.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Schreibentwicklung Zeit benötigt und durch freudbetontes, prozessorientiertes Schreiben sowie durch die bewusste Reflexion über Textqualitäten nachhaltig gefördert werden kann.
Schlüsselwörter
Schreibentwicklung, Textproduktion, Textrevision, kreatives Schreiben, Reizwörter, Deutschunterricht, Realschule, Textsorten, Schreibkompetenz, Beurteilungsbogen, Textqualität, Schülertexte, Kohärenz, Schreibmotivation, Textanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Revisions- und Optimierungsverfahren beim Erlernen neuer Textsorten im Deutschunterricht der fünften Klasse.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die linguistischen Grundlagen des Schreibens, Modelle der Schreibentwicklung, Verfahren der Textüberarbeitung und die praktische Umsetzung des kreativen Schreibens im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu zeigen, wie durch ein strukturiertes, prozessorientiertes Schreibtraining die Textproduktionsfähigkeiten und die Schreibfreude von Schülern in einer fünften Klasse gesteigert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein didaktisch-methodischer Ansatz gewählt, der linguistische Theorien zur Textqualität auf reale Schüleraufsätze anwendet und durch eine unterrichtspraktische Analyse ergänzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Betrachtung der Schreibentwicklung und eine praktische Analyse von Schülertexten, die im Rahmen einer Unterrichtseinheit zum Thema "Erzählen nach Reizwörtern" entstanden sind.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Schreibentwicklung, Textqualität, kreatives Schreiben, Reizwörter und die prozessorientierte Textarbeit.
Warum ist das "Schreiben nach Reizwörtern" für die Schüler motivierend?
Es bietet einen niederschwelligen Zugang, regt die Fantasie und Imaginationskraft an und ermöglicht es den Schülern, eigene Geschichten zu kreieren, ohne zu stark durch formale Vorgaben gehemmt zu werden.
Wie unterstützen Beurteilungsbögen den Lernprozess?
Sie dienen den Schülern als Hilfestellung während des Schreibprozesses, machen Kriterien für gute Texte transparent und fördern die gegenseitige Reflexion sowie die Selbsteinschätzung.
Was war eine zentrale Herausforderung für die Schüler während der Einheit?
Die Schüler mussten lernen, ihr anfänglich ungezügeltes, emotionales Schreiben mit analytischen Verfahren und formalen Anforderungen zu verbinden, was kurzzeitig zu einer sinkenden Schreibmotivation führte.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Schreibentwicklung?
Schreibentwicklung braucht Zeit und wird maßgeblich durch freudvolles Schreiben gefördert, wobei die Verknüpfung von Textproduktion und bewusster Textanalyse essenziell ist.
- Citar trabajo
- Carolin Gosny (Autor), 2005, Texte schreiben im Deutschunterricht - Betrachtung von Revisions- und Optimierungsverfahren bei der Einführung einer neuen Textsorte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41796