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Das Kooperationsproblem in virtuellen Unternehmen - Eine kritische Analyse mit Lösungsansätzen

Title: Das Kooperationsproblem in virtuellen Unternehmen - Eine kritische Analyse mit Lösungsansätzen

Diploma Thesis , 2003 , 61 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Agica Reiser (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Die am häufigsten genannten Merkmale in den oft nicht ganz einheitlich lautenden Definitionen des virtuellen Unternehmens (hier im folgenden in einem übergreifenden Netzwerk-Kontext, auch virtuelle Organisation genannt) sind die rechtliche Selbstständigkeit, räumliche Verteiltheit, und die intendiert temporäre Zusammenarbeit der Akteure (Scholz 1994 b, S.38). Aus dem Verzicht auf eine zentrale Koordinationsinstanz und wegen der damit einhergehenden vermeintlichen Kostenersparnisse sowie der Flexibilitätserhöhung erhoffen sich die VU (Virtuellen Unternehmen) Effizienzvorteile gegenüber herkömmlichen Organisationsformen. Als Koordinationsmechanismus und Basis für die Kooperation wird an Stelle dessen auf das gegenseitige Vertrauen der Akteure abgestellt.
Fraglich ist jedoch wie es zu der Ausbildung von Vertrauen zwischen den Kooperationspartnern in VU überhaupt kommen soll. Insbesondere stellt sich diese Frage mit Blick auf die konstitutionellen Merkmale der VU, die den in der einschlägigen Literatur vorzufindenden Entstehungsbedingungen von Vertrauen (vgl. z. B. Luhmann 1989) zumindest auf den ersten Blick nicht zu entsprechen scheinen. Kann Vertrauen im VU demnach überhaupt entstehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die vorliegende Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Das Vertrauensdilemma in virtuellen Unternehmen

2.1 Wesentliche Merkmale virtueller Unternehmen

2.2 Vertrauen als Kooperationsbasis in VU?

2.3 Informationsdefizit, Kommunikation und Vertrauen

3. Spieltheoretische Betrachtung von Vertrauen

3.1 Die Rolle von Vertrauen in Kooperationssituationen

3.2 Die Gefangenendilemma-Situation im VU

3.2.1 Untersuchung der Merkmale und Handlungsalternativen

3.2.2 "Schatten der Zukunft" - wie die Zukunft das gegenwärtige Handeln beeinflusst

3.2.3 Bedeutung von Sanktionsmöglichkeiten und drohender Vergeltung im VU

4. Systemtheoretische Betrachtung von Vertrauen

4.1 Ausgewählte Aspekte der Vertrauensbildung

4.1.1 Zeitperspektive, Erfahrungen und Vertrauensbildung

4.1.2 Reduktion von Komplexität durch Vertrauen

4.1.3 Kontrolle des Vertrauens

4.2 Systemvertrauen

4.2.1 Kontrolle im System

4.2.2 Die Grenzen des virtuellen Systems

5. Vertrauensbildung im Netzwerk Virtuelles Unternehmen

5.1 Das Virtuelle Unternehmen als Unternehmensnetzwerk

5.2 Reputation in Virtuellen Unternehmen

5.3 Unternehmenskultur in Virtuellen Unternehmen

6. Kritisches Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch, ob und wie Vertrauen in virtuellen Unternehmen (VU) als Kooperationsbasis entstehen kann, insbesondere unter Berücksichtigung der konstitutiven Merkmale wie der fehlenden zentralen Koordinationsinstanz und der zeitlichen Befristetheit. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob eine Ausbildung von Vertrauen unter den strengen Anforderungen des VU-Konzepts theoretisch möglich ist.

  • Vertrauensproblematik in virtuellen Unternehmensstrukturen
  • Spieltheoretische Analyse von Kooperation und Gefangenendilemma
  • Systemtheoretische Perspektiven auf Komplexitätsreduktion und Vertrauensbildung
  • Einfluss von Reputation als Mechanismus in Netzwerken
  • Rolle der Unternehmenskultur bei instabilen Kooperationsformen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Untersuchung der Merkmale und Handlungsalternativen

Vergleicht man die Bedingungen des Experiments mit dem Konzept der VU, lassen sich Überschneidungen zu den in Abschnitt 2 dargestellten konstruktiven Merkmalen eines VU feststellen: Der Untersuchung hier sollen zwei Unternehmen zugrunde gelegt werden, die rechtlich unabhängig sowie räumlich getrennt sind, und die eine Entscheidung für oder gegen eine kooperative Zusammenarbeit frei treffen können. Wie auch schon bei Axelrod vorausgesetzt, gibt es im Fall des VU keine zentrale Instanz, die die Zusammenarbeit koordiniert. Die Theorie Axelrods könnte somit fruchtbare Ergebnisse für die Untersuchung der Vertrauensbildung in VU liefern.

Die Merkmale des Gefangenendilemma-Spiels bei Axelrod lassen sich wie folgt beschreiben:

1) Es handelt sich um ein Nicht-Nullsummen-Spiel,

2) in dem die Interessen der Teilnehmer nicht strikt entgegengesetzt sind und

3) dessen strategische Möglichkeiten und Regeln den Spielern genau bekannt sind.

(vgl. Axelrod 1995, S. 27)

Angewandt auf das Konzept "virtuelles Unternehmen" bedeutet dies im Einzelnen zu 1): In einem Nicht-Nullsummenspiel besteht die Möglichkeit, dass aus den gemeinsamen Aktionen ein Nutzen für beide Unternehmen resultiert. So können die Unternehmen des VU bei der Erfüllung eines konkreten Kundenauftrages durch den erzielten Umsatz den jeweiligen monetären Nutzen oder beispielsweise auch den Nutzen aus gewonnener Erfahrung steigern. Nur unter dieser Annahme ist eine Kooperation wie das VU sinnvoll (vgl. Becker 1999, S. 69; Mertens/Faisst 1996, S. 283), so dass diese Annahme, wie bei Axelrod, so auch der Untersuchung in dieser Arbeit zugrunde gelegt werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Hinführung zum Problem der Vertrauensbildung in virtuellen Unternehmen und Erläuterung des methodischen Vorgehens mittels Spiel- und Systemtheorie.

2. Das Vertrauensdilemma in virtuellen Unternehmen: Analyse der konstitutiven Merkmale des VU und der sich daraus ergebenden Herausforderungen für die Entstehung von Vertrauen.

3. Spieltheoretische Betrachtung von Vertrauen: Anwendung des Gefangenendilemma-Modells zur Untersuchung von Kooperationsanreizen und der Bedeutung des "Schattens der Zukunft" im VU.

4. Systemtheoretische Betrachtung von Vertrauen: Analyse der Funktion von Vertrauen als Mittel zur Komplexitätsreduktion und die Eignung von Systemvertrauen für die Struktur des VU.

5. Vertrauensbildung im Netzwerk Virtuelles Unternehmen: Prüfung der Möglichkeiten von Reputation und Unternehmenskultur als vertrauensfördernde Elemente in einem instabilen Netzwerk.

6. Kritisches Resümee: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage mit dem Ergebnis, dass eine Ausbildung von Vertrauen im VU unter den gegebenen Merkmalen nicht möglich ist.

Schlüsselwörter

Virtuelle Unternehmen, Vertrauen, Kooperation, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Systemtheorie, Komplexitätsreduktion, Systemvertrauen, Reputation, Netzwerk, Unternehmenskultur, Informationsasymmetrie, Opportunismus, Interaktion, Vertrauensbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht, ob in virtuellen Unternehmen, die durch eine dezentrale Organisation und zeitliche Befristung gekennzeichnet sind, Vertrauen als Kooperationsbasis überhaupt entstehen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Schnittstellen von Spieltheorie, Systemtheorie, Organisationsforschung und Netzwerktheorie im Kontext virtueller Unternehmensstrukturen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob Vertrauen bei einer stringenten Anwendung des Grundkonzepts der Virtuellen Unternehmung mit all seinen konstitutiven Merkmalen theoretisch entstehen kann oder ob das Konzept dies verhindert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse unter Einbeziehung spieltheoretischer Erkenntnisse (nach Robert Axelrod) und systemtheoretischer Ansätze (nach Niklas Luhmann), um das VU als System zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Gefangenendilemma im VU, das Systemvertrauen, die Rolle von Reputation als generalisiertes Kommunikationsmedium sowie die Möglichkeit der Etablierung einer gemeinsamen Unternehmenskultur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Vertrauen, Virtuelle Unternehmen, Kooperation, Gefangenendilemma, Reputation, Netzwerkdichte und Komplexitätsreduktion.

Warum ist die zeitliche Befristung im VU ein Hindernis für Vertrauen?

Die zeitliche Befristung und die damit verbundene Unwahrscheinlichkeit wiederholter Interaktionen verhindern, dass Akteure Anreize für kooperatives Verhalten haben, da sie keine langfristigen Konsequenzen fürchten müssen ("Schatten der Zukunft").

Könnte Reputation das Vertrauensproblem im VU lösen?

Das Ergebnis der Analyse zeigt, dass aufgrund der geringen Netzwerkdichte und der Diffusität persönlicher Kontakte keine verlässliche Reputation aufgebaut werden kann, die als Mechanismus für Vertrauensbildung fungieren könnte.

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Details

Title
Das Kooperationsproblem in virtuellen Unternehmen - Eine kritische Analyse mit Lösungsansätzen
College
University of Hagen  (Fachbereich Wirtschaftswissenschaft)
Grade
1,3
Author
Agica Reiser (Author)
Publication Year
2003
Pages
61
Catalog Number
V41803
ISBN (eBook)
9783638399944
Language
German
Tags
Kooperationsproblem Unternehmen Eine Analyse Lösungsansätzen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Agica Reiser (Author), 2003, Das Kooperationsproblem in virtuellen Unternehmen - Eine kritische Analyse mit Lösungsansätzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41803
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