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Caesars Commentarii belli civilis I,1-6

Title: Caesars Commentarii belli civilis I,1-6

Seminar Paper , 2002 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefan Trzeciok (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Einleitung

Quellen sind eines der wichtigsten Werkzeuge eines Historikers. Sie sind es, die die Informationen über Ereignisse, sei es direkt oder indirekt, für ihn überliefern. Auf ihnen sollte er seine Darstellung, Interpretation und Deutung der Geschichte aufbauen.
Das man insbesondere literarische Quellen aber nicht als wortwörtlich Geschehenes übernehmen darf, gilt seit B. G. Niebuhr (1776 - 1831), der die historisch-kritische Methode entwickelte, als selbstverständlich. Dahergehend muß man die Quelle ,,ihrer Überlieferung, ihrer Tendenz, ihrer jeweiligen Eigenart als Informationsträger ... ,ihrer Echtheit und Zuverlässigkeit"1 her überprüfen und auswerten.
Ich habe mich entschlossen Cäsars Commentarii de bello civile zu untersuchen und die ersten sechs Kapitel zu interpretieren. Die ersten sechs, weil sie in diesem Werk einen relativ in sich geschlossenen Teil bilden, der die Ereignisse vom Beginn des Jahres 49 v. Chr. aus der Sicht des Autors darstellt, bevor er selbst als handelnde Person in das Geschehen eingreift2. Der von mir interpretierte Abschnitt stellt die Ereignisse in und um Rom dar, stellt die Schuldfrage aus der Sicht Cäsars und bildet ein Proömium vor dem faktischen Beginn des Bürgerkrieges3. In ihm kommen meiner Meinung nach die Intentionen und die Tendenz des Werkes besonders gut zur Geltung.
Meine Interpretation wird textimmanent erfolgen, daß heißt, ich ziehe keine anderen Quellen zu Rate, die den Wahrheitsgehalt und die Vollständigkeit des von Cäsar Dargestellten verifizieren oder widerlegen. Somit untersuche ich nur die Intentionen Cäsars, wie er die Ereignisse unmittelbar vor dem Ausbruch des Krieges gesehen hat bzw. gesehen haben mochte. Alles andere würde das Ausmaß einer Proseminarsarbeit übersteigen.

[...]
_____
1 Fülle, G. / Herklotz, F. / Kohring, A., Handreichung für Teilnehmer an althistorischen Proseminaren und Tutorien, www.geschichte.hu-berlin.de
2 das geschieht erst im 7. Kapitel; vgl. Caes.civ. 1,1 - 1,7
3 ich meine damit die Überschreitung des Rubikon durch Cäsar
Rom, Paderborn/München/Wien/Zürich 1999, S.19-21; [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Commentarii

2.1 Der Begriff und die literarische Gattung der commentarii im 1. Jh. v.Chr.

2.2 Über den Begriff von Cäsars commentarii und seinen Stil

2.3 Über Autorenschaft, Veröffentlichung und Titel der commentarii belli civilis

2.4 Der Inhalt des bellum civile

2.5 Über die Einordnung meines Quellenabschnittes in den Gesamtkontext des Werkes und die Intentionen und Tendenzen Cäsars im bellum civile

3. Der historische Kontext

3.1 Die Krise der römischen Republik

3.2 Das Geschehen vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges 49 v.Chr

3.3

4. Die Interpretation der Kapitel 1-6 des bellum civile

4.1 Das erste Kapitel

4.2 Das zweite Kapitel

4.3 Das dritte und vierte Kapitel

4.4 Das fünfte Kapitel

4.5 Das sechste Kapitel

5. Fazit

6. Quellen – und Literaturverzeichnis

6.1 Quellenverzeichnis

6.2 Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ersten sechs Kapitel von Cäsars Commentarii de bello civile, um die rhetorischen Strategien und die Selbstdarstellung Cäsars unmittelbar vor Ausbruch des Bürgerkrieges zu analysieren. Der Fokus liegt dabei auf der textimmanenten Interpretation, durch die aufgezeigt werden soll, wie Cäsar die Schuldfrage zu seinen Gunsten deutet und sich als Verteidiger der dignitas und der Volkstribunen inszeniert.

  • Analyse der literarischen Gattung der commentarii im 1. Jahrhundert v. Chr.
  • Untersuchung der rhetorischen Gestaltung von Schuldzuweisungen in Cäsars Text.
  • Einordnung des Werkes in den historischen Kontext der Krise der Römischen Republik.
  • Dekonstruktion von Cäsars apologetischer Darstellung seiner politischen Kontrahenten.
  • Evaluation der "Objektivität" und der manipulativen Wirkung der cäsarischen Prosa.

Auszug aus dem Buch

4.2 Das zweite Kapitel

Da Pompeius bei dieser Senatssitzung nicht anwesend war, scheint die Rede Scipios, wie er schreibt, ex ipsius ore Pompei mitti. Pompeius wird als die Person dargestellt, die Druck auf den Senat und seine Entscheidungen ausübt, nicht Cäsar, wie es die Sprecher ausdrückten. Weiter heißt es, daß, wenn dies nicht geschehen wäre, mancher eine gemäßigte Meinung vorgetragen hätte. Hier zeigt sich also, wie Cäsar durch seine Rhetorik die Ereignisse in ihr Gegenteil umwandelt, die Geschichte sozusagen deutet. Aber es haben ja Leute eine gemäßigtere Meinung vorgetragen, wie er weiter schreibt. Nur bekommt man durch das vorher Gesagte den Eindruck, daß es Einzelpersonen sind, und sich die Masse der Senatoren dem Einfluß des Pompeius aus Angst nicht entziehen konnten.

In diesen Kontext bringt er den M. Marcellus, der zum Schutze des Senates, der Sicherheit und Freiheit vorschlägt, Truppen auszuheben. Dies gilt auch für M. Calidius, der Pompeius zwingen lassen will, in seine Provinz zu gehen, um keinen Anlaß für Unruhen zu geben, und für M. Rufus, der dieselbe Meinung vertritt. Alle drei weißt der Konsul zurück und die Vorschläge werden unter scharfer Zurechtweisung abgewiesen oder aus Furcht zurückgenommen. So malt Cäsar eine Senatssitzung, die unter dem Terror des Lentulus und des Scipio steht. Er erreicht, daß man den Eindruck erhält, nicht Cäsar sei es, der die Freiheit des Staates bedrohe, sondern die Gegenpartei. Wieder impliziert er dem Leser, ein solcher Senat sei nicht in der Lage, gerecht zu entscheiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der historisch-kritischen Methode und Erläuterung der Motivation, die ersten sechs Kapitel des bellum civile zu untersuchen.

2. Commentarii: Definition der Gattung und Analyse von Cäsars speziellem Stil, seiner Autorenschaft sowie der Intentionen hinter dem Werk.

3. Der historische Kontext: Darstellung der innenpolitischen Krise der Römischen Republik und der Eskalation bis zum Jahr 49 v. Chr.

4. Die Interpretation der Kapitel 1-6 des bellum civile: Detaillierte Analyse der von Cäsar geschilderten Senatssitzungen und der rhetorischen Verteidigung seiner Person.

5. Fazit: Kritische Reflexion der cäsarischen Selbstdarstellung, die als politisches Kampfmittel zur Rechtfertigung des Bürgerkrieges fungiert.

6. Quellen – und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Cäsar, bellum civile, Commentarii, Römische Republik, Bürgerkrieg, Senat, Pompeius, Rhetorik, Schuldfrage, historische Interpretation, dignitas, Volkstribunen, Selbstdarstellung, Quellenkritik, politische Propaganda.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer textimmanenten Interpretation der ersten sechs Kapitel von Cäsars Commentarii de bello civile, um dessen Sicht auf die Ereignisse unmittelbar vor Ausbruch des Bürgerkrieges zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die römische Verfassungsgeschichte, die rhetorische Strategie Cäsars als Autor, die Rolle von Machtgruppen im Senat sowie die moralische Rechtfertigung der eigenen Person.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Cäsar durch gezielte Wortwahl und Darstellung der Ereignisse den Eindruck erweckt, ihm sei der Bürgerkrieg gegen seinen Willen aufgezwungen worden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-kritische sowie textimmanente Methode angewandt, bei der die Quellen als Konstrukte des Autors verstanden werden, um seine Intentionen und Tendenzen freizulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Kapitel 1 bis 6, untersucht die Reden der politischen Gegner (Lentulus, Scipio) und reflektiert die Manipulation der politischen Ereignisse durch Cäsars narrativen Stil.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Propaganda, Selbstdarstellung, dignitas, Verfassungsbruch und die Rhetorik der Rechtfertigung in antiken historischen Quellen.

Wie bewertet der Autor Cäsars Verhältnis zum Senat?

Der Autor stellt fest, dass Cäsar den Senat als durch Pompeius und dessen Anhänger terrorisiert und in seiner Urteilsfähigkeit eingeschränkt darstellt, um sich selbst aus der Verantwortung für die Eskalation zu ziehen.

Welche Rolle spielen die Volkstribunen in der Argumentation Cäsars?

Die Volkstribunen dienen Cäsar als moralische Instanz, deren Unterdrückung er als Beweis für den Verfassungsbruch seiner Gegner nutzt, um seine eigene Rolle als Verteidiger der Freiheit zu legitimieren.

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Details

Title
Caesars Commentarii belli civilis I,1-6
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Course
Caesar - De bello Gallico
Grade
1,0
Author
Stefan Trzeciok (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V4182
ISBN (eBook)
9783638126007
Language
German
Tags
Caesar Interpretation Intuition
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Trzeciok (Author), 2002, Caesars Commentarii belli civilis I,1-6, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4182
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