Mein Interesse für die noch junge Wissenschaft Geragogik, wurde in einer Vorlesung geweckt. Mir ist im Laufe des Studiums aufgefallen, dass die Arbeit mit Alten oder alternden Menschen in der Sozialen Arbeit, noch weitesgehend unbeachtet bleibt. Nur wenigen Studenten/Innen der Sozialen Arbeit ist bewusst, dass dies ein Handlungsfeld der Zukunft sein wird. Ich möchte mit dieser Arbeit die Bedeutung der Altenbildung in der Sozialen Arbeit herausarbeiten. Längst basiert unsere Arbeit nicht mehr ausschließlich auf der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen oder Suchtkranken , um nur einige Handlungsfelder zu nennen.
Der Bereich der Erwachsenenbildung oder Altenbildung wird auch für den Sozialarbeiter ein Handlungsfeld der Zukunft sein. Gerade deshalb ist dies für mich ein Anlass gewesen, mich mit diesem Thema näher auseinanderzusetzen. Erfahrungen in der Arbeit mit alten und alternden Menschen, konnte ich während eines Praktikums, in einer Tagesstrukturierenden Einrichtung für Demenzerkrankte, sammeln. Die eigene Auseinandersetzung, wie ich in Zukunft leben möchte, brachte ebenfalls einige Erkenntnisse hervor und bestärkte mich darin, zu recherchieren. Ich möchte in dieser Arbeit, insbesondere die Bedeutung der Geragogik für die Soziale Arbeit, herausarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche Klärungen
2.1 Geragogik und ihr Gegenstandsbereich
2.2 Erwachsenenlernen
2.3 Lernen und Bildung in Bezug auf die Soziale Arbeit
2.4 Bildung- ein Synonym für was?
2.5 Bildung im Alter – Altenbildung und Soziale Arbeit
3 Historische Entwicklung der Altenbildung und der Geragogik in der BRD nach 1945
4 Geragogische Handlungsfelder in der Sozialen Arbeit seit 1945
5 Derzeitiger Anteil der geragogischen Inhalte und Module der Geragogik im Studiengang Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule NRW
6 Weiterbildung zur Sozialeragogin/ zum Sozialeragogen - eine Perspektive
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung der Geragogik innerhalb der Sozialen Arbeit und beleuchtet die historische sowie aktuelle Entwicklung der Altenbildung in Deutschland, um deren Stellenwert als Zukunftsfeld der Disziplin zu unterstreichen.
- Grundlagen der Geragogik und Bildungsbegriffe im Alter
- Historische Entwicklung der Altenbildung nach 1945
- Handlungsfelder der Geragogik in der Sozialen Arbeit
- Integration geragogischer Inhalte im Hochschulstudium
- Perspektiven für die Weiterbildung zum Sozialeragogen
Auszug aus dem Buch
2.1 Geragogik und ihr Gegenstandsbereich
„Als Geragogik wird eine wissenschaftliche Disziplin bezeichnet, die sich am Leitbild von Menschenwürde und Partizipation im Alter orientiert, Bildungsprozesse in der zweiten Lebenshälfte erforscht, Bildungskonzepte mit Älteren und für das Alter entwickelt und erprobt und diese in die Aus-, und Weiterbildung für die Arbeit mit Älteren einbringt“ ( Bubolz-Lutz 2010: S. 14). Der Begriff Geragogik wurde das erste mal im Jahre 1965 von H.G. Petzold genannt und im Jahre 1971 von Mieskes, als „Pädagogik der alternden und alten Menschen“ definiert.
Die Wissenschaft der Geragogik hat sich zur Aufgabe gemacht, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Der Austausch zwischen Wissenschaftlern und Alternden und alten Menschen ist zwingend erforderlich. Geragogik richtet Lernprozesse „von/mit/für Ältere“ aus (Vgl. Steinfort-Diedenhofen, 2014: S.2). Dies bedeutet, dass Menschen die sich mit den Fragen des Alterns auseinandersetzen und in diesem Bereich forschen und arbeiten, auch die Anforderungen, Bedürfnisse und Wünsche, welche die alternden Menschen mitbringen, miteinander verknüpfen müssen, um „…zur Entwicklung einer >Gesellschaft des langen Lebens< beizutragen“( Bubolz-Lutz 2010: S.13).
Dies beinhaltet auch , dass die Betroffenen Alternden partizipieren, weil sie aktiver Teil der Forschung und Weiterentwicklung der noch jungen Disziplin sind. Nur Hand in Hand funktioniert die Weiterentwicklung geragogischer, wissenschaftlicher Erkenntnisse und didaktischer Vorgehensweisen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Geragogik als Zukunftsfeld der Sozialen Arbeit und Erläuterung der persönlichen Motivation für die Themenwahl.
2 Begriffliche Klärungen: Definition zentraler Fachbegriffe wie Geragogik, Erwachsenenlernen und deren Bezug zum Bildungsauftrag in der Sozialen Arbeit.
3 Historische Entwicklung der Altenbildung und der Geragogik in der BRD nach 1945: Darstellung des historischen Wandels vom defizitären Altersbild hin zur Anerkennung der Potenziale des Alterns.
4 Geragogische Handlungsfelder in der Sozialen Arbeit seit 1945: Aufzeigen der vielfältigen Tätigkeitsbereiche für Geragogen im professionellen sozialen Kontext.
5 Derzeitiger Anteil der geragogischen Inhalte und Module der Geragogik im Studiengang Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule NRW: Analyse der Implementierung geragogischer Inhalte in die Curricula der verschiedenen Hochschulstandorte.
6 Weiterbildung zur Sozialeragogin/ zum Sozialeragogen - eine Perspektive: Vorstellung der Möglichkeiten einer vertiefenden Spezialisierung für Fachkräfte zur Arbeit mit alternden Menschen.
7 Fazit: Reflexion über die Bedeutung der Geragogik und den notwendigen gesellschaftlichen sowie persönlichen Paradigmenwechsel im Umgang mit dem Altern.
Schlüsselwörter
Geragogik, Soziale Arbeit, Altenbildung, Bildung im Alter, Lebenslanges Lernen, Altersbilder, Sozialeragogik, Partizipation, Bildungskonzepte, demografischer Wandel, Empowerment, Seniorenpolitik, Erwachsenenlernen, Generationenverhältnis, Kompetenzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung der Altenbildung nach 1945 und der steigenden Bedeutung der Geragogik als zentrales Handlungsfeld innerhalb der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die begriffliche Definition der Geragogik, ihre historische Entwicklung, aktuelle Handlungsfelder in der Sozialen Arbeit sowie die Verankerung geragogischer Inhalte in der Ausbildung.
Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung der Altenbildung für die Soziale Arbeit hervorzuheben und das Bewusstsein für die Zukunftsrelevanz dieses Fachbereichs bei Studierenden und Fachkräften zu schärfen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Bildungskonzepten und Studiengangmodulen basiert.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den historischen Wandel von der Defizitperspektive hin zur Ressourcenorientierung im Alter sowie die praktische Umsetzung geragogischer Lehrmodule an der Katholischen Hochschule NRW.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geragogik, Soziale Arbeit, Altenbildung, Empowerment und den Paradigmenwechsel im Alter geprägt.
Welche Rolle spielt die Katholische Hochschule NRW in diesem Kontext?
Die Hochschule dient als konkretes Fallbeispiel, an dem gezeigt wird, wie geragogische Inhalte in die Lehre integriert werden und welche Weiterbildungsperspektiven für Sozialeragogen existieren.
Warum ist ein Paradigmenwechsel in der Sicht auf das Alter wichtig?
Ein Wechsel ist notwendig, um das Alter nicht länger als defizitäre Lebensphase zu betrachten, sondern als Zeit mit eigenen Potenzialen, die durch gezielte Bildungsangebote bereichert werden kann.
- Arbeit zitieren
- Mandy Singler (Autor:in), 2016, Die wachsende Bedeutsamkeit der Geragogik in der Sozialen Arbeit. Entwicklung der Altenbildung von 1945 bis heute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418309