In diesem Assignment soll die Population EcologyTheorie nach Hannan/ Freeman und in der Weiterentwicklung nach Aldrich/ Pfeffer erläutert werden, um auf Basis dieser den Prozess von Organisationsentwicklungen zu verstehen. Hierzu wird im ersten Schritt diese Theorie in den Theorienpluralismus der Organisationssoziologie zeitlich und thematisch eingeordnet.
Danach sollen im Kapitel 3 die wichtigsten Wirkungszusammenhänge der Population, Variation, Selektion, Retention sowie der strukturellen Trägheit erklärt werden. Schließlich erfolgt eine kritische Würdigung der Population Ecolgoy-Theorie und ein Fazit in Kapitel 4. Im Rahmen dieser theoretischen Ausarbeitung wird ein Blick auf die Rolle der Manager bei Organisationsentwicklungen geworfen. Schließlich werden Faktoren und Fähigkeiten genannt, welche die Überlebensfähigkeit von Organisationen erhöhen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
2 Einordnung der Population Ecology-Theorie in die Organisationstheorien
3 Wirkungszusammenhänge nach Hannan/ Freeman und weiterentwickelt nach Aldrich/ Pfeffer
3.1 Populationen
3.2 Variation, Selektion, Retention
3.3 Strukturelle Trägheit
4 Kritische Würdigung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Population Ecology-Theorie nach Hannan/ Freeman sowie deren Weiterentwicklung durch Aldrich/ Pfeffer zu erläutern, um auf dieser Grundlage den Prozess der Organisationsentwicklung besser zu verstehen und kritisch zu hinterfragen.
- Einordnung der Population Ecology-Theorie in den Theorienpluralismus der Organisationssoziologie.
- Analyse der Wirkungszusammenhänge von Population, Variation, Selektion und Retention.
- Untersuchung des Phänomens der strukturellen Trägheit in Organisationen.
- Diskussion der Rolle des Managements in evolutionären Organisationsprozessen.
- Kritische Würdigung des theoretischen Gehalts und der empirischen Anwendbarkeit des Ansatzes.
Auszug aus dem Buch
3.3 Strukturelle Trägheit
Die Population Ecology-Theorie von Hannan/ Freeman beruht zudem auf dem Theorem, dass die bisherige Anpassungsperspektive, wie beispielsweise in der Kontingenztheorie vertreten, nicht ausreicht um Veränderungsprozesse in Organisationspopulationen zu erklären. Der Grund liegt in der Trägheit von Organisationen gegenüber dem Veränderungsdruck. Das führt auf den ersten Blick dazu, dass In der Population Ecology-Theorie den Managern eine weit geringere Bedeutung zugeteilt wird, aktiv grundlegende Veränderungen frei gestalten zu können.
Nach Hannan/ Freeman lässt sich die Trägheit von Organisationen durch interne und externe Faktoren begründen. Interne Faktoren sind die versunkenen Kosten in Investitionen, welche nun nicht mehr für andere Zwecke verwendet werden können. Weiterhin zählt hierzu die unvollständige Information der Manager, bedingt durch die niemals vollständigen Informationsflüsse im Unternehmen. Darüber hinaus die Dynamik politischer Koalitionen zur Erhaltung des Status Quo im Unternehmen. Änderungen in Organisationsstrukturen führen meist zu veränderten Ressourcenverteilungen, was von verschiedenen Gruppen nicht erwünscht ist. Ein weiterer interner Faktor ist die eigene Organisationshistorie, welche die Tendenz widerspiegelt den aktuellen Status als normativen Standard zu akzeptieren. Die von Organisationsmitgliedern gelernten normativen Strukturen zu ändern, ist eine große Herausforderung. Externe Faktoren sind rechtliche und politische Eintrittsbarrieren in Märkte, Erhaltung von relevanten Informationen aus der Umwelt oder Handlungslegitimität erteilt durch die Gesellschaft.
Wenn die strukturelle Trägheit die notwendigen Anpassungen an die Umwelt verhindert, so greift die natürliche Selektion in einer Population und nur die „fitten“ Organisationen überleben. Organisationen sind insbesondere gefährdet, wenn ihre Trägheit größer ist als die von Wettbewerbsorganisationen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen von Organisationen in dynamischen Umwelten ein und stellt die Zielsetzung vor, die Population Ecology-Theorie als Analyseinstrument für Organisationsentwicklungen zu nutzen.
2 Einordnung der Population Ecology-Theorie in die Organisationstheorien: Das Kapitel verortet den Ansatz im Theorienpluralismus der Organisationssoziologie und ordnet ihn als Perspektive des „Offenen Systems“ ein.
3 Wirkungszusammenhänge nach Hannan/ Freeman und weiterentwickelt nach Aldrich/ Pfeffer: Hier werden die zentralen theoretischen Bausteine wie die Definition von Populationen, die evolutionären Mechanismen der Variation, Selektion und Retention sowie die strukturelle Trägheit detailliert erläutert.
4 Kritische Würdigung und Fazit: Das Kapitel setzt sich kritisch mit den Vorwürfen gegen die Theorie auseinander, hinterfragt deren theoretischen Gehalt und methodische Präzision, schließt jedoch mit einer Einordnung des Nutzens für die Praxis.
Schlüsselwörter
Population Ecology, Organisationssoziologie, Evolutionstheorie, Organisationsentwicklung, Selektion, Variation, Retention, strukturelle Trägheit, Ressourcen, Umweltbedingungen, Management, Anpassung, Wettbewerb, Accountability, Reliability.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Population Ecology-Theorie und nutzt diese, um die Entwicklung von Organisationen durch eine evolutionäre Brille zu betrachten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Felder sind die Einordnung der Theorie, die Mechanismen der Selektion innerhalb von Organisationen, der Umgang mit Ressourcen und die Bedeutung der strukturellen Trägheit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Prozess von Organisationsentwicklungen auf Basis der Population Ecology-Theorie verständlich zu machen und die Rolle des Managements kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf einer Literaturanalyse bestehender organisationstheoretischer Konzepte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der Disziplin sowie die detaillierte Erklärung der Wirkungszusammenhänge, inklusive der Begriffe Population, Variation, Selektion, Retention und Trägheit.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Begriffe Population Ecology, evolutionäre Prozesse, Organisationsselektion und strukturelle Trägheit sind die tragenden Säulen dieser Arbeit.
Wie unterscheidet sich die Population Ecology-Theorie von klassischen Anpassungsansätzen?
Im Gegensatz zu Ansätzen, die den Fokus auf die bewusste, strategische Anpassung durch Manager legen, betont diese Theorie die Trägheit von Organisationen und quasi-evolutorische Prozesse.
Warum kann strukturelle Trägheit sowohl ein Hindernis als auch ein Vorteil sein?
Während Trägheit notwendige Anpassungen behindern kann, erhöht sie gleichzeitig die Zuverlässigkeit (Reliability) und Rechenschaftsfähigkeit (Accountability), was zur langfristigen Stabilität und Überlebensfähigkeit beitragen kann.
- Arbeit zitieren
- Johanna Richter (Autor:in), 2016, Innovative Organisationstheorien. Population Ecology Forschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418329