Besteuerung eines Firmenfahrzeugs. 1%-Regelung oder Fahrtenbuch


Projektarbeit, 2017
25 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis. III

III. Tabellenverzeichnis. IV

Einleitung.. 5

1. Ertragsteuerliche Behandlung.. 7

1.1 Zuordnung zum Betriebsvermögen.. 7

1.1.1 Notwendiges Betriebsvermögen. 7

1.1.2 Gewillkürtes Betriebsvermögen. 8

1.1.3 Notwendiges Privatvermögen. 8

1.2 Wahl der Ermittlungsmethode. 9

1.3 Anscheinsbeweis für Privatnutzung. 9

1.4 Die Fahrtenbuchmethode. 10

1.4.1 Anforderungen an ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch. 10

1.4.2 Mindestangaben eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuches. 11

1.5 Die Pauschalierungsmethode (1%-Regelung) 12

1.5.1 Berechnung des Privatanteils nach der 1%-Regelung. 13

1.5.2 Tatbestandsmerkmale des § 6 (1) Nr. 4 Satz 2 EStG.. 13

1.6 Vergleich Pauschalversteuerung & Fahrtenbuchmethode. 15

2. Einführung in das Praxisunternehmen.. 16

2.1 Vorwort 16

2.2 Einstiegsfall 17

2.2.1 Beispiel 1: Listenpreismethode vs. Fahrtenbuchmethode. 18

2.2.2 Beispiel 2: Listenpreismethode vs. Fahrtenbuchmethode. 19

2.2.3 Ergebnis. 20

3. Fazit 21

Literaturverzeichnis. 23

Rechtsquellenverzeichnis. 25

II. Einleitung

In nachfolgender Projektarbeit wird die Besteuerung der Privatnutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs behandelt. Ein Thema, das in den letzten Jahren dauernden Änderungen unterlag. Durch die große Bandbreite der betroffenen Personen kommt es wiederholt zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Finanzverwaltung und den Steuerpflichtigen. Eine Anhäufung an Finanzgerichts- und BFH-Urteilen sowie die Beteiligung des Europäischen Gerichtshofes markieren die Relevanz dieses Themas. Fraglich ist, warum die steuerliche Berücksichtigung des Firmenwagens überhaupt notwendig ist. Die steuerliche Berücksichtigung des Firmenwagens hängt davon ab, ob eine Privatnutzung des Dienstwagens vereinbart worden ist oder nicht. § 8 (2) des Einkommensteuergesetzes führt dazu unter anderem aus: „Einnahmen, die nicht in Geld bestehen (Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbezüge), sind mit den um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreisen am Abgabeort anzusetzen“. Das bedeutet, wird für eine erbrachte Arbeitsleistung anstatt einer Geldzahlung eine andere Form der Kompensation, in diesem Falle die Privatnutzung des Dienstwagens, gewährt, stellt dies laut dem Deutschen Steuerrecht ein Sachbezug dar.

Die Sachverhalte müssen einerseits einkommensteuerlich, andererseits auch umsatzsteuerlich bewertet werden. Eine fachliche Herausforderung ist die Beurteilung, wie sich dieser Sachbezug in einen Geldwert umrechnen lässt, der für die Steuerberechnung und die abzuführenden Sozialabgaben zugrunde zu legen ist. Besonders, weil bei Einkommensteuer und Umsatzsteuer diverse Maßstäbe angesetzt werden. Arbeitnehmer brauchen hierfür gewöhnlich weniger Einkommensteuer als für bar ausgezahlten Lohn entrichten. Dies wird durch Einräumungen vom Fiskus bei Lohnsteuer und Sozialversicherung ermöglicht. Der wertmäßige Ansatz des Sachbezuges stellt den geldwerten Vorteil dar, der das Gehalt oder den Bruttolohn des Arbeitnehmers entsprechend erhöht.

Mit der Ermittlung des geldwerten Vorteils sind viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer betroffen. Denn durch die bereits erwähnten Einbußen bei Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen sind heutzutage PKWs Bestandteil fast jedes Unternehmens – ob als Statussymbol oder Arbeitsgerät. Die Jahresbilanz 2016 der Kraftfahrt-Bundesamt weist 3,4 Millionen neu zugelassene Personenkraftwagen (+4,5 Prozent mehr als im Vorjahr). Darunter fielen 65 Prozent auf gewerbliche Halter - nur 0,8 Prozent (65,8 Prozent) weniger als im Vorjahr . Der gewerbliche Anteil der Neuzulassungen bleibt nach wie vor relativ hoch. Daraus lässt sich die große Bandbreite der betroffenen Personen erkennen.

Zur Ermittlung des geldwerten Vorteils gibt es laut gesetzgebender Gewalt zwei Verfahren, die im Laufe der Arbeit näher erläutert werden. Die Wahl der Methode für die Besteuerung des geldwerten Vorteils sollte dabei mit Bedacht erfolgen. Wenn nicht, reduziert sich die Steuerersparnis unter Umständen schnell um einige Tausend Euro. Um solch einen Verlust entgegen zu wirken, ist eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Thema dieser Arbeit unerlässlich.

Aus diesem Grund soll sich diese Projektarbeit mit der „Besteuerung eines Firmenfahrzeugs: 1%-Regelung oder Fahrtenbuch“ befassen. Dabei soll die folgende Frage beantwortet werden: „ 1%-Regelung oder Fahrtenbuch - wann ist welche Besteuerungsmethode günstiger?“

Die Heran­gehensweise an das Thema fußt auf zweierlei Fundament. Zunächst wird das Hauptaugenmerk auf Besteuerung der Firmenwagen in der Theorie gelegt und im weiteren Verlauf Bezug auf ein Unternehmen auf praktische Art und Weise genommen. In Teil I dieser Arbeit soll einen Überblick über die ertragsteuerlichen Vorschriften in Bezug auf die private Kfz-Nutzung und ihre Auswirkungen auf den Steuerpflichtigen geben. Dabei werden die gesetzlichen Einzelvorschriften vorgestellt und erläutert. Die umsatzsteuerliche Behandlung muss auf Grund des Umfangs dieser Arbeit außer Acht gelassen werden. Im zweiten Teil der Arbeit soll die theoretische Ausarbeitung auf die Praxis bezogen werden. Dabei wird eines der vier Firmenwagen der Steuerkanzlei A. GmbH als Beispiel genommen.

Zunächst wird auf die ertragsteuerliche Behandlung der Privatnutzung von betrieblichen Pkws eingegangen.

III. 1. Ertragsteuerliche Behandlung

1.1 Zuordnung zum Betriebsvermögen

Ob der private Nutzungsanteil als Nutzungsentnahme zu erfassen ist, ergibt sich aus der Zuordnung des Pkws zum notwendigen bzw. gewillkürten Betriebsvermögen oder dem Privatvermögen.

Als Kraftfahrzeug kommt jedes Fahrzeug in Frage, das nach allgemeiner Lebenserfahrung zu einer privaten Nutzung geeignet ist, wie z. B. Campingfahrzeuge oder Krafträder. Auf die kraftfahrzeugsteuerrechtliche Einordnung kommt es nicht an. Es muss für einen Personentransport tauglich sein. Reine Lkws und Zugmaschinen sind nicht für die Privatnutzung geeignet. Diese werden für die Berücksichtigung der Entnahme insgesamt anders behandelt als Pkw und bleiben daher hier außer Betracht.

Diese Zuordnung hat Auswirkungen auf die Bemessungsgrundlage der Besteuerung der Privatnutzung des Kraftfahrzeugs. Zugeordnet werden die Wirtschaftsgüter nach dem Umfang ihrer privaten bzw. gewerblichen Nutzung.

An dieser Stelle sind die allgemeingültigen Zuordnungsgrundsätze aus R 4.2 (1) EStR zu beachten, wonach gilt:

1.1.1 Notwendiges Betriebsvermögen

Fahrzeuge gehören zum notwendigen Betriebsvermögen eines Unternehmens, wenn die ausschließlich und unmittelbar für eigenbetriebliche Absichten genutzt werden. Darunter fallen zum einen gemietete oder geleaste Fahrzeuge, obwohl das Kfz im Regelfall im Betriebsvermögen des Leasinggebers ausgewiesen wird. Zum anderen ebenfalls gemischt genutzte Fahrzeuge, die zwangsweise dem Betriebsvermögen einzuordnen sind, wenn die gewerbliche Nutzung, einschließlich der Fahrten zwischen Heim und Arbeitsplatz, mehr als 50 Prozent beträgt. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass es sich bei der Nutzung eines Fahrzeugs für Wege zwischen Wohnung und Betriebsstätte und für Familienheimfahrten nicht um private Fahrten handelt. Dies ist daran zu erkennen, dass ihre Abzugsfähigkeit im Jahr 2005 durch § 4 (5) Satz 1 Nr. 6 EStG in der Höhe beschränkt wurde.

1.1.2 Gewillkürtes Betriebsvermögen

Fahrzeuge, die in einem definierten objektiven Zusammenhang mit dem Unternehmen stehen und ihn zu fördern bestimmt und geeignet sind, können als gewillkürtes Betriebsvermögen dem Betriebsvermögen oder zu 100 Prozent dem Privatvermögen zugeordnet werden. Hierfür besteht gemäß R 4.2 (1) Satz 6 EStR ein Wahlrecht. Ein definierter objektiver Zusammenhang ist bei einer Nutzung von mindestens 10 Prozent bis maximal 50 Prozent gegeben.

Die Privatnutzung eines Betriebsfahrzeugs, das zum gewillkürten Betriebsvermögen gehört, darf nur anhand eines Fahrtenbuchs oder aufgrund einer Schätzung – in Bezug auf die tatsächlichen Kosten (inkl. Abschreibung) – ermittelt werden. Die Anwendung Bruttolistenpreismethode ist nur beim notwendigen Betriebsvermögen zulässig.

1.1.3 Notwendiges Privatvermögen

Beträgt die private Nutzung mehr als 90 Prozent, ist das Fahrzeug notwendiges Privatvermögen. Der Unternehmer hat dahingehend keinerlei Möglichkeiten das Fahrzeug in das Betriebsvermögen aufzunehmen. Somit sind alle mit der Anschaffung im Zusammenhang stehenden Kosten nicht betrieblich abziehbar. Trotz alledem können betriebliche Fahrten mit dem jeweiligen Kilometersatz für Dienstreisen von 0,30 Euro pro gefahrenen Kilometer als Betriebsausgaben verbucht werden. Hierfür ist z. B. eine Reisekostenabrechnung zu führen, in der die einzelnen Fahrten mit der tatsächlich zurückgelegten Wegstrecke aufgezeichnet sind. Daneben ist die Entfernungspauschale für Fahrten zur Arbeit ansetzbar.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Besteuerung eines Firmenfahrzeugs. 1%-Regelung oder Fahrtenbuch
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
25
Katalognummer
V418416
ISBN (eBook)
9783668677494
ISBN (Buch)
9783668677500
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
besteuerung, firmenfahrzeugs, fahrtenbuch
Arbeit zitieren
Christian Quagliata (Autor), 2017, Besteuerung eines Firmenfahrzeugs. 1%-Regelung oder Fahrtenbuch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418416

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