Die Christliche-Demokratische Union stellt eine der wichtigsten Parteien in der Bundesrepublik Deutschland dar. Sie war nicht nur maßgeblich an der politischen Gestaltung der BRD nach dem 2. Weltkrieg beteiligt, sondern trug wesentlich an der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 bei. Aus ihr gingen bedeutende Politiker hervor, die die Gesellschaft erheblich beeinflussten. Zu den bedeutendsten Akteuren gehörte Konrad Adenauer und gehören heute noch Helmut Kohl und die jetzige Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Die drei Genannten weisen jeweils eine Amtszeit als Bundeskanzler bzw. Bundeskanzlerin von mindestens 12 Jahren auf, was gerade bei dem ständigen Wandel in der Gesellschaft mehr als nur herausfordernd ist. Um eine unionsgeführte Bundesregierung zu bilden, koalierte die CDU mit verschiedenen Parteien, die einzig stetige Konstante stellt die Christliche-Soziale Union dar. Die beiden Parteien bilden eine Fraktionsgemeinschaft mit der Bezeichnung „die Union“. Jedoch war die Kooperation der Parteien nicht immer leicht. Es kam zu heftigen Diskussionsrunden bezüglich verschiedenster politischer Fragestellungen, sogar zu einem zwischenzeitlichen Trennungsbeschluss. Auch im Verlauf des letzten Jahres herrschten wieder einige Ungereimtheiten zwischen den beiden Parteien hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik. Dabei muss sich die CSU immer wieder gegen die Meinung stemmen, nur ein kleiner Teil der Union zu sein, deren Wirkungsbereich sich auf Bayern beschränkt.
Wie sieht die Rolle der CSU innerhalb der Fraktion aus? Ist sie lediglich ein Stellvertreter der CDU in Bayern oder steckt mehr dahinter? Werden die parteilichen Interessen der CSU in der Union ausreichend vertreten? Bevor diese Fragen im Folgenden angegangen werden, sollen zuvor die Rahmenbedingungen hinsichtlich des Parteienstatus und des geschichtlichen Hintergrunds von CDU und CSU festgelegt werden. Zuletzt wird auf die direkte bundespolitische Einflussnahme seitens der CSU eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was charakterisiert eine Partei in Deutschland?
3. Geschichte
3.1. CDU
3.2. CSU
4. Die Fraktionsgemeinschaft aus CDU und CSU
4.1. Die Landespartei CSU in der Bundespolitik
4.2. Das Verhältnis von CSU und CDU innerhalb der Fraktion
4.3. Die Rolle der CSU in der Union auf bundespolitscher Ebene
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die komplexe politische Beziehung und Zusammenarbeit zwischen der CDU und der CSU. Ziel ist es zu analysieren, wie die CSU trotz ihres regionalen Fokus in Bayern einen maßgeblichen Einfluss auf die Bundespolitik ausübt und welche Rolle die Fraktionsgemeinschaft dabei einnimmt.
- Struktur und Charakteristika deutscher Parteien
- Historische Entwicklung von CDU und CSU
- Die rechtliche und politische Konstruktion der Unions-Fraktionsgemeinschaft
- Einflussmöglichkeiten und Privilegien der CSU im Bundestag
- Die Bedeutung der Regierungsbeteiligung für den CSU-Einfluss
Auszug aus dem Buch
4.2. Das Verhältnis von CSU und CDU innerhalb der Fraktion
Seit der Bildung der Fraktionsgemeinschaft aus CDU und CSU haben sich das Mitspracherecht und die Privilegien der CSU innerhalb der Fraktion Schritt für Schritt ausgebaut. Dies ist unter anderem begründet durch den Zuwachs des Einflusses der CSU und der situationsgebundenen politischen Lage. Beispielhaft dafür ist das 1972 entstandene Fraktionsabkommen, welches der CSU trotz eines geringeren quantitativen Kontingents an der Gesamtfraktion ein nahezu gleiches Mitspracherecht zusicherte. Den Höhepunkt des Machtkampfes innerhalb der Union ging am 19. November 1976 aus dem Trennungsbeschluss von Kreuth hervor. Dort wurde die Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft mit 61% aller CSU-Bundestagsabgeordnetenstimmen beschlossen.
Die CDU war sichtlich überrascht, stellte jedoch einhergehend klar, dass bei einer Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft gleichzeitig ein eigener interessenvertretender Landesverband in Bayern aufgestellt würde. Diese Ankündigung führte zu deutlichen Protesten innerhalb der CSU und letztlich zum Festhalten an der parteilichen Partnerschaft. Nichtsdestotrotz wird vor Beginn jeder Legislaturperiode ein neuer Fraktionsvertrag gebildet, der „[…]die gemeinsamen Organe und Gremien sowie die interne Arbeitsweise der Fraktionsgemeinschaft konkretisiert“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von CDU und CSU dar, beschreibt die Dynamik ihrer Fraktionsgemeinschaft und formuliert die Leitfragen zur Rolle und zum Einfluss der CSU im Bund.
2. Was charakterisiert eine Partei in Deutschland?: Hier werden die verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen an Parteien sowie deren Rolle im demokratischen System der Bundesrepublik erläutert.
3. Geschichte: Dieser Abschnitt bietet einen geschichtlichen Abriss über die Entstehung und Entwicklung der CDU sowie der CSU als eigenständige Parteien.
4. Die Fraktionsgemeinschaft aus CDU und CSU: Das Kapitel analysiert die rechtliche Basis der Unions-Fraktionsgemeinschaft, das Verhältnis der Partner im parlamentarischen Alltag sowie die Mechanismen der bundespolitischen Einflussnahme der CSU.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die CSU trotz geringerer Größe durch ihre Geschlossenheit und strategische Positionierung innerhalb der Union einen überproportionalen Einfluss auf die Bundespolitik ausübt.
Schlüsselwörter
CDU, CSU, Union, Fraktionsgemeinschaft, Bundespolitik, Parteienrecht, Wahlergebnisse, Fraktionsvertrag, Koalition, Landespartei, Bundestag, Regierungsbildung, Parlament, politischer Einfluss, Bayern
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der besonderen politischen Verbindung zwischen der CDU und der CSU, die als Fraktionsgemeinschaft „die Union“ im Deutschen Bundestag agieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die historische Genese der beiden Parteien, die rechtlichen Grundlagen ihrer Zusammenarbeit sowie die strategischen Einflussmöglichkeiten der CSU in der Bundespolitik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu erörtern, wie die CSU ihre Rolle als eigenständige, regional begrenzte Partei nutzt, um auf Bundesebene einen überproportionalen Einfluss geltend zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von parteigeschichtlichen Hintergründen, der Auswertung von Fraktionsverträgen, Arbeitsordnungen sowie dem Rückgriff auf Wahlergebnisse und politikwissenschaftliche Fachliteratur.
Welche Schwerpunkte setzt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Parteigeschichten, die Untersuchung der fraktionsinternen Machtverhältnisse und die Analyse der bundespolitischen Rolle der CSU.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Fraktionsgemeinschaft, Union, CSU-Landesgruppe, politische Partizipation und föderativer Staatsaufbau beschreiben.
Was passierte beim sogenannten Trennungsbeschluss von Wildbad Kreuth?
Im Jahr 1976 beschloss die CSU-Landesgruppe die Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft mit der CDU, was zu einer massiven politischen Krise führte, die letztlich durch die Drohung der CDU, einen eigenen Landesverband in Bayern zu gründen, abgewendet wurde.
Warum ist die CSU bei Koalitionen überproportional gut im Bundeskabinett vertreten?
Dies ist primär auf das einheitliche Auftreten der CSU-Landesgruppe und die notwendige Kooperation innerhalb der Union zurückzuführen, wodurch die CSU ihre Mitwirkung an Regierungen sicherstellen kann.
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- Philip Pfau (Author), 2017, Die Zusammenarbeit und Entwicklung der CDU/CSU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418424