Kriminelle Jugendliche sind ein ständiger Bestandteil verschiedenster Medien. Jugendgewalt und Jugendkriminalität sind in den letzten Jahren immer wieder kontrovers diskutiert worden und es kommt ständig die Frage auf, was die Gründe für ein derartiges Verhalten sind. Die Debatten reichen dabei vom Drogenkonsum, Diebstahl über Körperverletzung bis hin zu Amokläufen.
Die vorliegende Arbeit betrachtet sowohl die Ursachen jugendlicher Kriminalität als auch die Entstehung junger Mehrfach- und Intensivtäter. Im zweiten Teil der Arbeit sollen die Begriffe Kriminalität, Devianz und Delinquenz erläutert werden, um eine Definitionsgrundlage zu schaffen. Im dritten Teil soll auf die Formen von Kriminalität im Jugendalter eingegangen werden. Im vierten Teil sollen die Ursachen betrachtet werden. Der fünfte Teil stellt präventive Maßnahmen vor. Abschließend werden im Fazit die Wirkungen von Maßnahmen kritisch beleuchtet. Der Begriff „Jugendliche“ umfasst Personen von 14 bis unter 18-Jährige und bezieht sich im folgendem Verlauf der Arbeit nur auf diese Altersgruppe.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinition
2.1 Kriminalität
2.2 Devianz
2.3 Delinquenz
3 Formen der Jugendkriminalität
3.1 Verhaltensauffällige
3.2 Mehrfach Intensivtäter
3.3 Gruppendelinquenz
4 Ursachen
4.1 Familie
4.2 Wohnort
4.3 Medien
5 Prävention
5.1 Schule
5.2 Jugendhilfe
5.3 Polizei
5.4 Soziale Kontrolle
5.5 Mehrfach- und Intensivtäter
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Ursachen jugendlicher Kriminalität zu analysieren und die Entstehung junger Mehrfach- und Intensivtäter zu beleuchten. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Faktoren zur Delinquenz führen und wie präventive Maßnahmen effektiv dazu beitragen können, kriminelle Karrieren frühzeitig zu verhindern.
- Grundlegende Begriffsbestimmungen (Kriminalität, Devianz, Delinquenz)
- Differenzierung von Erscheinungsformen der Jugendkriminalität
- Analyse sozialer und individueller Ursachenfaktoren
- Vorstellung präventiver Ansätze durch Schule, Jugendhilfe und Polizei
- Kritische Beleuchtung der Wirksamkeit von Interventionsmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
3.1 Verhaltensauffällige
Es ist im Einzelfall problematisch Verhaltensstörungen an Jugendlichen zu diagnostizieren. Dabei muss bei einer Störung zuerst eine Definition entwickelt werden. Eine Störung liegt vor, bei einer schlechten Anpassung oder Abweichung von dem Verhalten, das unseren kulturellen Erwartungen entspricht. Dabei sind oft mehrere Bereiche des Verhaltens betroffen, welche sich auf das Lernen, auf zwischenmenschliche Kommunikation oder das Interagieren in Gruppen auswirken. Verhaltensauffällige zeigen Störungen wie Aggression, Hyperaktivität oder Aufmerksamkeitsstörungen aber auch Angst, das Gefühl von Minderwertigkeit, Interessenlosigkeit, schneller Reizbarkeit, Frustration und einer niedrigen Hemmschwelle zu Gewalt. Dieses sozial unreife und delinquente Verhalten deutet sich bereits in der Vorschule an und kommt im späteren Verlauf, in der Schule, stärker zum Vorschein. Zu den in den Schulen vorkommenden Handlungen, die als deviant aber auch als delinquent einzustufen sind, gehören zum Beispiel das Beschmieren von Wänden oder Schulbänken (Sachbeschädigung), das Anfertigen von elterlichen Unterschriften bei Fehltagen (Uhrkundenfälschung), Rangeleien oder Schlägereien (Körperverletzung) oder das Greifen der Mitschülerin unter den Rock (sexuelle Nötigung). Die Erziehung zu einem sozialkonformen Verhalten und zur Gemeinschaftsfähigkeit ist nicht nur Aufgabe der Eltern oder von Pädagogen. Es ist auch Aufgabe der Gesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Jugendkriminalität ein und definiert den Fokus der Arbeit auf Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren.
2 Begriffsdefinition: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen durch die Abgrenzung der Begriffe Kriminalität, Devianz und Delinquenz geschaffen.
3 Formen der Jugendkriminalität: Hier werden verschiedene Erscheinungsformen, wie Verhaltensauffälligkeiten, Mehrfach-Intensivtäter und Gruppendelinquenz, detailliert beschrieben.
4 Ursachen: Dieses Kapitel untersucht die vielfältigen Entstehungsfaktoren von Kriminalität, insbesondere den Einfluss von Familie, Wohnort und Medien.
5 Prävention: Es werden präventive Strategien verschiedener Institutionen wie Schule, Jugendhilfe und Polizei sowie Ansätze der sozialen Kontrolle vorgestellt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bei der Prävention.
Schlüsselwörter
Jugendkriminalität, Delinquenz, Devianz, Mehrfach-Intensivtäter, Gruppendelinquenz, Prävention, Sozialisation, Familie, Jugendhilfe, Polizeiarbeit, Kriminologie, Verhaltensauffälligkeit, Soziale Kontrolle, Jugendstrafrecht, Dunkelziffer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Ursachen von Jugendkriminalität und der Entstehung von Mehrfach- und Intensivtätern in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die begriffliche Einordnung von Delinquenz, die Analyse der Ursachen (Familie, Wohnort, Medien) sowie die Evaluierung präventiver Maßnahmen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es zu klären, welche Faktoren zur Jugendkriminalität führen und wie präventive Ansätze gestaltet sein müssen, um kriminelle Karrieren zu stoppen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse kriminologischer Erkenntnisse sowie auf Daten der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS).
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Deliktsformen, die Herleitung der kriminogenen Ursachen und die Darstellung institutioneller Präventionskonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jugendkriminalität, Prävention, Mehrfach-Intensivtäter, Delinquenz, soziale Kontrolle und Sozialisation.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Kriminalität und Devianz?
Kriminalität bezeichnet Verstöße gegen geltende Strafgesetze, während Devianz ein breiterer Begriff für abweichendes Verhalten ist, das sich an kulturellen Normvorstellungen orientiert.
Welche Rolle spielt die Gruppendynamik bei Jugendlichen?
Die Arbeit erläutert, dass Gruppen (Peergroups) ein starkes „Wir-Gefühl“ vermitteln, das Jugendlichen bei mangelnder Perspektive Anerkennung und Sicherheit bietet, jedoch auch delinquentes Verhalten fördern kann.
Warum wird die Definition von "Jugendlichen" kritisiert?
Im Fazit wird bemängelt, dass die Altersgrenze (bis unter 18 bzw. 21 Jahre) zu eng gefasst ist, wodurch älteren jungen Erwachsenen wichtige Fördermöglichkeiten verloren gehen.
Welche Bedeutung haben "Mehrfach- und Intensivtäter" (jMIT) für die Polizei?
Aufgrund ihrer hohen Rückfallquote werden jMIT durch spezielle Maßnahmen, wie eine intensive Überwachung und eine engere Zusammenarbeit mit anderen Behörden, gezielt bekämpft.
- Quote paper
- Robert Grocholski (Author), 2017, Ursachen von Jugendkriminalität und Gewalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418434