Über Theodor Fontanes "Irrungen, Wirrungen"


Referat (Ausarbeitung), 2017
10 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Literaturepoche Realismus
1.1. Politischer, kultureller, geistiger und literarischer Hintergrund
1.2. Wesentliche Vertreter und deren Werke

2. Autor Theodor Fontane
2.1 Biographie
2.2. Vorstellung seines Werkes „Irrungen, Wirrungen“

3 Charakterisierung einer Hauptperson: Lene
3.1 Stil und Sprache
3.2 Auswahl eines Textauszugs mit Begründung/Einordnung in den Gesamttext

Quellenangaben

1. Literaturepoche Realismus

1.1. Politischer, kultureller, geistiger und literarischer Hintergrund

Der Zeitraum zwischen 1848 und 1898 wird in der deutschen Literaturgeschichte häufig bürgerlicher oder poetischer Realismus genannt. Der Realismus möchte die fassbare Welt objektiv darstellen.

Die Periode des Realismus in Deutschland von 1848 bis 1890 wurde geprägt durch:

- den deutsch-französischen Krieg (1870 bis 1871), der mit dem Sieg Preußens die französische Vormachtstellung in Europa beendete.
- die Gründung des Deutschen Kaiserreiches (1871). Bis dahin war Deutschland in Kleinstaaten aufgesplittert, so dass lange Zeit provinzielle, ländliche und idyllische Verhältnisse erhalten blieben.
- den technischen Fortschritt und die damit verbundene Industrialisierung. Es ent­standen immer mehr Fabriken, was dazu führte, dass sich die Lebensbedingun­gen der Menschen grundlegend veränderten. Die Menschen zogen von den Dör­fern in die Städte, um Arbeit in den Fabriken zu finden. In den Städten wurden deshalb große Wohnblöcke gebaut.
- das mit der Industrialisierung verbundene Aufkommen der Arbeiterklasse, die neben dem beherrschenden Bürgertum neu entstand.
- die zugehörige Philosophie dieser Zeit. Diese ging davon aus, dass die Welt und alle Dinge völlig unabhängig von der Vorstellung, die wir von ihnen haben, existieren.

Besonders kennzeichnend für den Realismus in der deutschen Literatur ist:

- die möglichst ungefilterte Darstellung der Wirklichkeit, insbesondere die Mittei­lung von Fakten, Tatsachen und psychologischen Vorgängen. Die Schriftsteller dieser Epoche wollten das Erfahrbare und Überprüfbare darstellen.
- dass Meinungen und Gefühle des Erzählers außerhalb der Darstellung blieben.
- dass auf Träume und Phantasien verzichtet wurde.
- die Beschreibung des bürgerlichen Alltags.
- dass die Handlungen oft in kleinen Orten oder Dörfern auf dem Land spielten.
- die psychologisch genaue Darstellung von Personen.
- dass die schlimmsten Aspekte der Wirklichkeit weggelassen und mit etwas Humor umschrieben wurden.

Der realistische Erzähler möchte den Eindruck vermitteln, als stelle er ein Geschehen möglichst objektiv dar ohne parteiisch zu sein. Deshalb berichtet er wie ein neutraler Beobachter. Dem Leser soll so der Eindruck vermittelt werden, dass sich das Geschehen unmittelbar vor ihm abspielt, als sei er selbst mitten dabei. Die Geschichten sollen auf diese Weise als erlebte Wirklichkeit erscheinen, nicht als irgendwelche phantastische Erfindungen.

1.2. Wesentliche Vertreter und deren Werke

Wesentliche Vertreter dieser Literaturepoche waren:

- Theodor Fontane, unter anderem mit seinen Werken „Effi Briest“, „Der Stechlin“ und „Irrungen/Wirrungen“.
- Theodor Storm, unter anderem mit seinen Werken „Pole Poppenspäler“, „Der Schimmelreiter“ und „Immensee“.
- Gottfried Keller, unter anderem mit seinen Werken „Der grüne Heinrich“, „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ und „Kleider machen Leute“.

2. Autor Theodor Fontane

2.1 Biographie

Theodor Fontane ist am 30.12.1819 in Neuruppin (Brandenburg) geboren. Nach Pleite des Vaters zog die Familie Fontane nach Swinemünde. Im Jahre 1833 besuchte er die Gewerbeschule Klödens in Berlin, die er mit dem „Einjährigen“ (Mittlere Reife) 1836 abschließt. Als Lehrling fängt Theodor F. 1836 in der Apotheke “Zum weißen Schwan“ an, die er 1840 mit seinem Examen als Apothekergehilfe abschließt. Bis 1844 arbeitete er in verschiedenen Apotheken in Berlin, Magdeburg, Leipzig und Letschin. Vom 1. April 1844 an dient Theodor F. ein Jahr als Freiwilliger im Berliner Gardegrenadierregiment “Kaiser Franz“. Im Mai unternimmt er seine erste England­Reise.

Er lernt Emilie Rouanet-Kummer kennen, mit der er sich am 08.10.1845 verlobt und schließlich am 16.10.1950 heiratet.

Theodor F. tritt in den literarischen Klub “Tunnel über der Spree“ ein, wo er seine Balladen, darunter ,Der alte Zieten‘ vorträgt.

Im Jahr 1848 nimmt Theodor F. an den Straßenkämpfen in Berlin teil. Im Mai wird er als Wahlmann für den preußischen Landtag aufgestellt. Ab dem Jahr 1849 beginnt seine Laufbahn als freier Schriftsteller. Allerdings kann er davon kaum leben. Mit Privatunterricht bestreitet er den Familienunterhalt. In den folgenden Jahren ist er Publizist, Kritiker, Herausgeber und Pressekorrespondenz in London.

Sein erster Sohn George Emile wird 1851 geboren und 1855 wird Sohn Theodor geboren. Anfang 1859 kehrt die Familie Fontane zurück nach Berlin. Seine Tochter Martha wird im Jahre 1860 geboren. Im selben Jahr tritt er in die Kreuz-Zeitung ein, um wieder eine feste Arbeit als Redakteur zu erlangen. Im Jahr 1864 wird Sohn Friedrich geboren. Theodor F. verlässt 1870 die ‘Kreuz Zeitung‘ und wird Theaterkritiker für die ‘Vossische Zeitung‘. Im Oktober wird er in Frankreich während des deutsch­französischen Krieges festgenommen. Nach seiner Kriegsgefangenschaft (im Dezember) kehrt er nach Berlin zurück.

1878 erscheint erstmals sein erster Roman ‘Vor der Sturm‘. Sein Roman 'Irrungen, Wirrungen' erscheint im Jahre 1887. Im gleichen Jahr stirbt sein erster Sohn George in Lichtenfeld. Ein Jahr danach gründet der Sohn Friedrich in Berlin einen eigenen Verlag, über den Theodor Fontane auch veröffentlicht. Ab 1892 leidet Theodor an einer schweren Erkrankung (Gehirnanämie).

Seine Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Berliner Uni, erhält er im Jahr 1894. In diesem Jahr erscheint auch sein Werk ‘Effi Briest‘. Nach mehreren Kuraufenthalten stirbt Theodor F. in seiner Berliner Wohnung im Jahr 1898.

2.2. Vorstellung seines Werkes „Irrungen, Wirrungen“

2.2.1 Inhaltsangabe

Der 1887 erschienene Roman „Irrungen, Wirrungen“ handelt von der Liebe zwischen dem Adeligen Baron Botho von Rienäcker und der Schneidergesellin Magdalene Nimptsch. Aufgrund des Standesunterschiedes kann die Liebe niemals in Erfüllung gehen. Die Handlung spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin.

Magdalene Nimptsch, genannt Lene, lebt mit ihrer Pflegemutter in Berlin. Im Sommer machte Lene eine Segelpartie im Park mit. Als ihr Boot zu kentern drohte, wurde sie von dem Baron Botho von Rienäcker und dessen Freund gerettet. Der Baron bot Lene an, sie nach Hause zu begleiten. Ab diesem Zeitpunkt merkten beide, dass sie voneinander angetan sind. Sie lernten sich in den nachfolgenden Wochen immer näher kennen und verliebten sich. Von der Liebesbeziehung wussten nur Lenes Mutter und die Nachbarin Frau Dörr. Daher trafen die beiden sich mehrmals in der Woche in deren Wohnung oder in verschiedenen Pensionen.

Botho schwärmt von einer gemeinsamen Zukunft mit Lene. Doch sie wusste, dass die Liebe nie öffentlich gemacht werden kann, da Botho adelig ist und sie nur aus dem bürgerlichen Stand kommt.

Botho wird eines Tages per Brief zu seinem Onkel Kurt Anton von Osten gebeten. Bei diesem Treffen geht es um die bevorstehende Hochzeit. Botho soll seine reiche Cousine Käthe von Sellenthin heiraten, um die finanzielle Lage seiner Familie zu verbessern.

Botho und Lene machten einen Ausflug zu »Hankels Ablage«. Dort verbringen sie eine Liebesnacht im Hotel. Die Romantik zwischen Botho und Lene hält nicht lange an. Am nächsten Tag wird diese durch eine Begegnung mit Bothos Regimentskameraden gestört. Als Botho und Lene ihre Heimreise antraten, waren sich beide bewusst, dass es das Ende ihrer Beziehung ist.

[...]

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Details

Titel
Über Theodor Fontanes "Irrungen, Wirrungen"
Note
1
Autor
Jahr
2017
Seiten
10
Katalognummer
V418503
ISBN (eBook)
9783668712942
ISBN (Buch)
9783668712959
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Irrungen und Wirrungen, Epoche, Realismus, Deutsch, Literatur
Arbeit zitieren
Finja Volker (Autor), 2017, Über Theodor Fontanes "Irrungen, Wirrungen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418503

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