Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Der Anbau von Exportgütern als globale Hungerursache. Bewältigungsstrategien anhand von Projektbeispielen

Titel: Der Anbau von Exportgütern als globale Hungerursache. Bewältigungsstrategien anhand von Projektbeispielen

Hausarbeit , 2017 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Hermann Fuchs (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit Jahrzehnten wird der globale Hunger als eines der größten Probleme unseres Planeten thematisiert. Als die Vereinten Nation im Jahr 2000 acht Millenniums-Entwicklungsziele formulierten, setzten sie die Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung an erste Stelle. Bis 2015 sollte der Anteil der Hungerleidenden an der Weltbevölkerung um die Hälfte reduziert werden. Obwohl das Ziel um knappe 1,25% verfehlt wurde, wird die Entwicklung als positiv bewertet. Dennoch mussten 2015 noch 12,9% der Gesamtbevölkerung der Erde – das sind 795 Millionen Menschen – hungern.

Nachdem die Millenniumsziele ausgelaufen waren, waren neue Vorsätze nötig. Deshalb wurden 2016 die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung (SDGs) beschlossen. Maßnahmen gegen Hunger („goal 2“) wurden dabei in acht „targets“ unterteilt. Oberstes Ziel: bis 2030 den kompletten Welthunger beenden und ausreichenden Nahrungsmittelzugang für alle Menschen – im Besonderen die armen – sicherstellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Zur Aktualität des Themas Hunger

2. Verkaufen oder Versorgen? – Anbau von Exportgütern statt wichtiger Grundnahrungsmittel

2.1 Zum Begriff Hunger

2.2 Die Attraktivität des Exports

2.3 Hunger und Selbstmord in Indien als Folge des Baumwoll-Booms

2.4 Land grabbing

2.5 Kommerzielle Ölförderung im Tschad

3. Strategien zur Bewältigung des globalen Hungers

3.1 Ernährungssouveränität mittels Anbaus regional etablierter Lebensmittel

3.2 Beispiel: Navdanya – eine indische Saatgutbank erfindet die Subsistenzlandwirtschaft neu

3.3 Beispiel: Association Ngaoubourandi – ein Verein kämpft gegen Korruption und Hunger

4. Zukunftsvisionen – Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der globalen Ausrichtung der Landwirtschaft auf Exportgüter und der Entstehung von Hunger. Ziel ist es, durch die Analyse konkreter Praxisbeispiele aufzuzeigen, wie gewinnorientierte Anbauformen und Landnahme (Land grabbing) lokale Ernährungssysteme destabilisieren, und welche alternativen Strategien zur Stärkung der Ernährungssouveränität existieren.

  • Globale Dynamiken des Landwirtschaftsexports und deren Auswirkungen auf lokale Nahrungssicherheit
  • Sozioökonomische Folgen des Anbaus von Exportgütern (z.B. Baumwoll-Boom in Indien)
  • Phänomen des Land Grabbing und die Kommerzialisierung natürlicher Ressourcen am Beispiel des Tschad
  • Konzepte der Ernährungssouveränität als Gegenentwurf zur industriellen Landwirtschaft
  • Vorstellung zivilgesellschaftlicher Projekte zur Förderung lokaler Subsistenzwirtschaft

Auszug aus dem Buch

2.3 Hunger und Selbstmord in Indien als Folge des Baumwoll-Booms

Mitte der 1990er Jahre versprach der amerikanische Agrarkonzern MONSANTO den indischen Landwirten „Rekordernten und satte Gewinne“ (Caparrós, 2016: S. 224), wenn sie die gentechnisch veränderte Baumwolle Bt Cotton anbauten. Bt Cotton ist doppelt so teuer wie andere Baumwollsamen. Zusätzlich benötigt man auch noch spezielle Düngemittel und Werkzeuge. Außerdem verbietet MONSANTO, dass das Saatgut öfter als einmal ausgebracht wird, es muss also jährlich neu erworben werden. Um sich das leisten zu können, verschulden sich viele Bauern in der Hoffnung, mit großen Ernteerträgen die Kredite zurückzahlen zu können und genügend übrig zu haben, um ihre Familie zu ernähren. (vgl. Ramsauer, 2009: S. 151)

Die Gefahren bei solchen Spekulationsgeschäften liegen auf der Hand. Bei Ernteausfällen durch Dürre oder Überschwemmung bleiben die Bauern auf ihren Schuldenbergen sitzen und haben zudem nichts, um ihre Familien zu ernähren. Sie müssen neue Schulden machen – entweder, um Nahrungsmittel zu kaufen oder um frisches Saatgut, meistens wieder GVOs, zu erwerben. (vgl. Caparrós, 2016: S. 225) Es entsteht ein Teufelskreis, den zu unterbrechen sich als sehr schwierig gestaltet.

Aber selbst wenn die Ernte gelingt, kann es noch zu Schwierigkeiten kommen. Denn wenn die Preise sich weltweit verändern, kann der Gewinn kleiner ausfallen als gedacht. Da die Bauern ihre Lebensmittel nicht mehr selbst anbauen, versorgen sie sich über den (Import)Markt, was sie labil macht für Preisschwankungen. Denn wie die Reiskrise 2008 (vgl. Ramsauer, 2009: S.117ff.) oder die Weizenkrise 2010 (vgl. de Schutter, 2011: S. 15ff.) zeigen, sind Grundnahrungsmittel sehr krisenanfällig. Und eine Verteuerung trifft immer die Ärmsten zuerst.

Zwischen 1995 und 2011 begingen fast 300.000 Bauern in Indien Selbstmord, weil sie unter der Schuldenlast zusammenbrachen. Und es dürften seitdem noch mehr geworden sein. (vgl. Kopp Online, 2014, Internetquelle) Für die Familien, die zurückbleiben, verschlimmert das die Situation ungemein. Witwen und Kinder müssen hungern, da der Mann als Versorger der Familie wegfällt. (vgl. Brot für die Welt, 2015, Internetquelle: S.12)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Zur Aktualität des Themas Hunger: Dieses Kapitel verortet das Thema Hunger als globale Herausforderung und stellt die Notwendigkeit dar, die spezifischen Ursachen für Unterernährung im Kontext der Globalisierung zu hinterfragen.

2. Verkaufen oder Versorgen? – Anbau von Exportgütern statt wichtiger Grundnahrungsmittel: Hier werden die ökonomischen Mechanismen analysiert, die dazu führen, dass Grundnahrungsmittel durch Exportgüter ersetzt werden, und deren katastrophale Auswirkungen auf lokale Existenzgrundlagen anhand von Beispielen illustriert.

3. Strategien zur Bewältigung des globalen Hungers: Dieses Kapitel stellt zivilgesellschaftliche Lösungsansätze vor, die auf Ernährungssouveränität und die Förderung lokaler Strukturen setzen, um dem globalen Hunger entgegenzuwirken.

4. Zukunftsvisionen – Fazit und Ausblick: Der abschließende Teil bewertet die Wirksamkeit der vorgestellten Projekte und diskutiert die Risiken zukünftiger politischer Entwicklungen für die internationale Entwicklungszusammenarbeit.

Schlüsselwörter

Hunger, Globalisierung, Land grabbing, Ernährungssouveränität, Subsistenzwirtschaft, Exportgüter, Indien, Tschad, Brot für die Welt, Navdanya, Armutsbekämpfung, Landwirtschaft, Gentechnik, Nachhaltigkeit, Entwicklungshilfe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum der globale Fokus auf den Export von Agrargütern oft zulasten der lokalen Ernährungssicherheit geht und Hunger verschärft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themen umfassen die negativen Folgen der industriellen Landwirtschaft, das Phänomen Land grabbing, sozioökonomische Krisen in Entwicklungsländern und erfolgreiche Strategien zur Förderung der Ernährungssouveränität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Ursachen des Hungers im globalisierten Agrarsystem und identifiziert Bewältigungsstrategien, die durch zivilgesellschaftliche Projekte unterstützt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Analyse auf Basis von Fachliteratur und Dokumentationen, die durch die Vorstellung ausgewählter Fallbeispiele (Projekte von "Brot für die Welt") illustriert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der schädlichen Auswirkungen exportorientierter Landwirtschaft (z.B. Indien, Tschad) und eine Untersuchung positiver Gegenstrategien durch lokale Organisationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Hunger, Ernährungssouveränität, Land grabbing, Subsistenzwirtschaft und Nachhaltigkeit.

Inwiefern beeinflusst der Baumwollanbau die Ernährungssituation in Indien?

Durch die Abhängigkeit von teurem, patentiertem Saatgut und Düngemitteln verschulden sich Bauern massiv; bei Ernteausfällen führt dies in eine existenzielle Krise bis hin zum Selbstmord.

Wie trägt das Projekt "Navdanya" konkret zur Hungerbekämpfung bei?

Navdanya fördert die biologische Vielfalt durch Saatgutbanken und bildet Kleinbauern in traditionellen Anbaumethoden aus, um sie unabhängig von Konzernsaatgut und Monokulturen zu machen.

Welche Rolle spielt die "Association Ngaoubourandi" im Tschad?

Der Verein kämpft gegen die Enteignung von Land durch Ölkonzerne, fordert faire Entschädigungen für die Bauern und fördert die lokale Infrastruktur, insbesondere bei der Trinkwasserversorgung.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Anbau von Exportgütern als globale Hungerursache. Bewältigungsstrategien anhand von Projektbeispielen
Hochschule
Hochschule Deggendorf
Note
1,0
Autor
Hermann Fuchs (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V418506
ISBN (eBook)
9783668674943
ISBN (Buch)
9783668674950
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anbau exportgütern hungerursache bewältigungsstrategien projektbeispielen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hermann Fuchs (Autor:in), 2017, Der Anbau von Exportgütern als globale Hungerursache. Bewältigungsstrategien anhand von Projektbeispielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418506
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum