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Zur Effizienz von Wörternetzen als Vokabellernstrategie im DaF-Unterricht

Titel: Zur Effizienz von Wörternetzen als Vokabellernstrategie im DaF-Unterricht

Masterarbeit , 2017 , 75 Seiten , Note: 12,5

Autor:in: Qinyue Wang (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wörterlernen ist in der Geschichte des Fremdsprachenlernens nie zu einem veralteten Thema geworden. Lexikalische Einheiten stellen das fundamentale Grundgerüst jeder neuen Sprache dar. Ohne Wortschatz ist die Erweiterung anderer sprachlichen Fähigkeiten wie Schreiben, Lesen, Sprechen und Hören kaum möglich. Es ist nicht ungewöhnlich oft die Beschwerden über das Wörterlernen zu hören: Wörter zu merken macht mich schläfrig. Warum vergesse ich sofort die Wörter wieder, die ich schon tausendmal gelesen habe? Es erscheint nicht verwunderlich, dass Wörterlernen keinen „guten Ruf“ unter den Sprachenlernern hat. Um seinen Ruf zu wahren, wurden in den letzten Jahren immer mehr neue Vokabellernstrategien konzipiert und entwickelt. Vokabellernen wird von vielen als monoton erfunden. Das muss aber nicht so sein! Nicht nur die spielerische Strategie mit Ausführung von Bewegungen sondern auch die Visualisierung der Wortbedeutungen mit schönen Bildern oder echten entsprechenden Gegenständen machen den Lernprozess interessanter und effektiver. Allerdings ist es in der Regel nicht nur die fehlende Motivation, die das Erlernen von neuen Vokabeln schwierig gestaltet, sondern vor allem das fehlende Wissen über die richtigen Lernstrategien, die das Speichern der Wörter erleichtern. Warum lernen viele Lerner immer noch so anstrengend Vokabeln mit Wörterlisten? Man guckt für eine Weile die Wörter mit Übersetzungen an, schreibt sie wiederholt auf, lernt sehr aufwendig, kurz danach kann man fast alle Wörter einmal richtig reproduzieren, das hat anscheinend sehr gut geklappt! Ein paar Tage später, wenn man es versucht, die gelernten Wörter wieder aus dem Gedächtnis hervorzurufen, merkt man erst, dass man bereits die Hälfte der Wörter nicht mehr aus dem Kopf abrufen kann. Das begründet sich darin, dass den Fremdsprachenlernern oft nur eine sehr begrenzte Auswahl beim Wörterspeichern zur Verfügung steht. Die verbreitetste Vokabellernstrategie „Listenlernen“ wird unter Umständen von manchen Lernern als die einzige Strategie benutzt, was einen besseren Lernerfolg oft verhindern könnte. Aus diesem Grund sollten die Lehrpersonen ihren Schülern von Anfang an verschiedene Möglichkeiten Wörter zu lernen anbieten und sie mit den Schülern gemeinsam trainieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wortschatzlernen in der Fremdsprache

2.1Wortschatzlernen — ein den gesamten Fremdsprachenlernprozess begleitendes Verfahren

2.1.1 Wörter lernen und behalten

2.2 Vorstellung der Lernstrategien für Wörter

2.2.1 Lernstrategien und Lerntechniken

2.2.2 Verfahren der Wortschatzarbeit

2.2.3 Selbstgesteuertes Lernen mit Lernstrategien

2.2.3.1 Klassifizierung der Lernstrategien

2.2.3.2 Weitere Kategorisierung der kognitiven bzw. direkten Strategien

3. Das mentale Lexikon mit Vokabellernstrategien

3.1 Repräsentation des lexikalischen Wissens im mentalen Lexikon

3.2 Speichern und Strukturieren lexikalischer Einheiten im mentalen Lexikon

3.2.1 Modelle zum Aufbau des mentalen Lexikons

4. Auseinandersetzungen mit den häufig im DaF-Unterricht eingesetzten Vokabellernstrategien

4.1 Auswendiglernen mit Wörterliste

4.2 Vokabeln aus den Texten lernen

4.3 Vokabellernen mit visueller Bedeutungserklärung

4.4 Wörterlernen mit Wörternetzen

5. Wörterlernen mit Wörternetzen

5.1Theoretische Grundlagen

5.2 Auseinandersetzung sieben kognitiver Teilnetze

6. Forschungsbericht

6.1 Abstract

6.2 Einleitung

6.3 Fragestellung und Hypothesen

6.4 Forschungsdesign

6.4.1 Beschreibung der Teilnehmenden

6.4.2 Untersuchungsmaterial

6.4.3 Untersuchungsablauf

6.5 Darlegung der Ergebnisse

6.5.1 Präsentation der Ergebnisse

6.5.2 Besprechung der Ergebnisse

6.5.3 Analyse der Fragebögen und Schlussfolgerungen

7. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Effizienz der Wörternetz-Strategie beim Wortschatzlernen im DaF-Unterricht zu untersuchen und mit der traditionellen Methode des Wörterlisten-Lernens zu vergleichen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, ob Lernende durch die Anwendung von Wörternetzen Vokabeln langfristig effizienter speichern können als durch reines Auswendiglernen.

  • Theoretische Grundlagen des mentalen Lexikons und der Wortschatzarbeit
  • Analyse gängiger Vokabellernstrategien im DaF-Unterricht
  • Kognitive Teilnetze als Basis für Wörternetze
  • Empirische Untersuchung zur Speichereffizienz von Wörternetzen
  • Evaluation der Lernstrategie durch Probanden

Auszug aus dem Buch

4.4 Wörterlernen mit Wörternetzen

Basierend auf dem Netzwerkmodell wurde diese Wörternetz-Strategie in den letzten Jahren immer mehr beachtet. Das Grundprinzip dieser Strategie stellt eine leicht verständliche Idee dar, dass eine nicht festgelegte Anzahl von Begriffen durch zahlreiche Linien in Form eines Netzes auf Papier gezeichnet wird, wobei die spezifischen Relationen im mentalen Netzwerk wahrscheinlich auch auf diese Weise expliziert werden können (vgl. Neveling 2004, S.79). Die Ordnungskriterien bestehen aus den lexikalisch-semantischen Beziehungen zwischen Wörtern und gehen von sieben verschiedenen Teilnetzen aus: Sachnetz, Begriffsnetz, Merkmalsnetz, syntagmatisches Netz, Wortfamiliennetz, Klangnetz und affektives Netz.

Beim Einsatz dieser Strategie ist die Ordnung der zu lernenden fremdsprachigen Wörter der erste Schritt, das heißt, dass alle Wörter zuerst den sieben Kategorien nach dem jeweiligem Teilnetz zugeordnet werden sollen. Nach der groben Zuordnung soll man die Teilnetze auf Papier zeichnen und alle Informationen durch Linien mehrfach miteinander verbinden, sodass auch die Relationen zwischen den Elementen in Teilnetzten markiert werden können.

Im dritten Schritt wird das vorliegende Netz noch weiter bearbeitet und elaboriert, indem man mit Hilfe von verschiedenartigen Zeichnungen oder Farben die zu unterscheidenden Elementen und Beziehungen nochmal kennzeichnet. Es soll darauf hingewiesen werden, dass die existierenden individuellen vernetzten Darstellungen der Einzelnen einen relativ starken Einfluss auf die erstellten Netze ausüben könnten, so erscheint es daher sehr schwierig, die Wörternetze mit „richtig“ oder „falsch“ zu bewerten.

In Analogie zu den Netzwerkmodellen dient diese Lernstrategie auch dazu, die vernetzten Repräsentationen im mentalen Lexikon darzustellen. Die Informationen werden durch die Wörternetz-Strategie vollständig kodiert und danach ohne große Anstrengung in das Langzeitgedächtnis übertragen, welches mit dem Stufen-Modell in Einklang steht. Außerdem betrifft diese Strategie auch das Modell der Verarbeitungsebenen, in dem die Wörter durch die hohe kognitive Aktivität und auch die affektive Verarbeitung besser und tiefer von Lernern behalten werden können. Strategisch gesehen kann ein Wörternetz die Speicher- und Abrufprozesse gleich gut unterstützen und aufgrund der dynamischen und offenen Struktur darf das originale Wörternetz nach Bedarf mehr oder weniger umgebaut werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Wortschatzlernens und führt in die Problemstellung ein, warum Wörternetze als effiziente Strategie untersucht werden müssen.

2. Wortschatzlernen in der Fremdsprache: Dieses Kapitel definiert wesentliche Begriffe der Wortschatzarbeit und stellt Lernstrategien sowie Konzepte des selbstgesteuerten Lernens vor.

3. Das mentale Lexikon mit Vokabellernstrategien: Es wird der theoretische Hintergrund zur mentalen Repräsentation von Wissen und der Aufbau des Speichers im Gehirn diskutiert.

4. Auseinandersetzungen mit den häufig im DaF-Unterricht eingesetzten Vokabellernstrategien: Hier werden bekannte Methoden wie Listenlernen oder Lernen aus Texten kritisch analysiert und mit der Wörternetz-Strategie in Bezug gesetzt.

5. Wörterlernen mit Wörternetzen: Das Kapitel widmet sich detailliert den theoretischen Grundlagen der Wörternetze und den sieben kognitiven Teilnetzen als Ordnungskriterien.

6. Forschungsbericht: Dieser Abschnitt beschreibt das durchgeführte Experiment, die Hypothesen, das Forschungsdesign sowie die Ergebnisse der Tests und Befragungen.

7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Effizienz der Wörternetze zusammen und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung für zukünftiges Lernen.

Schlüsselwörter

Wortschatzlernen, DaF-Unterricht, Wörternetze, Mentales Lexikon, Lernstrategien, Gedächtnis, Speichereffizienz, Netzwerkmodell, Wortfamiliennetz, Begriffsnetz, Kognition, Affektive Netze, Fremdsprachenerwerb, Wortarten, Langzeitgedächtnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Effizienz von Wörternetzen als Vokabellernstrategie im Unterricht Deutsch als Fremdsprache (DaF), um herauszufinden, ob sie gegenüber klassischen Methoden wie dem Lernen mit Wörterlisten vorteilhafter ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Felder umfassen die Theorie des Wortschatzlernens, die psycholinguistische Betrachtung des mentalen Lexikons, die Analyse verschiedener Lernstrategien und eine empirische Überprüfung der Speichereffektivität von Wörternetzen.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Überprüfung der Hypothese, dass Wörternetze zwar beim kurzfristigen Auswendiglernen nicht unbedingt überlegen sind, jedoch eine höhere Effizienz für die mittelfristige und langfristige Speicherung von Vokabeln aufweisen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und ein empirisches Experiment mit 20 DaF-Studierenden (Testgruppen-Vergleich) durchgeführt, ergänzt durch Fragebögen zur Evaluation.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Diskussion des mentalen Lexikons, die detaillierte Darstellung der sieben kognitiven Teilnetze und den ausführlichen Bericht über das durchgeführte Experiment inklusive Ergebnisanalyse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Wörternetze, mentale Repräsentation, Vokabellernstrategien, Langzeitgedächtnis, Wortschatzlernen und Speichereffizienz.

Warum schneiden Nomen bei den Experimentergebnissen oft besser ab als Verben?

Die Studie deutet darauf hin, dass die gewählten Nomen stärker in den als effizient bewerteten Netzstrukturen wie dem Begriffsnetz verankert waren, während die verwendeten Verben überwiegend im Merkmalsnetz und Klangnetz zu finden waren, welche eine geringere Behaltensleistung zeigten.

Welchen praktischen Rat gibt die Autorin für den DaF-Unterricht?

Die Autorin empfiehlt, Lernende bereits früh stufenweise mit der Wörternetz-Strategie vertraut zu machen, wobei die Komplexität der Methode durch vereinfachte Einstiegsformen (wie Teilnetze) schrittweise an das Sprachniveau angepasst werden sollte.

Ende der Leseprobe aus 75 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Effizienz von Wörternetzen als Vokabellernstrategie im DaF-Unterricht
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
12,5
Autor
Qinyue Wang (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
75
Katalognummer
V418571
ISBN (eBook)
9783668689282
ISBN (Buch)
9783668689299
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Effizienz Wörter Vokabel Deutsch Fremdsprache Unterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Qinyue Wang (Autor:in), 2017, Zur Effizienz von Wörternetzen als Vokabellernstrategie im DaF-Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418571
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Leseprobe aus  75  Seiten
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