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Zur Stellung von Bachs Matthäuspassion in ihrer Zeit

Título: Zur Stellung von Bachs Matthäuspassion in ihrer Zeit

Trabajo de Seminario , 2000 , 24 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: M.A. Barbara Mühlenhoff (Autor)

Musicología - Otras
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J. S. Bach wird 1685 in den Schoß einer protestantischen Musikerfamilie geboren. Im April 1723 wählt ihn der Rat der Stadt Leipzig zum Thomaskantor, und Bach widmet sich hier nach einer weltlichen Stellung wieder der geistlichen Musik. Seine Aufgabe in Leipzig ist, in den beiden Hauptkirchen für die musikalische Verkündigung der heiligen Schrift zu sorgen.
Das Kirchenjahr strukturiert das Leben der Leipziger Gemeinde. Der Karfreitag bindet insofern eine gewisse Erwartenshaltung der Kirchengänger an den Gottesdienst an sich. Ab 1721 werden in der Thomaskirche oratorische Passionsmusiken in den Vespergottesdienst eingeführt, damals noch unter dem Thomaskantor Johannes Kuhnau. In diesem Zusammenhang erscheint die Matthäus-Passion Bachs als selbstverständliches liturgisches Auftragswerk. Der äußere Aufbau der Matthäus-Passion ist dem angepaßt: Sie ist zweigeteilt, zwischen den Teilen soll die Predigt gehalten werden. Jedoch steht die Matthäus-Passion Bachs insgesamt in einem besonderen Licht. Am Anfang des ersten Teils steht das Exordium, das die Gemeinde zur Sammlung aufruft und auf die Passion einstimmt. Dieser Teil nimmt einen großen Rahmen ein: Zwei Chöre stellen eine Gruppe von Gläubigen dar, die die Töchter der Stadt Jerusalem, die Töchter Zions, anrufen: „Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen“. In diese Bitte hinein erklingt von einem dritten, einstimmigen Chor der Passionschoral „O Lamm Gottes, unschuldig“. Die beiden Hauptchöre rufen sich Fragen und Antworten zu, die jeweils in einer Choralzeile enden. Im Anschluß beginnt die Vorgeschichte mit der Leidensankündigung. Nach dem Einsatz des Evangelisten erklingen die ersten Jesusworte: „Ihr wisset, daß nach zweien Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden.“ Die Gemeinde mischt sich hiernach fragend ein:“ Herzliebster Jesu, was hast Du verbrochen?“. Solch eine geradezu opernhafte Darstellung war in der Kirche nicht gerne gesehen und verunsicherte die Gemeinde. Der Dichter Christian Friedrich von Henrici hatte seine Textvorlage nicht auf Zweichörigkeit angelegt. Wieso gestaltet Bach seine Matthäus-Passion so elaboriert und läßt sie aus dem gewohnten Rahmen fallen? Anhaltspunkte, wieso die Matthäus-Passion aus dem damals Üblichen herauszuragen scheint, werden in der vorliegenden Arbeit anhand einer Beschreibung der Entstehungsgeschichte und des Aufbaus behandelt, um sie abschließend in Bezug auf andere Passionen ihrer Zeit einordnen zu können.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Passion

3. Die Matthäus-Passion

3.1 Entstehungsgeschichte und Wiederaufführung

3.2 Aufbau

4. Die Matthäus-Passion in ihrer Zeit

4.1 Die Zeit des Barock

4.2 Andere Passionen

4.3 Zur Rezeptionsgeschichte

5. Schlußwort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und musikalische Stellung der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach im Kontext der barocken Passionsvertonungen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie das Werk durch seine spezifische Struktur und Einbindung in die Liturgie aus den zeitgenössischen Konventionen hervorsticht.

  • Die Entstehungsgeschichte und der liturgische Aufbau der Matthäus-Passion.
  • Die Rolle der Textdichtung von Picander im Verhältnis zur lutherischen Kreuzestheologie.
  • Vergleichende Analyse zu anderen Passionsvertonungen des 18. Jahrhunderts (z.B. Telemann).
  • Die Bedeutung der Affektenlehre und Zahlensymbolik im musikalischen Schaffen Bachs.
  • Rezeptionsgeschichte und die Bedeutung der Wiederaufführung durch Mendelssohn-Bartholdy.

Auszug aus dem Buch

3.2 Aufbau

Bachs Matthäus-Passion ist „die umfangreichste Komposition Bachs in bezug auf Spieldauer und Aufführungsapparat.“ Sie gliedert sich in 78 Nummern (Numerierung der Musikstücke wie in Oper und Oratorium) in zwei Teilen (durch die Liturgie bestimmt: 1.Teil – Predigt – 2. Teil), die insgesamt drei Doppelchöre, dreizehn Choräle, elf Rezitative, elf Ariosi und fünfzehn Arien enthalten. Die Gesamtspieldauer beträgt im Original 196 Minuten.

Bei Johann Sebastian Bach schließt der Begriff „Aria“ sowohl die Standardform solistischer Vokalmusik mit Instrumentalbegleitung, als auch Kompositionen in Duett-, Terzett- oder Chorbesetzung ein. „Der instrumentale Rahmen dieser Arien erstreckt sich von der einfachen Basso continuo-Begleitung (...) bis zu voller Orchesterbesetzung.“ Die meisten Arien bei Bach sind Da-capo-Arien, das heißt sie bestehen aus zwei textlich kurzen Strophen, von denen die zweite gegensätzlich zur ersten komponiert und diese erste anschließend wiederholt wird. Man notiert nur die unterschiedlichen Teile mit der entsprechenden Wiederholungs- und Schlußanweisung (da capo al fine).

Ein Rezitativ ist ein Gesangsstück „mit einer primär durch Sprache und Deklamation bestimmten Melodiegestaltung.“ Das Arioso, ebenfalls die Bezeichnung für einen vokalen Kompositionsstil, wirkt im Vergleich zum Rezitativ liedhafter, weist aber in Bezug auf die formale Gestaltung nicht die Geschlossenheit und Selbständigkeit der Arie auf. Der Begleitsatz ist reicher als bei dem Rezitativ, was die musikalische gegenüber der textlichen Komponente hervorhebt. An einzelnen Stellen der Matthäus-Passion gehen rezitative in ariose Partien über, wie z.B. im Rezitativ „Du lieber Heiland du, wenn deine Jünger töricht streiten“ (Nr. 9).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet Bachs Wirken als Thomaskantor in den liturgischen und traditionellen Kontext der Leipziger Kirchenmusik ein.

2. Passion: Dieses Kapitel erläutert die biblischen Grundlagen der Leidensgeschichte Jesu und die historische Entwicklung der Vokalpassion als liturgische Form.

3. Die Matthäus-Passion: Hier werden die Entstehungsgeschichte, der Aufbau und die musikalischen Besonderheiten des Werkes detailliert analysiert.

4. Die Matthäus-Passion in ihrer Zeit: Das Kapitel vergleicht Bachs Werk mit anderen Passionskompositionen des Barock und untersucht die musiktheoretischen Einflüsse jener Epoche.

5. Schlußwort: Das Fazit würdigt Bachs Rolle als Verbindung von Tradition und Fortschritt und betont den unvergleichlichen Rang der Matthäus-Passion innerhalb der Musikgeschichte.

Schlüsselwörter

Matthäus-Passion, Johann Sebastian Bach, Barock, Passionsmusik, Liturgie, Picander, oratorische Passion, Affektenlehre, Zahlensymbolik, Evangelist, Choräle, Leipziger Kirchenmusik, Musikgeschichte, Kreuzestheologie, Aria

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Einordnung von Bachs Matthäus-Passion in die zeitgenössische Musiklandschaft des Barock und ihre Bedeutung als gottesdienstlich-liturgisches Werk.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die musikalische Struktur, die Funktion der Picander-Texte, der Vergleich mit Zeitgenossen wie Telemann und die musiktheoretischen Aspekte der Barockzeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bach innerhalb der oratorischen Gattung eigene Wege beschritt und warum die Matthäus-Passion als Meisterwerk der Kirchenmusik gilt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine musikwissenschaftliche und historische Analyse, die primär auf der Auswertung von Fachliteratur und historischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Werkbeschreibung, eine Einordnung in die barocke Ästhetik sowie einen Vergleich mit zeitgenössischen Passionen anderer Komponisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Matthäus-Passion, oratorische Passion, Affektenlehre, Liturgie und Barock geprägt.

Inwiefern unterschied sich Bach von anderen Komponisten seiner Zeit?

Bach zeichnete sich durch eine besondere Komplexität in der Besetzung (z.B. Zweichörigkeit) und eine tiefe, theologisch begründete Durchdringung des Bibeltextes mit musikalischen Mitteln aus.

Warum war die Matthäus-Passion zu ihrer Zeit teilweise umstritten?

Ihre opernhaften Elemente und der ausladende Aufbau lösten bei manchen Zeitgenossen Befremden aus, da sie die gottesdienstliche Ordnung und den gewohnten schlichten Rahmen herausforderten.

Final del extracto de 24 páginas  - subir

Detalles

Título
Zur Stellung von Bachs Matthäuspassion in ihrer Zeit
Universidad
Ruhr-University of Bochum
Calificación
1,3
Autor
M.A. Barbara Mühlenhoff (Autor)
Año de publicación
2000
Páginas
24
No. de catálogo
V41859
ISBN (Ebook)
9783638400374
ISBN (Libro)
9783638656290
Idioma
Alemán
Etiqueta
Stellung Bachs Matthäuspassion Zeit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M.A. Barbara Mühlenhoff (Autor), 2000, Zur Stellung von Bachs Matthäuspassion in ihrer Zeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41859
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