Diese Arbeit geht der Frage nach, ob Privatschulen besser sind als öffentliche Schulen. Auf Grundlage empirischer Daten und deren Diskussion und Interpretation wird der Versuch unternommen, entsprechend dem begrenzten Rahmen dieser Arbeit, eine knappe aber fundierte Antwort auf diese Frage zu geben.
Im zweiten Teil der Arbeit wird der Themenkomplex Privatschulen aus theoretischer Perspektive beleuchtet. Was sind Privatschulen? Welche aktuellen statistischen Daten gibt es? Und welche Diskussionen und Kontroversen ergeben sich aus diesem Thema für den erziehungswissenschaftlichen Diskurs. Im empirischen Teil der Arbeit, Teil drei, wird der allgemeine Forschungstand dargestellt, thementypische Diskussionen anhand von Studienergebnissen erläutert. Überdies wird anhand von 2 Studien das Thema der Leistungsfähigkeit in den Blick genommen. Die Arbeit schließt, mit einer Bewertung und Diskussion der empirischen Daten in Teil vier, ab.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHE GRUNDLAGE: PRIVATSCHULEN
2.1 WAS SIND PRIVATSCHULEN?
2.2 AKTUELLE STATISTISCHE DATEN ZUM SCHULJAHR 2015/16
2.3 PRIVATSCHULEN: KONTROVERSEN UND DISKUSSIONEN
3. EMPIRISCHE BEFUNDE
3.1 ALLGEMEINE ÜBERSICHT ZUM FORSCHUNGSSTAND
3.2 LEISTUNGSÜBERLEGENHEIT DER PRIVATSCHULEN UND DIE VERSUCHE IHRES EMPIRISCHEN NACHWEISES
3.3 SPEZIFISCHE EMPIRISCHE ANALYSE
I. OECD (2005): PISA-STUDIE 2003
II. DRONKERS & AVRAM (2009)
III. BEGRÜNDUNG DER WAHL
4. DISKUSSION
5. LITERATUR
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage empirischer Daten die Forschungsfrage, ob Privatschulen im Vergleich zu öffentlichen Schulen eine höhere Leistungsfähigkeit aufweisen, und bewertet die relative Leistungswirksamkeit im deutschen Schulsystem.
- Theoretische Einordnung und rechtliche Grundlagen von Privatschulen in Deutschland
- Analyse aktueller statistischer Daten zur Entwicklung des Privatschulwesens
- Erziehungswissenschaftliche Diskurse und Kontroversen zur Rolle von Privatschulen
- Systematische Darstellung des empirischen Forschungsstands zu Leistungsvorteilen
- Kritische Diskussion spezifischer Studien (PISA 2003 sowie Dronkers & Avram)
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Geht es um die Frage, ob Privatschulen besser oder schlechter sind, ist es oft die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler1 die als Indikator für gute oder schlechte Schule steht. Im öffentlichen Meinungsbild ist diese Frage, „...nach der relativen Leistungswirksamkeit von Privatschulen in Deutschland [...] unstrittig." (Weiß 2013: 227). Sie gelten als Schulen der Bonzen, der Akademiker, der Schlauen und als Schule für alle, die mit dem hiesigen öffentlichen Bildungssystem unzufrieden sind. Hadeler (2016) beschreibt die Situation der Privatschulen wie folgt:
Es „...deuten sämtliche Zahlen und Fakten, wie gestiegene Schülerzahlen oder vermehrte Gründung von Privatschulen [...] darauf hin, dass der Privatschulbereich seit den 90er Jahren nachweislich einen Aufschwung zu verzeichnen hat und immer mehr Eltern ihren Kindern aus verschiedenen Motiven eine Ausbildung an Privatschulen ermöglichen...“ (S. 78).
Deutschland erlebt seit Beginn der 1990er Jahre durchaus einen Privatschulen-Boom (vgl. Hadeler 2016; Weiß 2011, 2012, 2013; Koinzer & Mayer 2015). Dem Statistischen Bundesamt (2016) zufolge gab es „Im Schuljahr 2015/16 [...] 5814 allgemeinbildende und berufliche Privatschulen in Deutschland..." (S. 10), was Prozentual einen Anteil von ca. 10,8% der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen im Deutschen Schulsystem ausmacht. Für die Zeitspanne vom Schuljahr 1992/93 bis 2015/16 bestätigt das Statistische Bundesamt außerdem einen Zuwachs der Privatschulen von 80% (vgl. Statistisches Bundesamt 2016: 10). Diese ausgeprägte Veränderung und das steigende Interesse der Eltern an Privatschulen wird oft mit dem sogenannten PISA-Schock 2000 in Zusammenhang gebracht (vgl. Koinzer & Mayer 2015: 6), wie die Daten des Statistischen Bundesamtes jedoch andeuten, war der Trend schon früher bemerkbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die Debatte über die Leistungsfähigkeit von Privatschulen ein und skizziert den wachsenden Privatschul-Boom in Deutschland seit den 1990er Jahren.
2. THEORETISCHE GRUNDLAGE: PRIVATSCHULEN: Hier werden Definitionen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie statistische Daten und erziehungswissenschaftliche Kontroversen zum Privatschulwesen dargelegt.
3. EMPIRISCHE BEFUNDE: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über den nationalen und internationalen Forschungsstand und untersucht spezifische Studien auf Hinweise zu einem sogenannten Privatschuleffekt.
4. DISKUSSION: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, wobei insbesondere die mangelnde Differenzierung der Privatschularten und die methodischen Herausforderungen der PISA-Datenanalyse hervorgehoben werden.
5. LITERATUR: Zusammenstellung aller im Text verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Studien.
Schlüsselwörter
Privatschulen, Leistungsfähigkeit, PISA-Studie, Schulsystem, Empirische Bildungsforschung, Privatschuleffekt, Schulentwicklung, Bildungsgerechtigkeit, Schulwahl, Sozialkapital, Wettbewerbsmechanismen, Ersatzschulen, Schülerschaft, Schulklima, Peer-Effekt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob Schüler an Privatschulen bessere Leistungen erbringen als an öffentlichen Schulen und ob ein spezifischer „Privatschuleffekt“ wissenschaftlich nachweisbar ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Privatschulen, statistische Entwicklungen, erziehungswissenschaftliche Diskurse und die kritische Analyse empirischer Leistungsvergleiche.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, innerhalb des begrenzten Rahmens der Arbeit eine fundierte Antwort auf die Frage der relativen Leistungswirksamkeit von Privatschulen gegenüber öffentlichen Schulen zu finden.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse bestehender empirischer Studien sowie die Sekundärauswertung von Daten, wie sie beispielsweise in PISA-Studien erhoben wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Übersicht des empirischen Forschungsstands zu Leistungsvorteilen und eine vertiefende Analyse ausgewählter internationaler Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Privatschulen, Leistungsfähigkeit, PISA-Studie, Bildungsforschung und Privatschuleffekt beschreiben.
Was besagt die Sozialkapitalhypothese im Kontext der Privatschulen?
Sie postuliert, dass insbesondere konfessionelle Schulen durch ihre Gemeinschaftsstrukturen die Leistungsnormen der Schüler fördern und disziplinierend wirken können.
Warum nivellieren sich Leistungsvorteile laut der Arbeit oft bei genauerer Betrachtung?
Wenn sozioökonomische Faktoren und die Zusammensetzung der Schülerschaft (Peer-Effekt) berücksichtigt werden, zeigen viele Studien, dass der scheinbare Vorsprung der Privatschulen nicht primär an der Schulform liegt.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2016, Sind Privatschulen besser als öffentliche Schulen? Eine Betrachtung auf Grundlage empirischer Befunde, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418611