Diese Arbeit stellt sich die Frage, welche Maßnahmen Lehrkräfte zur Förderung und Unterstützung hochbegabter Schüler und Schülerinnen (SuS) ergreifen können. Die Erarbeitung des Begriffs Hochbegabung und die damit verbundenen Ideen und Theorien werden am Fallbeispiel des 12-jährigen P.s veranschaulicht.
Auf Grund des begrenzten Rahmens dieser Arbeit, können nur fragmentarische und punktuelle Themenkomplexe der Hochbegabung und des Hochbegabungsbegriffs dargestellt werden, die sich auf die intellektuelle Hochbegabung beschränken. Konstrukte, wie Kreativität werden nur benannt. Teil 3 beginnt mit der Definition von Hochbegabung, Modellen und der Darstellung von Merkmalen der Hochbegabung und möglicher Diagnostikinstrumente. In Teil 4 wird das Phänomen des Underachievements in der Hochbegabung betrachtet. Über die Beschreibung allgemeiner Faktoren, die zum Underachievement führen können, werden am Fallbeispiel Philipps musterhaft diese Faktoren dargestellt und aufgeführt. Um die Ausgangsfrage zu beantworten, werden unter Teil 5 Präventions- und Interventionsmaßnahmen im schulischen und außerschulischen Kontext dargestellt, die in einem weiteren Schritt beispielhaft an Philipp angewandt werden können. Die Arbeit schließt mit einer Diskussion in Teil 6.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DER FALL P.
3. DIE HOCHBEGABUNG
3.1 WAS IST HOCHBEGABUNG?
3.2 MERKMALE DER HOCHBEGABUNG
3.3 DIAGNOSTIK DER HOCHBEGABUNG
4. „UNDERACHIEVEMENT“
4.1 ALLGEMEINE FAKTOREN DES „UNDERACHIEVEMENTS“
4.2 „UNDERACHIEVEMENT“ IM FALLE P.S
5. PRÄVENTIONS- UND INTERVENTIONSMAßNAHMEN
5.1 INNER- UND AUßERSCHULISCHE MAßNAHMEN
5.2 INTERVENTIONSPLAN FÜR P.
6. DISKUSSION
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz der Hochbegabtenforschung für (Förder-)Schullehrkräfte und analysiert, wie hochbegabte Schülerinnen und Schüler bei auftretenden Leistungsproblemen unterstützt werden können. Anhand eines konkreten Fallbeispiels wird der Prozess der Entstehung von Underachievement sowie mögliche pädagogische Interventionsstrategien beleuchtet.
- Grundlagen und Definitionen von Hochbegabung
- Diagnostische Verfahren zur Identifikation hochbegabter Kinder
- Phänomenologie und Ursachen von Underachievement
- Innerschulische und außerschulische Interventionsmaßnahmen
- Fallbasierte Interventionsplanung für den Schüler P.
Auszug aus dem Buch
3.1 Was ist Hochbegabung?
Eine genaue Definition des Begriffs Hochbegabung ist kaum möglich, was in der wissenschaftlichen Literatur auch auf den uneindeutigen Begriff der Begabung zurückgeführt wird (vgl. Sparfeldt et al. 2009: 4, vgl. Rost & Sparfeldt 2017: 329). Überdies beschreibt die (Hoch-)Begabung eine „Vielfalt von Phänomenen“ (Richter 2007: 88). Rost et al. (2006) fassen die unterschiedlichen Definitionen der Begabung wie folgt in fünf Kategorien zusammenfassen (S. 189):
• Statische (eher angeborene) versus dynamische (kulturell vermitteltes Leistungspotential) Begabung,
• Intellektuelle (Sprachverständnis, Denkvermögen) versus nicht intellektuelle (handwerklich, künstlerische) Begabung,
• Allgemeine Begabung (allumfassend, breit in verschiedenen Inhaltsbereichen logisch-schlussfolgernd denken) versus Spezialbegabung (enge Inhaltbereiche),
• Konvergentes Denken (intelligenter Denkvollzüge) versus divergente Denkfähigkeit (besonders Kreativität),
• Nicht in entsprechende Leistung umgesetztes Potential versus schon in Leistung umgesetzte Begabung.
Das Wort „Hoch“ hat vergleichsweise eine klare quantitative Zuschreibung, die eine „...hohe Ausprägung des zu spezifizierenden Merkmals ‚Begabung’...“ (Rost et al. 2006: 189) meint, die über den Mittelwert hinausgeht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Hochbegabung für den sonderpädagogischen Kontext ein und stellt die Fragestellung nach Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Schüler vor.
2. DER FALL P.: Hier wird die Ausgangssituation eines zwölfjährigen Schülers beschrieben, bei dem trotz eines hohen IQ-Wertes ein signifikanter Leistungsabfall in der weiterführenden Schule zu beobachten ist.
3. DIE HOCHBEGABUNG: Dieses Kapitel erläutert wissenschaftliche Definitionen, theoretische Modelle sowie Merkmale und diagnostische Zugänge zur Identifikation von Hochbegabung.
4. „UNDERACHIEVEMENT“: Der Abschnitt befasst sich mit der Diskrepanz zwischen intellektuellem Potenzial und gezeigter Leistung sowie den spezifischen Faktoren, die bei dem Schüler P. zu diesem Phänomen führen.
5. PRÄVENTIONS- UND INTERVENTIONSMAßNAHMEN: Dieses Kapitel stellt sowohl allgemeine schulische als auch außerschulische Fördermaßnahmen vor und erarbeitet einen konkreten Interventionsplan für das Fallbeispiel P.
6. DISKUSSION: Die Diskussion fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Notwendigkeit einer ganzheitlichen, den Schüler einbeziehenden pädagogischen Förderung.
Schlüsselwörter
Hochbegabung, Underachievement, Intelligenz, Diagnose, Förderschule, Lernmotivation, Leistungsabfall, Begabtenförderung, Schulleistung, Pädagogische Psychologie, Lernverhalten, Interventionsplan, Innerschulische Maßnahmen, Selbstkonzept, Differenzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Hochbegabung im schulischen Umfeld und analysiert, wie Lehrkräfte hochbegabte Schüler effektiv fördern können, insbesondere wenn diese Minderleistungen (Underachievement) zeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Definitionen von Hochbegabung, die Identifizierung und Diagnostik, die Ursachen für Underachievement sowie praktische schulische und außerschulische Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Maßnahmen aufzuzeigen, mit denen Lehrkräfte hochbegabte Schüler unterstützen können, um deren Potenzial besser auszuschöpfen und einem Leistungsabfall entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie eine fallstudienbasierte Analyse, um theoretische Konzepte der Hochbegabung auf das konkrete Fallbeispiel des Schülers P. anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Hochbegabung, die Analyse des Phänomens Underachievement sowie die Entwicklung und Ableitung konkreter Interventionsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Hochbegabung, Underachievement, Diagnostik, Lernmotivation, Pädagogische Psychologie und gezielte Fördermaßnahmen.
Warum zeigt der Schüler P. plötzlich schlechtere Leistungen?
Der Leistungsabfall wird auf eine Kombination aus mangelnder Differenzierung im Unterricht und dem Fehlen adäquater Lernstrategien zurückgeführt, da P. in der Grundschule ohne Anstrengung erfolgreich war.
Welche Rolle spielt die Diagnostik für das weitere Vorgehen bei P.?
Eine umfassende diagnostische Testung ist zentral, um spezifische Lern- und Arbeitsdefizite sowie Motivationsblockaden objektiv zu erfassen und darauf basierend einen gezielten Förderplan zu erstellen.
Warum ist eine Zusammenarbeit von Schule und Eltern essenziell?
Nur durch ein Arbeitsbündnis zwischen Eltern und Lehrkräften kann eine konsistente Unterstützung des Schülers gewährleistet werden, um ihm zu helfen, das „Lernen zu lernen“ und sein volles Potenzial zu entfalten.
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- Anonym (Autor), 2017, Hochbegabung und Underachievement. Welche Relevanz hat die Hochbegabung für Lehrkräfte?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418614