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Sozialisationstheoretische Untersuchungen als Grundlage jeder Analyse von Fremdheitserlebnissen

Title: Sozialisationstheoretische Untersuchungen als Grundlage jeder Analyse von Fremdheitserlebnissen

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 28 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Magister Artium Sebastian Klaus (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Innerhalb dieser Ausarbeitung werde ich eine theoriegeleitete Analyse von Fremdheitserlebnissen einer in Brasilien geborenen Frau mit deutscher Abstammung durchführen. Um eine kontrastive vergleichende Ausarbeitung mehrerer Biographien soll es schon aus Platzgründen nicht gehen. Es handelt sich hierbei um Regine Naumann, oder besser gesagt um die Transkription eines narrativen Interviews mit dieser. Bei der Vorbereitung fiel mir jedoch auf, dass es zumindest in diesem Fall eine Analyse der Fremdheitserlebnisse eine nahezu sinnfreie Angelegenheit wäre, dies ohne eine vorherige Analyse ihrer Primär- und Sekundärsozialisation durchzuführen, um ihren Herkunftshabitus mit samt ihrer Positionen und Dispositionen herauszufiltern. Nur auf diese Weise kann ein klares und strukturiertes Bild ihrer Biographie und der Wandlungen innerhalb dieser erfasst werden.
Beginnen werde ich mit einer Fallbeschreibung. So sollte jedem Leser, der mit diesem Interview nicht vertraut ist, vorab eine Rekonstruktion ihres Lebensweges geschaffen werden, um die darauf folgende Analyse nachvollziehbar zu machen. Ich werde versuchen keine Interpretationen und Bewertungen meinerseits in diese Fallbeschreibung einzubringen, soweit es mir möglich ist, sondern nur Regines Selbstbewertungen einfließen zu lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Gliederung

2. Einleitung

3. Hauptteil

3.1 Fallbeschreibung

3.2 Sozialisationstheoretische Analyse

3.2.1 Regines verallgemeinerte Andere

3.2.2 Regines Kapitalakkumulation

3.2.3 Gruppenzugehörigkeit durch Sprache

3.3 Analyse der Erfahrungen von Fremdheit

3.3.1 Besuch der Familie ihres Vaters

3.3.2 Studieren und leben in Deutschland

3.3.3 Rückkehr nach Brasilien

3.3.4 Erneutes Leben in Deutschland

3.3.5 Erfahrungen auf dem Campingplatz als Schlüsselerlebnis

3.3.6 Heimkehr nach Brasilien

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Fremdheitserlebnisse einer in Brasilien geborenen Frau mit deutscher Abstammung auf Basis einer sozialisationstheoretischen Analyse ihres Lebensweges zu untersuchen, um die Wandlung ihrer Identität und ihres kulturellen Selbstbildes nachzuvollziehen.

  • Sozialisationstheoretische Rekonstruktion des Herkunftshabitus
  • Identitätsbildung im Spannungsfeld von Brasilien und Deutschland
  • Analyse von Fremdheitserfahrungen durch interaktionistische Ansätze
  • Wandel der ethnisch-kulturellen Zugehörigkeitsbewertung
  • Einfluss von Mehrsprachigkeit und Familienkontext

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Besuch der Familie ihres Vaters

Als Regine nach Deutschland kam, war das ein Mordserlebnis für sie, wie sie selbst sagte. Es war alles ganz anders, als sie es aus ihrer Heimat kannte und stellte fest: „da habe ich erst gemerkt was was ich mir als deutsch vorstellte, war etwas ganz anderes.“ (3/15f.) Regine hatte schon vorab ein gefestigtes Bild von dem, was sie sich als deutsch vorstellte, vermittelt durch die deutschsprachigen Freunde und Bekannten in Brasilien. „Das fertige Bild von der fremden Gruppe, das sich innerhalb der Heimatgruppe des Fremden gebildet hat, beweist seine Inadäquatheit“ (Schütz 1972, S. 61) Dies trifft ebenfalls bei Regine zu. Auch wenn sie von ihrer Verwandtschaft „sehr sehr lieb aufgenommen“ (3/34) wurde, war ihr nun klar, dass das Alltagsleben hier sich stark von ihrem in Brasilien unterschied. Exemplarisch stellte sie dies an ihrer Kusine fest, die im selben Alter wie sie war. Diese Situation, in der sich Regine zu dieser Zeit befand, zeigt uns auch auf: „Wenngleich die Entdeckung des anderen von jedem einzelnen übernommen werden muss und immer wieder von Neuem beginnt, hat sie aber doch auch eine Geschichte, gesellschaftlich und kulturell determinierte Formen.“ (Todorov 1985, S. 291f.) Sie verband mit dem Deutschsein das, was sie von Brasilien her kannte und glaubte, dass sich in Deutschland auch jeder so verhalte. Sie wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass sie doch mehr Brasilianerin war als Deutsche, wurde aber durch dieses Erlebnis zum ersten Mal mit der Nase darauf gestoßen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gliederung: Übersicht über den strukturellen Aufbau der Hausarbeit.

2. Einleitung: Vorstellung des Forschungsanliegens, der Person Regine Naumann sowie der theoretischen Ansätze zur Analyse ihrer Sozialisation.

3. Hauptteil: Detaillierte Fallbeschreibung und soziologische Analyse des Herkunftshabitus sowie der verschiedenen Phasen ihrer Fremdheitserfahrungen.

3.1 Fallbeschreibung: Rekonstruktion des Lebensweges von Regine Naumann von der Kindheit in Brasilien bis zu ihren Aufenthalten in Deutschland.

3.2 Sozialisationstheoretische Analyse: Theoretische Untersuchung der Identitätsbildung unter Anwendung von Mead, Bourdieu und Strauß.

3.2.1 Regines verallgemeinerte Andere: Analyse der prägenden Gruppen und Gemeinschaften für Regines Identität.

3.2.2 Regines Kapitalakkumulation: Untersuchung der Akkumulation und Transformation von kulturellem und sozialem Kapital.

3.2.3 Gruppenzugehörigkeit durch Sprache: Analyse der Bedeutung der deutschen Sprache für Regines Loyalität und Zugehörigkeit.

3.3 Analyse der Erfahrungen von Fremdheit: Systematische Untersuchung signifikanter Fremdheitserlebnisse in chronologischer Abfolge.

3.3.1 Besuch der Familie ihres Vaters: Reflexion der ersten Deutschlandreise und der Differenzerfahrung zur deutschen Verwandtschaft.

3.3.2 Studieren und leben in Deutschland: Auseinandersetzung mit Entfremdungsprozessen im universitären und alltäglichen Kontext in Deutschland.

3.3.3 Rückkehr nach Brasilien: Analyse der Reintegration in den brasilianischen Alltag als Heimkehr.

3.3.4 Erneutes Leben in Deutschland: Betrachtung des zweiten Deutschlandaufenthalts unter veränderten Voraussetzungen als Mutter.

3.3.5 Erfahrungen auf dem Campingplatz als Schlüsselerlebnis: Analyse einer spezifischen Konflikterfahrung, die Regines Distanz zu deutschen Pauschaltouristen verdeutlicht.

3.3.6 Heimkehr nach Brasilien: Reflektion der endgültigen Rückkehr und der Festigung der Identität als Brasilianerin.

4. Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und methodische Einordnung der Arbeit.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Fremdheitserlebnisse, Sozialisation, Identitätsbildung, Regine Naumann, Herkunftshabitus, Kapitalakkumulation, Mehrsprachigkeit, Deutschland, Brasilien, Ethnizität, Migration, Interaktion, symbolische Interaktion, soziale Zugehörigkeit, Marginalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit analysiert die Fremdheitserlebnisse einer in Brasilien geborenen Frau deutscher Abstammung, um deren Identitätswandel wissenschaftlich zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Sozialisation, die Bildung eines kulturellen Herkunftshabitus, die Bedeutung von Sprache für die Gruppenzugehörigkeit sowie der Prozess der Identitätsveränderung durch Migration.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine tiefgehende Analyse von Fremdheitserfahrungen zwingend eine vorherige sozialisationstheoretische Untersuchung des Herkunftshabitus erfordert, um den Identitätswandel des Subjekts korrekt zu erfassen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Analyse nutzt sozialisationstheoretische Ansätze, insbesondere die Identitätsbildung nach George Herbert Mead, die Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu und die Theorie der Identitätsbildung durch Sprache nach Anselm Strauß.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Fallbeschreibung, eine theoretische Fundierung des Herkunftshabitus sowie eine chronologische Analyse spezifischer Fremdheitserlebnisse der Probandin.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fremdheit, Identität, Sozialisation, Kapitalakkumulation, Mehrsprachigkeit, kulturelle Zugehörigkeit und marginale Persönlichkeit.

Warum ist die Analyse der Großmutter für Regines Identität so wichtig?

Die Großmutter fungierte als zentrale Bezugsperson der Primärsozialisation, die auf die Bewahrung der deutschen Vatersprache beharrte und somit den Grundstein für Regines Identität als Deutschbrasilianerin legte.

Welche Rolle spielte der Besuch bei der Familie des Vaters für Regines Selbstbild?

Dieser Besuch war ein Schlüsselerlebnis, da Regine erstmals feststellte, dass ihre Vorstellung von „Deutschsein“ nicht mit der Realität in Deutschland übereinstimmte, was ihren Identitätswandel einleitete.

Wie veränderte sich Regines Einstellung zur deutschen Sprache im Laufe ihres Lebens?

Ursprünglich als familiäre Pflicht zur Erhaltung der Tradition empfunden, verlor die deutsche Sprache nach den Fremdheitserfahrungen in Deutschland ihre Rolle als Identitätsanker, was Regine schließlich erlaubte, sich primär als Brasilianerin zu definieren.

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Details

Title
Sozialisationstheoretische Untersuchungen als Grundlage jeder Analyse von Fremdheitserlebnissen
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Soziologie)
Course
Kollektive Identität, Marginalität und Mehrsprachigkeit in Europa
Grade
sehr gut
Author
Magister Artium Sebastian Klaus (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V41863
ISBN (eBook)
9783638400404
Language
German
Tags
Sozialisationstheoretische Untersuchungen Grundlage Analyse Fremdheitserlebnissen Kollektive Identität Marginalität Mehrsprachigkeit Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Sebastian Klaus (Author), 2005, Sozialisationstheoretische Untersuchungen als Grundlage jeder Analyse von Fremdheitserlebnissen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41863
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