Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

27 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Rundfunkbegriff

3 Geschichte des Rundfunks
3.1 Die Anfänge vor
3.2 Weimarer Republik und Nationalsozialismus
3.3 Bundesrepublik Deutschland/DDR

4 Vom öffentlich-rechtlichen zum dualen Rundfunksystem
4.1 Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
4.1.1 Aufbau und Struktur
4.1.2 Finanzierung
4.2 Privater Rundfunk
4.2.1 Grundlagen der Entstehung
4.2.2 Aufbau und Struktur
4.2.3 Finanzierung
4.3 Das duale Rundfunksystem
5 Zukünftige Bedeutung des dualen Rundfunksystems

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Begriff „Rundfunk“ steht immer in der Diskussion. Was bedeutet er genau, welche Zielsetzungen und Aufgaben werden gestellt und welche müssen erfüllt werden. Das Rundfunksystem in Deutschland hängt seit Bestehen zwischen Tradition und Fortschritt. Es besteht immer ein Kampf um Aufgaben, Ziele, Besitz und Kontrolle. Die Seminararbeit beschäftigt sich unter anderem mit diesen Fragestellungen. Ziel ist es, herauszufinden wodurch genau das Fernseh- und Hörfunksystem der Bundesrepublik Deutschland gekennzeichnet ist und wie die Zukunft des Rundfunks in Deutschland wohl aussehen könnte.

Nach einer einleitenden Bestimmung des Begriffs „Rundfunk“ in Kapitel 2 wird die Entstehungsgeschichte des Rundfunks in Deutschland detailliert beschrieben. Die Entwicklung des Fernseh- und Hörfunk wird von den Anfängen (ca. 1919) über die Weimarer Republik und die Zeit des Nationalsozialismus bis hin zur Wiedervereinigung Deutschlands genauestens beleuchtet und hinterfragt. Dies gilt als Grundlage für das darauffolgende Kapitel, indem sich intensiv mit dem öffentlich-rechtlichen und dem privaten Rundfunk auseinandergesetzt wird. Hier werden vor allem die Themen Aufbau, Struktur und Finanzierung beider Rundfunksysteme näher betrachtet, wobei beim privaten Rundfunk noch zusätzlich auf die Entstehungsgeschichte eingegangen wird. Dies ist bei dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in diesem Kapitel nicht notwendig, da dies bereits in Kapitel 3 ausführlich erläutert wurde. Im letzten Teil des 3. Kapitels wird noch kurz auf das duale Rundfunksystem und seine Struktur eingegangen. In Kapitel 5 werden sämtliche bisher erarbeitete Informationen zusammengetragen und umfassend betrachtet, um die zukünftige Bedeutung und Aussichten des dualen Rundfunksystems in Deutschland vorhersagen zu können. Anschließend wird in Kapitel 6 ein abschließendes Fazit gezogen, welches sich auf die in der Arbeit entstandenen Ergebnisse bezieht und versucht, die zu Beginn entstandenen Fragestellungen und Zielsetzungen zu beantworten.

2 Der Rundfunkbegriff

Nach intensiver Recherche zum Begriff des Rundfunks ist festzustellen, dass es keine eindeutige Definition für diesen Begriff gibt, denn dieser findet sich in den Rundfunk- und Landesmediengesetzen, im Rundfunkstaatsvertrag, teilweise in der Fernsehrichtlinien der EU und dem Fernsehübereinkommen des Europarates. Allerdings wurde von den Bundesländern 2001 eine grundlegende Definition im Rundfunkstaatsvertrag vorgenommen. Demnach bedeutet Rundfunk die Übertragung von Informationen jeglicher Art (Bild, Ton, Text) über elektromagnetische Wellen, die für die Öffentlichkeit bestimmt und von jedem Menschen zu empfangen sind. Umgangssprachlich ist der Begriff „Rundfunk“ meist auf „Hörfunk“ begrenzt, allerdings schließt er formal aber Hörfunk und Fernsehen gleichermaßen ein. Rundfunk als Fachausdruck dient allerdings auch dazu, die herkömmlichen elektronischen Medien (hier sind Hörfunk und Fernsehen gemeint) zu klassifizieren und diese wiederum von den Print-Medien, Büchern und der Presse abzugrenzen.

Die ersten Wortschöpfungen gingen von technischen Vorgängen aus und waren für die Begriffsbildung entscheidend. Ursprung für diese „technische Definition“ ist das Wort Funk, bzw. Funktelegraphie. In den USA ging man von dem Sachverhalt Radialwirkung elektrischer Wellen aus, der aufgrund des internationalen Schiffsfunk mit dem Wort „radio telegraphy“, also „Radiotelegraphie“ übersetzt wurde und somit auch in der deutschen Sprache Gebrauch fand. Nach dem ersten Weltkrieg wurde mit Hilfe von funktelegraphischen Diensten die deutschen Wortschöpfungen „Rundfunk“ und „Rundspruch“ in den Sprachgebrauch aufgenommen. Auf der Suche nach dem „Erfinder“ des Begriffs Rundfunk trifft man auf Hans Bredow[1]. Dieser schreibt: „Aus dem traditionellen ´Funk´ bildete ich im Hinblick auf die Rundwirkung der Wellen, auf der das neue Anwendungsgebiet der Verbreitung gleichlautender Nachrichten an viele beruht, das Wort ´Rundfunk´.“ (Bredow, 1956)

Zu Beginn der zwanziger Jahre wurde mit „Rundfunk“ Unterschiedliches bezeichnet, nämlich sowohl die drahtlose Telegraphie als auch die drahtlose Telephonie. Im Jahre 1922 versuchte man auf einer Sitzung der Reichsfunkkommission eine definitorische Klärung zu bestimmen:

- Rundfunk = drahtlose Telegraphie = Zeichenfunk
- Rundspruch = drahtlose Telefonie = Sprechfunk

Allerdings taten sich auch nach diesem Versuch einer Definition wieder Probleme auf, denn das Programmangebot des „Rundspruchs“ war nicht nur die Sprache, sondern auch Musik und Gesang, also griff man wieder auf den Begriff „Rundfunk“ zurück. Der „Rundfunk“ musste auch lange Zeit mit dem Begriff „Radio“ konkurrieren. Es war Hans Bredow, der sich intensiv für die Bekämpfung von Fremdwörtern im Funkdienst einsetzte. Leider war es ein aussichtloser Kampf, denn der Begriff „Radio“ hatte sich bereits fest im Sprachgebrauch etabliert und ist bei heute fester Bestandteil unseres Wortschatzes. Somit steht fest, dass der Begriff Rundfunk in verschiedenen Bereichen, in denen er Bedeutung hat, zu finden ist. Aber er ist eben leider auch nur in diesen speziellen Bereichen und nicht für die Allgemeinheit definiert.

3 Geschichte des Rundfunks

3.1 Die Anfänge vor 1919

Im Jahre 1887 entdeckte der Physiker Heinrich Hertz die Funktelegraphie, also die drahtlose Telegraphie, mittels elektronischer Schwingungen. Diese war der Startpunkt des Rundfunks. Da man mit Hilfe dieser Technik auch mit beweglichen Empfängern (wie z.B. Schiffen oder Flugzeugen) Kontakt halten konnte, hatte der Rundfunk zunächst Einsatz im Bereich des Militär- und Schiffsfunkverkehr. In den Anfängen wurden im deutschen Reich parallel zwei Funksysteme entwickelt, was unvorteilhaft war, da dies den gesamten Fortschritt ausbremste. 1903 kam es dann aber mit der Gründung eines gemeinsamen Tochterunternehmens von AEG und Siemens Halske (der „Gesellschaft für drahtlose Telegraphie mbH“) in Berlin zu einer Einigung. Im Laufe der Zeit bürgerte sich das Wort „Telefunken“ für das Unternehmen ein. Zunächst blieben die Entwicklungen der Gesellschaft unter dem internationalen Standard, was sich allerdings mit dem Kriegsausbruch 1914 änderte. Nun wurden die Einsatzmöglichkeiten der neuen Technologie offenkundig und groß ausgebaut. Die Funktelegraphie blieb damals die einzige Möglichkeit, mit der überseeischen Außenwelt in Kontakt zu treten, da die Kabelverbindungen in Deutschland von Kriegsgegnern sofort zerstört wurden. Aber auch im Bereich Nachrichtenpolitik gewann die Funktelegraphie in dieser Zeit an Bedeutung. Allgemein ist festzuhalten, dass die Verantwortung für den Rundfunk von Beginn an beim Deutschen Reich lag. 1871 wurde die Fernmeldehoheit durch Artikel 48 der Reichsverfassung dem Deutschen Reich zugeschrieben und durch das „Gesetz betreffend das Telegraphenwesen des Deutschen Reichs“ von 1892 nochmals bestärkt. 1908 wurde das staatliche Hoheitsrecht (was sich damals nur auf die Telegraphie mittels Leiter erstreckte) auch auf den drahtlosen Funkverkehr (den Rundfunk) ausgeweitet. Das Deutsche Reich besaß also ab 1908 das alleinige Verfügungsrecht über die Sendeanlagen des Rundfunks.

3.2 Weimarer Republik und Nationalsozialismus

Auch zur Zeit der Weimarer Republik bemühte sich Hans Bredow bei „Telefunken“ die Funkentwicklung voranzutreiben und auch die Presse auf das neue Medium aufmerksam zu machen. Doch die Presse hatte die publizistische Bedeutung dieses Mediums bisher noch nicht erkannt. Somit errichtete das Unternehmen aus eigener Initiative Versuchsdienste mit dem Funkmedium, indem sie ihre Sendeanlagen (zunächst kostenlos) zur Verfügung stellten. Mit der Zeit wurden für die Beförderung von Nachrichten gesetzliche Telegraphie Gebühren und eine Gebühr für die Vervielfältigung zur Verteilung von Nachrichten erhoben. Im Jahre 1922 wurde der sogenannte „Wirtschaftsrundspruch“ eingeführt, der drahtlos gesprochenes Wort verbreitete und damit den bisherigen funktelegraphischen Wirtschaftsdienst ersetzte. Hiermit wurden die Weichen für einen neuen Unterhaltungsrundfunk gestellt. Der Rundfunk in der Zeit zwischen 1919 und 1922 lässt sich mit einer Nachrichtenagentur vergleichen. Es wurden Informationen zusammengetragen und an einzelne Abnehmer zur Weiterverbreitung verteilt. Die Abnehmer waren allerdings keine Privatpersonen, sondern staatliche oder wirtschaftliche Institutionen. Dies bedeutet, dass der Rundfunk zu diesem Zeitpunkt nicht öffentlich war und sich somit nicht als Massenmedium beschreiben lässt. In den Jahren 1920 bis 1922 entwickelte sich der Rundfunk in England und den USA rasant und Deutschland verfolgte diese Entwicklungen interessiert. Um sich im internationalen Wettbewerb nicht hinten anstellen zu müssen, richteten die beiden renommierten Unternehmen „Telefunken“ und „C. Lorenz AG“ bei der Reichstelegraphenverwaltung einen Konzessionsantrag zur Errichtung und zum Betrieb von Sende- und Empfängeranlagen ein.

Der Antrieb zur Entwicklung eines „öffentlichen Rundfunks“ entstand aus wirtschaftlichen Überlegungen. Im Mai 1922 wurde ein weiteres Unternehmen gegründet, wel- ches ebenfalls einen Konzessionsantrag stellte. Dieses Unternehmen war die „Deutsche Stunde, Gesellschaft für drahtlose Belehrung und Unterhaltung mbH“. Die „Deutsche Stunde“ machte es sich zur Aufgabe, gemeinnützige Veranstaltungen von öffentlichen Konzerten und Vorträgen auf drahtlosem Wege im deutschen Reich zu verbreiten. Diese Art von Rundfunk nannte sich damals „Zentralfunk“ oder auch „Saalfunk“, da (ähnlich wie bei einem Film) dem Publikum die Darbietungen über Lautsprecher in Kinos oder Theatern vorgeführt wurden. 1923 schloss die „Aktiengesellschaft für Buch und Presse“ (kurz: DRADAG) und die Deutsche Stunde einen Durchführungsvertrag ab, der die Aufgabenverteilung des ersten öffentlichen Rundfunkprogramms in Deutschland regelte. Die DRADAG übernahm die Herstellung und Verbreitung der Tagesnachrichten und die Darbietung des politischen Inhalts. Die Deutsche Stunde hingegen war verantwortlich für den Programmteil mit belehrender, musikalischer und literarischer Art. Das erste offizielle Hörfunkprogramm, welches am 29. Oktober 1923 ausgestrahlt wurde, kam von der Deutschen Stunde.

Schon bald nach Programmaufnahme durch die Regionalgesellschaften strebte das Deutsche Reich eine grundlegende Neuregelung des Rundfunks an. Es sollte eine stärkere politische Einflussnahme auf den Rundfunk geben. Damit sollte außerdem verhindert werden, dass die DRADAG und die Deutsche Stunde die wirtschaftliche Oberhand im Rundfunk erhielten. Also wurde 1925 die „Reichs-Rundfunk-Gesellschaft“ gegründet. Somit konnte einerseits die Kontrolle des Rundfunks durch die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft gesichert werden, andererseits wurde die DRADAG zur offiziellen Nachrichtenstelle des Reichsministeriums des Inneren (RMI) umgeformt, deren Arbeit durch genaue Richtlinien festgelegt wurde. Die einzelnen Rundfunkgesellschaften wurden dazu verpflichtet, nur solche politischen Nachrichten zu verbreiten, welche ihnen von der DRADAG zugeleitet wurden. Darüber hinaus wurden mit der Zeit Überwachungsausschüsse gegründet, welche die Rundfunkgesellschaften im Hinblick auf die von ihnen verbreiteten politischen Inhalte kontrollieren sollten. 1926 wurde das Ergebnis dieser ersten Rundfunkreform unter dem Titel „Richtlinien über die Regelung des Rundfunks“ veröffentlicht. Somit war der Rundfunk in der Weimarer Republik zwar kein unmittelbar staatlich gelenktes, aber ein mittelbar von der Regierung betreutes Organ.

Im Laufe der Zeit wollten die Politiker und das Reichsministerium mehr Einfluss auf den Rundfunk erhalten. Also entstand 1932 eine zweite Rundfunkordnung.

Erich Scholz war maßgeblich an der zweiten Rundfunkordnung beteiligt. Er war der Rundfunkreferent im Reichsministerium des Innern und trat 1932 in die Nationalistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ein. Er sah die Aufgaben des deutschen Rundfunks wie folgt: „Für den Rundfunk […] kann und darf es nur eine Lösung geben: Nicht das Interesse dieser oder jener Partei, sondern das der Staatspolitik gibt in allen Fällen den Ausschlag.“ (Rundfunkansprache des Ministerialrates Erich Scholz vom Reichministerium des Inneren am 28. Juli 1932) Am 27. Juli 1932 wurden die neuen Leitsätze der Rundfunkordnung verabschiedet und am 29. Juli 1932 dann veröffentlicht. Man wollte mit dieser zweiten Rundfunkordnung den Rundfunk zentralisieren und für die Interessen der Reichsregierung nutzbar machen. Somit wurden die Leitlinien vom 27. Juli 1932 bereits kurz darauf mit genauen Richtlinien und Geschäftsanweisungen untermalt. Es gab zu dieser Zeit drei zentrale Begriffe, mit der sich die Verstaatlichung des Rundfunks beschreiben lies: Zentralverwaltung, Programmkontrolle und staatliche Aufsicht. Um dieses durchsetzen zu können, mussten die verbliebenen privaten Aktionäre vom Rundfunksektor ausgeschlossen werden. Dies geschah, indem der Reichspostminister Eltz von Rübenach kurz nach der Bekanntgabe der Leitlinien kündigte. Am 10. August 1932 wurde Erich Scholz zum Rundfunk-Kommissar des Reichsinnenministeriums gewählt und mit Antritt dieses Amtes begann die so genannte „personelle Säuberung“ des Rundfunks. Diese „Welle der Säuberung“, welche sowohl politisch als auch rassistisch begründet war, hielt an, bis sie schließlich in der Zeit der Nationalsozialisten ihren Höhepunkt erreichte.

Es begann alles mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933. Die Nationalsozialisten nutzten den Rundfunk für ihren Wahlkampf. Zwar waren nach der damals bestehenden Rundfunkordnung explizite Wahlsendungen nicht erlaubt, allerdings durften die Minister über den Rundfunk Reden halten. Es konnte also nicht verhindert werden, dass in diesen Reden auch Propagandaziele und Parteiprogramme vorgetragen wurden. Es war der Ausbau des Rundfunks zum wichtigsten Propagandainstrument, welcher den Nationalsozialisten damals ein ernstes Anliegen war. Und somit war es nicht verwunderlich, dass am 22. März 1933 das Propagandaministerium den Aufgabenbereich der Reichspost auf dem Gebiet des Rundfunks übernahm. Allerdings hatten die Nationalsozialisten immer noch ein Problem, denn rechtlich gesehen hatten die Länder immer noch die Möglichkeit auf eigene rundfunkpolitische Kompetenzen zu bestehen. Denn so stand es immer noch in der Rundfunkordnung von 1932. Am 30. Juni 1933 erließ Adolf Hitler die „Verordnung über die Aufgaben des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda“, in welcher festgelegt war, dass in Fragen der Rundfunkregelung die ausschließliche Entscheidungsmacht beim Propagandaministerium lag. Mit dieser neuen Verordnung wurden die Kompetenzen der Länder im Rundfunkbereich offiziell und vollständig aufgehoben. Am 08. Juli 1933 mussten dann alle Länder ihre Geschäftsanteile von 49% an die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft abgeben. Es folgte organisatorische Gleichgestaltung und Zentralisierung, die durch entsprechende personelle Entscheidungen ergänzt wurden. Am 22. September 1933 folgte erneut ein neues Gesetz, das „Reichskulturkammergesetz“. Es ermächtigte den Propagandaminister „alle Angehörigen der kulturellen Berufe in öffentlichen Körperschaften zu organisieren“, was bedeutet, dass sie alle in Zwangsverbände zusammengefasst wurden. Zur Sicherstellung der Rundfunkversorgung mussten allerdings auch die Sende- und Empfangsmöglichkeiten ausgebaut werden. Die Bürger sollten sich nicht herausreden können, indem sie sagten, sie können sich den Rundfunkempfang nicht leisten. Somit wurde der „VE 301“, ein preisgünstiger Volksempfänger auf den Markt gebracht, der vor allem den privaten Haushalten diente. Technisch gesehen war es ein Rückschritt, doch genau in diesem Punkt lag die Genialität, denn der „VE 301“ verfügte ausschließlich über jenen Frequenzbereich, über den nur die deutschen Sender ihre Programme ausstrahlen konnten. Somit war die politische Gleichschaltung des Hörfunks perfekt und fortan (seit April 1934) wurden die regionalen Sender als „Reichssender“ bezeichnet und verloren jegliche Selbstständigkeit.

[...]


[1] Hans Bredow war im Jahr 1919 Ministerialdirektor und Leiter der Abteilung für Funktelegraphie im Reichspropagandaministerium. Man kann ihn als „zentrale personale Instanz“ im Kontext der Einführung des Mediums Rundfunk in Deutschland bezeichnen.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland
Hochschule
Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
27
Katalognummer
V418634
ISBN (eBook)
9783668675476
ISBN (Buch)
9783668675483
Dateigröße
565 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rundfunk, öffentlich-rechtlich, duales System, privater Rundfunk
Arbeit zitieren
Dana Bartzen (Autor), 2017, Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418634

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