Traditionell werden Präpositionen den grammatischen Morphemen zugerechnet, also als ein Teil der Grammatik betrachtet. Ob sich dies aber so verallgemeinern lässt, und ob einige Präpositionen doch eher der Lexik zuzuordnen sind, wird in dieser Arbeit thematisiert. Anhand von Fragestellungen wie "Was genau sind eigentlich Präpositionen?", "Was versteht man unter Grammatik?" und "Was sind die Merkmale von grammatischen Morphemen?" wird gegliedert, nach welchen Gesichtspunkten Präpositionen kategorisiert werden können hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zur Grammatik bzw. zur Lexik.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Zum Terminus „Präposition“
2. Der Grammatikalisierungsprozess
3. Was versteht man unter Grammatik?
3.1. Die traditionelle und die moderne Definition von Grammatik im Vergleich zur Wortbildung
3.2. Die Merkmale von grammatischen Morphemen nach traditioneller Auffassung
3.2.1. Frequenz
3.2.2. Lautvolumen
3.2.3. Spezifischer Charakter
3.2.4. Schlussfolgerung zu den aufgeführten Merkmalen
3.3. Semantische Bedeutungsleere als Merkmal von grammatischen Morphemen
4. Die Zuordnung von Präpositionen zu Grammatik bzw. Lexik
4.1. Grammatische Präpositionen
4.1.1. Präpositionen mit Redundanzcharakter
4.1.2. Pleonastische Intensivierungen durch Präpositionen
4.1.3. Präpositionen mit Verlust der ursprünglichen Bedeutung
4.2. Lexikalische Präpositionen
4.2.1. Präpositionen in ihrer ursprünglichen Bedeutung
4.2.3. Präpositionen als Verursacher von Bedeutungsveränderungen anderer Wortarten
5. Indizien für semantische Bedeutungsleere bei Präpositionen
5.1. Austauschbarkeit innerhalb einer Sprache
5.2. Übersetzbarkeit von Präpositionen in andere Sprachen
Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die sprachwissenschaftliche Einordnung von Präpositionen und analysiert, unter welchen Bedingungen sie eher dem Bereich der Grammatik oder der Lexik zuzurechnen sind, wobei insbesondere der Prozess der Grammatikalisierung beleuchtet wird.
- Definition und Kategorisierung von Präpositionen
- Untersuchung von Grammatikalisierungsprozessen
- Abgrenzung zwischen grammatischen und lexikalischen Einheiten
- Analyse der semantischen Bedeutungsleere bei Funktionswörtern
- Austauschbarkeit und Übersetzbarkeit als Indizien der Wortartenzugehörigkeit
Auszug aus dem Buch
1. Zum Terminus „Präposition“
Die Bezeichnung „Präposition“ stammt ab von dem lateinischen Begriff „praepositio“ und bedeutet ins Deutsche übersetzt „das Vorangestellte“ oder auch „die Stellung vor etwas“. Diese wörtliche Bedeutung trifft jedoch nur bedingt zu, denn nach syntaktischer Stellung unterscheidet man – im Deutschen – folgende Adpositionen:
- Präposition (z.B. in der Stadt)
- Postposition (z.B. der Ehre halber)
- Zirkumposition (z.B. um der Ehre willen)
- Ambiposition (z.B. der Ehre wegen vs. wegen der Ehre)
Weitaus treffender hinsichtlich ihrer Funktion lassen sich Präpositionen wie folgt definieren: Präpositionen werden „im Rahmen der traditionellen Grammatik als Beziehungs- oder Verhältniswörter klassifiziert, die Relationen etwa zwischen Verben und Substantiven untereinander beschreiben.“ Auch Jürgen Lang beschreibt diese Wortart in ähnlicher Weise: „Präpositionen sind alle diejenigen Morpheme einer Sprache“, die „einen Vorstellungsinhalt A in bezug auf einen Vorstellungsinhalt B […] situieren.“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage hinsichtlich der Zuordnung von Präpositionen zur Grammatik oder Lexik sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
1. Zum Terminus „Präposition“: Herleitung des Begriffs und Abgrenzung durch syntaktische Funktionen sowie funktionale Definitionen.
2. Der Grammatikalisierungsprozess: Erläuterung des Wandels von Lexemen zu Grammemen und die Bedeutung der Erweiterbarkeit von Präpositionslisten.
3. Was versteht man unter Grammatik?: Theoretische Diskussion über den Begriff der Grammatik und deren Abgrenzung zur Wortbildung und Lexik in traditioneller sowie moderner Sichtweise.
4. Die Zuordnung von Präpositionen zu Grammatik bzw. Lexik: Untersuchung der Kriterien für die Zuordnung von Präpositionen, differenziert nach grammatischen und lexikalischen Eigenschaften.
5. Indizien für semantische Bedeutungsleere bei Präpositionen: Analyse von Austauschbarkeit und Übersetzbarkeit als Indikatoren für den Bedeutungsinhalt von Präpositionen.
Schlusswort: Zusammenfassung der Erkenntnisse, dass Präpositionen weder eindeutig der Grammatik noch der Lexik zuzuordnen sind, sondern fließende Übergänge aufweisen.
Schlüsselwörter
Präpositionen, Grammatik, Lexik, Grammatikalisierung, Funktionswörter, Wortbildung, Semantik, Bedeutungswandel, Adpositionen, Sprachwandel, Morpheme, Polyfunktionalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Einordnung von Präpositionen und der Frage, ob diese der Grammatik oder dem Lexikon zuzuordnen sind.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Prozess der Grammatikalisierung, die semantische Analyse von Präpositionen sowie deren Rolle als Funktionswörter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Kriterien aufzuzeigen, anhand derer Präpositionen hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zur Grammatik bzw. Lexik kategorisiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Untersuchung und Diskussion bestehender sprachwissenschaftlicher Definitionen sowie eine Analyse von Beispielen aus dem Deutschen, Italienischen und Französischen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Merkmale grammatischer Morpheme, die Zuordnung von Präpositionen zu Lexik oder Grammatik und die Indizien ihrer semantischen Bedeutungsleere.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Präpositionen, Grammatikalisierung, Lexik, Semantik und Sprachwandel.
Warum ist die Definition von „Grammatik“ für das Thema wichtig?
Da die Zuordnung von Präpositionen stark vom Verständnis des Grammatikbegriffs abhängt, ist die Gegenüberstellung von traditioneller und moderner Auffassung essenziell für die Argumentation.
Welche Rolle spielt die „Austauschbarkeit“ bei der Untersuchung?
Die Austauschbarkeit von Präpositionen in verschiedenen Kontexten dient als empirisches Indiz für deren geringen semantischen Informationsgehalt.
Warum wird der Begriff „Präpositionalisierung“ vorgeschlagen?
Die Autorin schlägt diesen Begriff für den Prozess des Sprachwandels vom Substantiv zur Präposition vor, da sie den allgemeinen Begriff der „Grammatikalisierung“ in diesem Kontext als irreführend erachtet.
- Quote paper
- Stefanie Rustler (Author), 2005, Präpositionen und ihre Zugehörigkeit zur Grammatik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41866