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Heiligennamen im deutschen Rufnameninventar der Gegenwart

Title: Heiligennamen im deutschen Rufnameninventar der Gegenwart

Term Paper , 2014 , 62 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Charlotte Stein (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Fragt man Eltern, warum sie ihren Kindern gerade diesen Namen gegeben haben, hört man häufig, dass der Name schön klänge. Seltener hört man hingegen, dass die Eltern von Elisabeth oder Markus diese Namen gewählt haben, weil sie dadurch hoffen, dass die entsprechenden Namensheiligen ihre Kinder besonders beschützen. Hätte man diese Frage im 13. oder 14. Jahrhundert gestellt, wäre eben diese Schutzfunktion gepaart mit der Nachbenennung nach Vorfahren die meistgehörte Antwort gewesen.

Diese Arbeit untersucht, wie weit Heiligennamen im heutigen deutschen Vornamensystem verbreitet sind. Aufgrund der Vielzahl der Heiligen und der in Deutschland gebräuchlichen Vornamen kann dies an dieser Stelle nur in Ansätzen erfolgen.

Zunächst wird ein Überblick über die historische Entwicklung des deutschen Vornamensystems gegeben, da viele der Heiligen in frühchristlicher oder althochdeutscher Zeit gelebt haben und das Vornamensystem zu dieser Zeit verschieden zu dem heutigen war.
Für die anschließende Untersuchung wurden insgesamt 1.461 Heilige und Märtyrer dem Ökumenischen Heiligenlexikon und dem Martyrologium Romanum entnommen und auf ihre Vornamen reduziert. Nach dem doppelt vorkommende Vornamen eliminiert wurden, blieben als Untersuchungsgegenstand 815 Namen. [...] Alternativ zur Heilig- und/oder Seligsprechung wurden auch Namen von evangelischen „Heiligen“ untersucht. Die nach diesem Schritt verbliebenen 815 Vornamen wurden mit der Datenbank www.gen-evolu.de auf ihre geographische Verteilung untersucht und kartiert. Die regionale Häufigkeit wird hier auf Grundlage der Telefonbücher von 1998 und für den 3-stelligen Postleitzahlbereich absolut (Kartierung alleinig aufgrund der Häufigkeit) und relativ (bei der Kartierung werden die absoluten Zahlen ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Telefonanschlüsse des Postleitzahlenbezirks gesetzt) kartiert. Da die Daten aus dem Jahr 1998 stammen und nur Personen beinhalten, die zu diesem Zeitpunkt einen Telefonanschluss besaßen, kann davon ausgegangen werden, dass alle erfassten Personen vor 1980 geboren wurden. Dies bedeutet für die Untersuchung, dass bezüglich der Vornamenvergabe die deutsch-deutsche Teilung mitbeachtet werden muss. Für die neuen Bundesländer (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, (Ost-)Berlin, Thüringen und Sachsen) bedeutet dies, dass nicht mit einer Häufung von Heiligennamen zu rechnen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entwicklung der Rufnamen in Deutschland

2.1 Germanische Rufnamen

2.2 Theophore und christliche Rufnamen

2.3 Heiligennamen

2.3.1 Reformatorische und humanistische Einflüsse auf Heiligennamen

3 Gegenwärtige Namenvergabe

3.1 Rechtliche Vorgaben

3.2 Motive der Namenswahl

4 Heiligennamen im Namenbestand von 1998

4.2 Quantitative Verteilung

4.3 Geographische Verteilung

4.3.1 Geographische Verteilung weiblicher Heiligennamen

4.3.2 Geographische Verteilung männlicher Heilgennamen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Verbreitung von Heiligennamen im deutschen Vornamensystem des Jahres 1998, um den Einfluss von religiöser Tradition, historischer Namensentwicklung und politisch-gesellschaftlichen Faktoren auf die Namensgebung zu analysieren.

  • Historische Entwicklung des deutschen Rufnameninventars
  • Einfluss von Reformation und Humanismus auf die Verwendung von Heiligennamen
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Motive der gegenwärtigen Namenswahl
  • Quantitative und geographische Analyse der Heiligennamen-Verteilung
  • Auswirkungen der deutschen Teilung und Religionspolitik auf das Vornamensystem

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Fragt man Eltern, warum sie ihren Kindern gerade diesen Namen gegeben haben, hört man häufig, dass der Name schön klänge. Seltener hört man hingegen, dass die Eltern von Elisabeth oder Markus diese Namen gewählt haben, weil sie dadurch hoffen, dass die entsprechenden Namensheiligen ihre Kinder besonders beschützen. Hätte man diese Frage im 13. oder 14. Jahrhundert gestellt, wäre eben diese Schutzfunktion gepaart mit der Nachbenennung nach Vorfahren die meistgehörte Antwort gewesen.

Diese Arbeit untersucht wie weit Heiligennamen im heutigen deutschen Vornamensystem verbreitet sind. Aufgrund der Vielzahl der Heiligen und der in Deutschland gebräuchlichen Vornamen kann dies an dieser Stelle nur in Ansätzen erfolgen.

Zunächst wird ein Überblick über die historische Entwicklung des deutschen Vornamensystems gegeben, da viele der Heiligen in frühchristlicher oder althochdeutscher Zeit gelebt haben und das Vornamensystem zu dieser Zeit verschieden zu dem heutigen war.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Heiligennamen ein und erläutert die Zielsetzung der Untersuchung, die auf Basis von Daten aus dem Jahr 1998 erfolgt.

2 Entwicklung der Rufnamen in Deutschland: Es wird der historische Wandel des Vornamensystems von germanischen über theophore bis hin zu christlich geprägten Heiligennamen nachgezeichnet.

3 Gegenwärtige Namenvergabe: Dieses Kapitel befasst sich mit den rechtlichen Vorgaben in der Bundesrepublik Deutschland sowie den individuellen Motiven, die Eltern bei der Namenswahl leiten.

4 Heiligennamen im Namenbestand von 1998: Der Hauptteil analysiert die quantitative und vor allem die geographische Verteilung von Heiligennamen, unter Berücksichtigung von konfessionellen und regionalen Besonderheiten.

5 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die politische Geschichte der DDR sowie die konfessionelle Prägung einzelner Regionen in Deutschland das Vornamensinventar signifikant beeinflusst haben.

Schlüsselwörter

Heiligennamen, Vornamensystem, Rufnamen, Namensforschung, Deutschland, Namengebung, Konfession, Religionspolitik, DDR, Heiligenverehrung, Namensgeographie, Statistik, Onomastik, Namenswahl, Vornamen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verbreitung und geographische Verteilung von Heiligennamen im deutschen Vornameninventar auf Grundlage von Daten aus dem Jahr 1998.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des Namenschatzes, der Einfluss von Religion auf die Namensgebung sowie die regionalen Unterschiede in der Verteilung bestimmter Heiligennamen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu analysieren, inwieweit Heiligennamen im Vornamensystem verbreitet sind und ob sich durch externe Faktoren wie politische Systeme oder Konfessionen regionale Muster der Namensvergabe nachweisen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine quantitative Analyse von 815 Heiligennamen durchgeführt, die mit biographischen Daten und geographischen Verteilungsdaten (basierend auf Telefonbüchern von 1998) abgeglichen wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die quantitative Häufigkeit sowie die kartographische Verteilung spezifischer weiblicher und männlicher Heiligennamen analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Heiligennamen, Vornamensystem, Namensgeographie, Konfession sowie der Einfluss der DDR-Politik auf die Namensgebung.

Warum spielt die deutsche Teilung in der Untersuchung eine Rolle?

Die Teilung ist relevant, da die atheistische Bildungs- und Religionspolitik der DDR in den neuen Bundesländern zu einem anderen Umgang mit traditionellen Heiligennamen geführt hat als in den alten Bundesländern.

Was bedeutet der Titel „Niemand ist lebendiger als ein toter Heiliger“ im Kontext der Arbeit?

Der Titel spielt auf die fortwährende Präsenz von Heiligenfiguren durch die Namensgebung an, selbst wenn der ursprüngliche kultische Bezug in der Moderne bei vielen Eltern in den Hintergrund getreten ist.

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Details

Title
Heiligennamen im deutschen Rufnameninventar der Gegenwart
College
University of Freiburg
Grade
1,3
Author
Charlotte Stein (Author)
Publication Year
2014
Pages
62
Catalog Number
V418725
ISBN (eBook)
9783668675148
ISBN (Book)
9783668675155
Language
German
Tags
heiligennamen rufnameninventar gegenwart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Charlotte Stein (Author), 2014, Heiligennamen im deutschen Rufnameninventar der Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418725
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