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Entwicklung als Triebschicksal. Die psychosexuelle Entwicklung des Kindes und ihre pädagogischen Konsequenzen nach Sigmund und Anna Freud

Title: Entwicklung als Triebschicksal. Die psychosexuelle Entwicklung des Kindes und ihre pädagogischen Konsequenzen nach Sigmund und Anna Freud

Seminar Paper , 2000 , 25 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: M.A. Barbara Mühlenhoff (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Sigmund Freud gilt als Urvater der Psychoanalyse. Nach seinem Studium der Medizin wählt er den Arztberuf mit dem Spezialgebiet Physiologie und arbeitet sechs Jahre lang bei Ernst Brücke. Dieser lehrt Freud, dass es im Organismus keine anderen Vorgänge als chemische und physikalisch erklärbare Reaktionen gebe. Auf dieser Grundlage – dem Wissen um die Abhängigkeit bestimmter Prozesse voneinander und die Erklärbarkeit dieser - baut Freud zunächst das Grundgerüst seiner Überlegungen zur menschlichen Psyche auf: die Psyche als „seelischer Apparat“. Auch seine folgende Arbeit als Neurologe an der Klinik in Wien beeinflussen seine Theorien. Seine Tochter Anna, geboren 1895 als sechstes und letztes Kind des nun als Privatdozent tätigen Sigmund Freuds, wird zur engsten Mitarbeiterin ihres Vaters. Sie selbst arbeitet lange Zeit als Kinderanalytikerin, gibt Schriften heraus und verlegt die Abhandlungen ihres Vaters.
Die Interpretationen menschlichen Verhaltens sowohl von Sigmund als auch von Anna Freud dringen im wahrsten Sinne in des Menschen Innerstes vor und halten ihm dieses vor Augen. Gerade deswegen können sie wohl als einige der umstrittensten Abhandlungen in den Diskussionen dieses Jahrhunderts über Bewusstsein und Mensch-Sein bezeichnet werden. „Entwicklung als Triebschicksal“ benennt dabei das, was vielen Kritikern nun als die Eröffnung in dem Blick auf das menschliche Erleben und Entwickeln erscheint. So leidenschaftlich die Zustimmung, so jedoch auch die Ablehnung freud’scher Theorien. Die Erweiterung des Wissens macht vielen zu schaffen; die heliozentrische Theorie des Kopernikus legte dar, dass unsere Erde nicht der Mittelpunkt der Schöpfung ist, sondern nur einer von mehreren Planeten, die die Sonne umkreisen. Die Evolutionstheorie rückte uns an unseren richtigen biologischen Platz. Die Psychoanalyse nun lehrt, dass wir nicht einmal „Herr im eigenen Hause“ sind - Entwicklung eben als „Triebschicksal“.
Vorliegend werden die psychosexuellen Entwicklungsstadien, die jeder Mensch im Laufe seines Erwachsen-Werdens durchläuft, und die Entwicklung des psychischen Apparates darin beschreiben. Die Wichtigkeit, die Freud diesen Phasen und der Entwicklung der psychischen Instanzen hinsichtlich der daraus resultierenden Persönlichkeit zumisst, werden erläutert. Anschließend wird das Erzieherverhalten, das aus den freud’schen Theorien folgend für eine gelungene Persönlichkeitsentwicklung folgen kann, vorgestellt.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sigmund und Anna Freuds theoretische Ansätze

2.1 Der psychische Apparat

2.1.1 Das Es

2.1.2 Das Ich

2.1.3 Das Über-Ich

2.2 Die psychosexuellen Entwicklungsstadien

2.2.1 Die Geburt: Der traumatische Anfang

2.2.2 Die orale Phase (1. Lebensjahr)

2.2.3 Die anale Phase (2.–3. Lebensjahr)

2.2.4 Die phallische Phase (3.–5. Lebensjahr)

2.2.5 Latenzzeit (6.–12. Lebensjahr)

2.2.6 Pubertät (ab dem 13. Lebensjahr )

2.2.7 Das Erwachsenenalter (ca. ab dem 18. Lebensjahr)

3 Die pädagogischen Konsequenzen

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der psychoanalytischen Theorien von Sigmund und Anna Freud für die Pädagogik. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das Verständnis kindlicher Entwicklungsphasen und psychischer Strukturen Erziehern dabei helfen kann, eine gelungene Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und auf Herausforderungen in der Erziehung angemessen zu reagieren.

  • Grundlagen des psychischen Apparats (Es, Ich, Über-Ich)
  • Phasen der psychosexuellen Entwicklung des Kindes
  • Analyse des pädagogischen Handelns im Kontext der Psychoanalyse
  • Kritische Reflexion der Freud'schen Triebtheorie und ihrer Anwendung

Auszug aus dem Buch

2.2.4 Die phallische Phase (3.–5. Lebensjahr)

Diese Phase ist der Höhepunkt der frühkindlichen Sexualität, bevor sie in die Latenzzeit übergeht. Die erogene Zone der Jungen ist hierbei der Penis, bei den Mädchen erfolgt die Abfuhr libidinöser Energie über die Klitoris und die übrigen Geschlechtsteile. In der ersten Zeit der phallischen Phase entdeckt das Kind, dass Streicheln der Genitalien, Kitzeln und Masturbation (ohne Orgasmus) Lustempfindungen auslösen. Das Kind assoziiert nun den „Gebrauch“ seiner Genitalien mit einem Liebesobjekt, zu dem es gerne eine sexuelle Beziehung hätte: Jungen treten in die Ödipusphase ein. Die Mutter erweist sich als das begehrte und naheliegendste Lustobjekt. Bei dem „Anblick der weiblichen Penislosigkeit“ erfährt er jedoch „das größte Trauma seines Lebens“ - der Junge leidet unter dem Kastrationskomplex. Er hat Angst, dass es ihm genau wie dem Mädchen, das keinen Penis besitzt, ergehen könnte. Das Mädchen erlebt hingegen die Erkenntnis ihres Penismangels oder ihrer Klitorisminderwertigkeit, was später die Einleitung der folgenden Latenzzeit zur Folge hat.

Bei den Mädchen ist es der Vater, der als begehrenswertes Liebesobjekt erscheint. Beide – Jungen und Mädchen – identifizieren sich in dieser Phase mit dem jeweils gleichgeschlechtlichen Elternteil, wollen den gegengeschlechtlichen Teil lieben; beide erleben jedoch auch einen Konflikt, und zwar dadurch, dass das gleichgeschlechtliche Elternteil eine Bedrohung darstellt, ein störender Faktor in der Liebe zu dem gegengeschlechtlichen. Die Kinder sind also sehr ambivalenten Gefühlen ausgesetzt – einerseits lieben sie den gleichgeschlechtlichen Elternteil, identifizieren sich mit ihm – andererseits ist er die Konkurrenz in der Liebe zu dem anderen. Der für den Jungen daraus resultierende Konflikt wird Ödipuskomplex genannt, der für das Mädchen Elektrakomplex. Für gewöhnlich werden die Probleme der Mädchen und der Jungen aber unter dem Ödipusbegriff subsumiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der biografischen Hintergründe von Sigmund und Anna Freud sowie Einführung in die zentrale Fragestellung der Seminararbeit.

2 Sigmund und Anna Freuds theoretische Ansätze: Detaillierte Darstellung des psychischen Apparats mit den Instanzen Es, Ich und Über-Ich sowie eine chronologische Beschreibung der psychosexuellen Entwicklungsstadien vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter.

3 Die pädagogischen Konsequenzen: Erläuterung der Bedeutung psychoanalytischer Erkenntnisse für Erziehende, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit kindlichen Triebregungen und die Gestaltung der Erziehungssituation.

4 Fazit: Kritische Würdigung des psychoanalytischen Ansatzes in der Pädagogik unter Berücksichtigung moderner Einwände und theoretischer Schwachpunkte.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Sigmund Freud, Anna Freud, psychischer Apparat, Es, Ich, Über-Ich, psychosexuelle Entwicklungsstadien, Ödipuskomplex, Erziehung, Libido, Triebtheorie, Kindheitsentwicklung, Persönlichkeitsentwicklung, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den psychoanalytischen Theorien von Sigmund und Anna Freud und deren Anwendungsmöglichkeiten sowie Implikationen für die moderne Pädagogik und Erziehung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind der Aufbau der menschlichen Psyche, die psychosexuelle Entwicklung des Kindes in verschiedenen Altersstufen sowie die Rolle von Eltern und Lehrern als Erziehende.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, wie psychoanalytisches Wissen über kindliche Entwicklungsstadien und innere Konflikte Erziehern als Orientierungshilfe dienen kann, um eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die zentrale Schriften von Sigmund und Anna Freud sowie moderne pädagogische Fachliteratur und kritische Gegenpositionen vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der psychischen Instanzen, die Beschreibung der Entwicklungsphasen (z. B. oral, anal, phallisch) und die daraus resultierenden Konsequenzen für die pädagogische Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Psychoanalyse, psychosexuelle Entwicklung, Erziehung, Persönlichkeitsentwicklung, Triebtheorie und pädagogische Konsequenzen charakterisiert.

Wie unterscheidet Anna Freud zwischen Kinderpflege und Kindererziehung?

Die Kinderpflege beschreibt sie als reine Bedürfnisbefriedigung, während die Kindererziehung darauf abzielt, das Kind in die Gemeinschaft einzugliedern und es zu einer eigenständigen Persönlichkeit zu entwickeln, die sich an der erwachsenen Welt orientiert.

Warum wird der „Wolfsmann“ als Fallbeispiel in der kritischen Betrachtung genannt?

Die Deutung seines Falles durch Freud wird als Beispiel für die wissenschaftliche Fragwürdigkeit mancher psychoanalytischer Konstruktionen angeführt, da der Patient die Analyse später als lebensfremd und „konstruiert“ bezeichnete.

Welche Rolle spielt die „Latenzzeit“ in Freuds Modell?

In der Latenzzeit (6.–12. Lebensjahr) treten die sexuellen Triebe in den Hintergrund, was dem Kind die Möglichkeit bietet, sich verstärkt auf intellektuelles Lernen und die soziale Außenwelt zu konzentrieren.

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Details

Title
Entwicklung als Triebschicksal. Die psychosexuelle Entwicklung des Kindes und ihre pädagogischen Konsequenzen nach Sigmund und Anna Freud
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
sehr gut
Author
M.A. Barbara Mühlenhoff (Author)
Publication Year
2000
Pages
25
Catalog Number
V41873
ISBN (eBook)
9783638400473
ISBN (Book)
9783638655019
Language
German
Tags
Entwicklung Triebschicksal Entwicklung Kindes Konsequenzen Sigmund Anna Freud
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Barbara Mühlenhoff (Author), 2000, Entwicklung als Triebschicksal. Die psychosexuelle Entwicklung des Kindes und ihre pädagogischen Konsequenzen nach Sigmund und Anna Freud, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41873
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