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Die Gralsthematik in Wolfram von Eschenbachs Parzival

Title: Die Gralsthematik in Wolfram von Eschenbachs Parzival

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Miriam Tilger (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Als Höhepunkt des höfischen Epos schafft Wolfram von Eschenbach um 1200-10 seinen Parzival, indem er die Geschichte von Parzivals Suche nach dem Gral mit der höfischen Artusgeschichte um den Ritter Gawan verknüpft. Beide „Welten“, sowohl die der Tafelrunde als auch die der Gralsgemeinde leiden unter einem sukzessiven Machtverlust, hervorgerufen durch die Sorge um die Nachfolge. Die Artuswelt steht für die weltliche Herrschaft, die der Gralsgesellschaft für die Transzendente. Beide Welten verlangen nach einem Heilsbringer, der die jeweiligen Reiche führen und ihrem Verfall entgegen wirken kann. Der Weg des Heils erfolgt über verschiedene Stufen auf einem zweisträngigen Weg: Innerhalb der Gralshandlung vollzieht Parzival eine innere Entwicklung bis hin zum Gralskönig und findet einen mystischen Weg zu Gott; Gawan bildet innerhalb der Artusgeschichte Parzivals Gegenstück und bewegt sich ausschließlich auf der weltlichen Ebene.
Seinen einzigartigen Charakter erhält dieses Werk nicht zu letzt auf Grund seiner Mehrschichtigkeit: Er gleicht einer „hundertschaligen Zwiebel, der Stoff vielschichtig verpackt und unter der sicht- und lesbaren Oberfläche mit einander verquickt und verbunden.“ Diese Vernetzungen machen es schwierig eine Thematik gesondert zu behandeln: So kann zum Beispiel die Gralserzählung – im Sinne der Vernetzungsthese- als Zusammenspiel zweier Systeme gesehen werden: Zum einen das der Welt des Grals, zum anderen das der Artusgesellschaft als Kontrastierung zur Gralsgesellschaft.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Gralsthematik. Zunächst wird dargestellt werden auf welche Quellen sich Wolfram von Eschenbach berufen hat in Hinblick auf seine Gralsgeschichte, wie der Gral definiert wird, welche Eigenschaften ihm zugesprochen werden, wer der Gralsgesellschaft angehört, welche Funktion ihre Mitglieder haben und in welcher Beziehung Parzival zum Gralstum steht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

3 Der Gral

3.1 Eschenbachs Quellen

3.2 Was ist der Gral?

3.3 Der Gral in Eschenbachs Parzival

3.3.1 Die Beschreibung des Grals

3.3.2 Die Beschreibung seiner Wunderkraft

4 Die Gralsgesellschaft

4.1 Die Gralsritter

4.2 Anfortas

4.3 Parzival und der Gral

5 Informationen über den Gral auf der Textebene

5.1 Sigune

5.2 Cundrîe

5.3 Trevrizent

6 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe Gralsthematik in Wolfram von Eschenbachs "Parzival" unter Berücksichtigung der Vernetzung von Artus- und Gralswelt. Das primäre Ziel ist es, die Definition des Grals, seine Eigenschaften, die Struktur der Gralsgesellschaft sowie die Entwicklung des Protagonisten Parzival zum Gralkönig in ihrer religiös-mystischen Bedeutung zu analysieren.

  • Analyse der Quellen und literarischen Vorbilder für den Gral.
  • Untersuchung der Wunderkräfte und der symbolischen Bedeutung des Grals.
  • Darstellung der theokratischen Struktur der Gralsgesellschaft und ihrer Mitglieder.
  • Erörterung der Rolle der Figuren Sigune, Cundrîe und Trevrizent für Parzivals Erkenntnisweg.
  • Reflektion über die Ambivalenz und den Wahrheitsgehalt der Textquellen.

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Die Beschreibung seiner Wunderkraft

Es sind insgesamt fünf Wunderkräfte, die dem Gral von Eschenbach zugesprochen werden: Er übertrifft alle irdischen Herrlichkeiten bzw. Glückseeligkeiten.31 Der Gral kann von niemanden gefunden werden, der ihn bewusst sucht. Er ist so schwer, dass die ganze sündige Menschheit ihn nicht aufzuheben vermag. Er lässt sich nur von einer reinen Jungfrau, Repanse de Schoye, tragen.32 Ungetaufte können den Gral nicht einmal sehen, wie es am Beispiel Feirefiz deutlich wird.33 Der Gral spendet Speisen und Getränke in beliebiger Fülle,34 was Wolfram als „sîn hôhste craft“35 auszeichnet. Diese Kraft muss jedes Jahr erneuert werden:

„(...) ein tûbe von himel swinget: ûf den stein diu bringet ein cleine wîze oblât. Ûf dem steine si die lât: Diu tûbe ist durchliuhtec blanc, ze himel tuot si widerwanc.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Verknüpfung der Artus- und Gralshandlung und legt den Fokus auf die Mehrschichtigkeit des Epos.

Der Gral: Es werden die Quellen diskutiert, der etymologische Ursprung des Begriffs untersucht und die spezifische Ausgestaltung des Grals als Stein bei Wolfram analysiert.

Die Gralsgesellschaft: Dieses Kapitel beleuchtet die theokratische Struktur, die Rolle der Gralsritter sowie das Schicksal des Gralkönigs Anfortas.

Informationen über den Gral auf der Textebene: Hier wird die Funktion der Figuren Sigune, Cundrîe und Trevrizent als Wissensvermittler auf dem Weg Parzivals analysiert.

Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass der Gral das Streben nach Ganzheit symbolisiert und die Interpretation stark vom Glauben an die religiöse Substanz abhängt.

Schlüsselwörter

Parzival, Wolfram von Eschenbach, Gral, Gralsgesellschaft, Artus, Anfortas, Trevrizent, Mystik, Heilsgeschichte, Mittelalter, Literaturwissenschaft, Höfisches Epos, Gnosis, Symbolik, Religion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Gralsthematik im "Parzival" von Wolfram von Eschenbach und analysiert, wie der Gral definiert wird und welche Rolle er in der Entwicklung des Protagonisten spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Quellen des Grals, seine Wunderkräfte, die Struktur der Gralsgesellschaft sowie die Vermittlung von Erkenntnis durch verschiedene Romanfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Funktion des Grals als Zielpunkt einer äußeren und inneren Handlung sowie der Klärung der verschiedenen Gralskonzeptionen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext mit zeitgenössischer Forschungsliteratur in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Grals selbst, die Struktur der Gralsgesellschaft, das Schicksal von Anfortas und die pädagogische Rolle der Figuren Sigune, Cundrîe und Trevrizent.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Parzival, Gralsgesellschaft, höfisches Epos, Mystik und Heilsgeschichte.

Wie unterscheidet sich Wolframs Gral von anderen Darstellungen?

Im Gegensatz zu anderen Quellen gestaltet Wolfram den Gral nicht primär als Gefäß, sondern als geheimnisvollen Stein mit göttlicher Herkunft.

Welche Rolle spielt die Figur Trevrizent für die Handlung?

Trevrizent fungiert als wichtigster Mentor und Vermittler von Wissen, der Parzival zur Erkenntnis seiner Schuld und zur Buße führt.

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Details

Title
Die Gralsthematik in Wolfram von Eschenbachs Parzival
College
University of Mannheim
Course
Hauptseminar
Grade
2,0
Author
Miriam Tilger (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V41881
ISBN (eBook)
9783638400527
Language
German
Tags
Gralsthematik Wolfram Eschenbachs Parzival Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Tilger (Author), 2005, Die Gralsthematik in Wolfram von Eschenbachs Parzival, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41881
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