„Liebling, die Beine sind nicht so schön - Ich weiß nur, was man mit ihnen macht.“ Dies ist eine der bekanntesten Aussagen der Berliner Künstlerin und des späteren Weltstars Marlene Dietrich. Sie galt ab den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts als das Sexsymbol schlechthin für die Männerwelt und hatte zugleich eine Vorbildfunktion für die Frauen der damaligen Zeit. Einen wichtigen Teil ihres Erfolges verdankte sie ihrem Aussehen, aber auch ihrem beispiellosen Charakter. Marlene verkörperte eine junge, äußerst selbstbewusste Frau, die mit ihrem Körper umzugehen wusste und diesen entsprechend nutzte, um den Männern den Kopf zu verdrehen. Viele Frauen beeindruckte sie dagegen mit ihrer selbstbewussten Art, mit der sie viele Tabus der damaligen Zeit brach. Beispielsweise kam dies zum Ausdruck, als sie, ganz im Widerspruch zu den damaligen Konventionen, als erste Frau während eines öffentlichen Auftritts eine andere Dame auf den Mund küsste. Sie „wurde so zu einem Idol der Homosexuellen“ (Arnbom, 2010), was sie mit dem Lied „Wenn die beste Freundin mit der besten Freundin“ untermauerte. Ihr gesamtes Oeuvre spiegelt ihr Wesen und ihre Einstellung zu den Gepflogenheiten dieser Zeit wider. In dem Film „Der Blaue Engel“, mit welchem ihr 1930 der Durchbruch zur Weltkarriere gelang, spielt sie eine hinreißende Tänzerin. In diesem Film erlebt man die frühe Marlene Dietrich par excellence in ihrer typischen „Mischung aus Frivolität und Biederkeit.“ (Arnbom, 2010) Aufgrund der Starbesetzung mit Emil Jannings in der Hauptrolle und der erstmals durch den Tonfilm möglichen musikalischen Untermalung durch die junge, attraktive Marlene wurde der Film zu einem riesigen Erfolg.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. „Nimm dich in Acht vor blonden Frauen“ -
Die Berliner Jahre zwischen Varieté und Film
2.1 Kultureller Wandel im Berlin der „Goldenen Zwanziger“
2.2 Besonderheiten Marlene Dietrichs
2.3 Einstieg in das Showgeschäft
3. Der Blaue Engel
3.1 Handlung
3.2 Bedeutung des Films
4. „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ -
Mit Sternberg in Hollywood
4.1 Marlenes Aufstieg zum amerikanischen Star
4.2 Anfangsschwierigkeiten in den USA
4.3 Politische Distanzierung von der Heimat
5. „The Boys in the Backroom“ –
Truppenbetreuung im zweiten Weltkrieg
5.1 Engagement gegen das Nazi-Regime von Amerika aus
5.2 Engagement gegen das Nazi-Regime an der Front
5.3 Auswirkungen des Einsatzes für Amerika
6. „Sag mir, wo die Blumen sind“ -
Zweite Karriere als Diseuse nach dem Krieg
6.1 Weg zur Diseuse
6.2 Erfolgsgeheimnis der Dietrich
7. „Kleider langweilen mich“ - Die (Mode-) Marke Marlene Dietrich
8. Die beiden Diven Marlene Dietrich und Zarah Leander -
Ein kritischer Vergleich
8.1 Kindheit und Jugend
8.2 Karriere
8.3 Truppenbetreuung im zweiten Weltkrieg
8.4 Rückkehr in der Nachkriegszeit
9. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht den Lebensweg und die Karriere von Marlene Dietrich, um die Faktoren ihres Erfolgs im Kontext der "Goldenen Zwanziger" zu analysieren und sie in einem kritischen Vergleich mit Zarah Leander gegenüberzustellen.
- Marlene Dietrichs Aufstieg als Ikone und Sexsymbol der 1920er Jahre.
- Die Bedeutung des Tonfilms "Der Blaue Engel" für Dietrichs Weltkarriere.
- Politisches Engagement und Truppenbetreuung während des Zweiten Weltkriegs.
- Transformation zur Diseuse und Etablierung als internationale Modemarke.
- Biografischer und karrieretechnischer Vergleich zwischen Dietrich und Zarah Leander.
Auszug aus dem Buch
2.2 Besonderheiten Marlene Dietrichs
Aber was hatte Marlene abgesehen davon, was die anderen Girls nicht hatten? Besonders ihr „[…] merkwürdiges Antlitz lockte stärker noch als mit dem, was es verriet, mit dem, was es verschwieg […].“ Zudem bewunderten gerade die Männer an ihr wie es Alfred Polgar nennt, „diese Passivität im Augenblick schicksalsschwerer Aktivität, diese seltsame Ruhe im Affekt […].“
Perfekt zu ihrer Erscheinung, ihrem Charakter und ihrer Persönlichkeit passte auch ihr Name. „Marlene, das ist in drei Silben kontrahiert: Maria Magdalena, der Name der biblischen Sünderin, der viel vergeben werden darf, weil sie viel geliebt hat.“ Diesem auf diese Weise so vorbelasteten Namen kommt sie in vielen Rollen ihrer Filme auch sehr nah. Ihr Weg begann jedoch recht steinig, nachdem sie wegen einer Sehnenscheidenentzündung die zuerst angestrebte Karriere als Konzertgeigerin hatte aufgeben müssen, versuchte sie vergeblich einen Platz an Max Reinhardts Schauspielschule in Berlin zu bekommen. Stattdessen nahm sie privaten Schauspielunterricht, welcher sie in Verbindung mit ihrer unvergleichlichen Art und einem enormen Ehrgeiz zu ersten Rollen führte. In über 20 Theaterstücken spielte Marlene bereits bis 1929 auf unterschiedlichen Bühnen in Deutschland. Ihr Repertoire erstreckte sich von Dramen und Revuen bis hin zu Kabarettauftritten. Diese Vielfalt verhalf ihr zu mehr Erfahrung und verbesserte ihr schauspielerisches Können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Leben und die kulturelle Bedeutung von Marlene Dietrich ein und erläutert die Motivation für die Themenwahl.
2. „Nimm dich in Acht vor blonden Frauen“ -: Der kulturelle Wandel in den Berliner Zwanziger Jahren sowie Dietrichs erste Schritte in das Showgeschäft werden beleuchtet.
3. Der Blaue Engel: Dieses Kapitel analysiert den Durchbruch Dietrichs durch den Film „Der Blaue Engel“ und dessen Bedeutung für ihre Karriere.
4. „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ -: Fokus auf Dietrichs Umzug nach Hollywood, ihren Erfolg als US-Star und die politische Abgrenzung von Nazi-Deutschland.
5. „The Boys in the Backroom“ –: Die Arbeit beleuchtet Dietrichs aktives Engagement für die US-Armee und die Truppenbetreuung während des Krieges.
6. „Sag mir, wo die Blumen sind“ -: Untersuchung der zweiten Karriere Dietrichs als gefeierte Diseuse nach 1945.
7. „Kleider langweilen mich“ - Die (Mode-) Marke Marlene Dietrich: Analyse des Einflusses von Dietrich auf Mode und Geschlechterrollen.
8. Die beiden Diven Marlene Dietrich und Zarah Leander -: Ein detaillierter, kritischer Vergleich der Lebenswege, Karrieren und politischen Positionierungen beider Diven.
9. Schluss: Ein abschließendes Resümee über den Mythos Marlene Dietrich und ihre bleibende Wirkung auf kommende Generationen.
Schlüsselwörter
Marlene Dietrich, Zarah Leander, Der Blaue Engel, Goldene Zwanziger, Hollywood, Truppenbetreuung, Diseuse, Schauspielerin, Musikgeschichte, Genderrollen, Filmlegende, Nationalsozialismus, Stil-Ikone, Berlin, Karrierevergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Leben und die Karriere von Marlene Dietrich und setzt diese in Bezug zu den kulturellen Entwicklungen ihrer Zeit sowie in einen Vergleich zu Zarah Leander.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Berliner Anfängen, dem Hollywood-Durchbruch, dem politischen Widerstand gegen das NS-Regime und dem späteren Erfolg als Diseuse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Phänomen „Marlene“ durch eine Untersuchung ihres Werdegangs zu entschlüsseln und eine differenzierte Vergleichsbasis zu einer weiteren großen Diva ihrer Zeit zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, ergänzt durch die Auswertung biographischer Dokumentationen und Experteninformationen.
Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt der Arbeit?
Im Zentrum steht die Entwicklung Dietrichs vom Berliner Revue-Girl zum Weltstar und ihre Transformation zur zeitlosen Stil-Ikone.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Weltruhm, politische Distanzierung, künstlerische Emanzipation und den Vergleich zweier konträrer Lebensentwürfe geprägt.
Warum lehnte Marlene Dietrich ein Engagement in Nazideutschland ab?
Dietrich wollte sich explizit vom NS-Regime abgrenzen und entschied sich stattdessen für eine Karriere und später die Staatsbürgerschaft in den USA.
Wie unterschied sich Dietrichs Truppenbetreuung von der Zarah Leanders?
Während Dietrich aktiv an der Front für die Alliierten auftrat, wurde Leander vom NS-Regime vereinnahmt, auch wenn sie selbst beteuerte, unpolitisch zu sein.
Was macht Marlene Dietrichs Mode-Stil so besonders?
Sie nutzte androgyne Elemente, wie den Frack oder die „Marlenehose“, um bewusst mit Geschlechterrollen zu spielen und sich von den Konventionen der Zeit abzuheben.
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- Philipp Saal (Author), 2016, Marlene Dietrich. Eine Diva im Berlin der goldenen Zwanziger Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418860