Sex and Crime in the Vatican. Skandalöser Historienstoff in der zeitgenössischen Fernsehserie


Magisterarbeit, 2013
178 Seiten, Note: 1,30

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der skandalose Historienstoff: der Borgia-Mythos
2.1 Der „Mythos“ - eine faszinierende Stoffgrundlage
2.2 Die Familie Borgia und ihr Mythos
2.2.1 Herkunft und Aufstieg einer unheiligen Familientrinitat
2.2.2 Von simplen Fakten zu zahlreichen Legenden
2.3 Elemente des Historienstoffs - Fakten vs. Legenden
2.3.1 Sex
2.3.2 Crime

3 Transgressive Darstellungen in der zeitgenossischen US-Serie
3.1 Die zeitgenossische US-Serie
3.2 Transgressive Darstellungen: Sexualitat, Gewalt und profane Sprache

4 Darstellung des Historienstoffs in der Fernsehserie Borgia
4.1 Darstellung der Elemente „Sex“
4.1.1 Verhaltnis der mannlichen Borgia zu den Frauen
4.1.2 Legitimation der Papstkinder
4.1.3 Bild Lucrezia Borgias als Femme fatale
4.1.4 Orgien
4.1.5 Impotenzvorwurf
4.1.6 Inzestvorwurfe
4.2 Darstellung der Elemente „Crime“
4.2.1 Korruption und simonistische Praktiken
4.2.2 Nepotismus
4.2.3 Herrschaftsbildung
4.2.4 Morde
4.2.5 Giftmorde
4.2.6 Antichrist
4.3 Darstellung weiterer Aspekte
4.4 Ergebnisse der Analyse

5 Zusammenfassung und Ausblick

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildungen

Anhang

1 Einleitung

Szenen voller Sex und Gewalt innerhalb der heiligen Mauern des Vatikans - die europaische TV-Produktion uber die spanische Papstfamilie Borgia, welche hierzu- lande Ende 2011 im ZDF ausgestrahlt wurde, ist von einer solchen Drastik, wie man sie zur besten Sendezeit im deutschen Fernsehen nur selten zu sehen bekom- men hat.1 Von pikanten Sexszenen zwischen einem Papst und seiner 44 Jahre junge- ren Kurtisane uber grausame Hinrichtungspraktiken bis hin zur Kastration weist die Serie zahlreiche kontroverse Darstellungen auf, wie sie bislang hauptsachlich im Rahmen US-amerikanischen Pay-TV-Produktionen zu sehen waren.

Glaubt man dem Serienschopfer, so handelt es sich bei diesen Szenen jedoch um eine authentische Darstellung der Familie Borgia. „96 Prozent unseres Films beru- hen auf Tatsachen“2, sagt der Drehbuchautor der Serie Tom Fontana. Die vorlie- gende Arbeit geht dieser Aussage auf den Grund. Sie untersucht die Darstellung des skandalosen Borgia-Stoffs in der gleichnamigen zeitgenossischen Fernsehserie und geht dabei der zentralen Fragestellung nach, ob Fontana tatsachlich wie behauptet an einer historisch korrekten Umsetzung interessiert ist oder ob er den Historien- stoff vielmehr gezielt nutzt, um transgressive Darstellungen zu inszenieren.

Eine Auseinandersetzung mit diesem Thema ist relevant, da bisher keine aus- fuhrliche wissenschaftliche Besprechung zu dieser TV-Serie vorliegt. Umso zahl- reicher sind dafur die Publikationen zur historischen Familie Borgia sowie zur aktu- ellen Serienforschung im Allgemeinen, welche daher zur Beantwortung der zentra- len Forschungsfrage herangezogen werden.

Die Abhandlung gliedert sich in einen theoretischen und einen analytischen Teil. Zu Beginn soll in Kapitel zwei der skandalose Historienstoff der Papstfamilie vor- gestellt werden, welcher in der Forschung unter dem Oberbegriff des sogenannten „Borgia-Mythos“ behandelt wird3. Nach einem kurzen Abriss uber den Begriff des „Mythos“ werden sowohl die Herkunft und der Aufstieg der Familie Borgia be- schrieben als auch die Entstehung und die Verbreitung ihrer zahlreichen Legenden erlautert. Um den Historienstoff spater in Kapitel vier einer Analyse unterziehen zu konnen, wird er anschlieBend in einzelne relevante Elemente unterteilt, welche sich inhaltlich den Kategorien „Sex“ und „Crime“ zuordnen lassen. Mit Hilfe der mo- dernen Geschichtswissenschaft und ihrer Quellenforschung zu den Borgia wird da- raufhin fur jedes einzelne Element bestimmt, ob es den Fakten oder den Legenden angehort.

Die Beantwortung der zentralen Fragestellung erfordert es zudem, anschlieBend zu klaren, was man unter sogenannten „transgressiven Darstellungen“ versteht. Hierzu wird in Kapitel drei die zeitgenossische US-Serie herangezogen, im Rahmen derer dieses Phanomen besprochen wird. In einem ersten Schritt wird hierzu das aktuelle US-amerikanische Serienformat thematisiert, woraufhin in einem zweiten Schritt aufgezeigt wird, inwiefern dieses transgressive Darstellungen von Sexualitat, Gewalt und profaner Sprache aufweist.

In Kapitel vier erfolgt schlieBlich die Analyse des Historienstoffs in der Fernseh- serie Borgia. Anhand der in Kapitel zwei vorgenommenen Unterteilung in Fakten und Legenden soll die Aussage des Serienschopfers uberpruft und der zentralen Fragestellung nachgegangen werden. Die Untersuchung geschieht auf formaler und inhaltlicher Ebene und gliedert sich in drei Teile: Zunachst werden diejenigen Ele­mente des Historienstoffs analysiert, welche sich inhaltlich der Kategorie „Sex“ zuordnen lassen. Daran anschlieBend werden alle weiteren Elemente, die der Kate- gorie „Crime“ angehoren, untersucht. Und in einem letzten Schritt werden schlieB- lich noch weitere Aspekte uberpruft, welche sich den beiden oben genannten Kate- gorien nicht zuteilen lassen. Unter dem letzten Punkt des Kapitels werden abschlie- Bend die Ergebnisse der Analyse dargelegt. Kapitel funf fasst die wichtigsten Er- kenntnisse der Arbeit dann noch einmal ruckblickend zusammen.

Die Untersuchung erfolgt anhand der ungekurzten Originalversion der Serie, sprich dem Director’s Cut der DVD-Fassung, welche im Gegensatz zur Free-TV- Version des ZDF insgesamt 58 Minuten mehr Material aufweist.4 Abbildungen, welche zur Veranschaulichung der Argumentation herangezogen werden, sind der vorliegenden Abhandlung angehangt.

2 Der skandalose Historienstoff: der Borgia-Mythos

Gift, das in den Adern altlicher Kardinale zirkuliert, Orgien, die unter Anwesenheit romischer Prostituierten stattfinden, und Inzest zwischen dem Heiligen Vater und seiner Tochter - der „Name Borgia weckt unheimliche Assoziationen“5. Doch wer war diese Familie eigentlich und wovon erzahlt ihr Historienstoff? Welche der skandalosen Erzahlungen entsprechen tatsachlich den Fakten und welche gehoren nachweislich den Legenden an? Diesen Fragen soll in Kapitel zwei nachgegangen werden. Hierzu wird unter Punkt 2.2.1 auf die Herkunft der Familie und ihren Auf- stieg zur Macht im Vatikan eingegangen, woraufhin unter Punkt 2.2.2 die Entste- hung und Verbreitung ihrer zahlreichen Geruchte erlautert werden sollen. Daran anschlieBend wird unter Punkt 2.3 mit Hilfe der Geschichtswissenschaft bestimmt, welche der Elemente des Historienstoffs den Fakten und welche den Legenden zu- zuordnen sind. Zu Beginn erfolgt nun jedoch zunachst ein kurzer Abriss uber den Begriff des „Mythos“.

2.1 Der „Mythos“ - eine faszinierende Stoffgrundlage

,,Ich verstehe [...] unter Mythos die Zusammensetzung der Geschehnisse“6, ver- merkt Aristoteles in seiner Dichtungstheorie - der Poetik. Der antike Philosoph ver- steht den „Mythos“ als die Fabel beziehungsweise die Handlungsstruktur, die fur ihn die ,,Seele der Tragodie“7 bildet. Diese fruhe Begriffsdefinition, welche sich auf die Mythen der antiken Tragodien bezieht und somit im engeren Sinne die Ge- schichten um Konige und Helden meint, schreibt dem Mythos einen besonderen Stellenwert innerhalb des Dramas zu. An dieser groBen Bedeutung scheint sich bis heute kaum etwas verandert zu haben. Noch immer bilden Mythen, die sich bereits vor etlichen Jahrhunderten groBter Beliebtheit erfreut haben, die zentrale Grundlage vieler Dichtungen. Im Folgenden soll nun erlautert werden, was ein „Mythos“ ist und worin seine anhaltende Faszinationskraft als Stoffgrundlage begrundet liegt.

Das Wort „Mythos“ ist griechisch und bedeutet „Wort, Rede, [oder] Erzah- lung“8. Im heutigen Sprachgebrauch wird der Begriff besonders von den Medien inflationar verwendet und ist einerseits negativ konnotiert - im Sinne einer „fal- sche[n] Uberzeugung“9 -, andererseits positiv10 - im Sinne einer „Person, Sache, [oder] Begebenheit, die [...] legendaren Charakter hat‘a11 - wie beispielsweise der Mythos „Marilyn Monroe“ oder der Mythos „Titanic“. Im ursprunglichsten Sinne meint der Begriff jedoch „traditionelle Geschichten von Gottem, ubermenschlichen Wesen und Kraften“12, die spater auch von Heroengestalten handeln konnten.

Das Bedurfnis des Menschen nach solchen Erzahlungen ist ein zutiefst elementa- res und entspringt dem Anliegen, sich die Welt zu erklaren. Der Mensch fragte nach dem Ursprung des Universums, dem Sinn des Lebens und den ubernaturlichen Er- scheinungen, welche er sich nicht erklaren konnte13. Indem die Mythen Antworten auf diese Fragen gaben, wirkten sie handlungsleitend und vermittelten Wertvorstel- lungen. Zudem halfen sie dem Menschen einen Standpunkt zu den Geschehnissen einzunehmen, vermittelten ihm eine Weltsicht und hatten somit eine sinnstiftende und entlastende Funktion. In ihnen verbanden sich historische Tatsachen, phantasti- sche Elemente und menschliche Erfahrungen, welche in Form des Mythos kommunizierbar wurden. Von Generation zu Generation haben sich die Menschen diese Erzahlungen durch mundliche Uberlieferung weitergereicht, wobei sie neue Erfahrungswerte stets erganzt und Variationen vorgenommen haben, bis hin zur schriftlichen Tradierung dieser Geschichten durch Hesiod und Homer und zu der anschlieBenden dramatischen Uberlieferung der Mythen durch die griechische Tra- godie.14

Das Spektrum des „Mythos“ beschrankt sich jedoch nicht nur auf die Erzahlun- gen von Gottern und Helden. Besonderen Einfluss haben bis heute vor allem auch jene Mythen, die sich um historische Personlichkeiten ranken, die gelebt und ge- wirkt haben. Personen wie Gaius Julius Casar, Nero oder Kleopatra sind jedoch weniger aufgrund ihres Einflusses, den sie im Hinblick auf die politische oder so- ziale Geschichte erzielt haben, von Bedeutung, sondern wegen ihrer „Ausstrahlung im Raum des Imaginaren“15. Bis heute geben ihre Mythen Ratsel auf, sind geheim- nisvoll, da sich oftmals nicht mehr alle historischen Ereignisse nachvollziehen las­sen. Der Phantasie wird somit stets viel Spielraum gegeben, was mitunter Hypothe- sen von fragwurdigem Charakter nach sich zieht. Nicht zuletzt deshalb gilt der My- thos bis heute als Gegenstuck des Logos - des rationalen und faktengestutzten Den- kens.16 Dieser Gegensatz muss vor allem bei einer wissenschaftlichen Betrachtung des „Mythos“ stets mitgedacht werden. Als Feind der Geschichtsschreibung haben Mythen zudem die Eigenschaft, komplizierte historische Ereignisse auf simple, ein- leuchtende Denkmuster herunterzubrechen, welche sich uber die Jahrhunderte hin- weg bestandig halten und sich immer wieder den aktuellen Zeitbedingungen an- schmiegen17.

Dass sowohl die Mythen um Gotter und Helden als auch diejenigen, die von rea- len Personen handeln, bis heute begeistern und immer wieder die Stoffgrundlage zahlreicher Dichtungen bilden, liegt groBtenteils an der Faszinationskraft18, welche von den Personen des Mythos ausgeht. Sie stellen zum einen „uberlebensgroBe Fi- guren [dar], die zum mentalen Andocken locken“19, eignen sich aufgrund ihrer ge- wichtigen Themenbereiche - wie Tod, Hass, Inzest oder Verrat etc. - jedoch vor allem auch zur Darstellung grenzwertiger Themen. Zudem liegt in ihnen ein Schatz menschlicher Erfahrung verborgen - ein zeitlos wahrer Kern -, der sich bis heute zur Verarbeitung aktueller Konflikte20 eignet und den Mythos zur faszinierenden Stoffgrundlage fur Dichtungen aller Art macht.

Es kann somit festgehalten werden, dass der Mythos die Weltsicht und die Wert- vorstellungen der Menschen gepragt hat. Er half ihnen die Geschehnisse in der Welt zu verstehen, indem er simple Denkmuster lieferte, die eine sinnstiftende und ent- lastende Funktion hatten. Daruber hinaus eignet er sich sowohl zur Darstellung grenzwertiger Themen als auch zur Verarbeitung aktueller Konflikte. Dass der My­thos bis heute als Stoffgrundlage begeistert, ist jedoch vor allem auf seine Personen zuruckzufuhren, welche die Phantasie der Nachwelt stets angeregt haben und was in einem hohen MaBe auch auf die Borgia-Sippe zutrifft. Um diese Familie und ihren Mythos wird es nun daher unter dem nachsten Punkt gehen.

2.2 Die Familie Borgia und ihr Mythos

,,Die Legende hat, weil sie von kirchlicher und weltlicher Macht, von Reichtum und Schonheit, Verbrechen und Erotik handelt, der Phantasie reichlich Stoff gegeben“21, stellt Marion Hermann-Rottgen in ihrem Buch uber die Borgia fest. Doch woher kommt diese Familie, deren Geschichte bis in unsere heutige Zeit hinein zahlreiche kunstlerische Bearbeitungen erfahren hat? Wer gehort ihr an und wie ist sie im Va- tikan an die Macht gelangt? Wie ist ihr Mythos entstanden und wie hat er sich im Laufe der Jahre verbreitet? All dies soll im Folgenden nun erlautert werden. In ei­nem ersten Schritt werden zunachst die Herkunft der Papstfamilie und ihr Aufstieg zu einer unheiligen Familientrinitat erklart. Daran anschlieBend wird in einem zwei- ten Schritt geschildert, wie aus simplen Fakten aus dem Leben der Borgia zahlrei- che Legenden hervorgegangen sind.

2.2.1 Herkunft und Aufstieg einer unheiligen Familientrinitat

Die Familie de Borja - wie sie ursprunglich genannt wird - stammt aus Jativa bei Valencia, wo sie seit dem 13. Jahrhundert im Stile kleiner Landjunker lebt22. Dass die Familie, deren nachgeordnete Familienzweige sich allenfalls der lokalen Hono- ratiorenschicht zuordnen lassen, um 1500 „zu einer der machtigsten und am meisten gefurchteten Familien Europas“23 aufsteigt, ware ohne die vorausgehende Karriere eines gewissen Mannes nicht denkbar gewesen. Alonso de Borja, ein Angehoriger eines verarmten Seitenzweiges, macht sich zunachst als Kanonist von Lerida einen Namen und tritt anschlieBend als Ratgeber in die Dienste Konig Alfonsos V. von Aragon ein. Dieser junge und ambitionierte Monarch, der neben Nordspanien, Sar- dinien und Korsika seit den 1430er Jahren auch Neapel regiert, macht Alonso de Borja nicht nur zum Bischof von Valencia, sondern setzt 1444 sogar dessen Erhe- bung zum Kardinal durch24.

Der finale Karriereaufstieg de Borjas ereignet sich jedoch erst im Jahr 1455, als ihn die anwesenden Kardinale des Konklaves aufgrund einer gegenseitigen Blocka­de am 8. April als Kompromisskandidaten zum neuen Papst wahlen25. Als Calixtus III. (siehe Abb. 1, S. 125) - wie er sich von nun an nennt - ubertritt der ansonsten dem Zolibat gehorchende26 und bislang eher als unauffallig geltende Spanier schnell die gangigen Richtlinien in Sachen Nepotismus. Bereits ein Jahr nach seiner Ernen- nung macht der greise Pontifex zwei seiner Verwandten zu Kardinalen und stattet einen dritten Nepoten mit weltlichen Besitztumern aus. Zudem ist er gegen Ende seiner Amtszeit bestrebt, das Konigreich Neapel und Sizilien fur seine eigene Fami- lie zu gewinnen. In diesem fur die Zeitgenossen skandalosen Unterfangen zeichnet sich laut dem Historiker Volker Reinhardt allmahlich der zukunftige Mythos der Familie Borgia27 ab, als dessen Sockel Alonsos Aufstieg zum Papst gelten kann.28

Doch die nepotistischen Praktiken des ersten Borgia-Papstes waren seinerzeit keinesfalls unublich. Verwandtenbegunstigung, personliche Bereicherung und sogar Amterverkauf sind nach dem Abendlandischen Schisma - wahrenddessen zeitweilig sogar drei Papste gleichzeitig die Macht fur sich beanspruchen - weit verbreitet. Das von der Kirchenspaltung stark geschwachte Papsttum befindet sich in einer tiefen Krise und setzt alles daran, seine wiedererlangte Herrschaft nach dem Konzil von Konstanz in Rom zu festigen. Die Einnahmen, welche zur Konsolidierung des Kirchenstaats notwendig werden, verschafft sich die Kurie kurzerhand durch die Erhebung von Verwaltungsgebuhren und den Verkauf von Posten29. In den Folge- jahren kommt es dadurch zu einer konsequenten Ausweitung der Normen an der Spitze der katholischen Kirche, welche in der Amtszeit Rodrigo Borgias - des spa- teren Papsts Alexanders VI. (siehe Abb. 2, S. 125) - ihren Hohepunkt findet.

Der siebenundzwanzigjahrige Rodrigo Borgia ist der Lieblingsneffe und -nepot von Calixtus III. und der einzige, der nach dessen Tod im Jahr 1458 ,,die Stellung in Rom und damit den Rang seiner Familie“30 halt. Die damals ubliche Vertreibung der Nepoten des Amtsvorgangers uberlebt der junge Kardinal unter anderem auf- grund seiner zahlreichen lukrativen Besitztumer, die ihm sein Onkel wahrend seiner Herrschaftszeit ubertragen hatte. Daruber hinaus erhalt er das Amt des Vizekanzlers auf Lebenszeit, wodurch er vielfache Entscheidungen in vorletzter Instanz - sprich vorbehaltlich der Einwilligung des Papstes - treffen kann. Der an der Kurie als in­telligent und willensstark, jedoch auch als skrupellos und anpassungsfahig geltende Rodrigo Borgia31 muss vier weitere Pontifikate ausharren32, bis er schlieBlich 37 Jahre nach dem Amtsantritt seines Onkels Papst Calixtus III. selbst zum Oberhaupt der katholischen Kirche ernannt wird.

,,In der Nacht vom 10. auf den 11. August 1492“33 wird der ambitionierte Kardi- nal ,,einstimmig zum Papst gewahlt“34. Doch die Anwesenden des Konklaves sind sich schnell einig: Rodrigo Borgia - welcher sich nun in Anspielung auf Alexander den GroBen, den Makedonenkonig, groBenwahnsinnig Alexander VI. nennt 35 - hat sich die Stimmen fur sein Pontifikat systematisch erkauft. Hemmungslos besticht er die anwesenden Kardinale mit lukrativen Wahlgeschenken,36 vom „schamloseste[n] Amter- und Pfrundenschacher“37 ist die Rede. Doch die meisten der damaligen Be- obachter befurchten in der skandalosen Papstwahl jedoch nur den Anfang eines von Macht und Habgier gepragten Pontifikats. Der zweite Borgia-Papst werde alles da- ran setzen, seiner Familie zu Ruhm und Ehre zu verhelfen und ihren Einfluss in Italien dauerhaft zu starken,38 lautet der weitgehende Konsens. Dass diese anfangli- che Prognose der Kritiker Alexanders VI. nicht unberechtigt ist, bestatigt sich in der anschlieBenden elfjahrigen Amtszeit des Pontifex maximus. Schnell wird klar, dass Alexander VI. vor nichts zuruckschreckt, um sein ,,alles beherrschendes Ziel“39, ,,ein erbliches Familienfurstentum im Norden des Kirchenstaats“,40 zu erreichen.41 Vom Verkauf der Kardinalswurde uber die strategische Verheiratung seiner unehe- lichen Kinder bis hin zum Mord weitet er die an der Kurie ublichen Normen nicht nur konsequent starker aus als jeder seiner papstlichen Vorganger, sondern bricht sogar regelrecht mit ihnen. Der als skrupellos geltende zweite Borgia-Papst sieht sich wahrend seiner Karri- ere jedoch nicht nur vielfaltiger Kritik ausgesetzt, sondern hat auch mit einigen po- litischen Herausforderungen zu kampfen. An Silvester 1494 steht Konig Karl VIII. von Frankreich mit seinen Truppen vor den Toren Roms und bringt das Amt Ale­xanders VI. in Bedrangnis. Zwar gelingt es diesem bereits im Marz 1495 den Konig mit einer sogenannten ,,Heiligen Liga“ - einem Zusammenschluss „europaischer Verbundeter“42 - zum Ruckzug zu bewegen,43 sein Amt bleibt jedoch weiterhin durch inneritalienische Spannungen in Gefahr. Italien ist zu dieser Zeit in mehrere verfeindete Herrschaftsbereiche unterteilt, unter welchen es immer wieder zu hefti- gen Machtkampfen kommt. An eine Einheit des Landes, wie sie zur Verteidigung gegen die Franzosen oder das vorruckende Osmanische Reich notwendig gewesen ware, ist nicht zu denken. Daruber hinaus ist auch die Hauptstadt Rom in gegneri- sche Lager gespalten. Dort herrschen die rivalisierenden Baronalfamilien Colonna und Orsini, denen der Aufstieg des Katalanen Borgia - wie sie den Spanier abfallig nennen - gar nicht gefallt.

Die Papste der Renaissance sind viel mehr weltliche Herrscher als geistliche Oberhaupter,44 daruber sind sich auch die machtigen Adelsfamilien Italiens im Kla- ren. Sie fuhlen sich von Papst Alexander VI. - welcher kirchliches Recht immer haufiger mit FuBen tritt und vermehrt weltlichen Interessen nachgeht - bedroht. Auch der Lebenswandel des Papstes, dem ein regelrecht notorisches Interesse am weiblichen Geschlecht nachgesagt wird, steht immer haufiger in der Kritik. Der Dominikanermonch Girolamo Savonarola - der gegen den Verfall der Sitten unter Alexander VI. predigt - bekommt letztlich dessen fortschreitende Brutalitat zu spu- ren. 1497 wird Savonarola zunachst exkommuniziert, dann gefangengenommen und gefoltert und im Jahr darauf zuerst erhangt und anschlieBend verbrannt.45

Die Zeit des Aufstiegs Alexanders VI. zu einem der hemmungslosesten Papste des Christentums ist von Grauel und Elend gepragt. Es sind ,,dustere Jahrzehnte des Unrechts und der Grausamkeit“46, Seuchen wie die Syphilis fordern zahlreiche Op- fer,47 Hexenverfolgungen angstigen das Volk und Albrecht Durer schafft seine Holzschnitte zur vermuteten Apokalypse um 150048. Gleichzeitig gilt die Epoche der Renaissance jedoch als „goldenes Zeitalter der Kunst“49, neue Erfindungen werden geboren und Kunstler wie Raffael und Michelangelo, Perugino und Pintu- ricchio fertigen in der Ewigen Stadt ihre Meisterwerke an.50 Die dunkelsten Vorstel- lungen gehen in dieser Epoche mit den hellsten und ruhmreichsten Ereignissen Hand in Hand. Wahrend Alexander VI. das von Kolumbus 1492 entdeckte Amerika zwischen Spanien und Portugal aufteilt, herrschen auf den StraBen Roms weiterhin Verbrechen und Endzeitfurcht.

So widerspruchlich wie das Zeitalter, in dem Papst Alexander VI. regiert, ist auch sein Lebensstil. Obwohl er sich nach Auffassung seines Biographen Volker Reinhardt ,,als guter Christ“51 verstanden haben soil, zeugt der dem Zolibat unter- liegende Alexander VI. bereits als Kardinal mehrere Kinder. Mindestens sieben an der Zahl zahlt die Forschung, davon stammen sein erster Sohn und seine zwei altes- ten Tochter von jeweils unbekannten Muttern52. Die anderen vier sind nach Ge- burtsjahren geordnet Cesare - der Erstgeborene53 (siehe Abb. 3, S. 126), Juan (Gio­vanni) - der Liebling des Vaters (siehe Abb. 4, S. 126), Lucrezia - des Papstes Augapfel (siehe Abb. 5, S. 127), und Goffredo (Jofre) - der Jungste (siehe Abb. 6, S. 127). Sie stammen allesamt von seiner Maitresse Vanozza de’ Cattanei (siehe Abb. 7, S. 128), mit welcher Alexander VI. uber Jahre hinweg eine enge Verbin- dung aufrechterhalt. Die Tatsache, dass ein Kardinal leibliche Kinder zeugt, sorgt an der Kurie jedoch nur fur wenig Aufsehen. Denn Alexander VI. stellt mit dieser ,,eher lassliche[n] Sunde“54 keinen Einzelfall unter den Kirchenfursten dar. Viel- mehr ist es die anschlieBend offentliche Legitimation der Sprosslinge, die fur Em- porung sorgt. Indem er seine Kinder als leibliche Nachfahren anerkennt, ubertritt der Pontifex ganz gezielt die bislang an der Kurie vorherrschenden Grenzen.55

Doch Alexander VI. weiB, was er tut, als er diesen Schritt wagt. Denn er hat GroBes mit seinen Nachfahren vor: Insbesondere seine vier bedeutendsten Spross- linge werden eine wichtige Rolle im Zuge seiner Familienpolitik spielen, mit wel- cher er sein Ziel - ein Borgia-Imperium im Norden des Kirchenstaats - erreichen will. Doch fur den sich gegen Ende der Regierungszeit Alexanders VI. immer star­ker abzeichnenden und bis heute bestehenden Mythos um die Familie spielen nur drei der Borgia eine wesentliche Rolle: der Pontifex selbst, sein altester Sohn Cesa­re und seine Tochter Lucrezia. Zu dritt bilden sie eine „unheilige Familientrinitat“56, die gemeinsam den „Mythos der sich exzessiv auslebenden, alle Schranken der Mo­ral niedertretenden, [und] keinem anderen Gesetze als dem in der eigenen Brust folgenden Renaissancemenschen“57 verkorpern.58 Ihr Mythos erzahlt von den uner- hortesten Begebenheiten und den skandalosesten Ereignissen innerhalb der heiligen Mauern des Vatikans.

In den Gemachern des Oberhaupts der katholischen Kirche herrscht den Legen- den zufolge Sodom und Gomorra. Alexander VI. - dem „eine Vorliebe fur junge Blondinen mit lang herabwallendem Haar“59 nachgesagt wird - hat nicht nur eine 44 Jahre jungere Geliebte namens Giulia Farnese (siehe Abb. 8, S. 128), die von alien ,,La Bella“, die Schone, genannt wird,60 auch von Orgien unter Anwesenheit romischer Edelhuren ist die Rede. Hartnackig halt sich zudem das Gerucht, der Pon- tifex wurde mit seiner Tochter Lucrezia Inzest betreiben61 - ein regelrechter Tabu- bruch, dessen Nachrede in Rom immer weiter Verbreitung findet. Neben den zahl- reichen moralischen Verfehlungen im Hinblick auf das Privatleben des Papstes nah- ren jedoch auch zahlreiche Grenzuberschreitungen an der Kurie den Mythos, wel- cher sich um die Borgia-Sippe rankt.

Die hemmungslose Korruption und die simonistischen Praktiken des zweiten Borgia-Papstes sorgen wahrend seiner Amtszeit immer wieder fur Emporung unter den Kirchenfursten und bringen ihm den Ruf eines Meisters in der Kunst der „dissimulazione“ - der Tauschung62 - ein. Der verschlagene Alexander VI. ubertritt zudem alle bisher gultigen Vorschriften in Sachen Nepotismus, indem er zahlreiche Amter und Besitztumer an seine Sohne ubertragt. Vor allem Juan und Cesare neh- men seit ihrer skandalosen Legitimation durch ihren Vater und den anschlieBenden Amtsubertragungen bedeutende Posten an der Kurie ein. Tochter Lucrezia wird von Alexander VI. hingegen mehrmals in die Ehe gedrangt, um seine dynastische Herr- schaftsbildung innerhalb Italiens voranzutreiben.63 Als sich ihm eine gewinnbrin- gendere Allianz anbietet, lost er das Ehebundnis seiner erst dreizehnjahrigen Toch- ter mit der fadenscheinigen Begrundung der Impotenz ihres Ehegatten auf.64

Gegen Ende der Regierungszeit Alexanders VI. sind es zunehmend morderische Elemente, welche die aufkeimende Mythenbildung vorantreiben. Nach 1500 ge- schieht kein Mord mehr, „ohne dass das Gift der Borgia ins Spiel gebracht wird“65.66 Wer sich den Vorhaben des Pontifex nicht fugen will, muss damit rech- nen vergiftet, „erdrosselt oder erdolcht aus dem Tiber gezogen zu werden“67. Als der Papst im August 1503 unerwartet an Fieber verstirbt,68 machen Geruchte die Runde, denen zufolge Alexander VI. aufgrund einer Verwechslung dem eigenen Gift erlegen sei. Zudem soll sein Korper in Kurze „grauenhaft aufgequollen“69 sein, worin so mancher Zeitgenosse das Werk Satans gesehen haben will.70 Alexanders VI. Aufstieg zu einem „unheimlichen Papst“71 - wie ihn sein jungster Biograph Volker Reinhardt nennt - ist von moralischen Verfehlungen und skrupellosen Grau- eltaten gepragt. „Die Schlagzeilen seiner Biographie lesen sich eher wie die eines Mafiapaten als die eines Heiligen Vaters“72.

Doch auch sein Sohn Cesare Borgia tragt einen maBgeblichen Anteil an der My­thenbildung rund um die Familie bei. Bereits der florentinische Diplomat Niccolo Machiavelli, der den Sprossling Alexanders VI. personlich trifft, sagt: ,,Casar Bor­gia galt fur grausam“73 und stellt diesen in seinem Werk ,,Der Furst“ als Vorbild eines idealen und machtbewussten Herrschers dar.74 Der Papstsohn, der als kaltblu- tiger Morder in die Geschichte eingeht, sorgt an der Kurie fur einen Skandal, als er sein Kardinalat niederlegt, um die Romagna - ein historisches Gebiet in Norditalien - fur seine Familie zu erkampfen. Dem Mythos zufolge soll er jedoch nicht nur mehrere Stadtherren wahrend seines wusten Treibens im Norden Italiens getotet haben, sondern auch fur den Mord an seinem Bruder Juan verantwortlich sein. Da- ruber hinaus habe er seine Unterfeldherren in eine todliche Falle gelockt, einen Ehemann und einen Liebhaber seiner Schwester Lucrezia erwurgt und sogar die Ermordung von Kardinalen veranlasst.75 Neben seinen morderischen Taten ist der Sohn des Papstes zudem - wie alle mannlichen Borgia - fur seine Manneskraft be- kannt. Dem Mythos zufolge richtete er mindestens eine Orgie im Vatikan aus und soll ebenso wie sein Vater Blutschande mit der jungen Lucrezia getrieben haben.76

Letztere stellt die dritte Person im Bunde der „unheiligen Familientrinitat“ dar. Lucrezia Borgia, welche einerseits als emanzipiert77 und selbstbewusst gilt, mehrere Fremdsprachen beherrscht und sogar zweimal die Aufgaben ihres Vaters wahrend dessen Abwesenheit ubernimmt, bleibt der Nachwelt jedoch hauptsachlich als Femme fatale im Gedachtnis.78 Der Mythos zeichnet sie als skrupellose Giftmische- rin, als „mannermordenden Vamp“79 - sogar eine Hexe will manch ein Zeitgenosse in ihr gesehen haben.80 Trotz einiger spaterer Versuche, Lucrezia von diesem Image freizusprechen - wie es unter anderem der Renaissance-Experte Ferdinand Gregorovius tut -, bleibt ihr Ruf als „Manade, welche in der einen Hand die Gift- phiole, in der anderen den Dolch tragt“81 weiterhin bestehen. Die mehrmals zwangsverheiratete Papsttochter hat den Legenden nach zudem an den Orgien im Vatikan teilgenommen. Dort habe sie vor ihrem Vater getanzt, mit dem sie - wie bereits erwahnt wurde - nicht nur Blutschande getrieben, sondern sogar ein Kind gezeugt haben soll.82 Papst Alexander VI., Cesare und Lucrezia - gemeinsam bilden sie den Kern des Borgia-Mythos, welcher vom „skrupellosen Aufstieg zur Macht, vom Bruch aller Normen, [und] vom Mit-FuBen-Treten allen gottlichen, naturlichen und menschlichen Rechts“83 handelt.

Es lasst sich somit zusammenfassend festhalten, dass zwei Personen der aus Spanien stammenden Familie Borgia der Aufstieg zum Papstamt gelingt. Sowohl Calixtus III. als auch Alexander VI. weiten im Zuge der Krise der katholischen Kir- che die an der Kurie vorherrschenden Normen konsequent aus. Unter Alexander VI. - dessen Pontifikat von moralischen Verfehlungen und skrupellosen Graueltaten gepragt ist - finden diese Grenzuberschreitungen jedoch ihren Hohepunkt. Sowohl sein widerspruchlicher Lebenswandel als auch sein hemmungsloses Vorgehen an der Kurie treiben die Legendenbildung voran. Gemeinsam mit seinem Sohn Cesare und seiner Tochter Lucrezia bildet er eine ,,unheilige Familientrinitat“, deren My- thos von den unerhortesten Begebenheiten und den skandalosesten Ereignissen im Vatikan erzahlt. Von der Korruption uber grausame Giftmorde bis hin zu sexuellen Ausschweifungen ist ihr Aufstieg zur Macht von zahlreichen Skandalen, Tabubru- chen und Grenzuberschreitungen gekennzeichnet, welche ihren Gegnern Anlass zu den sensationellsten Geruchten rund um die Familie gegeben haben.

Unter dem nachsten Punkt wird nun aufgezeigt werden, wie die zahlreichen Le- genden um die Borgia entstanden sind und wie sie sich im Laufe der Zeit verbreitet haben.

2.2.2 Von simplen Fakten zu zahlreichen Legenden

Als sich am Morgen des 11. August 1492 das Konklavefenster der Sixtinischen Kapelle offnet und die Christenheit von der Wahl Rodrigo Borgias zum neuen Papst erfahrt, melden sich sogleich emporte Zeitgenossen zu Wort, denen zufolge es bei der Wahl ,,nicht mit rechten Dingen zugegangen“84 sei. Sie beschuldigen den neuen Pontifex nicht nur der Simonie - d.h. des Amterkaufs -, sondern verbreiten wenig spater sogar das Gerucht, wonach der Papst fur seine Wahl einen Teufelspakt ein- gegangen sei. So will man ihn mit zwei Damonen vor dem Altar der Kirche von Santa Maria Maggiore gesehen haben, wo er seine Seele fur immer an die Holle ubergeben habe. Die Borgia-Forscherin Susanne Schuller-Piroli sieht in diesen ers- ten Anschuldigungen rund um die erkaufte Papstwahl den Anfang der Legendenbil- dung,85 welche hauptsachlich von den Gegnern Alexanders VI. ausgeht. Diese atta- ckieren den spanischen Pontifex - welcher nun die Macht an der Spitze der katholi-schen Kirche einnimmt - aus politischen Motiven86 und tragen somit zur Entste- hung des Mythos bei.

Im Verlauf der Regierungszeit Alexanders VI. spitzt sich diese zweckgerichtete politische Propaganda immer weiter zu. Hohe Wurdentrager der katholischen Kir­che verbreiten sensationelle Nachrichten von nachtlichen Dirnenfesten und laster- haften Familienangehorigen und nahren somit die Legendenbildung.87 Dass im Le- bens- und Regierungsstil Alexanders VI. „gewiss Veranlassung zu solcher Ge- schichtenbildung“88 liegt, steht auBer Frage. Ebenso groB ist nach Aussage von Ma­rion Hermann-Rottgen jedoch auch der Anteil all derer, die uber Alexander VI. be- richten89 und dabei die wildesten Thesen und Anschuldigungen verbreiten. Ein Bei- spiel hierfur ist der sogenannte „Savelli-Brief‘, ein Pamphlet eines anonymen Ver- fassers, in dem die Papsttochter Lucrezia der inzestuosen Beziehungen zu ihrem Vater und ihrem Bruder Cesare bezichtigt wird. Letzterer wird daruber hinaus be- schuldigt den Mord an seinem Bruder Juan und an seinem Schwager Alfonso von Aragon begangen zu haben.90 In dem Brief - der an den im Exil am Kaiserhof le- benden Baron Silvio Savelli gerichtet ist und den Papst vermutlich gegen Ende des Jahres 1501 91 erreicht - wird Alexander VI. zudem als Antichrist bezeichnet, wo- durch die Mythenbildung insgesamt stark vorangetrieben wird.

Der Pontifex zeigt sich angesichts der Vorwurfe des Savelli-Briefes jedoch sicht- lich unbeeindruckt. Er kennt die Geruchte um seine Sippschaft nur zu gut92 und weiB diese auch bewusst zu inszenieren. Cesare, der grausame Furst, der jeden kalt- blutig aus dem Weg raumt, der sich den Borgia in den Weg stellt, der „auf dem Pe- tersplatz starke Kampfstiere mit einem Degenstich in den Nacken totet“93 und ,,Be- leidigungen nie vergisst, sondern Lasterern die Zunge herausreiBen lasst“94 - ein solches Image haben Alexander VI. und sein Sohn gezielt geschaffen, um ihre Geg- ner einzuschuchtern und sie gefugig zu machen. Mit dem Namen Borgia soll man bis weit uber die Grenzen Roms hinaus „Angst und Schrecken“95 assoziieren und sich jederzeit auf das Schlimmste gefasst machen.96 Die aufkeimende Mythenbil- dung lasst sich somit auch den Borgia selbst zuschreiben, die einen bewussten An- teil an der Verbreitung der Geruchte ubernehmen.

Schon ,,zu Lebzeiten der Hauptpersonen“97 entstehen daher zahlreiche Legenden um die Papstfamilie.98 Ein Mann aus dem Elsass - der von zentraler Bedeutung fur die Entstehung und Verbreitung des Mythos ist - halt bereits zur Regierungszeit Alexanders VI. viele dieser unerhorten Vorkommnisse in seinem Notizbuch fest. Johannes Burckard, der an der Kurie als Zeremonienmeister tatig ist, protokolliert in seinem ,,Liber notarum“ vielerlei Vorgange an der Kurie wahrend der Amtszeit der Borgia.99 Auch wenn die Forschung heute davon ausgeht, dass seine Beschrei- bungen vom Aberglauben und dem Hexenwesen durchzogen100 und daher nicht als Tatsachenberichte zu werten sind, wird sein wohl bekanntester Eintrag, der von einer Orgie im Vatikan schildert, dennoch bis heute immer wieder gern als ,,Ko- nigsbeweis fur Sexorgien im Vatikan“101 herangezogen.

Neben Burckard, der mit seinem Diarium die ,,wichtigste zeitgenossische Quel- le“102 zu den Borgia liefert, ist ein weiterer Mann fur die Verbreitung ihres Mythos von Bedeutung. Der Historiker Francesco Guicciardini verfasst dreiBig Jahre nach Burckard die erste Biographie uber Alexander VI., in welcher er ein insgesamt ne­gatives Bild des Pontifex zeichnet und zu dessen Diabolisierung beitragt103. Auf- grund seiner sachlichen Schilderung dient der Historiker in den Folgejahren zudem als legitimation fur die Ubernahme der Sexual- und Gewaltverbrechen der Borgia in Literatur und Geschichte“104. Marion Hermann-Rottgen betont im Hinblick da- rauf, dass bereits die fruhen Quellen des Johannes Burckard und des Francesco Guicciardini ,,nicht als historische Berichte im Sinne ,wahrer Geschichte‘ zu wer- ten“105 seien. Sowohl der Zeremonienmeister als auch der erste Biograph Alexan­ders VI. tragen infolgedessen dazu bei, dass aus simplen Fakten aus dem Leben der Familie Borgia zahlreiche Legenden hervorgehen.

Nachdem Papst Alexander VI. im Jahr 1503 unerwartet verstirbt, wird die Le- gendenbildung erneut von seinen Gegnern vorangetrieben. Als Ursache dafur nennt Hermann-Rottgen den Zorn feindlich gestimmter Kardinale und Fursten, die der Familie nun in Gesandtschaftsberichten, Tagebuchern und poetischen Erzeugnissen die abenteuerlichsten Unterstellungen machen.106 Zu diesen unversohnlichen Zeit- genossen, welche auf diese Weise mit den Borgia abzurechnen scheinen, gesellt sich vor allem auch Giuliano della Rovere - Alexanders VI. lebenslanger Todfeind und Erzrivale. Della Rovere - der nur wenige Monate nach Borgias Tod das Papst- amt als Julius II. antritt (siehe Abb. 9, S. 129) - versucht sich nun vehement von der Regierungszeit seines ehemaligen Hauptfeindes abzugrenzen. Obwohl er in seinen Methoden dem Borgia-Papst kaum in etwas nachsteht, setzt Julius II. nun alles da- ran sich als glanzvolles Gegenbild zu inszenieren. Er prasentiert sich bewusst als glorreicher Retter, dem es gelingt, die verursachte Zerstorung der Kirche durch die teuflische Borgia-Sippe in letzter Minute abzuwenden.107 Aufgrund seiner gezielten Verleumdungen tragt auch er somit aktiv zur Legendenbildung um die Familie Bor­gia bei.

Einen Anteil an der Entstehung des Mythos hat daruber hinaus die protestanti- sche Propaganda im Zuge der Reformation unter Martin Luther, welche laut Ilonka van Gulpen „ausgesprochen erfolgreich im Schaffen von Mythen“108 gewesen ist. Rund zwanzig Jahre nach dem Tod Alexanders VI. verwendet Luther die Vorstel- lung vom Teufelspapst als Waffe im Kampf gegen die Verkommenheit der katholi- schen Kirche. Seine „Botschaft, der Papst sei der Antichrist, die Kurie die Synagoge des Satans und Rom der Sundenpfuhl Babylon“109, wird in zahlreichen Flugschrif- ten und Holzschnitten visualisiert, worunter sich auch spottische Karikaturen des Borgia-Papstes finden lassen (siehe Abb. 10, S. 129). Auch wenn Alexander VI. fur die Beweisfuhrung der Protestanten gegen das lasterhafte Papsttum neben Julius II. und Papst Leo X. allenfalls von mittlerer Bedeutung ist110 - wie Volker Reinhardt an dieser Stelle bemerkt -, kann dennoch festgestellt werden, dass die Reformati- onspropaganda die Mythenbildung um Papst Alexander VI. unterstutzt hat.

In den anschlieBenden Jahrhunderten wird der Mythos der Familie Borgia so- wohl in historischen Abhandlungen als auch in zahlreichen „Dramen, Romanen, Erzahlungen und sogar Gedichten“111 etc. immer wieder aufgegriffen, vielfach vari- iert und erweitert.112 Insbesondere im Zeitalter der Romantik entdecken beruhmte groBe Schriftsteller die Legende der Borgia erneut und verhelfen ihr ,,zu bisher un- geahnter Popularitat“113. Der franzosische Schriftsteller Alexandre Dumas114, der im Rahmen seiner „Celebrated Crimes“-Serie den ersten ausfuhrlichen Roman uber die Borgia schafft, nimmt etliche phantasievolle Umgestaltungen an der Legende vor, welche sich „Generationen von Dichtern und Dramaturgen, Literaten und nicht zu- letzt auch Historiker“115 zum Vorbild nehmen. Auch der franzosische Dichter Vic­tor Hugo lasst seiner Phantasie freien Lauf, als er sein Drama ,,Lucrece Borgia“ schreibt, welches vom Komponisten Gaetano Donizetti anschlieBend zur Oper ver- arbeitet wird.116

Mit dem Aufkommen der modernen Geschichtsforschung werden ab dem 19. Jahrhundert zwar vermehrt Rehabilitierungsversuche zur Familie Borgia unter- nommen, welche jedoch auffallend haufig zu einer erneuten Auseinandersetzung mit dem Mythos fuhren, anstatt diesen zu entkraften.117 Zu groB ist die Anziehungs- kraft, welche die Legende auf diejenigen ausubt, die sich mit dem Thema der Bor­gia beschaftigen. Ob die Geschichte der Familie fur einen Roman, fur das Theater oder gar fur einen Comic bearbeitet wird, nahezu immer steht der Mythos mit sei- nen skandalosen Ereignissen und sensationellen Begebenheiten im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sogar die historische Forschung, die im Hinblick auf die Papst- familie meist bewusst die Form des historischen Romans wahlt, scheint dem Reiz der Legenden nicht zu entkommen und unterliegt - ebenso wie die meisten Borgia- Autoren - dem sogenannten Wunschdenken 118. Denn wie Marion Hermann-Rottgen treffend feststellt, beziehen auch sie die „Sensationen, die den Leser gewinnen“119 nur allzu oft in ihre Arbeiten mit ein.120

Es kann nun zusammenfassend festgehalten werden, dass die Legendenbildung um die Familie Borgia bereits zu deren Lebzeiten einsetzt. Ihren Anfang nimmt sie in der simonistischen Papstwahl, welche zahlreiche Anschuldigungen und Geruchte der Gegner Alexanders VI. nach sich zieht. Diese zweckgerichtete politische Propa­ganda - uberwiegend verbreitet von hohen Wurdentragern der katholischen Kirche - spitzt sich im Verlauf der Regierungszeit des Pontifex immer weiter zu. Doch auch die Imagebildung der Borgia selbst, die fruhen Quellen des Johannes Burckard und des Francesco Guicciardini, die Verleumdungen der Gegner Alexanders VI. nach dessen Tod sowie die von der Protestanten verbreitete Vorstellung vom Teu- felspapst tragen zur Entstehung und Verbreitung der Legenden bei. In den nachfol- genden Jahrhunderten - vor allem ausgehend von der Romantik - erfahrt der My- thos zahlreiche phantasievolle Bearbeitungen und ubt eine solche Anziehungskraft auf Autoren und Historiker aus, dass ihre Beschaftigung mit der Familie meist dem Wunschdenken unterliegt.

Unter Punkt 2.3 soll nun ermittelt werden, welche der skandalosen Erzahlungen uber die Papstfamilie tatsachlich den Fakten entsprechen und welche nachweislich den Legenden angehoren.

2.3 Elemente des Historienstoffs - Fakten vs. Legenden

,,Wo die Fakten enden und die Legenden einsetzen, ist gleichwohl nicht immer mit letzter Gewissheit zu bestimmen“121, sagt Volker Reinhardt im Hinblick auf die Borgia. Bereits zu Lebzeiten der Familie entstehen die wildesten Geruchte, Ver- leumdungen und Legenden, sodass heute nur noch sehr schwer nachzuvollziehen

ist, welche der skandalosen Begebenheiten sich denn nun wirklich ereignet haben. Die moderne Geschichtswissenschaft hat jedoch diverse Quellen auf ihre Echtheit hin uberpruft und kann somit ein „Fundament gesicherten Wissens“122 vorweisen, das an einigen Stellen Aufschluss uber die historischen Tatsachen im Leben der Papstfamilie geben kann.123 Im Folgenden soll daher nun versucht werden, fur die einzelnen Elemente des Borgia-Mythos - welche sich inhaltlich den Kategorien „Sex“ und „Crime“ zuordnen lassen - zu bestimmen, ob sie den historischen Fakten oder den Legenden zuzuschreiben sind.

2.3.1 Sex

Papst Alexander VI. soil „ein wahrer Frauenheld“ 124 gewesen sein. Doch auch sei- nen beiden Sohnen Cesare und Juan sagt man der Legende nach zahlreiche amouro- se Abenteuer nach. Das Verhaltnis der mannlichen Borgia zu den Frauen bildet daher ein erstes Element ihres Mythos. Bereits als junger Kardinal ist Rodrigo Bor­gia in den Mannerkreisen der Kurie fur seine Liebe zum weiblichen Geschlecht bekannt. Dass auch er auf die Frauen wirkt, belegt die Aussage eines romischen Humanisten, der zufolge die Anziehungskraft des Kardinals auf die Damenwelt der eines Magneten auf Eisenspane gleicht.125 Einen Beweis fur die sexuellen Aus- schweifungen des jungen Klerikers liefert bis heute ein zornentbranntes Schreiben des Papstes Pius II., welches von einem Vorfall auf einer Tauffeier in Siena berich- tet, wo sich Kardinal Borgia - sehr zum Missfallen des Papstes - auBerst ausgelas- sen mit den anwesenden Damen amusiert haben soll.126 Dass Rodrigo solchen Ab- mahnungen jedoch keine allzu groBe Beachtung schenkt, bezeugen seine zahlrei- chen amourosen Beziehungen, die er keinesfalls zu verheimlichen versucht.

Laut dem Historiker Volker Reinhardt unterhalt der Kardinal ab Mitte der 1470er Jahre nachweislich ein Verhaltnis mit der Maitresse Vanozza de’ Cattanei - der spateren Mutter seiner vier Lieblingskinder - welche in Borgias Palast ein und aus zu gehen pflegt. Was sich dort ereignet haben muss, lasst sich anhand wollustig schwelgender Schilderungen erahnen, die die Gemacher des Kardinals als eine Art Harem aus Tausend und einer Nacht beschreiben.127 „Uberall luxuriose Ruhebetten, verschwiegene Boudoirs, Spiegel und samtige Teppiche, dazu Gold- und Silberge- schirr in Hulle und Fulle“128, berichtet ein Zeitgenosse uber die Raumlichkeiten des jungen Kardinals, dessen Schilderungen keineswegs auf ein Leben in Enthaltsam- keit hinweisen.129 Auch wenn Vanozza de’ Cattanei unter all den Gespielinnen Rod­rigos die bedeutendste gewesen ist, wendet sich der spanische Lebemann bereits einige Jahre spater einer anderen Herzensdame zu.

Er beginnt ein Verhaltnis mit der gerade einmal funfzehnjahrigen Giulia Farnese, welche zu diesem Zeitpunkt jedoch mit Orsino Orsini Migliorati, dem Sohn von Alexanders Nichte Adriana de Mila, verheiratet ist. Schon bald nach ihrer Hochzeit zeigt sich die junge Giulia - die von alien „La Bella“, die Schone, genannt wird130 - offentlich an der Seite des Kardinals Borgia, was laut Joachim Brambach der histo- rischen Wahrheit entspricht und somit zu den Fakten der Borgia zahlt.131 Dieser unsittliche Lebensstil Rodrigos habe keinesfalls seinen hohen Amtern entsprochen, bemerken August Franzen und Remigius Baumer in ihrer Papstgeschichte.132 Doch der spanische Kardinal halt selbst nach seiner Papstwahl weiter an ihm fest. So zeugt er mit Giulia sogar noch ein weiteres Kind namens Laura, welches im Wahl- jahr 1492 zur Welt kommt und von der Geschichtsforschung ebenfalls bestatigt wird.133

Doch nicht nur dem Pontifex selbst werden intime Beziehungen zur Damenwelt nachgesagt. Auch seine beiden Sohne Cesare und Juan zeichnen sich dem Mythos zufolge durch ein sexuell unersattliches Verlangen aus. Laut Uwe Neumahr hat Ce­sare Syphilisnarben gehabt, welche ein Indiz fur seine Zuneigung zum schonen Ge- schlecht gewesen seien.134 Zudem soll er seine Ehefrau Charlotte d’Albret in der

Hochzeitsnacht stolze acht Mal begluckt haben, wie Alexander VI. dem Kardinals- kollegium unverblumt mitteilt.135 Zwar gehoren solche Nachrichten mit Sicherheit zur Imagebildung der Borgia, doch basieren sie durchaus auf wahren Charakterzu- gen. So ist Juan Borgia beispielsweise in ganz Rom fur seine notorischen Wilderei- en in fremden Ehebetten bekannt, weshalb er mitunter den Zorn gehornter Ehegat- ten auf sich zieht.136 Das ungezugelte Verhaltnis der mannlichen Borgia zu den Frauen lasst sich daher insgesamt den historischen Fakten zuordnen.

Als ein weiteres Element des Borgia-Mythos kann die skandalose Legitimation der Papstkinder gelten. Wie bereits erwahnt wurde, gibt es zur Zeit der Borgia zwar etliche Kirchenfursten, welche uneheliche Kinder zeugen, jedoch werden sol- che Fehltritte in der Regel totgeschwiegen. Dass sich Rodrigo zu seinen Sprosslin- gen ebenso schamlos bekennt wie zu seinen Frauengeschichten, verursacht einen buchstablichen Skandal an der Kurie, der vor allem die Reformpartei provoziert. Notariatsurkunden, welche zum Zweck der Anerkennung der Vaterschaft ausge- stellt werden, liefern bis heute den Beweis, dass sich der Kardinal zu mehreren Kindern von verschiedenen Muttern amtlich bekennt. Darunter fallen - wie bereits erwahnt - die vier Nachkommen Cesare, Juan, Lucrezia und Goffredo, die er mit seiner langjahrigen Geliebten Vanozza de’ Cattanei zeugt. Dass Rodrigo Borgia zu einem solch offensiven Schritt bereit ist, hangt mit dem Normwandel zusammen, welcher sich an der Kurie wahrend der Amtszeit Sixtus’ IV. vollzieht. Dieser Papst ist dafur bekannt, dass er seine Blutsverwandten hemmungslos begunstigt, weshalb er letztlich nicht uber die moralische Autoritat verfugt, gegen Rodrigos Legitimati- onsbestrebungen vorzugehen.137 Somit erweisen sich die anstoBigen Vaterschafts- bekundungen Alexanders VI. als historische Tatsachen und konnen daher ebenfalls zu den Fakten der Borgia gezahlt werden.

Ein bedeutendes Element des Mythos stellt zudem das Bild Lucrezia Borgias als Femme fatale dar. Ferdinand Gregorovius beginnt seine Biografie uber die Papsttochter im Jahr 1874 mit der Aussage, sie sei ,,die unseligste Frauengestalt der modernen Geschichte“138. Bis heute wird ihr Name immer wieder mit grausamen Giftmorden, Ehebruch und Blutschande assoziiert.139 Derartige Vorwurfe entstehen teilweise bereits zu Lebzeiten des jungen Madchens und stammen aus der Feder der Borgia-Gegner. Diese fuhlen sich von der auBerst attraktiven und selbstbewussten jungen Frau, welche zeitweise nicht nur die Regierungsgeschafte an der Kurie uber- nimmt140, sondern auch die Leitung der Stadte Spoleto und Foligno,141 auf das Au- Berste provoziert und verbreiten daraufhin die ubelsten Verleumdungen. Wie schlecht der Ruf Lucrezias bereits um 1500 ist, zeigt sich beispielsweise daran, dass der Herzog von Ferrara, der Vater ihres zukunftigen Ehemanns Alfonso d’Este, vor der Hochzeit uberprufen lasst, ob die schone Borgia-Tochter tatsachlich eine Hexe sei, wie man sich in ganz Italien erzahle.142

Doch nicht nur mit dem Vorwurf der Hexerei sieht sich die Papsttochter kon- frontiert. GemaB zeitgenossischen Quellen wie dem Tagebuch des Johannes Burckard oder dem Savelli-Brief soll Lucrezia zudem an den nachtlichen Orgien im Vatikan anwesend gewesen sein und daruber hinaus sogar inzestuose Beziehungen zu ihrem Vater und ihren Brudern unterhalten haben. Bis heute geht das Gerucht um, dass der 1498 geborene Giovanni Borgia - der sogenannte „Infans Roma- nus“143 - aus einer dieser blutschanderischen Verbindungen hervorgegangen sei.144 Die Borgia-Forscherin Susanne Schuller-Piroli weist diese Unterstellung jedoch zuruck. Giovanni Borgia sei das Produkt einer heimlichen Liebesbeziehung Lucrezias mit einem gutaussehenden jungen Kammerdiener ihres Vaters namens Perotto. Papst Alexander VI. habe den Jungen lediglich als seinen eigenen Spross- ling ausgegeben, um die Schande seiner Tochter zu verbergen.145

Die Vielzahl der Geruchte und Verleumdungen, die bereits zu Lebzeiten der Papsttochter entstehen, werden in den Folgejahren speziell durch die Romantik er- neut aufgegriffen und verscharft. Der Dichter Victor Hugo macht sie zur teuflischen Giftmischerin und Femme fatale, eine Charakterzeichnung, die zwar keineswegs den historischen Tatsachen entspricht,146 jedoch das Bild Lucrezias bis heute ent- scheidend pragt. Dass man sie zu einer derartig verhangnisvollen Frauenfigur erho- ben habe, fallt laut Volker Reinhardt „unter die Rubrik lustemer Mannerphantasien bzw. Mannerangste“147. In Wahrheit habe die schone Borgia-Tochter nichts von all dem getan, was ihr die Zeitgenossen und die spateren Autoren und Historiker ange- dichtet haben. Die moderne Geschichtsforschung sieht sie daher heute vielmehr als eine „Irrlauferin des Borgiamythos“148, als ein Opfer der Machtbestrebungen ihrer Familie, anstelle einer aktiven Taterin. Ihr Bild als Femme fatale kann somit insge- samt der Legendenbildung zugeschrieben werden.

Als ein weiteres Element des Borgia-Stoffs konnen daruber hinaus die nachtli- chen Orgien gelten, welche sich der Legende nach im Vatikan ereignet haben sol- len. Dass Alexander VI. gerne und ausschweifend feiert und eine Vorliebe fur rau- schende Ballnachte pflegt, kann als Tatsache gelten.149 Im Kreise seiner Liebsten amusiert er sich gerne bis in die fruhen Morgenstunden hinein und stellt dabei seine bemerkenswerte Vitalitat unter Beweis.150 Besonders die Hochzeitsfeiern seiner vier Kinder begeht er derart exzessiv und prunkvoll, dass die Anwesenden aus dem Staunen nicht herauskommen und die Opposition sich zutiefst emport. Nach den eigentlichen Zeremonien habe man ausgelassen gespeist, getanzt und sich anzugli- che Komodien angesehen.151 Dass es bei einer dieser Hochzeitsfeiern jedoch zu derartigen Ausschreitungen gekommen sei, dass man 150 anwesenden Damen aus der hochsten Gesellschaft zur Belustigung Wein ins Dekollete geschuttet habe, ge- hort laut Volker Reinhardt der Legendenbildung an.152 Solche Geschichten werden im Laufe der Regierungszeit der Borgia immer haufiger von Zeitgenossen verbrei- tet, welche an den Feierlichkeiten selbst nicht beteiligt sind, sich die entsprechenden Ereignisse jedoch phantasievoll zusammenreimen.153

Eine dieser sensationellen Schilderungen stammt unmittelbar aus dem nachsten Umfeld der Papstfamilie. So lasst sich im Notizbuch des deutschen Zeremonien- meisters Johannes Burckard folgender Eintrag finden:

Am Abend des letzten Oktober 1501 veranstaltete Cesare Borgia in seinem Gemach im Vatikan ein Gelage mit 50 ehrbaren Dirnen, Kurtisanen genannt, die nach dem Mahl mit den Dienern und den andern Anwesenden tanzten, zuerst in ihren Kleidern, dann nackt. Nach dem Mahl wurden die Tischleuchter mit den brennenden Kerzen auf den Boden gestellt und rings herum Kastanien gestreut, die die nackten Dirnen auf Handen und FuBen zwischen den Leuchtern durchkriechend aufsammelten, wobei der Papst, Cesare und seine Schwester Lucrezia zuschauten. SchlieBlich wurden Preise ausgesetzt, seidene Uberrocke, Schuhe, Barette u.a. fur die, welche mit den Dirnen am oftesten den Akt vollziehen konnten. Das Schauspiel fand hier im Saal offentlich statt, und nach dem Urteil der Anwesenden wurden an die Sieger die Preise verteilt.154

Diese schockierende und vielzitierte Passage uber den sogenannten „Kastanien- ball“, welcher sich innerhalb der heiligen Mauem des Vatikans ereignet haben soll, zirkuliert im damaligen ,,Rom mit dem Gutesiegel der Authentizitat“155 und gilt in den Folgejahren meist unhinterfragt als Beweis fur Sexorgien der Familie Borgia.156 Die moderne Geschichtswissenschaft stimmt heute jedoch weitgehend darin uber- ein, dass Burckards Beschreibungen Parallelen zum Hexenwesen aufweisen und daher nicht als wahre Begebenheiten zu werten sind.157 Da dem Zeremonienmeister zudem ein Faible fur Skandalgeschichten nachgesagt wird, geht man davon aus, dass seine Berichte von der Einbildungskraft durchzogen sind. Volker Reinhardt kommt daher zu dem Ergebnis, dass man Burckard nicht zum Kronzeugen fur Or- gien im Papstpalast machen sollte.158 Vielmehr deute alles auf eine „sorgsam insze- nierte Profanierung“159 hin, denn die Borgia seien niemals so toricht gewesen, ihre Macht durch eine solche Gottlosigkeit - wie sie in der Szene des Kastanienballs zum Ausdruck kommt - zu gefahrden.160 Es kann daher festgehalten werden, dass es zwar den historischen Fakten entspricht, dass Alexander VI. gerne rauschende Feste im Kreise seiner Liebsten feiert, die Vorwurfe zu den Orgien im Vatikan kon- nen jedoch widerlegt werden und sind somit der Legendenbildung zuzuordnen.

Ein weiterer skandaloser Vorfall an der Kurie - der ebenfalls Teil des histori- schen Borgia-Mythos ist - handelt von einem Impotenzvorwurf gegen einen Ehe- mann der Papsttochter Lucrezia. Im Mai 1497 verbreiten sich Geruchte, denen zu- folge Papst Alexander VI. die Ehe seiner Tochter Lucrezia mit Giovanni Sforza - ihrem ersten Ehegatten - aufzulosen gedenkt. Scheidungen sind damals zwar nicht vorgesehen, es besteht jedoch die Moglichkeit, die Heirat fur ungultig zu erklaren. Ein Fall, fur welchen das kanonische Recht mehrere Grande nennt. Alexander VI. wahlt den zweifelsfrei peinlichsten: Er unterstellt Giovanni Sforza Impotenz, auf- grund derer er die Ehe nicht vollzogen habe. Hierzu sei angemerkt, dass das Ehe- bundnis seiner Tochter mit dem Herrn von Pesaro bis dahin bereits ganze vier Jahre angedauert hat. Solche „Kleinigkeiten“ kummern Papst Alexander VI. allerdings genauso wenig wie die Gefuhle seiner Tochter. Lucrezia - die durch die Aufhebung ihrer Ehe ebenfalls zur Zielscheibe des Gespotts wird - ist damit ganz und gar nicht einverstanden und begibt sich daraufhin zum Zeichen ihres Protests in das romische Nonnenkloster San Sisto.161

Den groBten Widerstand gegen die Annullierung des Ehebundnisses leisten je­doch die Sforza selbst - allen voran der Vizekanzler Ascanio Maria, welcher nun politische EinbuBen zu befurchten hat. Ein halbes Jahr nach Aufkommen der ersten Geruchte eroffnet ihm Alexander VI. in Anwesenheit seiner beiden Sohne Cesare und Juan, dass das Bundnis zwischen den Borgia und den Sforza nicht weiter beste- he und die Ehe zu diesem Zeichen aufgelost werde.162 Die Blamage, die dieser Ver- tragsbruch fur den Zweig der Sforza nach sich zieht, ist immens. Dass der selbster- nannte Frauenheld Giovanni ein impotenter Taugenichts sein soll, ist ein hem- mungsloser Affront gegen die Ehre der Sforza, die sich den Borgia jedoch letztlich geschlagen geben mussen.163 Doch auch wenn man hinter diesen skandalosen Impotenzbeschuldigungen vielleicht die Legendenbildung vermuten mag, entspre- chen dennoch alle berichteten Ereignisse den Fakten und lassen sich somit der his- torischen Wahrheit zuordnen.

Das letzte Element des Borgia-Mythos, welches sich der Kategorie „Sex“ zuord­nen lasst, erzahlt von den Inzestvorwurfen, welche gegen Alexander VI. und seine beiden Sohne Cesare und Juan erhoben werden. Das Gerucht, der Papst habe mit seiner Tochter Lucrezia Blutschande betrieben, wird erstmals von ihrem geschiede- nen Ehemann Giovanni Sforza in die Welt gesetzt, welcher sich aufgrund des Impotenzvorwurfs an seinem Exschwiegervater rachen will. Um seinen Ruf wie- derherzustellen, beschuldigt er den Pontifex, die Ehe lediglich aufgelost zu haben, da er sich selbst mit seiner Tochter vergnugen wolle.164 Welch weite Kreise diese Geruchte ziehen, zeigt sich an dem nur wenige Jahre spater verfassten Savelli-Brief, in welchem sowohl Alexander VI. als auch Cesare des Inzests bezichtigt werden.

Doch auch wenn es keinerlei ernstzunehmenden Beweise fur die Blutschande der Manner gibt, halten sich die Inzestvorwurfe uber die Jahrhunderte hinweg konstant und werden sogar ,,zum zentralen Bestandteil des Borgiamythos“165. Der Historiker Reinhardt sieht das Aufkommen dieser Vorwurfe darin begrundet, dass phantasie- volle Zeitgenossen nach dem Motto verfahren: ,,Wer das eine unbestreitbar getan hat, dem traut man auch das andere, dazu Erfundene muhelos zu“166. Die skandalo- sen Fakten der Familie Borgia liefern somit einen idealen Nahrboden, um ihr vieler- lei weitere Abscheulichkeiten anzudichten. Volker Reinhart halt die Inzestvorwurfe deshalb fur unwahrscheinlich. Und auch Alois Uhl spricht im Hinblick darauf von Geruchten, die „sicherlich nie stattgefunden haben“167. Diese Anschuldigungen ge- gen die Borgia werden heute somit zuruckgewiesen und gehoren deshalb der Le- gendenbildung an.

Insgesamt lasst sich nun festhalten, dass sowohl das ungezugelte Verhaltnis der mannlichen Borgia zu den Frauen als auch die anstoBige Legitimation der Papstkin- der sowie der Impotenzvorwurf Papst Alexanders VI. gegen Giovanni Sforza von der modernen Geschichtswissenschaft nicht bestritten werden und daher den histo- rischen Fakten um die Papstfamilie angehoren. Das Bild Lucrezia Borgias als Femme fatale, die nachtlichen Orgien im Vatikan sowie die prekaren Inzestvorwur­fe gegen Alexander VI. und seine beiden Sohne Cesare und Juan werden von der Forschung jedoch bezweifelt oder widerlegt und sind deshalb der Legendenbildung zuzuordnen.

Unter dem nachsten Punkt werden nun diejenigen Elemente des Historienstoffs uberpruft, die sich der Kategorie „Crime“ zuordnen lassen.

2.3.2 Crime

Einen zentralen Bestandteil der Borgia-Legende bilden insbesondere die Korrupti- on und die simonistischen Praktiken, fur welche Alexander VI. bis heute beruch- tigt ist. Im Konklave 1492 verfolgt der spanische Kardinal lediglich ein Ziel: Er mochte als Nachstes den Stuhl Petri besteigen. Um die notwendige Stimmenanzahl zu erhalten, bietet er den anwesenden Kardinalen lukrative Amter und Pfrunden an. Was sich zunachst vielleicht wie ein boses Gerucht anhoren mag, ist laut Volker Reinhardt jedoch „unanfechtbar erhartet“168. Bis heute konne man sehr genau nach- vollziehen, welcher Kardinal welche Belohnung erhalten habe. Kaum einer sei da- bei leer ausgegangen, so der Wissenschaftler.169 Bis auf die wenigen unbestechli- chen Reformbefurworter um die Kardinale Todeschini Piccolomini und Carafa ha- ben sich alle anderen von ihrer Habgier leiten lassen.170

Doch Kardinal Borgia geht in der Nacht vom 10. auf den 11. August 1492 nicht alleine auf Stimmenkauf. Um die notwendige Wahlerschaft zu gewinnen, ist er ge- zwungen mit dem einflussreichen Parteifuhrer Kardinal Ascanio Maria Sforza aus Mailand zu kooperieren, welcher fur eine eigene Kandidatur zwar noch zu jung ist,171 insgeheim jedoch das Ziel verfolgt, den neuen Borgia-Papst als einen soge- nannten „Uberpapst“ zu dominieren. Sforza - welcher zudem an Borgias Reichtum und dem Posten als Vizekanzler interessiert ist - setzt deshalb alles daran sich als „Papstmacher“ zu profilieren und geht daher in besagter Nacht mit Rodrigo auf Stimmenfang.172 All das wird von der modernen Geschichtswissenschaft bestatigt und zahlt somit zu den harten Fakten um die Familie Borgia.

Die bis heute beliebte Bestechungsszene, in welcher Rodrigo den Kardinalen im Konklave Brathuhnchen servieren lasst, in denen sich Schenkungsurkunden teurer Wahlprasente befinden, stammt jedoch nachweislich von dem franzosischen Schriftsteller Alexandre Dumas. In seinem historischen Roman ,,The Borgias“ - welcher Teil seiner beruhmten ,,Celebrated Crimes“-Serie ist - gibt es eine Passage, in der die Figur Cesare seiner Mutter Vanozza von dem Geheimplan mit den Brat- huhnchen erzahlt :173

„My father has bribed the bishop [...]: to-morrow is a feast-day; to the Cardinals Orsini, Colonna, Savelli, Sant’ Angelo, and the Cardinals of Parma and of Genoa, chickens will be sent for hot meat, and each chicken will contain a deed of gift duly drawn up, made by me in my father’s name, of the houses, palaces, or churches which are destined for each.“174

Bei Alexandre Dumas wird Sohn Cesare somit zum Mittater in Sachen Korruption und Amterkauf, indem er die kriminellen Plane seines Vaters tatkraftig unterstutzt. In Wahrheit halt sich Cesare Borgia zum Zeitpunkt des Konklaves jedoch fernab von Rom auf,175 weshalb die Bestechung per Brathuhnchen und die Komplizen- schaft Cesares den Legenden zuzuordnen sind.

Doch die simonistischen Praktiken Rodrigos setzen sich auch nach der erkauften Papstwahl weiter fort. Der Kulturhistoriker Jacob Burckhardt - welcher als einer der bedeutendsten Kenner der Epoche der Borgia gilt - sagt 1860 uber Alexander VI., dass er „kaum einen Kardinal auBer gegen Erlegung hoher Summen ernannt“176 habe. Zwar macht Papst Sixtus IV. den Purpur bereits vor Borgias Regierungszeit zur politischen Wahrung,177 doch keiner verkauft den roten Hut so offensichtlich und schamlos, wie dies Alexander VI. tut. Bis heute lassen sich die Summen und Zahlungsmodalitaten der kriminellen Amtsverkaufe „aus so nuchternen Quellen wie diplomatischen Aktensammlungen und Rechnungsbuchern“178 ermitteln, so Volker Reinhardt.179 Es kann daher festgehalten werden, dass sowohl die Korruption als auch die simonistischen Praktiken des Borgia-Papstes auf wahren Begebenheiten basieren und somit insgesamt den historischen Tatsachen zuzuschreiben sind.

Ein weiteres Element des Mythos bildet daruber hinaus der anstoBige Nepotis- mus, der an der Kurie wahrend der Amtszeit der Borgia fur Emporung sorgt. Ale­xander VI. ist dafur bekannt, dass er seine Verwandten hemmungslos begunstigt. Doch er ist nicht der erste Papst, welcher sein nachstes Umfeld am eigenen Erfolg maBlos teilhaben lasst. Bereits sein Onkel Papst Calixtus III. ubertritt wahrend sei­ner Regierungszeit die gangigen Richtlinien in Sachen Nepotismus, die ab circa 1420 lauten: Ein Neffe darf den Purpur bekommen, ein weiterer Verwandter kann zum adeligen Stammhalter auserwahlt werden. Auch wenn die Meinungen diesbe- zuglich an der Kurie seit jeher weit auseinandergehen, scheint man sich auf diese Basisformel geeinigt zu haben. Doch Calixtus III. verleiht 1456 gleich zwei Bluts- verwandten den roten Hut und uberschuttet einen dritten Nepoten mit weltlichen Amtern und Besitztumern.180 Wie rasch die Normen bezuglich dieser Vetternwirt- schaft an der Spitze der katholischen Kirche ausgeweitet werden, zeigt sich am Pon- tifikat des Della-Rovere-Papstes Sixtus IV., welcher insgesamt sechs Familienmit- glieder zu Kardinalen macht und seinem Lieblingsnepoten sogar eigene Herr- schaftsgebiete in der Romagna verschafft.181

Diese Beispiele durften Alexander VI. dazu bewegt haben, es seinen Vorgangern gleichzutun. Daruber hinaus ist er selbst ein ehemaliger Nepot seines Onkels Calixtus III. und kennt die schmutzige Praxis des Nepotismus deshalb nur zu gut.182 Die ohnehin bereits sehr weit gesteckten Normen im Hinblick auf die Verwandten- begunstigung werden daher unter dem Borgia-Papst regelrecht weiter strapaziert. Bereits drei Wochen nach seinem Amtsantritt erhebt er einen Sohn seiner Schwester zum Kardinal und ubertragt seinem erst siebzehnjahrigen Sprossling Cesare das Erzbistum Valencia.183 Doch das ist nur der Anfang einer schier endlosen Vettern- wirtschaft, die letztlich vor allem ein Ziel verfolgt: die dauerhafte Sicherung der Macht der Familie Borgia.184 Zu diesem Zweck wird dem Papstsohn Cesare sogar der Purpur verliehen und dem zweitaltesten das Herzogtum Gandia ubertragen. Die- ser anstoBige Nepotismus Alexanders VI. wird von den Historikern allgemein be- statigt und lasst sich somit zu den Fakten zahlen.

Als Inbegriff fur Machtgier und GroBenwahn macht der Pontifex letztlich Ge- schichte. Die skrupellose Herrschaftsbildung, welche er wahrend seiner Amtszeit konsequent betreibt, bildet daher ein weiteres Element des historischen Borgia- Stoffs. Bereits sein Onkel Papst Calixtus III. hegt den unerhorten Plan, das Konig- reich Neapel fur seine Familie zu erobern. In fruhen Jahren wird ihm seine Wahl zum Papst von einem beruhmten Ordensprediger namens Vicente Ferrer geweis- sagt, was dazu fuhrt, dass er sich von nun an zu Hochstem berufen fuhlt.185 Was wie eine Legende klingt, ist jedoch ein hartes Faktum. Die Borgia glauben fest an ihr kollektives Auserwahltsein, die Macht ihrer Familie rechtfertigt letztlich alles, so Volkert Reinhart.186 Doch unterscheidet sie dieses Machtstreben zunachst nicht we- sentlich von anderen Papsten der Renaissance. Immerhin zettelt Papst Sixtus IV. sogar einen Krieg gegen die italienischen GroBmachte an, um seinem Nepoten Gi­rolamo Riario ein Territorium in der Romagna zu verschaffen.187

Damals ebenfalls ublich und daher Fakt ist die Praxis, die eigenen Kinder poli- tisch gewinnbringend zu verheiraten. Die Eliten der Zeit furchten den sozialen Tod, sprich ein Leben in Armut und Verachtung, meist mehr als das physische Ster- ben,188 weshalb sie ihre Sprosslinge schonungslos zu Herrschaftszwecken miss- brauchen. Alexander VI. weiB um die Vorteile seiner zahlreichen Kinderschar und benutzt seine Nachfahren hemmungslos zur eigenen Dynastieplanung. Bereits im zarten Alter von elf Jahren wird Tochter Lucrezia erstmals einem spanischen Gra- fen versprochen. Doch diese Heirat kommt nicht zustande, da sich profitablere Ehe- bundnisse ergeben.189 Zuerst mit den Sforza aus Mailand, dann mit dem Hause Ara­gon aus Neapel und schlieBlich sogar mit der noblen Familie Este aus Ferrara. Da- ruber hinaus heiratet der erst dreizehnjahrige Goffredo die Prinzessin Sanchia aus Neapel, Juan wird mit Maria Enriquez aus Spanien vermahlt und selbst Cesare - welcher eigentlich fur die geistliche Laufbahn bestimmt ist - wird letztlich zum Ehemann der franzosischen Konigstochter Charlotte d’Albret.190

Wie skrupellos Alexander VI. bei seinen Expansionsbestrebungen vorgeht, zeigt sich, als er nach der Halfte seiner Amtszeit anfangt, ,,Herrschaftsbildung der Borgia in groBem Stil zu betreiben“191. Die machtigen Adelsfamilien Italiens beginnen sich nun vor dem Borgia-Papst zu furchten, welcher vor nichts mehr zuruckzuschrecken scheint. Den Beginn macht ein Skandal im August 1498, der die ganze Christenheit in Aufruhr versetzt: Papstsohn Cesare gibt seinen Kardinalshut zuruck, um an- schlieBend als weltlicher Herrscher die Romagna fur seine Familie zu erobern. Un- terstutzt wird er dabei von seinem ehrgeizigen Vater, welcher die kriegerischen Ta- ten seines Sohnemanns mithilfe von Kreuzzugsgeldern der Kirche finanziert. Ein Ende des wilden Treibens der Borgia ist nun nicht mehr in Sicht. Was sich in den letzten zwei Regierungsjahren Alexanders VI. an der Spitze der katholischen Kirche ereignet, erscheint immer unwirklicher. 192 Geschehen dort tatsachlich grausame Giftmorde? Fakt ist jedenfalls, dass der Borgia-Papst vom GroBenwahn getrieben wird und fur die Ausweitung und Absicherung seiner Familienmacht letztlich zu nahezu allem bereit ist. Seine skrupellose Herrschaftsbildung ist daher den histori- schen Fakten zuzuordnen.

Gegen Ende der Amtszeit Alexanders VI. verdichten sich Geruchte, denen zu- folge die Papstfamilie ihren Gegnern immer haufiger mit bestialischer Gewalt be- gegnet. Die grausamen Morde, welche man ihr unterstellt, bilden bis heute einen zentralen Bestandteil des historischen Borgia-Mythos. Vor allem Cesare Borgia haftet der Ruf eines kaltblutigen Morders an, da er als Urheber zahlreicher Bluttaten gilt. In ganz Rom ist er dafur bekannt, SpaBe auf Kosten seiner Person mit dem To- de zu vergelten. 193 Nicht wenige Zeitgenossen, die es wagen den Papstsohn zu be- leidigen, werden anschlieBend tot aus dem Tiber gezogen. Sein Antlitz hinter einer Maske verbergend, schleicht er sich nachts durch die Gassen der Stadt, wo ihm mit- unter auch Angehorige des romischen Hochadels zum Opfer fallen. Auch wenn darin mit Sicherheit die Imagebildung der Borgia zum Ausdruck kommt,194 sind viele Gewaltakte Cesares dennoch anhand zuverlassiger Quellen zu belegen.195

Einer der ersten Morde betrifft jedoch die Papstfamilie selbst. Im Juni 1497 fin- det man Juan, den Liebling des Vaters, mit gerade einmal 21 Jahren tot im Tiber auf. Insgesamt neun Mal wurde auf den Herzog von Gandia eingestochen.196 Die Zahl der Verdachtigen ist immens, denn Juan habe in der Tat viele Feinde gehabt, so Uwe Neumahr.197 Doch die Beobachter des Papsthofes horen schon bald auf, den Morder unter den Gegnern der Borgia zu suchen. Der Verdacht fallt nun auf Cesare, den Erstgeborenen, der ihrer Meinung nach zu viele Vorteile aus dem Tod seines Bruders zieht.198 Er soll Juan aus Eifersucht ermordet haben, da dieser zeitlebens mehr Aufmerksamkeit vom Vater bekommen habe. Doch damit nicht genug: Ab 1500 entstehen sogar Geruchte, die Cesare „des Brudermordes aus blutschanderi- scher Leidenschaft“199 beschuldigen. Er habe Juan getotet, da er ihm den Rang bei Schwester Lucrezia abgelaufen habe. Dieser Inzest-Beweisgrund ist laut Uwe Neumahr jedoch hochstwahrscheinlich Teil einer Rufmordkampagne gegen die Borgia und gehort daher dem Reich der Phantasie an.200 Ob Cesare seinen Bruder allerdings tatsachlich ermordet hat, muss offenbleiben, da der ratselhafte Mord bis heute nicht geklart ist.

Dem Mythos zufolge soll der Papstsohn jedoch noch weitere Morde wegen sei­ner kriminellen Geschwisterliebe begangen haben.201 Im Winter 1498 wird Perotto, der Liebhaber Lucrezias, gemeinsam mit einer ihrer Hofdamen tot aus dem Tiber gefischt. Zeitgenossen berichten, dass Cesare den Kammerdiener - welcher aus Angst in den SchoB des Papstes gefluchtet sei - an der Brust seines Vaters ersto- chen habe.202 Auch wenn man darin hochstwahrscheinlich zu Recht die Legenden- bildung vermutet, ist es laut Uwe Neumahr dennoch ,,nicht unwahrscheinlich, dass Cesare die Ermordung der beiden Bediensteten in Auftrag“203 gegeben hat. Fur sol- che Zwecke verfugt der Papstsohn uber einen unheimlichen Diener, genannt Michelotto, welcher im Namen Cesares einen weiteren Mord begeht.204 Er erdros- selt den zweiten Ehegatten Lucrezias, Alfonso von Aragon, mit einer Wurgeschlin- ge in dessen Bett - eine Tat, welche Cesare in Nachhinein unverblumt gesteht. Er sei von Alfonso angegriffen worden und habe daher lediglich reagiert.205

Doch solch fadenscheinige Begrundungen kauft ihm die Offentlichkeit schon lange nicht mehr ab. Denn spatestens seine kriegerischen Taten in der Romagna machen deutlich, wie gewalttatig der Papstsohn wirklich ist. Hemmungslos jagt er den italienischen Feudaladel aus seinen Stadten, um die Gebiete Norditaliens fur seine Familie zu gewinnen. Dabei seien nicht wenige Stadtherren ein Opfer Cesares Ausrottungspolitik geworden, so Volker Reinhardt.206 Selbst seinen eigenen Unter- feldherren gegenuber zeigt er keinerlei Gnade. Da sich diese wenige Monate zuvor aus Angst gegen den Papstsohn verschworen haben, racht er sich nun grausam an ihnen. In der Neujahrsnacht 1503 empfangt er vier seiner Truppenfuhrer in Senigallia unter dem Vorwand, das weitere Vorgehen in der Romagna mit ihnen besprechen zu wollen. Nichts ahnend folgen die Manner den Anweisungen Cesares, der sie kurzerhand in einen Hinterhalt lockt und anschlieBend erdrosseln lasst.207

Zur gleichen Zeit halt sich Kardinal Giovanni Orsini - ebenfalls aus der Familie der Verschworer - bei Papst Alexander VI. im Vatikan auf. Als die Nachricht von der Ermordung der Unterfeldherren eintrifft, wird Orsini auf Befehl des Pontifex umgehend ins Verlies der Engelsburg gebracht, wo er wenig spater verstirbt. Doch dass der Kardinal am Kummer zugrunde gegangen sei - wie der Pontifex nachtrag- lich behauptet - glaubt ihm nun keiner mehr.208 So sind die damaligen Beobachter fest davon uberzeugt, dass Alexander VI. den Kardinal ermorden lassen hat. Doch auch wenn die Forschung den Fall Orsini nicht belegen kann, lasst sich dennoch feststellen, dass die Papstfamilie nachweislich Morde begangen hat. Zu den Fakten zahlen die Ermordung Alfonsos von Aragon sowie die Bluttaten an den Stadtherren und Truppenfuhrern in der Romagna. Die Morde an Juan Borgia, dem Kammerdie- ner Perotto und dem Kardinal Orsini mussen hingegen offenbleiben, da sie lediglich auf Spekulationen beruhen und von der modernen Geschichtswissenschaft nicht bewiesen werden konnen.

Ein weiteres zentrales Element des skandalosen Historienstoffs bilden daruber hinaus die Giftmorde, welche sich der Legende nach unter den Borgia ereignet haben sollen. Ab 1500 geschieht im Vatikan kein Mord mehr, ohne dass man toxi- sche Substanzen der Papstfamilie dahinter vermutet.209 So haben Alexander VI. und sein Sohn Cesare angeblich reihenweise Kardinale vergiftet, um sich anschlieBend an deren Besitztumern zu bereichern. Als der venezianische Kardinal Giovanni Michiel im April 1503 nach furchterlichen Qualen seinem Tode erliegt, fallt der Verdacht daher unmittelbar auf die Papstfamilie. Zu Recht, bestatigt Volker Rein­hardt. Auch wenn viele Giftmordanschuldigungen der Legendenbildung zuzu- schreiben seien, so gehore der Auftragsmord an Kardinal Giovanni Michiel nach- weislich zu den Fakten um die Borgia. Anhand von Prozessakten und weiteren Quellen lasse sich beweisen,210 dass die Papstfamilie den Haushofmeister des Kar- dinals dazu genotigt habe, Michiel das Gift zu verabreichen.211 Zudem seien unmit­telbar nach dessen Tod samtliche Wertgegenstande des Purpurtragers in den Besitz des Pontifex ubergegangen.212

Doch an diesen kann sich Papst Alexander VI. nicht mehr allzu lange erfreuen. Denn nur vier Monate darauf verstirbt er selbst, nach einem mehrtagigen Fieberlei- den, wie Burckard in seinem Diarium zu berichten weiB.213 Die Beobachter der Zeit wollen sich damit aber nicht zufrieden geben. Sie sind fest davon uberzeugt, dass der Pontifex aufgrund einer Verwechslung dem eigenen Gift zum Opfer gefallen sei.214 Gemeinsam mit seinem Sohn Cesare habe er versucht einen ihrer Gegner zu vergiften, wobei sie versehentlich zu den falschen Pokalen gegriffen hatten.215 Die- se Geruchte, so Reinhardt, seien zwar „hubsch erfunden, doch wohl kaum historisch wahr“216. Der Forschung zufolge spreche heute alles dafur, dass der Papst an Mala­ria verstorben sei.217 Insgesamt kann daher festgehalten werden, dass man den Bor­gia zwar tatsachlich einen Giftmord nachweisen kann, alle weiteren Geruchte dies- bezuglich jedoch der Legendenbildung zuzuordnen sind.

[...]


1 Vgl. o.V.: „Borgia.“ Blickpunkt:Film, <http://www.mediabiz.de/film/firmen/programm/borgia/134896>, o.J., letzter Zugriff: 04.05.2012.

2 Zander, Peter: „Das Papst-Duell um die Mafia der Renaissance/1 Die Welt, <http://www.welt.de/fernsehen/article13665311/Das-Papst-Duell-um-die-Mafia-der- Renaissance.html>, 17.10.2011, letzter Zugriff: 15.06.2012 (im Folgenden zitiert als: Zander, „Das Papst-Duell um die Mafia der Renaissance11).

3 Vgl. Reinhardt, Volker: „Die Borgia und ihr Mythos. Gift in marmornen Sargen?“ In: Strobl, Christine und Michael Neumann (Hg.): Mythen Europas. Schlusselfiguren der Imagination. 4. Bd. (7 Bde.), Regensburg: Friedrich Pustet, 2006, S. 114-133 (im Folgenden zitiert als: Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“).

4 Vgl. Rudiger, Konrad: „Fortsetzung kommt. ,Borgia‘ gehen in die zweite Runde.“ News.de, <http://www.news.de/tv/855273349/borgia-bildgewaltige-fortsetzung/1/>, 17.02.2012, letzter Zugriff: 16.08.2013.

5 Vgl. Reinhardt, Volker: Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie. Munchen: C. H. Beck, 2011, S. 7 (im Folgenden zitiert als: Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“).

6 Aristoteles: Poetik. Stuttgart: Reclam, 1982, S. 19.

7 Ebd.

8 Lehmann, Hans-Thies: „Eintrag ,Mythos‘.“ In: Brauneck, Manfred und Gerard Scheilin (Hg.): Theaterlexikon. Begriffe und Epochen, Buhnen und Ensembles. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1986, S. 685.

9 Segal, Robert Alan: Mythos. Eine kleine Einfuhrung. Stuttgart: Reclam, 2007, S. 14.

10 Vgl. Brockhaus. Enzyklopadie in 30 Banden: Eintrag „Mythos“. 19. Bd. (30 Bde.), Leipzig, Mannheim: Brockhaus, 2006, S. 213 (im Folgenden zitiert als: Brockhaus, „Eintrag ,Mythos‘“).

11 Duden. Deutsches Universalworterbuch: Eintrag „Mythos“. Mannheim et al.: Duden, 2007, Spalte 1182.

12 Primavesi, Patrick: „Eintrag ,Mythos‘.“ In: Fischer-Lichte, Erika, Kolesch, Doris und Matthias Warstat (Hg.): Metzler Lexikon Theatertheorie. Stattgart, Weimar: Metzler, 2005, S. 214 (im Folgenden zitiert als: MetzlerLexikon Theatertheorie, „Eintrag ,Mythos‘“).

13 Vgl. Armstrong, Karen: Eine kurze Geschichte des Mythos. Munchen: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2007, S. 7-16.

14 Vgl. MetzlerLexikon Theatertheorie, „Eintrag ,Mythos‘“, S. 214-215.

15 Neumann, Michael: „Einleitung.“ In: Hartmann, Andreas und Michael Neumann (Hg.): Mythen Europas. Schlusselfiguren der Imagination. 1. Bd. (7 Bde.), Regensburg: Friedrich Pustet, 2004. S. 10.

16 Vgl. Brockhaus, „Eintrag ,Mythos‘“, S. 213-214.

17 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 116.

18 Vgl. Metzler Lexikon Theatertheorie, „Eintrag ,Mythos‘“, S. 216.

19 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 116.

20 Vgl. MetzlerLexikon Theatertheorie, „Eintrag ,Mythos‘“, S. 214.

21 Hermann-Rottgen, Marion: Die Familie Borgia. Geschichte einer Legende. Stuttgart, Weimar: Metzler, 1992, S. X (im Folgenden zitiert als: Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einer Legende“).

22 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 118.

23 Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 13.

24 Vgl. ebd., S. 13-17.

25 Vgl. Brambach, Joachim: Die Borgia. Faszination einer Renaissance-Familie. Kreuzlingen, Munchen: Diederichs, 2004, S. 18-19 (im Folgenden zitiert als: Brambach, „Die Borgia. Faszination einer Renaissance-Familie“).

26 Vgl. Reinhardt, „DieBorgia. Geschichte einerunheimlichen Familie“, S. 18.

27 Die „de Borjas“ (spanisch und katalanisch) nennen sich nach der Wahl Alonsos zum Papst allmahlich „Borgia“ (italienisch).

28 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 119-120.

29 Vgl. Grossbongardt, Annette: „Inkarnation des Teufels. Das wuste Treiben der Familie Borgia.“ In: Spiegel Geschichte. Die Papste. Absolute Herrscher im Namen Gottes, 07/12, S. 80 (im Folgenden zitiert als: Spiegel Geschichte, „Inkamation des Teufels“).

30 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 120.

31 Vgl. ebd., S. 120.

32 Vgl. Spiegel Geschichte, „Inkamation des Teufels“, S. 80.

33 Brambach, „Die Borgia. Faszination einer Renaissance-Familie“, S. 90.

34 Ebd.

35 Vgl. Munkler, HerfTied und Marina Munkler: Lexikon der Renaissance. Eintrag „Borgia“. Munchen: C. H. Beck, 2000, S. 44 (im Folgenden zitiert als: Munkler, „Lexikon der Renaissance“).

36 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 122.

37 Cloulas, Ivan: Die Borgias. Biographie einer Familiendynastie. Munchen: Heyne, 1993, S. 117 (im Folgenden zitiert als: Cloulas, „Die Borgias. Biographie einerFamiliendynastie“).

38 Vgl. Berg, Jens-Rainer: „Die Borgia - der Schrecken von Rom.“ In: GEO EPOCHE. Die Renaissance in Italien 1300-1560, 09/05, S. 108.

39 Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 8-9.

40 Ebd., S. 9.

41 Vgl. ebd., S. 8-9.

42 Spiegel Geschichte, „Inkamation des Teufels“, S. 80.

43 Vgl. ebd.

44 Vgl. Munkler, „Lexikon der Renaissance“, Eintrag „Papste/Papsttum“, S. 301.

45 Vgl. Franzen, August und Remigius Baumer: Papstgeschichte. Das Petrusamt in seiner Idee und in seiner geschichtlichen Verwirklichung in der Kirche. Freiburg im Breisgau et al.: Herder, 1982, S. 279 (im Folgenden zitiert als: Franzen und Remigius, „Papstgeschichte. Das Petrusamt in seiner Idee und in seiner geschichtlichen Verwirklichung in der Kirche“).

46 Spiegel Geschichte, „Inkamation des Teufels“, S. 80.

47 Vgl. Munkler, „Lexikon der Renaissance“, Eintrag „Seuchen“, S. 353-356.

48 Vgl. Spiegel Geschichte, „Inkamation des Teufels“, S. 79.

49 Munkler, „Lexikon der Renaissance“, Eintrag „Papste/Papsttum“, S. 301.

50 Vgl. ebd.

51 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 117.

52 Vgl. Brambach, „Die Borgia. Faszination einerRenaissance-Familie“, S. 92.

53 Lange Zeit halt die Forschung Juan Borgia fur den erstgeborenen Sohn von Papst Alexander VI. und Vanozza de’ Cattanei. Heute stimmt die Wissenschaft jedoch weitestgehend darin uberein, dass Cesare Borgia der Alteste ist. Vgl. u.a. Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 38, Brambach, „Die Borgia. Faszination einer Renaissance-Familie“, S. 92 und Christo­pher Hibbert: The Borgias and their enemies. 1431-1519. Orlando et al.: Harcourt, 2008, S. 30.

54 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 121.

55 Vgl. ebd., S. 121-122.

56 Ebd., S. 117.

57 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 117.

58 Vgl. ebd.

59 Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 98.

60 Vgl. Williams, George L.: Papal Genealogy. The Families and Descendants of the Popes. Jefferson et al.: McFarland, 2004, S. 70 (im Folgenden zitiert als: Williams, „Papal Genealogy. The Families and Descendants of the Popes“).

61 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 7.

62 Vgl. ebd., S. 46.

63 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 121-124.

64 Vgl. Schad, Martha: Die beruhmtesten Frauen der Weltgeschichte. Von der Antike bis zum 17. Jahrhundert. Wiesbaden: Marix, 2007, S. 91.

65 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 117.

66 Vgl. ebd., S. 124-127.

67 Spiegel Geschichte, „Inkamation des Teufels“, S. 79.

68 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 114.

69 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 128.

70 Vgl. ebd.

71 Reinhardt, Volker: Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst. Munchen: C. H. Beck, 2011 (im Folgenden zitiert als: Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“).

72 Spiegel Geschichte, „Inkamation des Teufels“, S. 79.

73 Machiavelli, Niccolo: Der Furst. Stuttgart, Tubingen: J. G. Cotta, 1842, S. 67.

74 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 8, 38-39.

75 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 123-128.

76 Vgl. Brambach, „Die Borgia. Faszination einer Renaissance-Familie“, S. 7-8.

77 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 7.

78 Vgl. Spiegel Geschichte, „Inkamation des Teufels“, S. 80.

79 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 127.

80 Vgl. ebd., S. 126-127.

81 Gregorovius, Ferdinand: Lucrezia Borgia. Furstin der Renaissance. Augsburg: Bechtermunz, 1997, S. 11-12 (im Folgenden zitiert als: Gregorovius, „Lucrezia Borgia. Furstin der Renaissance“).

82 Vgl. Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einerLegende“, S. 128.

83 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 129.

84 Schuller-Piroli, Susanne: Die Borgia-Dynastie. Legende und Geschichte. Munchen: Oldenburg, 1982, S. 17 (im Folgenden zitiert als: Schuller-Piroli, „Die Borgia-Dynastie. Legende und Geschichte“).

85 Vgl. ebd.

86 Vgl. Eberhard, Winfried: „Eintrag ,Alexander VI.‘.“ In: Buchberger, Michael (Begr.) und Walter Kasper (Hg.): Lexikon fur Theologie und Kirche. Freiburg im Breisgau et al.: Herder, 1993, S. 370.

87 Vgl. Schuller-Piroli, „Die Borgia-Dynastie. Legende und Geschichte“, S.15.

88 Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einerLegende“, S. IX.

89 Vgl. ebd.

90 Vgl. Munkler, „Lexikon der Renaissance“, Eintrag „Borgia“, S. 43.

91 Vgl. ebd.

92 Vgl. Schuller-Piroli, „Die Borgia-Dynastie. Legende und Geschichte“, S. 30-31.

93 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 124.

94 Ebd., S. 124.

95 Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie, S. 8.

96 Vgl. ebd.

97 Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einer Legende, S. IX.

98 Vgl. ebd.

99 Vgl. Spiegel Geschichte, „Inkarnation des Teufels, S. 81.

100 Vgl. Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einer Legende, S.

101 Spiegel Geschichte, „Inkamation des Teufels, S. 81.

102 Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einer Legende, S. IX.

103 Vgl. ebd., S. 19,21.

104 Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einer Legende, S. 5.

105 Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einerLegende“, S. IX.

106 Vgl. ebd., S. 11.

107 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 131.

108 Gulpen, Ilonka van: Der deutsche Humanismus und die fruhe Reformations-Propaganda 1520­1526: das Lutherportrait im Dienst der Bildpublizistik. Hildesheim et al.: Olms, 2002, S. 9.

109 Schnurr, Eva-Maria: „Woge des Wandels. Reformation und Aufklarung zwangen den Katholizismus zum Umdenken.“ In: Spiegel Geschichte: Die Papste. Absolute Herrscher im Namen Gottes, 07/12, S. 86.

110 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 130-131.

111 Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einerLegende“, S. IX.

112 Vgl. ebd.

113 Schuller-Piroli, „Die Borgia-Dynastie. Legende und Geschichte“, S. 463.

114 Alexandre Dumas der Altere.

115 Schuller-Piroli, „Die Borgia-Dynastie. Legende und Geschichte“, S. 465.

116 Vgl. Schuller-Piroli, „Die Borgia-Dynastie. Legende und Geschichte“, S. 465.

117 Vgl. Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einerLegende“, S. 7-8.

118 Annahme, dass sich etwas in einer bestimmten Weise verhalt, was aber nicht der Realitat entspricht, sondern nur dem Wunsch, dass es so sein moge.

119 Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einerLegende“, S. 238.

120 Vgl. ebd., S. 238-239.

121 Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 9.

122 Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 11.

123 Vgl. ebd., S. 10-11.

124 Uhl, Alois: Die Papste und die Frauen. Munchen, Zurich: Piper, 2007, S. 137 (im Folgenden zitiert als: Uhl, „Die Papste und die Frauen“).

125 Vgl. Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 52.

126 Vgl. Brambach, „Die Borgia. Faszination einer Renaissance-Familie“, S. 74-75.

127 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 121.

128 Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 34.

129 Vgl. edb.

130 Vgl. Williams, „Papal Genealogy. The Families and Descendants of the Popes“, S. 70.

131 Vgl. Brambach, „Die Borgia. Faszination einer Renaissance-Familie“, S. 97.

132 Vgl. Franzen und Remigius, „Papstgeschichte. Das Petrusamt in seiner Idee und in seiner geschichtlichen Verwirklichung in der Kirche“, S. 277.

133 Vgl. Vogt-Luerssen, Maike: Lucrezia Borgia. Das Leben einer Papsttochter in der Renaissance. Norderstedt: Books on Demand, 2002, S. 17.

134 Vgl. Neumahr, Uwe: Cesare Borgia. Der Furst und die italienische Renaissance. Munchen, Zurich: Piper, 2008, S. 255 (im Folgenden zitiert als: Neumahr, „Cesare Borgia. Der Furst und die

italienische Renaissance“).

135 Vgl. Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 178.

136 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 123.

137 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 34-35.

138 Gregorovius, „Lucrezia Borgia. Furstin der Renaissance“, S. 11.

139 Vgl. Seewald, Berthold: „Lucrezia Borgia. Die unseligste Frau der modernen Geschichte.“ Die Welt, <http://www.welt.de/kultur/history/article13672919/Die-unseligste-Frau-der-modernen- Geschichte.html>, 21.10.2011, letzter Zugriff: 25.10.2012.

140 Vgl. Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 208.

141 Vgl. ebd., S. 184.

142 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 126.

143 Infans Romanus = romisches Kind.

144 Vgl. Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einerLegende“, S. 128.

145 Vgl. Schuller-Piroli, „Die Borgia-Dynastie. Legende und Geschichte“, S. 26.

146 Vgl. Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einerLegende“, S. 1, 127-128.

147 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 127.

148 Ebd.

149 Vgl. Reinhardt, ?Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 15.

150 Vgl. ebd., S. 162-163.

151 Vgl. ebd., S. 90.

152 Vgl. ebd.

153 Vgl. ebd.

154 Burchard, Johann: Kirchenfursten und Intriganten. Ungewohnliche Hofnachrichten aus dem Tagebuch des Johannes Burcardus, papstlichen Zeremonienmeisters bei Alexander VI. Borgia. Zurich: Artemis, 1985, S. 173 (im Folgenden zitiert als: Burchard, „Kirchenfursten und Intriganten“).

155 Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 212.

156 Vgl. Spiegel Geschichte, „Inkamation des Teufels“, S. 81.

157 Vgl. Hermann-Rottgen, „Die Familie Borgia. Geschichte einerLegende“, S. 54.

158 Vgl. Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 76.

159 Ebd., S. 211.

160 Vgl. ebd.

161 Vgl. Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 138.

162 Vgl. ebd., S. 140.

163 Vgl. ebd., S. 138-139.

164 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 127.

165 Ebd.

166 Ebd.

167 Uhl, „Die Papste und die Frauen?, S. 131.

168 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 122.

169 Vgl. ebd.

170 Vgl. Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 64-66.

171 Vgl. ebd., S. 61.

172 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 42-43.

173 Vgl. Spiegel Geschichte, „Inkamation des Teufels“, S. 78-79.

174 Dumas, Alexandre: Celebrated Crimes: The Borgias. The Cenci. New York: P. F. Collier & Son, 1910 (Reprint by Nabu Press, 2010, S. 25).

175 Vgl. Brambach, „Die Borgia. Faszination einer Renaissance-Familie“, S. 95.

176 Burckhardt, Jacob: Die Kultur der Renaissance in Italien. Stuttgart: Kroner, 1988, S. 83.

177 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 122-123.

178 Ebd., S. 122-123.

179 Vgl. ebd.

180 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 119.

181 Vgl. ebd., S. 121.

182 Vgl. Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 29-30.

183 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie“, S. 47.

184 Vgl. Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 33.

185 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 119-120.

186 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einerunheimlichen Familie?, S. 8.

187 Vgl. Brambach, „Die Borgia. Faszination einer Renaissance-Familie?, S. 82-85.

188 Vgl. Reinhardt, ?Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 55.

189 Vgl. ebd., S. 57.

190 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia. Geschichte einer unheimlichen Familie?, S. 80.

191 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 123.

192 Vgl. ebd., S. 123-124, 126.

193 Vgl. Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 8, 74.

194 Vgl. ebd., S. 208.

195 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 124.

196 6 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 123.

197 Vgl. Neumahr, „Cesare Borgia. Der Furst und die italienische Renaissance“, S. 112.

198 Vgl. Schuller-Piroli, „Die Borgia-Dynastie. Legende und Geschichte“, S. 25.

199 Ebd., S. 29.

200 Vgl. Neumahr, „Cesare Borgia. Der Furst und die italienische Renaissance“, S. 111.

201 Vgl. SchuHer-Piroli, „Die Borgia-Dynastie. Legende und Geschichte“, S. 29.

202 Vgl. ebd., S. 26.

203 Neumahr, „Cesare Borgia. Der Furst und die italienische Renaissance“, S. 134.

204 Vgl. Bradford, Sarah: Cesare Borgia. Ein Leben in der Renaissance. Munchen, Zurich: Droemer Knaur, 1981, S. 161-162.

205 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 124.

206 Vgl. ebd., S. 126.

207 Vgl. Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 233-234.

208 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 128.

209 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 124.

210 Vgl. ebd., S. 128.

211 Vgl. Reinhardt, „Alexander VI. Borgia. Der unheimliche Papst“, S. 241.

212 Vgl. ebd., S. 240.

213 Vgl. Burchard, „Kirchenfursten und Intriganten“, S. 212.

214 Vgl. Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 128.

215 Vgl. Spiegel Geschichte, „Inkamation des Teufels“, S. 81.

216 Reinhardt, „Die Borgia und ihr Mythos“, S. 128.

217 Vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 178 Seiten

Details

Titel
Sex and Crime in the Vatican. Skandalöser Historienstoff in der zeitgenössischen Fernsehserie
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,30
Autor
Jahr
2013
Seiten
178
Katalognummer
V418908
ISBN (eBook)
9783668678996
ISBN (Buch)
9783668679009
Dateigröße
4187 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
borgia, borgias, sex, crime, vatican, vatikan, tv, serie, series, pope, papst, quality tv, qualitätsserie, transgressiv, grenzüberschreitung, grenzüberschreitend, theaterwissenschaft, kommunikationswissenschaft, lucrezia, cesare, alexander VI., mythos, wahrheit, legende, tom fontana, oliver hirschbiegel, kardinal, kurie, historienstoff, fernsehserie, geschichte, skandalös, stoffgrundlage, familie, spanien, familientrinität, fakten, us-serie, darstellung, inszenierung, profan, profane sprache, gewalt, juan, giulia, giulia farnese, alessandro, alessandro farnese, korruption, impotenz, inzest, orgie, orgien, nepotismus, gift, giftmord, antichrist, mord, herrschaftsbildung, legitimation, stefanie kaiser, zdf, showtime, hbo
Arbeit zitieren
Stefanie Kaiser (Autor), 2013, Sex and Crime in the Vatican. Skandalöser Historienstoff in der zeitgenössischen Fernsehserie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418908

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