Eine Gattungsproblematisierung zu Fontanes Ballade "Königin Eleonorens Beichte"


Hausarbeit, 2018
21 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

I) Einleitung (Fontanes Quellen, Fragestellung, Forschungsuberblick)

Theodor Fontane war ein begeisterter Verehrer der alteren englischen Balladendichtung. Er lobte den in „seinen hochsten Schonheit oft undefinierbare Geist“[1] der alten Minstrelgesange, „die kecke Frische des Lebens, die unmittelbare Naturkraft, die Lust an gedrangter Doppelwirkung, anschaulicher Gestaltung und ergreifender lyrischer Stimmung“[2]. Die Balladen des Bischofs Percy und Walter Scotts Minstrelsy of the Scottish Border inspirierten inhaltlich seine 22 Ubersetzungen bzw. Bearbeitungen[3] altenglischer und altschottischer Balladen. Percys Ballade Queen Eleanor’s Confession aus den Reliques of Ancient English Poetry[4] diente Fontane als Quelle fur die in der Forschung vernachlassigte und in dieser Arbeit in Fontanes Poetik verorteten sowie gattungspoetologisch auf Elemente aller drei Hauptgattungen untersuchten Ballade Konigin Eleonorens Beichte. Die Ballade wird oft als Kommentar zu Fontanes Romanzenzyklus[5] Von der schonen Rosamunde von 1847 gelesen[6]. Die in den funfziger Jahren, Fontanes Meisterballadenzeit, ubersetzte und bearbeitete Ballade wurde am 20. Mai 1855 von Lafontaine alias Theodor Fontane im Tunnel uber der Spree vorgetragen und mit dem Kommentar „nicht zensiert“ [7] im Tunnelprotokoll vermerkt. Aus seiner zweiten Balladenperiode stammend, weicht Fontane stofflich ins „politisch Ungefarbte“[8] aus.

Die Ballade wurde in der Balladensammlung von 1861 unter der Rubrik Balladen frei nach dem Englischen urveroffentlicht.[9]

Bis dato hatte Fontane noch keinen seiner Romane geschrieben und nicht sein „eigentliches Feld“[10] entdeckt. Diese Meinung spiegelt sich auch in der Forschung wider, sodass seine Gedichte, wobei die preuBischen Feldherrenlieder am besten erforscht sind[11], im Schatten seines Erzahlwerkes stehen.

II) Definition der Ballade und Fontanes Verstandnis von Poetik

Die Ballade hat ihre Ursprunge in mundlich uberlieferten Volksliedern[12], sodass sie eine strophische Gliederung und meistens gereimte Verse als metrische Form aufweist. Hiermit stehe sie formal der kurzen Versdichtung am nachsten, hebe sich aber durch „Verdichtung, Diskontinuitat der Erzahlweise und dramatische Zuspitzung“[13] anstelle von epischer Ausfuhrlichkeit und Pausen ab. Goethe formulierte das Zusammenwirken von lyrischen, epischen und dramatischen Elementen in der Metapher eines „lebendigen Ur-Ei[s]“[14], in dem diese noch nicht voneinander getrennt seien.[15] Man unterscheidet generell zwischen Kunst- und Volksballaden[16], wobei, genauso wie die Balladendefinition, diese Unterteilung umstritten ist. Anders als die Bedeutung des Wortes Ballade im Altenglischen, unter dem man lyrisch-epische Volkslieder mit meist heldenhaftem Stoff verstand, hat sich die deutsche Ballade des 18. Jahrhunderts entwickelt, wobei die altenglischen Balladen mehr inhaltlich als formal metrisch diese beeinflussten.[17] Fontane bevorzugte Balladen mit leidenschaftlich dusteren Charakter und tragischem Ausgang.[18]

Die Balladendefinition des Reallexikons der deutschen Literaturwissenschaft umfasst auch eine merkwurdige Begebenheit[19] und Woesler weist darauf hin, dass die Ballade „auf den offentlichen Vortrag hin“[20] angelegt sei. Nicht zuletzt deshalb war die Ballade die dominante Gattung in literarischen Kreisen wie dem Tunnel und dem Hain, wo die Ballade als „gemeinschaftliche[...] Kunstubung“[21] am besten aufgehoben sei und die „Vortragskunst“[22] angewandt werden konne.

Fontane nimmt eine wichtige Stelle in der Geschichte der Balladen-Poetik ein, indem er den Konflikt zwischen Mythos und Psychologisierung, zwischen Tradition und eigenem Stil durchspielt und seine Balladen seine personliche Stilentwicklung widerspiegeln. So hatten seine fruhen (englischen) Balladen, die historischen Stoff behandeln, wenig eigenen Stil und folgten der poetischen Tradition, wofur er Lob von Seiten des Tunnels erntete.[23] Fontane erneuerte die Gattung, indem er in den achtziger Jahren zeitgenossische Themen verarbeitete.[24]

Seine Stellung zum Lyrischen wird aus einem Brief vom 10.11.1847 an Wilhelm Wolfsohn deutlich:

Das Lyrische hab‘ ich aufgegeben, ich mochte sagen blutenden Herzens. Ich liebe eigentlich nichts so sehr und innig wie ein schones Lied und doch ward mir gerade die Gabe fur das Lied versagt. Mein Bestes, was ich bis jetzt geschrieben habe, sind Balladen und Charakterzeichnungen historischer Personen; ich habe dadurch eine naturliche Ubergangsstufe zum Epos und Drama eingenommen.[25]

Fontane begrundet also seine fokussierte Hinwendung zur Ballade als Losung fur seine Unfahigkeit rein Lyrisches zu produzieren. Auch ein Brief vom 3.02.1851 an Friedrich Witte betont Fontanes performativ geauBerten eintonig monotonen Stil und seine nichtlyrische Natur:

Ich laborire [sic!] allerdings an einer gewissen Einseitigkeit und ware nicht das Dutzend ,Spruche‘ da, so wurde jene noch mehr hervortreten. Erwagen Sie wie viele Felder hat die Poesie und wie wenige bebau‘ ich? Sprech‘ ich vom Formellen, so finden Sie keine Hexameter, keine Oden- und Hymnenstrophe, keine Sonette[...] und hundert anderer Spielereien [...] zu geschweigen. Das Fehlen dieser Formen ist weder was Zufalliges noch was Gleichgultiges, -mit diesen Formen fehlen gleichzeitig bestimmte Dichtungsarten, denen jene Formen eben zugehoren, gleichsam angewachsen sind. Sie finden in meinen Sachen keine Idylle, [...] keine

Legende, kein still beschreibendes, kein Lehrgedicht [...], es fehlt das Naive und Drollige und vor allem, es fehlen -die Lieder, das Lyrische uberhaupt, was der Art sich findet, ist teils den Werth [sic!], theils [sic!] der ,Zahl‘ nach [...] unbedeutend.[26]

In einem Brief vom 24. Mai 1897 an Pol de Mont, mit dem er gattungstheoretische Reflexionen austauschte, nennt er, was eine Ballade enthalten sollte und deklariert die Normlosigkeit der Gattung:

Composition [sic!] bei scheinbarer Compositionslosigkeit [sic!], Kunst der Andeutung, der Fortlassung [...], Kunst der Wiederholungen, der Refrains, [...] Schlichtheit der Sprache, vor allem Ton [...]. Die Ballade hat noch nicht abgeschlossen und wir durfen uns nicht an ein Bestimmtes festnageln, durfen nicht eine bestimmte Form, die noch dazu, neben ihren groflen Vorzugen, auch ihre Schwachen und Gefahren hat, zur Norm erheben wollen.[27]

III) Gattungstheoretische Analyse

Im Folgenden soll die Ballade Konigin Eleonorens Beichte auf Elemente aller drei Hauptgattungen untersucht werden.

III. A) narrative Elemente

Die Ballade weist insofern eine Handlung auf, die im Folgenden zusammengefasst werden soll, dass Ereignisse und Eigenschaftsveranderungen auszumachen sind. Konigin Eleonore schickt nach zwei franzosischen Monchen, um vor ihrem gewissen krankheitsbedingten Tod das letzte Mal zu beichten. Ihr Gemahl, der Konig Heinrich von England, beschlieflt, zusammen mit seinem Berater Lord Marschall sich als franzosische Monche auszugeben und die letzte Beichte in Empfang zu nehmen. Vorausahnend, dass die Beichte der Konigin seine Affare mit der Konigin zu Tage fordert, bittet Lord Marschall den Konig im Voraus um sein Versprechen, egal was die Konigin beichtet, es nicht an ihm zu vergelten und erhalt dieser Versprechen auch. Dank der Verkleidung mithilfe der Monchsgewander werden die beiden vom Volk als Monche wahrgenommen und bis zum Palast Whitehall begleitet, wo sie sich bei der Konigin fur ihr spates Eintreffen entschuldigen und vorgeben, in ein Unwetter bei der Uberquerung zu Schiff geraten zu sein. Die Konigin weist sie darauf hin, dass ein Betrug, falls sie englische und nicht franzosische Monche sein sollten, mit dem Tod bestraft werden wurde. Die angeblichen Monche beteuern ihre ehrlichen Absichten und ermutigen sie mit ihrer Beichte zu beginnen. Zuerst gesteht die Konigin, eine Affare mit dem Lord Marschall gehabt und ihren Gemahl betrogen zu haben. Des Weiteren vertraut sie den beiden an, dass sie einen Trunk gemischt hatte, der sie von dem Konig trennen sollte. Zuletzt gibt sie zu, Rosamunde durch einen giftigen Trunk umgebracht zu haben. Alle drei Sunden werden ihr vom Konig erlassen und Lord Marschall bleibt ebenfalls in seiner Rolle als Monch, obwohl er sich der heiklen Situation bewusst ist. Als die Konigin auf die beiden Federball spielenden Jungs in der Halle hinweist, offenbart sie ihre Liebe zu Lord Marschalls altestem Sohn und ihren Hass gegen des Konigs jungsten Sohn, der weder auBerlich schon noch physisch geschickt ist. Hier kann der Konig nicht mehr an sich halten und fallt aus seiner Rolle heraus. Er gibt zu, dass ihre Behauptungen uber seinen Sohn ihre Richtigkeit haben konnen, betont allerdings, dass er ihn nichtsdestotrotz umso inniger liebt. Auf das wutende AbreiBen seiner Verkleidung hin erkennt die Konigin ihren Gemahl und stirbt vor Entsetzen und aufgrund der Offenbarung ihrer Untreue. Der Konig sich an sein Versprechen, das ihm der Lord vorher abverlangt hat, erinnernd, aber auch dessen Verrats bewusst, lasst seinen Berater gezwungenermaBen am Leben. Ohne Versprechen hatte er Lord Marschall erhangen lassen.

Nicht nur die prosaische Sprache, sondern auch die im Folgenden herausgearbeiteten novellistischen Merkmale, legen den epischen Charakter des Gedichtes nahe.

A. 1) Novellencharakteristiken

Die fur die Novelle charakteristische Kurze kann auch in der Ballade auf vielen Ebenen beobachtet werden: Man kann auBer der Erwahnung des Schlosses „Whitehall“ (V.22[28] ) gen das die falschen Monche ziehen und der angeblichen Reise von Frankreich nach England, wo Heinrich der Konig ist (Vgl. V. 14), nie genau verorten wo die Figuren sich befinden, sodass der Leser[29] sich in Vers eins vorstellt, dass die „[t] otkrank[e] [...] Konigin“ in ihrem Bett liegt. Auch die zeitliche Verortung ist nicht prazisiert, sodass der Leser entweder durch die historischen Personen der Konigin Eleonore und Konig Heinrich, die namentlich in der Ballade genannt werden, erkennt, dass es sich hier um Heinrich II und Eleonore von Poitou[30], die im 12. Jahrhundert gelebt haben, handelt oder die uberzeitliche Botschaft dem Gedicht, welches auch ohne historischen Kontext literarisch wertvoll ist, entnimmt. Auffallig sind die vielen Leerstellen, die der Phantasie des Lesers uberlassen sind, welche durch die Kurze und Unwesentliches auslassende[31] Erzahlweise entstehen[32] und die obskure Seite der Ballade betonen, auf die Fontane in seiner Balladentheorie hinweist.

Neben der Kurze der Ballade ist ein weiteres novellistisches Merkmale die abstrakte Funktionsbezeichnungen der Figuren: meistens (in neun von 15 Fallen) werden sie auf ihre Funktion als Konig und Konigin beschrankt, um die standeubergreifende menschliche Erfahrung von Verrat zu betonen. Auch die Sohne des Marschalls und des Konigs bleiben namenslos[33] (Vgl. V.63, 67). Hier lasst sich in die Richtung argumentieren, dass die Ballade als Ideengedicht ausgelegt werden kann: Die Ballade soll eine allgemeine Idee und keine individuelle geschichtliche Einzelbegebenheit darstellen[34]. Hingewiesen sei auf den Befund, dass die Ballade Konigin Eleonorens Beichte nicht eine Tugend idealisiert wie z. B. die Heimatliebe des Archibald Douglas oder die Loyalitat in Schillers Die Burgschaft oder die durch Theater erlernte Gerechtigkeit in Die Kraniche des Ibykus, sondern den mittelalterlichen Stoff um den Konig Heinrich benutzend die Idee von Untreue und Verrat, auf die Untreue und Verrat in multiplizierter Quantitat folgen, illustriert.[35] Jeder der Figuren wird verraten und verrat selbst eine andere Figur: Der Konig und die Konigin sind sich beide nicht treu. Die Konigin hatte eine Affare mit dem Lord und der Konig hatte seine Matresse Rosamunde. Lord Marschall verrat seinen Konig durch seine Affare. Der Konig bringt seine Frau um ihren letzten Wunsch und hintergeht sie zusammen mit Lord Marschall, da sie glaubt zwei Monche vor sich zu haben. SchlieBlich bringt die Konigin ihren Gemahl um seine Geliebte.

Heinrichs (Vgl. V.48, 67, 71) und Eleonores (Vgl. V.1, 7,75) Name wird jeweils drei Mal genannt.

[...]


[1] Zit. nach Carl Wegmann: Theodor Fontane als Ubersetzer englischer und schottischer Balladen. Munster 1910, S. 1.

[2] ebd. In einem Brief an Liliencron erganzt er diese Aufzahlung um die Einfachheit der altenglischen Balladen. (Vgl. Ernst Kohler: Die Balladendichtung im Berliner Tunnel uber der Spree. Diss. Berlin 1940, S. 285.)

[3] Argumentativ unhaltbar ist Rhyns Begrundung von Fontanes Vorgehen, der die Ubersetzung einer Vorlage uber die einer Bearbeitung vorziehe, wenn die Vorlage nicht bearbeitet werden konne, ohne diese poetisch zu schwachen, da wie Kohler richtig feststellt jede Ubersetzung eine Nachdichtung, mit der das Volksmaflige und Musikalische der alten Dichtung verloren gehe, darstelle. (Vgl. Hans Rhyn: Die Balladendichtung Theodor Fontanes mit besonderer Berucksichtigung seiner Bearbeitungen altenglischer und altschottischer Balladen aus den Sammlungen von Percy und Scott. Bern 1914, S. 109. Vgl., Kohler: Berliner Tunnel, S. 35.) Rhyn grenzt Fontanes Ubersetzungen von seinen Bearbeitungen wie folgt von einander ab: Alle Ubersetzungen seien ganz frei unter Beibehaltung des Aufbaus mit nur auf Einzelheiten beschrankten Anderungen gedichtet. Die Bearbeitungen seien starker modifiziert. (Vgl. Rhyn: Balladendichtung., S. 110.)

[4] Fontane teilte Brandl die bibliographischen Angaben seiner Quellen mit: „Percy’s Reliques of Ancient English Poetry 1845.“ (Zit. nach Wegmann: Ubersetzer, S. 2.) Fontane habe bei samtlichen Balladenubertragungen fast ausschliefllich nur eine Fassung des Textes benutzt. (Vgl. ebd., S. 5.)

[5] Die Begriffe Ballade und Romanze wurden bis ins 19. Jahrhundert synonym gebraucht. Spater hat man die Romanze eher mit sudlichen, die Ballade eher mit nordisch-tragischen Stoffen assoziiert.
(Vgl. Winfried Woesler: Ballade. In: Handbuch der literarischen Gattungen. Hrsg. von Dieter Lamping. Stuttgart 2009, S. 37-45, hier S. 37.)

[6] Vgl. Wegmann: Ubersetzer, S. 58. Wegmann begrundet dies damit, dass die Ballade die Beweggrunde des Konigs fur die Werbung um Rosamunde liefere und diese somit legitimiere. Die Ehe mit Eleonore sei unhaltbar, da sie eine Abneigung gegen ihren Gemahl habe. (Vgl. ebd.)

[7] Auszug aus dem Protokoll des Tunnels uber der Spree. Kohler: Balladendichtung, S. 418.

[8] Briefentwurf an G. Schwab vom 18.04.1850. Zit. nach Michael Masanetz: Genese und Struktur der Poetik Theodor Fontanes. Leipzig 1987, S. 48., da die Sigle LA 36 ff., S. 36 mithilfe des Siglenverzeichnisses nicht auflosbar ist.

[9] Vgl. Walter Keitel, Helmut Nurnberger: Anmerkungen zu: Theodor Fontane: Werke, Schriften, Briefe. Ab. 1: Samtliche Romane, Erzahlungen, Gedichte, Nachgelassenes. Bd. 6. Munchen/ Wien 21978, S. 981.

[10] Harry Mayne: Theodor Fontane 1819-1919. Leipzig 1920, S. 27.

[11] Vgl. Fontane-Handbuch. Hrsg. von Christian Grawe und Helmut Nurnberger. Stuttgart 2000, S. 907.

[12] Vgl. Christian Wagenbrecht: Ballade. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Hrsg. von Georg Braungart, Harald Fricke, Klaus Grubmuller u.a. Bd. I: A-G. Hawthorne 2010, S. 193.

[13] Woesler: Ballade, S. 37-38.)

[14] Johann W. Goethe: Ballade, Betrachtung und Auslegung (1821). In: Goethes Werke. Bd. 1. Hrsg. von Erich Trunz. Hamburg 1948, S. 400-402, hier S. 400.

[15] Laut Fontanehandbuch habe Goethes Naturballade keinen Einfluss auf Fontane ausgeubt, da seine Dichtung „unter Umformung ins Anekdotische“ verlief. (Fontane-Handbuch, S. 710.)

[16] Volksballaden sind kurze erzahlende, liedhafte Texte mit sagenhaft-historischem Stoff, die meist ohne Verfasser mundlich uberliefert sind. Kunstballaden hingegen weisen einen Verfasser auf und entstanden ab dem 18. Jahrhundert. (Vgl. Woesler: Ballade, S. 38.) Fontanes Konigin Eleonorens Beichte steht zwischen diesen Kategorien, weil Percys Vorlage aus einer Balladensammlung stammt, Fontane sie jedoch abgerundet hat. Aus diesem Grund ist hier von der Bezeichnung Geschichtsballade, die meist nordische Elemente des 19. Jahrhunderts aufweise, abzuraten. (Vgl. ebd., S. 43.)

[17] Vgl. Art.: „Ballade“. In: Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. Hrsg. von Paul Merker und Wolfgang Stammler. Bd. 1: Abenteuerroman-Hyperbel. Berlin 1925, S. 105.

[18] Vgl. Wegmann: Ubersetzer, S. 6.

[19] Vgl. Wagenbrecht: Ballade, S. 192.

[20] Woesler: Ballade, S. 37.

[21] Kohler: Berliner Tunnel, S. 11.

[22] ebd., S. 12.

[23] Vgl. ebd., S. 239.

[24] Vgl. Katharina Gratz: Alles kommt auf die Beleuchtung an. Theodor Fontane- Leben und Werk. Stuttgart 2015, S. 234.

[25] Theodor Fontane und Wilhelm Wolfsohn, eine interkulturelle Beziehung: Briefe, Dokumente, Reflexionen. Hrsg. von Hanna Delf von Wolzogen u.a. Tubingen 2006, S. 28-31, hier S. 30.

[26] Keitel: Anmerkungen, S 951f..

[27] Theodor Fontane: Unveroffentlichte Briefe an Pol de Mont. Ein Beitrag zu Fontanes Theorie der Ballade. Mitgeteilt von Jean Gomez. In: Fontane Blatter 2 (1972), H. 7, S. 465-474, hier S. 468f.

[28] Theodor Fontane: Werke, Schriften, Briefe. Ab. 1: Samtliche Romane, Erzahlungen, Gedichte, Nachgelassenes. Bd. 6. Hrsg. von Walter Keitel und Helmut Nurnberger. Munchen/ Wien 21978, S. 51-54., mit Versangabe im Text. Alle Hervorhebungen stammen, soweit nicht anders vermerkt, von der Verfasserin.

[29] Der besseren Lesbarkeit wegen ist nur die mannliche Form von Personen gegeben, die weibliche Form ist impliziert.

[30] Sie unterstutzte 1173 die Revolte ihrer Sohne gegen ihren Mann und wurde deswegen bis zum Tod Heinrichs II. unter Bewachung gestellt. (Vgl. Ralph V. Turner: Eleonore von Aquitanien- Konigin des Mittelalters. Munchen 2012.)

[31] Es kann nicht von einer sprunghaften Erzahlweise (vgl. Rhyn: Balladendichtung, S. 182.) gesprochen werden, da Fontane auf Sprunge zugunsten eines „ununterbrochenen Handlungsstrangfortgangs“ verzichte. (Kohler: Berliner Tunnel, S. 274.) Fontane schatze Percys Vorlagen aufgrund des „Wegfalls aller aufleren Begleitumstande, alles historischen und lokalen Beiwerks“, da der Kern umso deutlicher hervortrete. Die auf Geschichte beruhende Volkspoesie streife immer mehr das „Unwesentliche“ ab und bewahre das „Reinpoetische“. (Zit. nach Kohler: Berliner Tunnel, S. 275.)

[32] Vgl. Rhyn: Balladendichtung, S. 182.

[33] Die Kommentierung „Heinrich“ in Bezug auf „altester Sohn“ (S. 53) ist nicht korrekt, da es im Gedicht um des Lords und nicht des Konigs Sohn geht. (Keitel: Anmerkungen, S. 981.) Marshals altester Sohn hieB William, 2. Earl of Pemboke. (Vgl. Turner: Eleonore von Aquitanien.) Richtig wurde jedoch Heinrichs jungster Sohn als Johann, spater Johann Ohneland, identifiziert. (Vgl. Keitel: Anmerkungen, S. 981.)

[34] Dies belegt Fontanes Brief vom 27. Juli 1851 an Bernhard von Lepel: „Ich will immer Menschliches geben und Du witterst immer Historisches.“ (Theodor Fontane: Briefe, S. 177f..)

[35] Nach Rhyn sind Figuren und Handlung „Trager von Gefuhlswerten“, die Stimmung erzeugen und gattungsweisend fur das Lyrische stehen. (Rhyn: Balladendichtung, S. 182.)

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Details

Titel
Eine Gattungsproblematisierung zu Fontanes Ballade "Königin Eleonorens Beichte"
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V418928
ISBN (eBook)
9783668678972
ISBN (Buch)
9783668678989
Dateigröße
969 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fontane, Ballade, Gattung, Gattungen, Königin Eleonorens Beichte
Arbeit zitieren
Alexandra Priesterath (Autor), 2018, Eine Gattungsproblematisierung zu Fontanes Ballade "Königin Eleonorens Beichte", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418928

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