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Eine Gattungsproblematisierung des poème en prose "Une mort héroïque" von Charles Baudelaire

Title: Eine Gattungsproblematisierung des poème en prose "Une mort héroïque" von Charles Baudelaire

Term Paper , 2018 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexandra Priesterath (Author)

French Studies - Literature
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Im Jahr 1863 veröffentlichte Baudelaire sein Prosagedicht "Une mort héroïque" in der "Revue nationale et étranger". Houssaye, dem später der Gedichtzyklus gewidmet wird, lehnte es ab, die finalen Prosagedichte in "La Presse" zu publizieren. Nach seinem Tod ging es aufgrund seiner handschriftlichen Anordnung als XXVII. Gedicht in seinen Gedichtzyklus Petits poèmes en prose ein.

Als Inspiration diente Baudelaire Edgar Poes Novelle "Le Masque de la mort rouge", die er ins Französische übersetzte. Der traditionelle Untersuchungstyp der "Petits poèmes en prose"-Forschung ist der Vergleich von Prosa- und Versgedicht, die Gattungsfrage als auch die Ausarbeitung von intertextuellen Verweisen und strukturellen Mustern innerhalb des Gedichtbandes. Weniger Beachtung finden einzelne Gedichte, obwohl Baudelaire in seiner Widmung die Eigenständigkeit jedes Gedichtes betont, sodass diese Arbeit eine gattungspoetologische Analyse des Prosagedichtes "Une mort héroïque", das Elemente aus allen drei Hauptgattungen aufweist, umfasst.

Baudelaire verfolgte die Idee einer Poetik ohne Rhythmus und Reim, was einer Absage an die traditionelle Definition der Poetik gleichkam, sodass Rey Baudelaires Prosagedichte als "œuvres qui s’élevaient sans avoir recours au vers, à des vertus poétiques au sens étendu du terme" bezeichnet. Durch diese moderne Idee eines Verzichtes auf eingrenzenden Rhythmus sollte der poetischen Seele Platz geschaffen werden, sich zwanglos entfalten zu können: "s’adapter aux mouvements lyriques de l’âme". Baudelaire bezeichnet den Rhythmus seiner Prosagedichte als "saccadé" und "heurté", der durch "abrupt shifts ans switches of direction" gekennzeichnet sei.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I) Einleitung (Baudelaires Quellen, Fragestellung, Forschungsüberblick)

II) Definition des Prosagedichtes

III) Gattungstheoretische Analyse

III. A) Narrative Elemente

A.1) Novellencharakteristiken

A.2) Erzähler

III. B) Poetische Elemente

B.1) Wortebene

B. 2) Struktur

III. C) Dramatische Elemente

C.1) Mimik

C. 2) Gestik

IV) Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine gattungspoetologische Analyse des Prosagedichtes "Une mort héroïque" von Charles Baudelaire durchzuführen. Dabei wird untersucht, wie Baudelaire Elemente aus den drei Hauptgattungen (Epik, Lyrik, Dramatik) in seinem Prosagedicht vereint und dadurch die traditionellen Gattungsschranken überwindet.

  • Gattungstheoretische Einordnung von Baudelaires Prosagedichten
  • Analyse der narrativen, poetischen und dramatischen Elemente in "Une mort héroïque"
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen Künstler und Herrscher im Werk
  • Deutung der Rolle des schreibenden Ichs und der Erzählstruktur
  • Auseinandersetzung mit den zeitgenössischen poetischen Definitionen Baudelaires

Auszug aus dem Buch

A.1) Novellencharakteristiken

Nicht nur die prosaische Form und Baudelaires novellistische Inspirationsquelle legen den epischen Charakter des Gedichtes nahe. Novellistische Merkmale wie die abstrakte Funktionsbezeichnungen („Prince“, „gentilshommes“ S. 319 „page“ S. 322), Fancioulles sprechender Name und die unerhörte Begebenheit, der Tod eines Schauspielers durch einen trivialen Pfiff, rechtfertigen die Behauptung, dass das Gedicht novellenhafte Züge hat. Baudelaire ironisiert den Begriff der unerhörten Begebenheit, indem er das Adjektiv unerhört doppeldeutig ausführt: Das akustisch wahrnehmbare Geräusch des Pfiffes bewirkt den optisch sichtbaren und höchst ungewöhnlichen Tod des Narren. Zugleich bleibt Fancioulle stumm und spricht nicht noch einmal: „ouvrit ensuite la bouche comme pour respirer convulsivement“ (S. 322). Die unsichere Interpretation des schreibenden Ichs, die durch das „comme“ (ebd.) ausgedrückt wird, lässt die Möglichkeit offen, dass Baudelaire selbst kurz vor dem Tod des Narren ihn nicht zu Worte kommen lässt. Im Gedicht wird hartnäckig direkte Rede vermieden. Sogar der Schauspieler, dessen gattungstheoretisches Merkmal die direkte Rede ist, erhält eine „rôle[…] muete[…] ou peu chargé[…] de paroles“ (S. 321). Aber auch die Worte des Prinzen sind nicht hörbar, da dieser sich zu seinem Pagen beugt und „lui parle[…] à l’oreille.“ (S. 322) Aus dem Kontext kann geschlussfolgert werden, dass er den Pagen beauftragt hatte, einen Pfiff von sich zu geben.

Zusammenfassung der Kapitel

I) Einleitung (Baudelaires Quellen, Fragestellung, Forschungsüberblick): Das Kapitel führt in das Werk "Une mort héroïque" ein und verortet es innerhalb des Zyklus "Petits poèmes en prose", während die methodische Herangehensweise der Arbeit erläutert wird.

II) Definition des Prosagedichtes: Hier werden Baudelaires theoretische Vorstellungen einer Poetik ohne Vers und Reim sowie die zeitgenössische Rezeption seines Prosastils dargelegt.

III) Gattungstheoretische Analyse: In diesem zentralen Teil wird das Gedicht systematisch in narrative, poetische und dramatische Bestandteile zerlegt, um seine hybride Struktur aufzudecken.

III. A) Narrative Elemente: Das Kapitel untersucht die epischen Strukturen des Textes, darunter die Rolle des Erzählers und spezifische novellistische Merkmale innerhalb der Handlung.

A.1) Novellencharakteristiken: Analyse der novellistischen Stilelemente und der ironischen Brechungen, die Baudelaire in das Werk einbaut.

A.2) Erzähler: Untersuchung der erzähltheoretischen Achsen Zeit, Modus und Stimme, wobei die Unzuverlässigkeit des schreibenden Ichs im Vordergrund steht.

III. B) Poetische Elemente: Analyse der rhetorischen Mittel und der sprachlichen Verdichtung, die zur ästhetischen Wirkung des Prosagedichtes beitragen.

B.1) Wortebene: Betrachtung der sprachlichen Gestaltung, insbesondere der Verwendung von Parallelismen und der komplexen Wortwahl als Mittel der poetischen Sinnbildung.

B. 2) Struktur: Untersuchung der strukturellen Spannung, die durch die Antithetik zwischen der Figur des Prinzen und des Narren Fancioulle erzeugt wird.

III. C) Dramatische Elemente: Analyse der Theatralik im Gedicht und der Verknüpfung mit dramentheoretischen Diskursen wie dem Schauspielparadox.

C.1) Mimik: Untersuchung des Ausdrucks von Emotionen durch körperliche Merkmale bei den Figuren.

C. 2) Gestik: Analyse der nonverbalen Kommunikation und der Diskrepanz zwischen der starken Gestik und der fehlenden Sprache der Figuren.

IV) Fazit: Zusammenfassung der Analyseergebnisse, die Baudelaires Prosagedicht als hochkomplexes, gattungsübergreifendes Werk der Moderne bestätigt.

Schlüsselwörter

Baudelaire, Une mort héroïque, Prosagedicht, Gattungstheorie, Moderne, Narrativik, Lyrik, Dramatik, Ästhetik, Fancioulle, Erzähltheorie, Poetologie, Intertextualität, Symbolismus, Ausdrucksfreiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer gattungspoetologischen Untersuchung von Charles Baudelaires Prosagedicht "Une mort héroïque" und analysiert, wie dieses Werk traditionelle Gattungsgrenzen überschreitet.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Gattungstheorie, der Erzähltheorie, der ästhetischen Gestaltung von Prosa und der symbolischen Darstellung des Künstlerdaseins.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Baudelaire Elemente aus Epik, Lyrik und Dramatik in einem Prosagedicht vereint und dadurch eine neue, komplexere Form der ästhetischen Sinnbildung schafft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine gattungspoetologische Analyse angewandt, die durch erzähltheoretische Ansätze und Analysen rhetorischer sowie struktureller Mittel ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung narrativer, poetischer und dramatischer Elemente, wobei unter anderem die Rolle des Erzählers und die Charakterkonstellation zwischen dem Prinzen und dem Narren Fancioulle im Fokus stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Baudelaire, Prosagedicht, Gattungstheorie, Moderne, Symbolik und ästhetische Freiheit charakterisiert.

Warum spielt die Figur des Fancioulle eine so wichtige Rolle?

Fancioulle dient als Verkörperung eines "vollkommenen Künstlers", dessen Verhalten und Schicksal die zentrale ästhetische Thematik von Baudelaires Kunstauffassung innerhalb des Gedichtes widerspiegeln.

Wie interpretiert die Autorin die Rolle des schreibenden Ichs?

Das schreibende Ich wird als unzuverlässiger Chronist verstanden, dessen subjektive Interpretationen und Vermutungen eine wesentliche "textkonstituierende Kraft" darstellen und den Leser zur Auseinandersetzung mit der Geschichte anregen.

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Details

Title
Eine Gattungsproblematisierung des poème en prose "Une mort héroïque" von Charles Baudelaire
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,0
Author
Alexandra Priesterath (Author)
Publication Year
2018
Pages
17
Catalog Number
V418929
ISBN (eBook)
9783668703988
ISBN (Book)
9783668703995
Language
German
Tags
Baudelaire Poemes en prose petits poemes en prose Le Spleen de Paris Une mort heroique Gattungen französische Literatur
Product Safety
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Alexandra Priesterath (Author), 2018, Eine Gattungsproblematisierung des poème en prose "Une mort héroïque" von Charles Baudelaire, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418929
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