Seelische, körperliche und sprachliche Zerrissenheit in Kleists "Penthesilea"


Hausarbeit, 2016
24 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I) Einleitung (Kleists Quellen, Fragestellung, Forschungsuberblick)

II) Seelische Zerrissenheit als Identitatskrise der Penthesilea

III) Physische Zerrissenheit als Opferritual

IV) „Ach!“- sprachliche Zerrissenheit

V) Zerrissen zwischen Sprache und Korpersprache (Mimik, Gestik)

VI) Fazit

VII) Fiteraturverzeichnis

I) Einleitung (Kleists Quellen, Fragestellung, Forschungsuberblick)

Kleist habe als Quelle fur das 1808 publizierte Trauerspiel Penthesilea Euripides‘ attische Tragodien, die die Vorlage fur den Konflikt verschiedener Kulturen (als Beispiel wird Medea genannt); fur die Spannung zwischen Liebesbegehren und - verweigerung im Kampf zwischen Aphrodite und Artemis (Hippolytos und Racines Phedre); fur die Totung des Achilles (Bakchen) lieferten, benutzt.[1] Den Penthesilea- Mythos entnahm Kleist Benjamin Hederichs Grundliches LexiconMythologicum und modifizierte diesen.

Nicht nur von der Wortwahl[2] her, entweder als Adjektiv („Penthesilea, / Wie Sturmwind ein zerrissenes Gewolk, / Weht der Trojaner Reihen vor sich her“(V.34f.)[3], „Das Heer [...]/ Zerrissen, aufgelost, ins Land verstreut“(V.1327f), „Die mir [Achilles[4] ] die Doggen reifiend schickt“(V.1431)) oder Verb („Von dem gefleckten Tigerpferd gerissen“(V.225), „Gefangenen entreifit er dir“(V.735), „niederreifien“(V.1161), „Ich zerrifi [sic!] ihn?“(V.2975), „Zerrissen wirklich?“(V.2978)) oder als Substantiv („Jetzt hat sie [Penthesilea[5] ] jeden sanften Rifi [sic!] versucht [im Felsen]“ (V.311), „durch den Wetterwolken Rifi [sic!]“ (V.1033), „Der dich in Fesseln schlug, und ihn den Rifi [sic!]“(V.2332)) bzw. in der unbewussten Prolepse des Odysseus: „Todt [sic!] sinken die VerbiBnen [sic!] heut noch nieder, / Des einen Zahn im Schlund des anderen. - “(V.10f.), ist die Zerrissenheit in der Penthesilea prasent. Die Wortwahl sei Signum der gebrechlichen moralischen Ordnung, die mit Penthesileas finalem Selbstmord ohne Nachkommen endgultig zusammenbricht, und ihrer bruchigen Psyche.[6] Auch in der Syntax, der physischen ZerreiBung sowie in der Diskrepanz zwischen Gesagtem und Korpersprache lasst sich dieses Phanomen wiederfinden, was in dieser Arbeit untersucht werden soil.

Kleists Penthesilea gehort zu den Dramen, die in der Wissenschaft nach wie vor beachtet und unter neuen Analyseaspekten untersucht wird. So findet man in den Kleist-Jahrbuchern jahrlich mindestens einen Artikel der dem Trauerspiel gewidmet ist.[7] Besonders haufig wird Penthesilea im Kontext von Kleists Sprachkritik zitiert und als Beleg herangezogen.[8] Weiterhin ist die Vielfalt der methodischen Herangehensweisen auffallig, die maBgeblich fur die Ergebnisse der Analysen sind: Das Drama wurde u. a. feministischen[9], psychoanalytischen[10], und destruktiven[11] Analysen unterzogen. Die Zerrissenheit in der Penthesilea wurde ebenfalls haufig in den Fokus genommen[12], wobei diese Arbeit eine dreifache Zerrissenheit (auf der seelischen, korperlichen und sprachlichen Ebene) untersucht, welche bis dato stets getrennt betrachtet wurde.

II) Seelische Zerrissenheit als Identitatskrise der Penthesilea

Um Penthesileas zerrissen scheinende Identitat analysieren zu konnen, soll zuerst der Begriff der Identitat erlautert werden. Nach der Stanford Encyclopedia of Philosophy wird Identitat als “those attributes that make you unique as an individual and different from others“[13] oder “the way you see or define yourself ‘[14] definiert, sodass es ein ‘Selbst’ einem ‘Anderen’ entgegengesetzt wird. Identitat lasst sich in zwei Formen unterteilen: die individuelle und die kollektive Identitat. Die individuelle Identitat werde vom Geschlecht, aber auch von territorialer, kultureller, sozialer, religioser, ethnischer, linguistischer und nationaler Identitat beeinflusst.[15] Eine nationale Identitat, wobei der Begriff nicht nur auf Nationen beschrankt, sondern auch z.B. auf den Amazonenstamm ubertragbar ist, gehort der zweiten Form an. Die kollektive Identitat sei komplexer, da es gilt Charakteristiken zu finden, die eine Gruppe definieren, die aus Individuen besteht. Wieder kann eine Opposition zwischen dem ,Selbst‘ der Gruppe und den fremden Anderen‘ festgestellt werden.[16] Historisches Territorium, gemeinsame Mythen und historische Erinnerungen, eine gemeinsame Kultur sowie gemeinsame Rechte und Pflichten fur alle Mitglieder seien Komponenten der nationalen Identitat.[17] Nach Keillor und Hult besteht die nationale Identitat aus vier Dimensionen: Der Glaubensstruktur, dem nationalen Erbe, der kulturellen Homogenitat und dem Ethnozentrismus. Die Glaubensstruktur bezieht sich auf das AusmaB des Einflusses auf die kulturelle Partizipation und Solidaritat, den Religion oder transnationale Glauben haben. Diese Kategorie ist irrelevant, weil der Glaube an die Gotter, auch wenn sie sich nicht ins Geschehen einmischen, nicht angezweifelt wird und ein fester Teil der griechischen und amazonischen Kultur ist. Das nationale Erbe beinhaltet historische Daten und Ereignisse der Geschichte und fokussiert hiermit die nationale Meinung uber ihre historische Einzigartigkeit.[18] Penthesileas Wunsch eines Liedes (vgl. V.1733-1743) fallt unter die Kategorie des kulturellen Erbes und auBert somit ihre Identitat als Stammesmitglied. Weiterhin auBert sich ihre Identitat als Amazonin, indem sie der Tradition der kriegerischen Eroberung der Geliebten folgt (vgl. V.1577-1579). Die beschriebene Entstehungsgeschichte des Amazonenstammes (vgl. S.119f.) mit dem daraus resultierenden rituellen Mord an neugeborenen Knaben[19] und dem nachahmenden Brustverlust der Urahnin Tanai's, die sich „die rechte Brust [...] ab[riB]“(V.1986), ist ebenfalls Teil von Penthesileas Identitat. Auch die sozialen Strukturen und Normen sind von ihr verinnerlicht und konstituieren ihre Identitat, was als die eigentliche Ursache des Konflikts verstanden werden muss.[20] Penthesilea ist nicht zwischen verschiedenen Identitaten zerrissen, sondern hat das Amazonengesetz und ihre damit verbundenen Rollen verinnerlicht und versucht das unbekannte Gefuhl der Liebe mit ihrer Identitat zu vereinbaren. Weiterhin wird die Sprache als Teil dieser Kategorie thematisiert, indem Achilles‘ und Penthesileas Sprache sich von der ihres Volkes unterscheidet und sie nicht verstanden werden (vgl. V.1339-1341). Durch das Aneinander vorbeireden wird eine sprachlich sowie geistige Distanz zur Gruppe signalisiert. Kulturelle Homogenitat wird als “the number of subcultures [, die] within a given set of national boundaries“[21] existieren, definiert, allerding ist diese Kategorie ebenfalls uninteressant, weil es keine Subkulturen in dem Drama gibt. Ethnozentrismus schlagt schlieBlich eine Tendenz, andere Kulturen mit den eigenen kulturellen MaBstaben, die uberlegen geglaubt werden, zu beurteilen, vor. In Abgrenzung zu Achilles‘ Kultur (vgl V.1887-1901), klagt Penthesilea uber die Tradition ihres Volkes. Den Griechen kommt Penthesileas Verhalten genauso „seltsam“(V.39) vor wie Achilles, der sich dem Amazonengesetz unterwirft, auf Odysseus „[s]eltsam“(V.568) wirkt, weil die Griechen nach ihren Normen urteilen. Mithilfe der vier Elemente kann man die Ausgepragtheit der nationalen Identitat bestimmen, die in Penthesileas Fall stark ist, jedoch ihren neuen Umstanden entsprechend adaptiert wird. So verlieren Tradition und gesellschaftliche Ordnung fur Penthesilea ihre identitats- und existenzstiftende Bedeutung als sie sich dem Tod nahe glaubt (vgl. V.1187-1192). Penthesilea, „flatternden Gewissens zwischen unsichere Gebote gestellt, die einander ausschlieBen, aber unbedingt Gehorsam beanspruchen, zerfleisch[t] sich selbst“[22] laut Christa Wolf. Durch den VerstoB gegen das Amazonengesetz wird sie weder von ihrem Volk, noch von den Griechen verstanden und steht als befremdliche AuBenseiterin da.

A) Penthesileas traditionelle Rollen

24 Mal wird Penthesilea bei ihrem Eigennamen genannt, davon sechs Mal in den Regieanweisungen und 18 Mal in Fremdkommentaren (am haufigsten mit funf Mal von Achilles), sodass ihr Eigenname intim erscheint und ihre individuelle Identitat in der Rolle als Liebende, die sie neu fur sich entdeckt, durch den Eigennamen ausgedruckt wird. Ihr Eigenname scheint auch nicht weit verbreitet zu sein, da der Hauptmann nachfragt, wer ,Penthesilea‘ genannt wird und sei: „Der Myrmidonier. Penthesilea! / Der Hauptmann. Wer? / Der Atolier. Die Koniginn [sic!]! - “(V.390) Im Folgenden nennt der Hauptmann sie nur bei ihrer Funktion als Konigin: „Der Hauptmann. 1st das die Koniginn [sic!]? / Der Atolier. Penthesilea fragst du? / Der Myrmidonier. Ob’s die Kdniginn[sic!]?“(V.445f.)

Ebenso wenig wie Penthesilea keine einheitliche, sondern eine gespaltene Identitat hat[23], sodass ihr Charakter unvorhersehbar und offen ist,[24] gibt es keine bipolare Opposition zwischen Mann-Frau: So wie Achilles weibliche Zuge zugeschrieben bekommt (sein „Auge glanz[e]“(V.1791)) und Penthesilea somit zweifelt, ob er der Sieger uber Hector sei, weist Penthesilea mannliche[25], aber auch weibliche Zuge auf. Mythologische Mischgestalten dienen aus diesem Grund ihrer Charakterisierung: Zwei Mal wird Penthesilea von den Griechen als „Megar[e]“(V.394, 534) und als „ratselhafte Sphinx“(V.208) betitelt. Die Charakterisierung der Penthesilea durch Achilles sticht durch eine Vermischung von gegensatzlichen Gottinnen hervor: „Halb Furie, halb Grazie“ (V.2457). Eichendorff fasst Penthesileas weiblich-mannliche und menschlich-tierische Paradoxien treffend zusammen: In ihr sei „alle[r] Nachtigallenlaut der suBesten Liebe und alle[r] Blutdurst des Tigers in der Brust eines Mannweibs gewaltsam verein[t]“[26] Im Folgenden werden Penthesileas Rollen einzeln betrachtet, um ihre Zerrissenheit zu verdeutlichen.

A.1) Penthesilea in der Rolle der Konigin, Vertreterin ihres Stammes, Tochter und Freundin

111 Mal wird Penthesilea als Konigin bezeichnet (schlieBt Synonyme wie „Furstinn[sic!]“(V.199, 559) und „Herrscherinn[sic!]“(V.740) mit ein), davon 15 Mal in der Regieanweisung und 96 Mal in Fremdkommentaren (am haufigsten mit 39 Mal von Prothoe und damit mehr als alle Amazonen zusammen mit 22 Mal), sodass diese Rolle eindeutig als die wichtigste angesehen werden kann bzw. von ihrem und dem Volk der Griechen mehr wertgeschatzt wird als ihre Rolle der Liebenden.

Am Anfang des Trauerspiels zuckt Penthesilea zusammen und erinnert sich als Volksoberhaupt und nicht als Verliebte auftreten zu mussen: „mit einer zuckenden Bewegung / -Und einen finstern Blick wirft sie auf ihn [A.]-“(V.72f.). Sie antwortet nach ihrer Geistesabwesenheit(vgl. V.93ff.), dass sie Penthesilea und der Amazonen Konigin sei und deshalb die Antwort, die sie Odysseus schuldig ist, „[a]us Kochern [...] ubersenden“(V.102) werde. Fur die Griechen ist ihre Reaktion unbegreiflich, weil sie ihre anfangliche Rote als „Wut [oder] Scham“(V.97), nicht jedoch als Scham in Bezug zu Gedankenabwesenheit aufgrund von Verliebtheit, deuten. So bejaht Diomedes Antilochs Frage, ob niemand Penthesilea ergrunden konne: „-Oft, aus der sonderbaren Wut zu schlieBen, / Mit welcher sie, im Kampfgewuhl [A.]/ Sucht, scheint’s uns, als ob ein HaB [sic!] / Personlich wider ihn die Brust ihr fullte.“(V.159-162). Auf AuBenstehende wirkt Penthesileas Begierde und Anziehungskraft, die Achilles auf sie ausubt, wie die Wut einer Kriegerin. Dadurch, dass die Griechen nicht wissen, dass die Amazonen nicht vorhaben sie zu toten, interpretieren sie auch ihr Verhalten falsch: „Doch jungst, in einem Augenblick, da schon / Sein Leben war in ihre Macht gegeben, / Hab sie es lachelnd, ein Geschenk [Interpretation von Diomedes] ihm [A.] wieder“(V.167ff.). Als Konigin hat sie die Verantwortung fur das Wohlergehen und den Erhalt ihres Volkes durch Einlauten des Rosenfestes („mich rufen mancherlei Geschafte“(V.1859), „Ihr sollt all die Gefangnen [sic!] wiederhaben!“(V.2397)) und muss ihre Wunsche denen des Volkes unterordnen (vgl. V.1849-53). Penthesilea rechtfertigt ihren Willen erneut in die Schlacht zu gehen damit, dass sie nicht eigennutzig denke, sondern eine Vorahnung hat, dass solange Achilles nicht besiegt sei, er das Rosenfest bedrohe: „Denke ich bloB mich, sind’s meine Wunsche bloB, / Die mich zuruck aufs Feld der Schlacht rufen?“(V.682f.). Als Konigin fordert sie Selbstbeherrschung bezuglich der Lust zum Rosenfest: „Verflucht das Herz, das sich nicht maB’gen kann.“(V.720) Im Anschluss an ihre Verwirrung („Was bin ich seit einer Handvoll Stunden? / (Pause, in welcher sie sich sammelt.)“(V.747)) ist Penthesilea in der Rolle der Konigin und bittet um Rat, ob sie die Gefangenen sicher nach Themiscyra bringen konne, ohne Achilles vorher bezwungen zu haben. Achilles entspricht wie die anderen Konige Griechenlands ihrem Rang als Konigin, jedoch ist Achilles der einzige fur sie, weil ihre Mutter auf dem Sterbebett sich ihn fur ihre Tochter wunschte und Penthesilea sich in ihn verliebt hat: „es ist nur einer / Hier mir zu sinken wert und dieser eine, / Dort steht er noch im Feld der Schlacht und trotzt!“(V.786f.). Daraufhin spricht Prothoe sie mit ,Herrscherin‘ an und bittet sie um Besinnung.

[...]


[1] vgl. Jochen Schmidt: Penthesilea. In: Kleist Handbuch. Leben-Werk-Wirkung. Hrsg. von Ingo Breuer. Stuttgart 2009, S. 53-60, hier S. 54.

[2] vgl. mit Goethes Iphigenie auf Tauris: „Ein fremder Fluch [fasste] mich an und trennte mich / Von den Geliebten, riss das schone Band / Mit ehrner [sic!] Faust entzweiZ (V.84-86) „Du nahmst teil an meinen tiefen Schmerzen, / Als mir das Schwert der Feinde meinen Sohn, / Den letzten, besten, von der Seite riss.“(V.231 -233) „Sie rissen mich vor den Altar und weihten / Der Gottin dieses Haupt.“ (V.425f.) Thoas: „So kehr zuruck! Tu, was dein Herz dich heiflt; / Und hore nicht die Stimme guten Rats / Und der Vernunft. Sei ganz ein Weib und gib / Dich hin dem Triebe, der dich zugellos / Ergreift und dahin oder dorthin reifit.“ (V.463-467) Orest: „Ja, schwinge deinen Stahl, verschone nicht, / Zerreifie diesen Busen, und eroffne / Den Stromen, die hier sieden, einen Weg!“ (V.1252ff.) „Mich zu den Toten re/fit.“(V.753) „Mich / Riss er vom Bruder los“(V.1389f.); „vom sichern Schutzort re/fie“(V.2078) (Alle Zitate nach: Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris. In: ders.: Samtliche Werke, Briefe, Tagebucher und Gesprache in vierzig Banden. Abt. 1 Samtliche Werke. Bd. 5: Dramen 1776-1790. Hrsg. von Hendrik Birus, Dieter Borchmeyer, Martin Ehrenzeller u.a. Frankfurt a.M. 1988, S. 553-620., mit folgenderVersangabe. Alle Hervorhebungen stammen von der Verfasserin.)

[3] Alle Zitate nach: Heinrich von Kleist: Penthesilea. In: ders.: Samtliche Werke. Brandenburger Ausgabe. Bd. I/5. Hrsg. von Roland ReuB, Peter Staengle und Ingeborg Harms. Basel u.a. 1992., mit Versangabe im Text. Alle Hervorhebungen stammen, soweit nicht anders vermerkt, von der Verfasserin. Diese Ausgabe ist eine kritische Edition nach Wortlaut, Orthographie und Zeichensetzung aller erhaltenen Handschriften und Drucke der Penthesilea.

[4] Im Folgenden wird Achilles mit ,A.‘ abgekurzt.

[5] Im Folgenden wird Penthesilea mit ,P.‘ abgekurzt.

[6] vgl. Heimbockel: Emphatische Unaussprechlichkeit, S. 106.

[7] Unter anderem wurde Penthesilea auf Floriographie (Kleist-Jahrbuch 2015), die gesellschaftliche Ordnung und Opfer-Aporien (Kleist-Jahrbuch 2012), Penthesileas Zorn (Kleist-Jahrbuch 2008/09) und das GraBliche (Kleist-Jahrbuch 2003) untersucht.

[8] vgl. Dieter Heimbockel: Emphatische Unaussprechlichkeit. Sprachkritik im Werk Heinrich von Kleists. Gottingen 2003.

[9] vgl. Simon Aeberhard: Wir sind hier in einem Stuck von einem Stuck von einem Stuck. Kleists Penthesilea in Jelineks Theatertheater. In: Kleist-Jahrbuch 2010. Hrsg. von Gunter Blamberger, Ingo Breuer, Klaus Muller-Salget. Stuttgart/Weimar 2010, S. 92 -108.

[10] vgl. Helga Gallas: Kleists Penthesilea und Lacans vier Diskurse. In: Kontroversen, alte und neue. Hrsg. von Albrecht Schone. Akten des VII internationalen Germanistik-Kongresses Gottingen 1985. Bd. 6. Tubingen 1986, S. 203-212.

[11] vgl. Bettine Menke: Penthesilea- Das Bild des Korpers und seine Zerfalle. In: Penthesileas Versprechen. Exemplarische Studien uber die literarische Referenz. Hrsg. von Rudiger Campe. Freiburg i.Br./Berlin/Wien 2008, S. 117-136.

[12] vgl. Daniel Weidner: Zerreissen, Verschlingen, Zerrinnen. Opfer, Abendmahl und Trauerspiel in Kleists. In: Kleist-Jahrbuch 2012 ,Okonomie des Opfers‘. Hrsg. von Gunter Blamberger, Ingo Breuer, Klaus Muller-Salget u.a.. Stuttgart/Weimar 2012, S. 270-289.

[13] Eric T. Olson: Personal Identity. In: The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Hrsg. von Edward N. Zalta. Stanford 2002.

[14] ebd.

[15] vgl. Anthony D. Smith: National Identity. London 1991, hier S. 15.

[16] vgl. ebd., S. 8.

[17] vgl. ebd., S. 14.

[18] vgl. Bruce D. Keillor u. a.: NATID: The development and Application of a National Identity Measure for Use in International Marketing. In: Journal of International Marketing 4 (1996), H. 2, S. 57-73.

[19] vgl. mit Racines Phedre, wo Antiope gegen das Amazonengesetz verstieB, da ihr Knabe nicht umgebracht wurde: «Ce fils qu'une Amazone a porte dans son flanc, / Cet Hippolyte» (Alle Zitate nach: Racine: Phedre. In: Racine’s Phedre mit Einleitung und Bemerkungen von Irving Barbbitt. Hrsg. von Irving Babitt. Boston 1910, hier V.204f.., mit folgender Versangabe.)

[20] vgl. Miran Kwak: Identitatsprobleme in Werken Heinrich von Kleists. Frankfurt a.M. u. a. 2000, hier S. 221. Kwak untersucht das „AusmaB der Verinnerlichung der Rollen uber das AusmaB der Konflikte[, die durch] gegensatzliche Rollenforderungen konfligieren“, weil der Antagonismus zwischen Normen und Individuum zu oberflachlich sei. (ebd., S. 222.)

[21] Keillor: NATID, S. 68.

[22] Christa Wolf: Kleists „Penthesilea“. In: Heinrich von Kleist: Penthesilea. Ein Trauerspiel. Mit einem Nachwort von Christa Wolf und 15 Wiedergaben nach Pastellen von Gabriele Koerbl. Berlin 1983, S. 157-167, hier S. 162.

[23] Heimbockel weist darauf hin, dass Kleists Figuren unabhangig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, der Beziehung, in der sie zueinander stehen, und ihre, Status innerhalb der jeweiligen Handlung unter dem Gefuhl der Zerrissenheit leiden wurden. vgl. Heimbockel: Emphatische Unaussprechlichkeit, S. 107.

[24] vgl. mit Goethes klassischem Drama, wo Iphigenie, die dem zeitgenossischen Bild der passiven und sanften Frau entspricht, als Verkorperung von edler Weiblichkeit und vollkommenen Charakter auftritt.

[25] Im Gegensatz zur mannlich-kriegerischen Penthesilea, beklagt Iphigenie ihre Machtlosigkeit als Frau: „Zu Haus und in dem Kriege herrscht der Mann / Und in der Fremde weifl er sich zu helfen. / Ihn freuet der Besitz; ihn kront der Sieg; / Ein ehrenvoller Tod ist ihm bereitet. / Wie eng gebunden ist des Weibes Gluck! / Schon einem rauen Gatten zu gehorchen, / Ist Pflicht und Trost; wie elend, wenn sie gar / Ein feindlich Schicksal in die Ferne treibt!“ (V.25-32)

[26] Zit. nach Peter Horn: „Und gilt’s den Meisterschufl ins Herz des Gluckes“- Jagd-und Tiermetaphern. In: ders.: Verbale Gewalt oder Kleist auf der Couch. Uber die Problematik der Psychoanalyse von literarischen Texten. Oberhausen 2009, S. 47-48, hier S. 48.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Seelische, körperliche und sprachliche Zerrissenheit in Kleists "Penthesilea"
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
24
Katalognummer
V418931
ISBN (eBook)
9783668679153
ISBN (Buch)
9783668679160
Dateigröße
644 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Penthesilea, Kleist, Methaper, Zerrissenheit
Arbeit zitieren
Alexandra Priesterath (Autor), 2016, Seelische, körperliche und sprachliche Zerrissenheit in Kleists "Penthesilea", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418931

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