Zunehmend wird die Arbeitslosigkeit als Normalitätserfahrung angesehen. Fast jeder zweite Heranwachsende im Alter von 12-25 Jahren nannte in der 12.Shell-Fallstudie „Jugend von 1997“ als Hauptproblem die Arbeitslosigkeit. Eine Problematik, die uns bis heute und wohlmöglich auch die nächsten Jahrzehnte beschäftigt. In der Wahrnehmung der Begrifflichkeit „Arbeitslosigkeit“ scheint in der gesamten jungen Generation Konsens zu herrschen. Aus Sicht der Jugendlichen bietet die Gesellschaft oftmals eine ungünstige Chancenstruktur, in der man wirtschaftliche, soziale sowie ökologische Versäumnisse früherer Generationen ausbaden müsse. Diese prägende Generationenerfahrung findet sich ebenfalls in der gegenwärtigen Gesellschaftsstruktur wieder, auch wenn sich die Gewichtung der Versäumnisse leicht verschoben haben mag.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Jugendarbeitslosigkeit in der heutige Zeit
2.1 Der Umgang mit Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland
2.2 Der Umgang mit Jugendarbeitslosigkeit in der EU
2.3 Anregungen gegen Jugendarbeitslosigkeit
3. Ausgewählte Studien zu Jugend und Beruf
3.1 Die Bertelsmann-Studie „Jugend und Beruf“
3.2 „Die Shell-Studie“
3.3 „Die Jim-Studie“
4. Bedeutung von Jugendarbeitslosigkeit
4.1 Bedeutungswandel des Arbeitsverständnisses
4.2 Selbstverantwortung: „Jugend in eigener Sache“
4.3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Wahrnehmung von Jugendarbeitslosigkeit und analysiert den Bedeutungswandel von Beschäftigungsfähigkeit aus Sicht der Jugendlichen sowie Möglichkeiten des Umgangs mit dieser Problematik unter Berücksichtigung aktueller Studien.
- Analyse der gesellschaftlichen Konstruktion und Wahrnehmung von Arbeitslosigkeit
- Vergleich nationaler und europäischer Ansätze zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit
- Evaluation zentraler Jugendstudien (Bertelsmann, Shell, Jim) bezüglich Berufswahl und Ängsten
- Bedeutung des Internets als Informationsquelle und Chance für die berufliche Orientierung
- Diskussion über Eigenverantwortung und Optimismus als Strategie in der Berufswelt
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Jugend bedeutet ein Doppeltes: sie ist einmal eine subjektive biographische Lebensphase, in der Aufgaben der inneren Entwicklung, des Lernens, der Identitätsbildung anstehen; sie ist zum anderen eine gesellschaftlich bestimmte Lebenslage, abhängig von gesellschaftlichen Bedingungen und Erwartungen, vor allem aber von der Zukunft und Zukunftsfähigkeit der zentralen Regelungen und Grundlagen unserer Arbeitsgesellschaften“, so Richard Münchmeier, Autor der vielbeachteten Jugend-Studie der Shell-AG aus dem Jahre 1997. Er begründet anhand einer empirischen Fallstudie, dass die gesellschaftliche Krise die Jugend erreicht hat. Dabei ginge es Jugendlichen weniger um Probleme der subjektiven biographischen Lebensphase (Identitätsfindung; Partnerwahl; Verselbstständigung), sondern vielmehr um die gesellschaftliche Lebenslage (Massenarbeitslosigkeit; Lehrstellenmangel; Sozialabbau; Verarmungsprozesse).
Zunehmend wird die Arbeitslosigkeit als Normalitätserfahrung angesehen. Fast jeder zweite Heranwachsende im Alter von 12-25 Jahren nannte in der 12.Shell-Fallstudie „Jugend von 1997“ als Hauptproblem die Arbeitslosigkeit. Eine Problematik, die uns bis heute und wohlmöglich auch die nächsten Jahrzehnte beschäftigt. In der Wahrnehmung der Begrifflichkeit „Arbeitslosigkeit“ scheint in der gesamten jungen Generation Konsens zu herrschen. Aus Sicht der Jugendlichen bietet die Gesellschaft oftmals eine ungünstige Chancenstruktur, in der man wirtschaftliche, soziale sowie ökologische Versäumnisse früherer Generationen ausbaden müsse.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die doppelte Bedeutung von Jugend als biographische Phase und gesellschaftliche Lebenslage und thematisiert die Wahrnehmung von Arbeitslosigkeit als zentrales Problem junger Menschen.
2. Jugendarbeitslosigkeit in der heutige Zeit: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Umgang mit Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland und Europa und diskutiert methodische Schwierigkeiten bei der Erfassung von Arbeitslosenzahlen.
3. Ausgewählte Studien zu Jugend und Beruf: Durch die Analyse der Bertelsmann-, Shell- und Jim-Studien werden die Ängste, Zukunftsperspektiven und der Einfluss der Medien auf das Leben Jugendlicher untersucht.
4. Bedeutung von Jugendarbeitslosigkeit: Hier wird der historische Bedeutungswandel des Arbeitsverständnisses erläutert und das Projekt „Jugend in eigener Sache“ als Beispiel für Eigenverantwortung vorgestellt.
Schlüsselwörter
Jugendarbeitslosigkeit, Beschäftigungsfähigkeit, Shell-Studie, Bertelsmann-Studie, Jim-Studie, Arbeitsmarkt, Leistungsprinzip, Selbstverantwortung, Berufswahl, Mediennutzung, Generationenerfahrung, Jugendarbeit, Soziale Identifikation, Arbeitsverständnis, Optimismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Jugendarbeitslosigkeit und wie sich das Verständnis von Beschäftigungsfähigkeit für junge Menschen im Laufe der Zeit gewandelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten gehören der europäische Vergleich von Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit, die Analyse von Jugendstudien sowie die Bedeutung von Eigenverantwortung und Medien für die Berufsorientierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Jugendliche ihre Zukunft wahrnehmen, welche Rolle der Aspekt der Beschäftigungsfähigkeit dabei spielt und welche Unterstützungsmodelle für junge Menschen zeitgemäß sind.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin/der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse und wertet empirische Daten aus renommierten Langzeitstudien (Shell, Bertelsmann, Jim) sowie Statistiken der Bundesagentur für Arbeit und von Eurostat aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der aktuellen Jugendarbeitslosigkeit, die Untersuchung ausgewählter Studien zu diesem Themenbereich sowie eine theoretische Reflexion über den Bedeutungswandel von Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie Jugendarbeitslosigkeit, Beschäftigungsfähigkeit, Eigenverantwortung, Berufswahl, Mediennutzung und die Analyse von Generationenstudien prägen den Inhalt.
Inwiefern beeinflussen soziale Netzwerke die heutige Berufswahl?
Das Internet fungiert laut der Jim-Studie als zunehmend wichtige Informationsquelle, die den Jugendlichen ermöglicht, sich selbstständig und unabhängig von Beratungsstellen über berufliche Anforderungen zu informieren.
Welche Rolle spielt der „Optimismus“ bei der Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit?
Das Gebot „Mehr Optimismus“ wird als Strategie verstanden, um Passivität zu vermeiden und die junge Generation zu ermutigen, eigenverantwortlich und pragmatisch mit den Herausforderungen des Arbeitsmarktes umzugehen.
Warum wird Arbeitslosigkeit heute als gesellschaftlicher Makel empfunden?
In der modernen Gesellschaft wird berufliche Arbeit oft mit Selbstverwirklichung und Anerkennung gleichgesetzt, wodurch Arbeitslosigkeit zunehmend als persönliches Versagen oder Mangel an Tüchtigkeit gewertet wird.
Wie effektiv sind laut der Arbeit die untersuchten Gegenmaßnahmen?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass viele ältere Programme aufgrund mangelnder Flexibilität und Zeitgemäßheit kritisch zu betrachten sind und plädiert für individuellere, digital zugängliche Unterstützungsangebote.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2013, Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Jugendarbeitslosigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419326