Die Definition der Stadt. Stadtbegriffe und ihre Unterschiede


Hausarbeit, 2014
8 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Definitionsversuche
1.2. Das Abwenden von Wissenschaftlern und Autoren

2. Verschiedene Stadtbegriffe
2.1. Der Statistische Stadtbegriff
2.2. Der historische Stadtbegriff
2.3. Der soziologische Stadtbegriff
2.4. Der geographische Stadtbegriff

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Zunächst stellt sich die Frage, warum eine solche Hausarbeit überhaupt ein Thema, wie das Definieren von „Stadt“ behandeln soll. Jedes Kind weiß schlussendlich doch was eine Stadt ist. Doch wenn wir versuchen eine klare Abgrenzung zu ländlichen Räumen zu machen, wenn wir versuchen eine präzise begriffliche Festlegung in Form einer Definition für den Begriff „Stadt“ zu finden, treffen wir vermehrt auf einige Probleme (Fischer o.J.). Diese sollen im Folgenden behandelt werden. Des Weiteren wird in dieser Arbeit durch verschiedene Stadtbegriffe ein Lösungsweg zur Definition von Städten eingeschlagen, der es uns zumindest aus verschiedenen Teildisziplinen erlaubt, klare Definitionen festzulegen.

1.1. Definitionsversuche

Es lassen sich in den verschiedensten wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Arbeiten Definitionen zur Stadt finden. So findet man bei „die Erde“ (2013) die folgende Definition: „Unter einer Stadt versteht man eine größere, zentralisierte Siedlung. Die Siedlung weißt eine eigene Verwaltungs- und Versorgungsstruktur auf und liegt im Schnittpunkt größerer Verkehrswege.“ (die-Erde 2013) Fassmann (2009) liefert uns zum Beispiel diese Definition: „[…] die Stadt [kann] als eine größere Siedlung mit geschlossener Bebauung, hoher Bebauungsdichte, funktioneller Gliederung und Bedeutungsüberschuss definiert werden.“ (Fassmann 2009: 42)

Beide Definitionen - stellvertretend für viele andere - spielen mit Begriffen, die es dem Leser überlassen, sich die Stadt selbst zu definieren. Das Wort „größer“ oder auch Begriffe wie „hoch“ und „geschlossen“ werfen lediglich neue Fragen auf. Was bedeutet größer? Wie viele Einwohner sollte eine Siedlung aufweisen, um „größer“ zu sein? Folglich führen solch schwammige Begriffe zu unbefriedigenden Definitionen (Fassmann 2009). In der Abbildung 1 sehen wir eine Siedlung mit einer um die 1000 schwankenden Einwohnerzahl. Für die meisten Menschen scheint diese Siedlung allerdings nicht wirklich groß zu sein und dennoch trägt sie einen Stadttitel (Wikipedia 2014). Dieses Beispiel zeigt uns, dass wir zwischen verschiedenen Definitionen unterschiedlicher Disziplinen differenzieren müssen und uns nicht etwa alleine auf statistischen Werten ausruhen können (Fassmann 2009).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Wildemann von oben, Quelle:http://www.hhbornemann.de/ort74.jpg

1.2. Das Abwenden von Wissenschaftlern und Autoren

Dass eben eine solche allgemein gültige Definition nicht existieren kann, hat nicht nur Fassmann festgestellt, der sein Beispiel für eine mögliche Definition (siehe oben) sofort in Frage stellt. „Aber ist [mit dieser Definition] eine notwendige begriffliche Klarheit erzielt worden? […] Wesentlich ist die Bereitschaft zur Differenzierung.“ (Fassmann 2009: 42)

Auch in anderen Werken wie etwa in „Geschichte der Urbanisierung“ von Jürgen Reulecke (1985: 7), finden wir auf den ersten Seiten Verweise über die Problematik der Vielseitigkeit des Stadtbegriffs.

Klare Definitionen oder Versuche solcher bleiben zurecht aus. Andere Quellen beleuchten expliziter die Problematik rund um die Betrachtungswinkel, aus denen „Stadt“ definiert wird und weigern sich, selbst eine Definition darzubieten (Fischer o.J.). Nach Selle und Wachten (2008: 2) sei eine einheitliche Definition aufgrund dieser vielen Perspektiven, auf die auch Fischer (o.J.) schon aufmerksam gemacht hat, nicht möglich. Verschiedene Sichtweisen ergeben sich z.B. aus Perspektiven von „Bewohner[n], Besucher[n], Politiker[n], Architekte[n], Planer[n], Historiker[n], Ökonome[n], Soziologe[n], alte[n] und junge[n] Menschen […].“ (Selle & Wachten 2008: 2)

2. Verschiedene Stadtbegriffe

Wie Fassmann (2009: 42) bereits erwähnte, ist die „Bereitschaft zur Differenzierung“ essentiell, um klaren Definitionen näher kommen zu können. Während Fischer (o.J.) nur auf den historischen, den statistischen und den geographischen Stadtbegriff eingeht, zieht Fassmann (2009: 46) einen weiteren, den soziologischen hinzu. Diese vier Teildisziplinen sollen uns im Folgenden dazu verhelfen, „Stadt“ besser zu greifen.

2.1. Der Statistische Stadtbegriff

Der statistische Stadtbegriff ist eher einfach konzentriert und beläuft sich ausschließlich auf Fakten. Diese Fakten beziehen sich zum Beispiel auf Einwohnerzahlen oder Dichtewerte.

Es wird versucht eine klare Grenze zwischen Stadt und dem ländlichen Raum zu schaffen, was durch einen Schwellenwert, also der Wert der darüber entscheidet, wann eine Siedlung zu einer Stadt wird, zum Ausdruck kommt. Dieser Schwellenwert allerdings ist normativ und vom kulturellen Kontext abhängig. Nachteile, die diese Eigenschaften mit sich bringen äußern sich in Problemen bei internationalen und globalen Vergleichen (Fassmann Unterschiede der Schwel- lenwerte verschiedener europäischer Länder, erstellt nach einem Textauszug Fassmanns (2009). Die Betonung liegt bei dieser Tabelle auf „europäisch“, denn die 2009). Die folgende Tabelle zeigt die starken Siedlungsdichte in anderen Ländern anderer Kontinente kann weitaus größer sein. Folglich steigt auch der Schwellenwert an. So beläuft sich zum Beispiel die einwohnerbezogene Mindestgröße für eine Stadt in Japan auf 50.000 (Fischer: o.J.). Das Bundesinstitut für Bau-,Stadt- und Raumforschung (BBSR) bietet uns für Deutschland eine „weitere Regelung zur statistischen Unterscheidung der Städte in sogenannte Einwohnergrößenklassen“. (Fischer o.J.)

Das BBSR unterscheidet zwischen Großstadt, mit einer Einwohnerzahl von mindestens 100.000 Einwohnern, zwischen Mittelstadt, die mindestens 20.000 Einwohner aufweisen muss und der Kleinstadt, die sich ab 5.000 Einwohner als solche betiteln darf (BBSR 2012: 30). Fischer (o.J.) zählt eine weitere Unterscheidung auf. Die Landstädte. Solche existieren im statistischen Sinn schon ab 2.000 Einwohnern. Die zusätzliche Kategorisierung der Landstädte ist ebenfalls im Sinne Fassmanns (2009: 43), der von einer einwohnerbezogenen Mindestgröße in Deutschland von 2000 spricht (siehe dazu die Tabelle).

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Details

Titel
Die Definition der Stadt. Stadtbegriffe und ihre Unterschiede
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Begleitseminar KG + Geländetag Kurs H
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
8
Katalognummer
V419359
ISBN (eBook)
9783668682139
ISBN (Buch)
9783668682146
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadt, Definition Stadt, Stadtbegriff, Historischer Stadtbegriff, Soziologischer Stadtbegriff, Geographischer Stadtbegriff
Arbeit zitieren
Kristina Reinartz (Autor), 2014, Die Definition der Stadt. Stadtbegriffe und ihre Unterschiede, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419359

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