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Constantin I: Christ aus Überzeugung, oder politischem Kalkül?

Title: Constantin I: Christ aus Überzeugung, oder politischem Kalkül?

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 37 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Alexander Müller (Author)

World History - Early and Ancient History
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Einleitung

Der Name Kaiser Constantin I „des Großen“1, (Flavius Valerius Constantinus) ist am Ende der römischen Antike, mit dem Beginn des europäischen Mittelalters untrennbar verbunden. Ein tiefer gehendes geschichtliches Verständnis, insbesondere des Siegeszuges der christlichen Religion ist unmittelbar mit dem Wirken Constantin I verknüpft. Das Verständnis für diese einschneidenden politischen, philosophischen, staatsrechtlichen Veränderungen im 4 Jh. n. Chr. sind ohne eine Erforschung der allgemeinen Zusammenhänge in der Entwicklung des Römischen Staates und der analytischen Darlegung der Rolle Kaiser Constantins mit dem Vollzug der staatlichen Rechtsstellung der Christen und des Christentums im Römischen Reich unmöglich.

Die analytische Betrachtung ist nicht nur eine Aufgabe der Religionsgeschichte, sondern bedarf gemeinsamer Untersuchungen unter politischen und historischen Aspekten. Es kann nicht die Aufgabe dieser Arbeit sein, eine Würdigung der Einmaligkeit und Einzigartigkeit der Person Constantins Raum zu geben und geschichtliches Verständnis für seine staatspolitischen Positionen zu gewinnen, sondern zu versuchen die Entwicklung der politischen und staatstheoretischen Standpunkte Kaiser Constantins I zu ergründen, die in dessen Entfaltung zum Ausgangspunkt für die neue Qualität in der Verbindung von Staat und Staatsführung unter Einbeziehung der christlichen Religion führten.

Die Staatsführung Constantins entwickelte zum Ende des zweiten und Beginn des dritten nachchristlichen Jahrhunderts die revolutionierenden Umwandlungen im Verhältnis von Staat und Kirche. Mit den politischen und gesetzlichen Veränderungen in großen Teilen des Römischen Reiches, wurden unter Constantin die staatspolitischen Grundsteine für die weiteren europäischen Entwicklungen im Mittelalter bis in das 15. Jahrhundert, vorrangig in Europa eingeleitet und gelegt.2

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1 Der Heide Praxagoras verlieh ihm den Beinamen nach dem Vorbild von Alexander „der Große“ aufgrund seiner Tugenden. Demandt, Alexander: „Geschichte der Spätantike“ München, 1998. S. 58.

2 Thiess, Frank: „Das Reich der Dämonen: Der Roman eines Jahrtausends“, Frankfurt/M., 1959. S. 280.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein Abriss des Lebens Constantins I.

3. Die Religionspolitik

3.1. Maßnamen zugunsten der Christen

3.2. Maßnamen zugunsten der Heiden

4. Analyse

5. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die religionspolitischen Motive Kaiser Constantins I. und analysiert kritisch, ob sein Übertritt zum Christentum auf einer aufrichtigen persönlichen Glaubensüberzeugung beruhte oder als machtpolitisches Kalkül zur Sicherung seiner Alleinherrschaft zu werten ist.

  • Biographische Analyse der Entwicklung Kaiser Constantins I.
  • Untersuchung der staatlichen Maßnahmen zugunsten der Christen
  • Analyse der Toleranz und Beibehaltung heidnischer Traditionen
  • Kritische Auseinandersetzung mit christlicher Interpretation durch zeitgenössische Geschichtsschreiber
  • Beleuchtung des Spannungsfeldes zwischen Machtstreben und persönlichem Sinneswandel

Auszug aus dem Buch

3.1. Maßnamen zu Gunsten der Christen

Mit Constantins unverkennbarer, offener Förderung des Christentums ebnete er den Weg für den christlichen Glauben, der sich bis zu dem Zeitpunkt der Erringung der Macht durch Constantin in der Defensive befand. Er sicherte die gesetzlichen Voraussetzungen für die Christianisierung des Römischen Staates und seiner Gesellschaft und hat infolge dessen die Grundlagen für die Entwicklungen im Mittelalter bis hin zur Neuzeit gelegt.

Die Phase der Zuwendung des Heiden Constantins zum christlichen Glauben als wesentlicher Teil seiner Persönlichkeitsentwicklung ist weitgehend unbekannt. Angenommen wird, dass schon in Gallien ein gewisser Bischof Hosius von Cordoba an Constantins Hof gelebt haben soll. Er könnte somit den künftigen Herrscher mit dem christlichen Glauben in Berührung gebracht haben.

Euseb berichtet in seiner vita constantini von der ersten öffentlichen Begegnung Constantins mit dem Christengott vor der schon erwähnten Schlacht an der Milvischen Brücke. Der Kaiser soll am Vorabend der Schlacht eine göttliche Vision gehabt haben. Er habe das Christogramm am Himmel gesehen und es verkündete ihm, dass er unter diesem Zeichen siegen werde. In der folgenden Nacht sei ihm Christus persönlich erschienen. Christus habe auf das Zeichen gedeutet und ihn aufgefordert, es nachzubilden. Es solle als Schutzzeichen für seine Soldaten in der Schlacht wirksam werden. Constantin ließ das Zeichen pax christi auf die Schilder seiner heidnischen Soldaten malen, die für die zeitgenössischen Betrachter mit ihrem Sieg über Maxentius gleichzeitig einen Sieg für das Christentum errangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung Kaiser Constantins I. ein und stellt die zentrale Fragestellung nach der Motivation seines religiösen Wandels sowie das methodische Vorgehen dar.

2. Ein Abriss des Lebens Constantins I.: Dieses Kapitel gibt einen chronologischen Überblick über den Lebensweg Constantins, von seinen einfachen Anfängen über den Aufstieg durch das tetrarchische System bis zur Erringung der Alleinherrschaft.

3. Die Religionspolitik: Hier werden die gesetzlichen Maßnahmen des Kaisers gegenüber Christen und Heiden detailliert erörtert, um die Ambivalenz seines Vorgehens zu verdeutlichen.

3.1. Maßnamen zugunsten der Christen: Dieser Abschnitt beschreibt die konkreten Förderungen und Privilegien, die Constantin der christlichen Kirche gewährte, sowie seinen Einfluss auf kirchliche Konflikte.

3.2. Maßnamen zugunsten der Heiden: Dieser Abschnitt beleuchtet die fortbestehende Toleranz gegenüber heidnischen Kulten und die Nutzung traditioneller Symbole durch den Kaiser.

4. Analyse: Das Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Forschungsströmungen und reflektiert die Möglichkeiten und Grenzen einer historischen und psychologischen Deutung von Constantins Handlungen.

5. Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass politische Motive und die Sicherung der Alleinherrschaft die treibenden Kräfte hinter Constantins Handeln waren.

Schlüsselwörter

Constantin I., Römische Antike, Christentum, Heidentum, Religionspolitik, Machtstreben, Alleinherrschaft, Mailänder Edikt, Donatistenstreit, Arianischer Streit, Kaiser, Kirche, Staatsreligion, Historische Analyse, Vita Constantini

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die religiöse Rolle Kaiser Constantins I. und untersucht die Hintergründe seines Wandels vom Heiden zum christlichen Herrscher.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das Spannungsfeld zwischen der christlichen Förderung, dem Erhalt heidnischer Traditionen und dem Streben nach politischer Macht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Constantins Zuwendung zum Christentum aus persönlicher Überzeugung erfolgte oder ein kalkulierter Schritt zur Stabilisierung seiner Macht war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine biographisch orientierte, vergleichende Literaturanalyse, um verschiedene Forschungsansätze kritisch zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen Lebensabriss und eine detaillierte Analyse der religionspolitischen Maßnahmen Constantins zugunsten beider Religionsgruppen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Machtstreben, Religionspolitik, Konstantinische Wende und Alleinherrschaft charakterisiert.

Welche Rolle spielt das Mailänder Edikt in der Argumentation?

Das Edikt wird als geschicktes diplomatisches Instrument analysiert, das nicht nur Religionsfreiheit garantierte, sondern auch zur Einbindung politischer Gegner genutzt wurde.

Wie bewertet der Autor Constantins Vorgehen im Donatistenstreit?

Der Autor sieht darin ein Beispiel für das pragmatische Machtkalkül Constantins, der intervenierte, um die Reichseinheit zu wahren und nicht primär aus religiösem Eifer.

Wie lautet die abschließende Einschätzung des Autors?

Der Autor schließt, dass politische Motive und Rücksichtslosigkeit in der Machtausübung die entscheidenden Faktoren für Constantins Handeln waren, ungeachtet seines späten Übertritts zum Christentum.

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Details

Title
Constantin I: Christ aus Überzeugung, oder politischem Kalkül?
College
Martin Luther University  (Institut für Geschichte)
Course
Kaiser, Reich und Kirche bei Eusebius
Grade
2,3
Author
Alexander Müller (Author)
Publication Year
2004
Pages
37
Catalog Number
V41936
ISBN (eBook)
9783638400909
Language
German
Tags
Constantin Christ Kalkül Kaiser Reich Kirche Eusebius
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Müller (Author), 2004, Constantin I: Christ aus Überzeugung, oder politischem Kalkül?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41936
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