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Der Osterfestkreis - historische/dogmatische/didaktische Perspektive

Title: Der Osterfestkreis - historische/dogmatische/didaktische Perspektive

Examination Thesis , 2005 , 102 Pages , Grade: Sehr gut (1)

Autor:in: Michaela Hofmann (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Einleitung
„Ein ziemlich sicherer Indikator für die Lebendigkeit einer religiösen Überlieferung ist die Weise, wie sehr sie erinnert und begangen wird. In dieser Beziehung sieht es mit dem Osterfest eher noch bedenklicher aus als mit dem Weihnachtsfest – der christliche Gehalt hat sich längst verflüchtigt.“1

Zu diesem Schluss kommen Horst Klaus Berg und Ulrike Weber in ihrem Didaktischen Begleitheft zu Unterrichtsmaterialien zum Thema Ostern. Auch das Lexikon der Religionspädagogik konstatiert, dass für die nachwachsende Generation ein „christlicher Substanzschwund“ gerade „in den Essentials“ des christlich-kirchlichen Glaubens als „gesicherter Trend“ gelten könne.2 Dass und inwiefern das Osterfest und sein mit Quadragesima und Pentekoste etwa 100 Tage umfassender Festkreis diese „Essentials“, also die Grundlagen bzw. das Wesentliche des Christentums beinhalten und verkörpern, werde ich in dieser Arbeit sowohl unter historischem als auch dogmatischem Blickwinkel darstellen, um vor diesem Hintergrund die Möglichkeiten und Grenzen der Didaktik auszuloten, den obigen Feststellungen entgegenzuwirken.

Dabei wird zunächst die Entwicklung des Osterfestkreises ausgehend vom Osterfest als seiner Mitte nachgezeichnet, bevor mit der Darstellung von Entstehung und Bedeutung des vielfältigen Brauchtums auf die Ausgestaltung des Festkreises eingegangen wird. Der historische Teil schließt mit einer Vorstellung verschiedener Theorien zur umstrittenen Herkunft des Wortes Ostern. Mit Buße und Fasten, Leiden und Kreuz sowie Auferstehung und ewigem Leben werden dann mit dem Osterfestkreis verbundene zentrale Themen der Dogmatik thematisiert und fruchtbar gemacht für den folgenden didaktischen Teil, der zunächst die Voraussetzungen der Behandlung des Osterfestkreises in der Schule untersucht, die Relevanz dieser Behandlung im Horizont der fünf didaktischen Fragen nach Klafki beleuchtet und auf dieser Basis sowie unter Beachtung der Vorgaben des Hessischen Rahmenplans Grundschule schließlich konkrete Ansätze zur Behandlung des Osterfestkreises vorstellt.

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1 Berg und Weber 1998, 4.

2 Vgl. Rickers 2001.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Osterfestkreis in historischer Perspektive

2.1 Entstehung und Entwicklung der Osterfeier

2.1.1 Ursprung und Alte Kirche

2.1.2 Mittelalter und 16. Jahrhundert

2.1.3 Neuzeit und 20. Jahrhundert

2.2 Entstehung und Entwicklung von Karwoche und Osteroktav

2.3 Entstehung und Entwicklung der Quadragesima

2.4 Brauchtum

2.4.1 Bräuche der Quadragesima

2.4.2 Bräuche der Karwoche

2.4.3 Bräuche des Osterfestes

2.4.4 Fazit

2.5 Die Etymologie des Wortes „Ostern“

2.5.1 Germanische Göttin „Ostara“?

2.5.2 Ableitung von Osten als Richtung des Sonnenaufgangs?

2.5.3 Übersetzungsfehler von „albae“?

2.5.4 Heidnische Form der Taufe „vatni ausa“?

3. Der Osterfestkreis in dogmatischer Perspektive

3.1 Buße und Fasten

3.2 Leiden und Kreuz

3.3 Auferstehung und ewiges Leben

4. Der Osterfestkreis in didaktischer Perspektive

4.1 Voraussetzungen der Behandlung des Osterfestkreises in der Grundschule

4.1.1 Lehrkraftbezogene Voraussetzungen

4.1.2 Institutionelle Voraussetzungen

4.1.3 Schülerbezogene Voraussetzungen

4.2 Die Relevanz der Behandlung des Osterfestkreises in der Grundschule

4.2.1 Exemplarische Bedeutung

4.2.2 Gegenwartsbedeutung

4.2.3 Zukunftsbedeutung

4.2.4 Inhaltliche Struktur

4.2.5 Unterrichtliche Zugänglichkeit

4.3 Vorgaben des Hessischen Rahmenplans Grundschule

4.4 Ansätze zur Behandlung des Osterfestkreises in der Grundschule

4.4.1 Der Ansatz beim Phänomen Osterfest

4.4.2 Der Ansatz bei der Darstellung von Passion und Ostern anhand biblischer Texte

4.4.3 Der Ansatz bei existenziellen Fragen

4.4.4 Zusammenfassung und Ausblick

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht den Osterfestkreis aus historischer, dogmatischer und didaktischer Perspektive, um Möglichkeiten und Grenzen aufzuzeigen, wie das Osterfest Kindern im Grundschulalter trotz eines verbreiteten "christlichen Substanzschwunds" als relevante Lebensbotschaft vermittelt werden kann.

  • Historische Entwicklung des Osterfestkreises und des Osterbrauchtums.
  • Dogmatische Bedeutung von Buße, Fasten, Kreuz und Auferstehung.
  • Didaktische Voraussetzungen und Relevanz für den Religionsunterricht in der Grundschule.
  • Integration existentieller Fragen der Kinder in die Osterbotschaft.
  • Konkrete Ansätze zur unterrichtlichen Gestaltung unter Berücksichtigung des Hessischen Rahmenplans.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Ursprung und Alte Kirche

Es besteht in der Forschung keine Einigkeit über die Wurzeln des jährlichen christlichen Osterfestes, immer aber ist ein Bezug zum jüdischen Passafest gegeben: So gehen einige Wissenschaftler von einer von der christlichen Fortführung des jüdischen Passa unabhängigen Entstehung des Osterfestes mit Bezug auf Tod und Auferstehung Christi aus. Ostern sei aus der wöchentlichen, sonntäglichen Feier der Eucharistie erwachsen. Begründet wird diese Position mit der Bezeichnung des Sonntags als „Herrentag“ in Apk 1,10; IgnMagn 9,1 sowie Did 14,1, die zeige, dass dieser Tag als Tag der Auferstehung Jesu gefeiert wurde. Erst im 2. Jahrhundert unter Aufnahme aller wesentlichen Momente des parallel dazu jährlich von den jüdischen Christen, den Quartodezimanern, gleichzeitig mit dem jüdischen Passa und ohne Berücksichtigung des Wochentages am 14. Nisan, dem Tag des ersten Frühlingsvollmondes, gefeierten christlichen Passafestes sei die jährliche Osterfeier entstanden.

Die andere, heute mehrheitlich vertretene und als „tragfähiger und überzeugender“ beschriebene bzw. „der anderen vorzuziehende“ Ansicht besagt, dass das jährliche Osterfest seine direkten Wurzeln im jüdischen Passa hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den religiösen Substanzverlust bei Ostern und steckt den Rahmen der Arbeit ab, die das Osterfest historisch, dogmatisch und didaktisch untersucht.

2. Der Osterfestkreis in historischer Perspektive: Dieses Kapitel zeichnet die chronologische Entwicklung der Osterfeier, die Entstehung der Karwoche und der Quadragesima sowie die Herkunft christlicher Brauchtümer nach.

3. Der Osterfestkreis in dogmatischer Perspektive: Hier werden zentrale dogmatische Themen wie Buße, Fasten, das Leiden Christi und die Auferstehung theologisch reflektiert.

4. Der Osterfestkreis in didaktischer Perspektive: Das Kapitel untersucht die Voraussetzungen für die Vermittlung des Osterfestkreises in der Grundschule und stellt konkrete methodische Ansätze vor.

5. Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen die Notwendigkeit zusammen, Kindern die österliche Hoffnung trotz der Schwierigkeiten bei der didaktischen Umsetzung erlebbar zu machen.

Schlüsselwörter

Ostern, Osterfestkreis, Religionspädagogik, Grundschule, Kirchenjahr, Auferstehung, Karwoche, Quadragesima, Theologia crucis, Didaktik, Brauchtum, Osterbotschaft, Religionsunterricht, Dogmatik, Christentum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den christlichen Osterfestkreis und zeigt Wege auf, wie dieser für Kinder im Grundschulalter didaktisch sinnvoll und lebensnah aufbereitet werden kann.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die historische Entstehung der Osterfeier, die dogmatische Deutung von Leiden und Auferstehung sowie die didaktische Vermittlung dieser komplexen Inhalte im Religionsunterricht der Grundschule.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen der Didaktik auszuloten, um der zunehmenden Entfremdung der Kinder von christlichen "Essentials" entgegenzuwirken und Ostern als lebensrelevante Botschaft erfahrbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert historische Analyse, dogmatische Reflexion und religionspädagogische Didaktik, gestützt auf zahlreiche Fachliteraturquellen.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Perspektive (Osterfeier, Brauchtum), die dogmatische Perspektive (Buße, Kreuz, Auferstehung) und die didaktische Perspektive (Unterrichtsansätze, Rahmenpläne).

Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?

Die Arbeit zeichnet sich durch einen interdisziplinären Ansatz aus, der historische Fakten mit aktuellen religionspädagogischen Herausforderungen verbindet.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Osterbrauchtums?

Das Brauchtum wird kritisch-konstruktiv gesehen: Es birgt zwar die Gefahr, das eigentliche Heilsgeschehen zu verdecken, kann aber im (Religions-)Unterricht als gruppenkonstituierendes Element und Brücke zum Glauben fungieren.

Welche Rolle spielt Martin Luther in der Argumentation?

Luthers Theologie, insbesondere seine "Theologia crucis" und das Verständnis der Freiheit, dienen als dogmatische Basis, um christliches Handeln jenseits von Leistungsgedanken und gesetzlicher Fastenpraxis neu zu deuten.

Excerpt out of 102 pages  - scroll top

Details

Title
Der Osterfestkreis - historische/dogmatische/didaktische Perspektive
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Evangelische Theologie)
Grade
Sehr gut (1)
Author
Michaela Hofmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
102
Catalog Number
V41937
ISBN (eBook)
9783638400916
Language
German
Tags
Osterfestkreis Perspektive
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michaela Hofmann (Author), 2005, Der Osterfestkreis - historische/dogmatische/didaktische Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41937
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