Bei der Entwicklung von Persönlichkeit und Identität spielt die Ausbildung, Arbeit und Beruf eine wichtige Rolle. Für die soziale Identität und Biografie ist die berufliche Erwerbsarbeit eine Sinnerfüllung.
Inhaltsverzeichnis
1. Welche Funktion hat der Beruf bei der Identitätsbildung junger Menschen?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung von Ausbildung, Arbeit und Beruf für die Identitätskonstruktion Jugendlicher und analysiert, wie sich der strukturelle Wandel der Arbeitsgesellschaft sowie gesellschaftliche Instabilitäten auf diesen Prozess auswirken.
- Identitätsbildung als aktiver Konstruktionsprozess im Jugendalter
- Der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt als zentrale Entwicklungsaufgabe
- Auswirkungen der neoliberalen Arbeitswelt auf die Erwerbsbiografie
- Soziale Ungleichheit und differenzierte Startchancen
- Herausforderungen der beruflichen Integration bei veränderten gesellschaftlichen Bedingungen
Auszug aus dem Buch
Welche Funktion hat der Beruf bei der Identitätsbildung junger Menschen?
Bei der Entwicklung von Persönlichkeit und Identität spielt die Ausbildung, Arbeit und Beruf eine wichtige Rolle (Reinders, Mansel, Speck in Gusinde, Hildebrandt 2014: 567). Für die soziale Identität und Biografie ist die berufliche Erwerbsarbeit eine Sinnerfüllung (Kahlert, Mansel in Gusinde, Hildebrandt 2014: 568).
Nach von Keupp ist die Identitätskonstruktion ein aktiver Konstruktionsprozess und eine Syntheseleistung. Während ihrer Kindheit und Jugend haben die jungen Menschen einen Ausprobier- und Schonraum, Moratorium genannt, die Möglichkeit verschiedene Formen des kulturellen, sozialen und politischen Leben auszuprobieren Jedoch wird gleichzeitig erwartet, dass sie einen schnellen Wandel von Schule in die Arbeitswelt durchführen (Zinnecker in Gusinde, Hildebrandt 2014: 568). Während des Moratoriums sind die berufliche Ausbildung und der Übergang in ein Arbeitsverhältnis eine zentrale Entwicklungsaufgabe, die der Jugendliche auf dem Weg in den Erwachsenenstatus bewältigen muss. Von jedem jungen Menschen wird erwartet, dass er erwerbstätig ist und sein eigenes Gehalt verdient (Fischer et al. in Gusinde, Hildebrandt 2014: 568).
In den letzten Jahren hat sich die Arbeitswelt stark verändert (Voß in Gusinde, Hildebrandt 2014: 569). Prekäre Arbeitsverhältnisse haben zugenommen (Keller, Seifert in Gusinde, Hildebrandt 2014: 569). Es finden Segmentierungs- und Transformationsprozesse statt (Gusinde, Hildebrandt 2014: 569). In der heutigen technologisch globalisierten Wirtschaft ist man nicht mehr vom Massenarbeiter abhängig. Arbeiter werden durch Maschinen ersetzt.(Sennett in Gusinde, Hildebrandt 2014: 569). Die neue neoliberale Wirtschaftsform ist der Mensch dem Diktat des Kosten – und Gewinnvorteils untergeordnet (Klein in Gusinde, Hildebrandt 2014: 569).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Welche Funktion hat der Beruf bei der Identitätsbildung junger Menschen?: Dieses Kapitel beleuchtet die psychosoziale Relevanz beruflicher Tätigkeit für Jugendliche und arbeitet die Herausforderungen durch den Wandel der Arbeitsgesellschaft sowie soziale Selektionsmechanismen heraus.
Schlüsselwörter
Identitätsbildung, Beruf, Jugendalter, Arbeitsgesellschaft, Moratorium, Erwerbsbiografie, Strukturwandel, soziale Integration, berufliche Ausbildung, Identitätskonstruktion, Prekarisierung, Bildungschancen, Transformation, Persönlichkeitsentwicklung, Berufseinstieg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Funktion von Arbeit und Beruf für die Identitätsfindung von jungen Menschen im Kontext einer sich wandelnden, neoliberal geprägten Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Übergang vom Jugend- in den Erwachsenenstatus, die Bedeutung des Moratoriums sowie der Einfluss von prekären Arbeitsverhältnissen auf die soziale Identität.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Jugendliche ihre Identität vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Instabilität und veränderter Anforderungen der Arbeitswelt konstruieren.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller sozialwissenschaftlicher Fachliteratur und Studien zur Jugend- und Berufssoziologie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert den Wandel der Arbeitsgesellschaft, die Bedeutung der beruflichen Integration für die Lebensplanung und die Schwierigkeiten bildungsferner Jugendlicher beim Einstieg in den Arbeitsmarkt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Identitätsbildung, Moratorium, Strukturwandel, soziale Integration und Erwerbsbiografie.
Warum erschwert die heutige Gesellschaft die Identitätsbildung?
Durch einen zunehmenden Sinnverlust der Jugendphase, prekäre Arbeitsverhältnisse und eine schlechtere Vorhersehbarkeit von Lebensläufen wird der Prozess der Identitätskonstruktion deutlich komplexer als in früheren Generationen.
Welche Rolle spielt die Schule bei der sozialen Ungleichheit?
Die Schule fungiert als Instanz, die soziale Ungleichheit verstärkt, indem sie Schülerinnen und Schüler frühzeitig sozial differenziert und ungleiche Startchancen für die spätere Arbeitswelt zementiert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Welche Funktion hat der Beruf bei der Identitätsbildung junger Menschen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419410