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Durchleben die klassischen Theorien des Wahlverhaltens im Kontext neuer Medien einen Wandel?

Title: Durchleben die klassischen Theorien des Wahlverhaltens im Kontext neuer Medien einen Wandel?

Term Paper , 2017 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Olivia Frey (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Die Wahl ist unumstritten das zentrale Element der Demokratie und bildet die grundlegende Möglichkeit eines jeden Bürgers im wahlfähigen Alter, am politischen Klima aktiv mitzuwirken. Dabei kann sie aus verschiedensten Perspektiven betrachtet werden – als Mittel oder „politische Methode“, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, oder aber als eigenständiger Wert und Legitimationsbasis des politischen Systems.

Für die politischen Akteure ist das Wahlergebnis insofern von großer Wichtigkeit, als dass dieses signalisiert, inwieweit eine funktionierende Beziehung zu den eigenen Wählern gegeben oder gestört ist. Ideal ist es dabei, die entscheidenden Faktoren, die einen Wahlausgang begründen, analysieren und vorhersagen zu können. Ziel der Wahlforschung ist es, diese zentralen Einflussfaktoren herauszuarbeiten und Erklärungsansätze für das Wahlverhalten der Bürger zu liefern. „Wer wählt wen, warum und mit welcher Wirkung“ lautet die übergreifende Leitfrage der Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet; immer wieder wird dabei auf soziodemographische, individualpsychologische oder ökonomische Faktoren eingegangen.

Zwischen der Veröffentlichung der für die empirische Wahlforschung grundlegenden Studien und der kommerziellen Etablierung des Internets und internetbasierter Medien weltweit liegt jedoch mittlerweile im Schnitt eine Zeitspanne von über 40 Jahren. Gerade in Verbindung mit neuen Medien scheint das Wahlverhalten immer unberechenbarer, die Anzahl an möglichen Einflussfaktoren auf die Entscheidungsfindung unüberschaubar. Daher gilt es zu überprüfen, ob die klassischen Theorien des Wahlverhaltens im Kontext neuer und onlinebasierter Medien überhaupt noch greifen und inwieweit eine Ergänzung bzw. Überholung der Ansätze vonnöten ist.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der soziologische Ansatz

2.1 Mikrosoziologischer Ansatz

2.2 Makrosoziologischer Ansatz

3. Der sozialpsychologische Ansatz

4. Der Rational Choice-Ansatz

5. Diskussion: Die klassischen Ansätze im Kontext neuer Medien

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob die klassischen Theorien des Wahlverhaltens – der soziologische Ansatz, der sozialpsychologische Ansatz und der Rational Choice-Ansatz – in der heutigen, durch neue und onlinebasierte Medien geprägten Zeit noch Gültigkeit besitzen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit diese Ansätze eine Ergänzung oder Überholung benötigen, um veränderte Prozesse der Entscheidungsfindung abzubilden.

  • Überprüfung der klassischen Wahlverhaltensmodelle im digitalen Zeitalter.
  • Analyse der Bedeutung von sozialen Netzwerken und Online-Medien für die politische Meinungsbildung.
  • Diskussion des Wandels der Rollen von Meinungsführern und Rezipienten.
  • Bewertung der Personalisierung von Medieninhalten und deren Einfluss auf die Wählerentscheidung.
  • Reflexion der Relevanz soziodemographischer Faktoren in digitalen Wahlkämpfen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Mikrosoziologischer Ansatz

Der mikrosoziologische Ansatz wurde maßgeblich durch eine amerikanische Forschergruppe um Paul Lazarsfeld an der Columbia-University geprägt. Das universitätsinterne Bureau of Applied Social Research veröffentlichte 1944 die Studie The People’s Choice von Lazarsfeld, Berelson und Gaudet, welche sich mit der Veränderung von Wählerpräferenzen im Verlauf eines Wahlkampfes sowie mit der Relevanz der Medien in diesem Kontext beschäftigte. „[T]o discover how and why people decided to vote as they did“ (Lazarsfeld, Berelson & Gaudet, 1944, S. 1), führten die Forscher eine Panel-Befragung über sieben Monate und dementsprechend sieben Erhebungswellen an 600 Einwohnern des Landkreises Erie County in Ohio zu den 1940er Präsidentschaftswahlen durch. Lazarsfeld et al. formulieren in ihrer Studie die allgemeine Annahme, dass Wähler in ihren politischen Entscheidungen vor allem durch interpersonale Kommunikation innerhalb einer gleichgesinnten Gruppierung beeinflusst werden. In The People’s Choice werden drei zentrale Konzepte vorgestellt, die im Folgenden näher erläutert werden sollen: die selektive Auseinandersetzung der Wähler mit Medieninhalten, das Konzept der Gruppenzugehörigkeit und Meinungsführerschaft und der Zweistufenfluss der Kommunikation.

Lazarsfeld et al. konstatieren, dass sich politische Meinungen entweder aus medial oder interpersonal kommunizierten Inhalten entwickeln. Die Aktivierung durch Massenmedien und Wahlkämpfe erfolgt dabei entlang unterschiedlicher Stufen: Zunächst wird das politische Interesse der potenziellen Wähler durch medial aufbereitete Informationen geweckt, anschließend kommt es zu einer vermehrten Zuwendung der Rezipienten hin zu denselben Informationen; zuletzt widmet sich das Publikum vor allem den Inhalten, die mit ihren eigenen Einstellungen konform gehen, bevor sie eine endgültige Wahlentscheidung treffen (vgl. Lazarsfeld, Berelson & Gaudet, 1944; Moshövel, 2004).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Wahlforschung für die Demokratie ein und stellt die zentrale Frage nach der Gültigkeit klassischer Wahltheorien im digitalen Zeitalter.

2. Der soziologische Ansatz: Dieses Kapitel erläutert, wie Wahlverhalten durch soziale Merkmale und Gruppenzugehörigkeiten geprägt wird, unterteilt in mikrosoziologische und makrosoziologische Perspektiven.

3. Der sozialpsychologische Ansatz: Der Fokus liegt hier auf psychologischen Faktoren wie der Parteiidentifikation sowie kurzfristigen Einflüssen durch Kandidaten und politische Sachthemen (Issues).

4. Der Rational Choice-Ansatz: Das Kapitel beschreibt Wähler als rationale Akteure, die ihre Entscheidung auf Basis einer Kosten-Nutzen-Analyse und einer Parteiendifferenz-Berechnung treffen.

5. Diskussion: Die klassischen Ansätze im Kontext neuer Medien: Hier wird analysiert, wie Online-Medien und algorithmische Personalisierung die klassischen Theorien beeinflussen und welche neuen Dynamiken entstehen.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die klassischen Theorien als Fundament relevant bleiben, ihre Bedeutung und Anwendung im Kontext des digitalen Wandels jedoch eine neue Nuancierung erfahren.

Schlüsselwörter

Wahlforschung, Wahlverhalten, Soziologischer Ansatz, Sozialpsychologischer Ansatz, Rational Choice, Parteiidentifikation, Mediennutzung, Online-Medien, Meinungsführerschaft, Zweistufenfluss, Filter-Bubble, Demokratie, Wahlentscheidung, Personalisierung, Digitaler Wahlkampf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die klassischen Theorien der Wahlforschung angesichts der Verbreitung neuer, internetbasierter Medien verändert haben und ob sie heute noch als Erklärungsmodelle für das Wahlverhalten taugen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die soziologische Gruppenzugehörigkeit, die psychologische Parteiidentifikation, das ökonomische Modell des Rational Choice sowie der Einfluss von Internet-Algorithmen und Social Media auf die politische Meinungsbildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die kritische Überprüfung der klassischen Theorien hinsichtlich ihrer Gültigkeit für moderne, durch neue Medien geprägte Entscheidungsprozesse und die Beurteilung, ob sie eine Aktualisierung erfordern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der existierende wissenschaftliche Literatur und fundamentale Studien zur empirischen Wahlforschung kritisch gesichtet und im Kontext neuer medialer Entwicklungen diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der drei klassischen Theorien – den soziologischen Ansatz, den sozialpsychologischen Ansatz und den Rational Choice-Ansatz – sowie deren anschließende kritische Diskussion im Lichte der digitalen Transformation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wahlforschung, Parteiidentifikation, Rational Choice, Digitaler Wahlkampf und Filter-Bubble charakterisiert.

Warum reicht der klassische Rational Choice-Ansatz in der heutigen Medienwelt allein nicht mehr aus?

Weil der Ansatz von vollständiger Information der Wähler ausgeht, während die heutige Personalisierung von Medieninhalten und Algorithmen den Zugang zu einem breiten Meinungsspektrum erschwert und somit die Informationsgrundlage verzerrt.

Inwiefern hat sich das Konzept der Meinungsführerschaft durch Social Media verändert?

Heute kann theoretisch jeder Nutzer zum Meinungsführer werden, was den traditionellen Zweistufenfluss der Kommunikation revolutioniert, aber gleichzeitig das Risiko birgt, dass die Qualität der vermittelten Informationen abnimmt.

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Details

Title
Durchleben die klassischen Theorien des Wahlverhaltens im Kontext neuer Medien einen Wandel?
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Publizistik)
Course
Neue Medien / Online-Kommunikation
Grade
1,7
Author
Olivia Frey (Author)
Publication Year
2017
Pages
17
Catalog Number
V419453
ISBN (eBook)
9783668701588
ISBN (Book)
9783668701595
Language
German
Tags
Neue Medien Online Kommunikation Digitalisierung Technisierung Filter Bubble Algorithmen Massenmedien Klassische Medien Traditionelle Medien Theorien des Wahlverhaltens Wahlkampfkommunikation Wahlentscheidung Wahlkampf Berichterstattung Politische Berichterstattung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Olivia Frey (Author), 2017, Durchleben die klassischen Theorien des Wahlverhaltens im Kontext neuer Medien einen Wandel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419453
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