Leistungsschwache Kinder oder jene, die ungünstige Bedingungen in ihrem sozialen Umfeld verspüren, verdienen es besonders unterstützt zu werden. Das oben genannte Zitat nach Fischer steht für ein gerechtes deutsches Bildungssystem, zu dem Reformvorschläge eingeführt wurden, um Maßnahmen für eine pro Fokussierung publiker Hilfestellungen zu ermöglichen. Um diese zu gewährleisten, sollte eine mögliche Diskriminierung ausgeschlossen sein. Laut dem Wissenschaftler Daniel Greschke ist unter Diskriminierung zu verstehen, dass Individuen oder Gruppen sich nach einer Gleichbehandlung ersehnen, ihnen diese jedoch verwehrt bleibt. In der folgenden Ausarbeitung möchte ich die Thematik der Reformvorschläge nach Fereidooni darstellen, welcher sich als ein empfehlenswerter Lösungsvorschlag unseres Referats mit dem Thema „Vorurteile und Diskriminierungen“ darbot. Um zu den Reformvorschlägen nach Fereidooni, auf welche ich im Laufe meiner Ausarbeitung eingehen werde, zu gelangen, werde ich zu Beginn kurz die grundlegende Thematik vorstellen. Diese schließt eine knappe Erläuterung über das Entstehen als auch die Arten einer möglichen Diskriminierung, sowie deren Auswirkungen auf die Schule ein. Im Anschluss daran findet eine Darstellung über das dreigliedrige Schulsystem statt, welches sich als ein begrenzender Faktor der Chancengleichheit erweist. Im Anschluss daran werde ich eine von uns durchgeführte Studie darstellen, in der überprüft wurde, inwieweit Diskriminierung in einer ausgewählten Gesamtschule herrscht. Diese Studie wurde von unserer Lerngruppe selbst konzipiert. In einem abschließenden Fazit werde ich die in der Hausarbeit gewonnen Erkenntnisse nochmals zusammenfassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Einführung in die Thematik
1.2 Durchgeführte Studie an der DBS-Lich
2. Reformvorschläge nach Fereidooni
2.1 Reform der elementarpädagogischen Bildung
2.2 Akademisierung der Erzieherausbildung
2.3 Multilingualer Habitus und Heterogenitätsdenken
2.4 Die Potenzialförderung
2.5 Der Ganztagskindergarten
2.7 Unterstützungs- statt Auslesemechanismus
2.8 Ausbau der Ganztagsschule
2.9 Gegenseitige Evaluation
2.10 Diversifizierung des Lehrpersonals
2.11. Intensivere Zusammenarbeit zwischen Fachlehrern und die Einbeziehung von Schulpädagogen und- psychologen im Schulalltag
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Diskriminierung im deutschen Bildungssystem und stellt konkrete Reformvorschläge nach Karim Fereidooni vor, um Chancengleichheit zu fördern. Dabei wird auch eine selbst durchgeführte Studie an einer Gesamtschule zur Thematik der Vorurteile und Diskriminierung präsentiert.
- Strukturelle Diskriminierung im Bildungswesen
- Die Rolle der elementarpädagogischen Bildung
- Maßnahmen zur Förderung von Chancengleichheit
- Auswirkungen des dreigliedrigen Schulsystems
- Diversität im Lehrpersonal als Lösungsansatz
Auszug aus dem Buch
1.1. Einführung in die Thematik
Der Begriff „Diskriminierung“ bringt ganz unterschiedliche Auffassungen mit sich. Er beschreibt beispielsweise unüberlegte Tätigkeiten oder Aussagen, einzelne Menschen oder Gruppen zu kränken, oder diese mit körperlichen Mitteln zu verletzen. Hierbei ist speziell „die Ungleichbehandlung von Menschen gemeint“ (Gomolla & Radtke, 2009: S. 16), die das Leben aller leittragender besonders stark beeinträchtigen kann. Ursachen, die für das Entstehen von diskriminierenden Handlungen verantwortlich sein können, sind vorab wertende Haltungen, Vorannahmen, Stereotype, Bräuche oder Sitten, Gewohnheiten des Fühlens, Denkens oder Handelns sowie Gesetzesvorgaben. In den meisten Fällen sind unterlegene Personen die Schuldtragenden für die Ausführung von Diskriminierung (vgl. ebd.). Diese äußert sich erfahrungsgemäß durch Benachteiligungen, physische und psychische Gewalt sowie durch einen eingeschränkten Zugang zu Bildung, Arbeitsmarkt und Wohnmarkt.
Wenn von Diskriminierung gesprochen wird, darf hierbei ein Blick auf die institutionelle Diskriminierung nicht außeracht gelassen werden. Unter der institutionellen Diskriminierung versteht man die „Ungleichbehandlung von Personen durch das organisatorische Handeln zentraler gesellschaftlicher Institutionen wie zum Beispiel der Bildungs- und Ausbildungssektor“ (Fereidooni, 2011: S. 23). Hiermit ist gemeint, inwieweit die Schule als Institution diskriminiert. Beispiele für eine solche Diskriminierung durch die Institution Schule können unter anderem die Empfehlungen der Lehrpersonen bezüglich der zukünftigen Schulform einer Schülerin oder eines Schülers sein, denen ein Übergang von der Primarstufe in die Sekundarstufe bevorsteht. Diese Übergangsempfehlungen seitens der Lehrpersonen verlaufen auf einer subjektiven Basis. Obwohl die eigentliche Entscheidung hierüber von den Eltern getroffen wird, folgen viele (vorrangig Eltern mit Migrationshintergrund) den Vorschlägen des Lehrers, die im Hinblick auf die Leistung des Kindes nicht immer zutreffend und demnach geeignet sind. Ein weiteres Kriterium, welches auf eine mögliche Diskriminierung hindeuten kann, ist die Notenvergabe einer Lehrperson an seine Schülerinnen und Schüler.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Diskriminierung im Bildungssystem ein und umreißt die Struktur der Arbeit sowie die durchgeführte empirische Untersuchung.
2. Reformvorschläge nach Fereidooni: In diesem Kapitel werden verschiedene Reformansätze von Karim Fereidooni detailliert beschrieben, die darauf abzielen, Bildungsungerechtigkeiten durch strukturelle Veränderungen frühzeitig zu bekämpfen.
3. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die negativen Aspekte des Schulsystems zusammen und reflektiert über die Wirksamkeit bisheriger bildungspolitischer Maßnahmen im Kontext der PISA-Studien.
Schlüsselwörter
Diskriminierung, Bildungssystem, Fereidooni, Chancengleichheit, Migration, Reformvorschläge, Schule, Institutionelle Diskriminierung, Schulentwicklung, Leistungsbewertung, Potenzialförderung, Ganztagsschule, Lehrpersonal, Diversifizierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Thema Vorurteile und Diskriminierung im deutschen Schulwesen und sucht nach Wegen, diese durch pädagogische Reformen abzubauen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die institutionelle Diskriminierung, die Auswirkungen des dreigliedrigen Schulsystems und Maßnahmen zur besseren Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung von Reformvorschlägen nach Fereidooni, um eine gerechtere Bildungspraxis zu ermöglichen und strukturelle Benachteiligungen zu reduzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturrecherche sowie einer selbst konzipierten empirischen Studie an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Vorstellung konkreter Reformvorschläge, wie etwa die Akademisierung der Erzieherausbildung, den Ausbau von Ganztagsangeboten und die Diversifizierung des Lehrpersonals.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Diskriminierung, Chancengleichheit, Migration und Schulentwicklung geprägt.
Was ergab die Studie an der DBS-Lich?
Die Befragung von 54 Schülern ergab, dass eine Mehrheit von einer Bevorzugung deutscher Kinder ausgeht und Vorurteile gegenüber anderen Kulturen bei einer deutlichen Mehrheit der Befragten existieren.
Warum betont der Autor die Notwendigkeit von Lehrern mit Migrationshintergrund?
Laut der Arbeit fühlen sich Schüler aus ethnischen Minderheiten weniger durch Stereotype bedroht, wenn ihre Lehrkräfte derselben Minderheit angehören, was zudem die Zusammenarbeit mit Eltern verbessert.
Welches Land dient im Fazit als positives Beispiel?
Finnland wird aufgrund seines Schulsystems, das auf einer 7-jährigen Grund- bzw. Gesamtschule ohne frühe Selektion und Notenbewertung basiert, als Orientierungspunkt genannt.
- Arbeit zitieren
- Jana Blasini (Autor:in), 2016, Vorurteile und Diskriminierung. Reformvorschläge nach Fereidooni, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419722