Absicht meiner Arbeit ist es, stets auf das exemplarisch ausgewählte Bilderbuch bezugnehmend, die Hintergründe für die umstrittene Aufnahme des Holocaust im Schulunterricht zu erläutern und mich mit der theoretischen Frage, wann und viel mehr wie man Kindern vom Holocaust und den Verbrechen der Nazis erzählen soll, zu beschäftigen.
Abschließend werde ich eine Sachanalyse des Bilderbuches „Rosa Weiss“ durchführen, an der die Thematik des Holocaust nochmals verdeutlicht werden soll.
Eines der dunkelsten Kapitel in der deutschen Geschichte stellt der Holocaust dar. In dieser Zeit waren die Nazis in Deutschland an der Macht und strebten die Herrschaft über ganz Europa an. Der Grund für die Ermordung aller Juden war die NS- Rassenideologie und der Antisemitismus. Das Wort „Holocaust“ leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet übersetzt vollständig verbrannt. Der „Holocaust“ ist seit 1945 als Begriff für den Genozid an Juden einschlägig. Heute hingegen definieren wir damit „die Vernichtung eines großen Gebiets oder einer großen Anzahl von Menschen.“ Diese Definition bezieht sich auf die Vernichtung der sechs Millionen europäischen Juden, deren Leichen hauptsächlich verbrannt wurden. Von den Juden wird dieses Verbrechen seit 1948 mit dem Begriff „Shoa“ bezeichnet, was übersetzt so viel wie „Katastrophe“ oder „großes Unglück“ bedeutet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Holocaustliteratur in der Schule
2.1.1 Holocaustliteratur im Fach Deutsch
2.1.2 Kerncurriculum
2.2 Ein Bilderbuch thematisiert den Nationalsozialismus
2.2.1 Rosa Weiss
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen, den Holocaust im Rahmen der Kinder- und Jugendliteratur zu thematisieren. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, wie dieser dunkle Teil der Geschichte bereits Kindern und Jugendlichen altersgerecht vermittelt werden kann, ohne sie zu überfordern, und welche didaktische Rolle dabei insbesondere Bilderbücher als Medium einnehmen.
- Didaktische Vermittlung des Holocaust in der Schule
- Die Rolle des Deutschunterrichts bei der historischen Aufarbeitung
- Einsatzmöglichkeiten von Bilderbüchern als Medium der Holocaust Education
- Analyse des Bilderbuchs "Rosa Weiss" von Roberto Innocenti
- Umgang mit kindlichen Vorkenntnissen und emotionaler Verarbeitung
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Rosa Weiss
Roberto Innocenti veröffentlichte 1986 in Deutschland eins der umstrittensten Kinderbücher seiner Zeit und ging damit ein „ästhetisches Wagnis“ ein. Das Buch erzählt von einem ca. acht Jahre alten deutschen Mädchen, welches während der Zeit des Zweiten Weltkrieges in einer deutschen Stadt aufwächst. Sie erlebt den Einmarsch der Soldaten, was zunächst nichts Schlimmes verheißen mag, da „überall bunte Fahnen hingen und die Kinder winkten“ und die Menschen „fröhliche Gesichter“ machten. Als sie eines Tages jedoch auf offener Straße spaziert, sieht sie, wie ein kleiner Junge mit einem Gewehr bedroht wird und später in ein Lastwagen gezerrt und abtransportiert wird. Aufmerksam und neugierig verfolgt sie die Spur des Wagens und findet am Waldrand Baracken, die umzäunt von Stacheldraht sind. Als Rosa viele abgemagerte gefangene Menschen sieht, unter denen sich viele Kinder befinden, schenkt sie einem von ihnen ihr Schulbrot. Das Mädchen beschließt jeden Tag so viel Essen wie möglich von Zuhause mitzunehmen und den armen Menschen zu bringen, da das Geschehene ihr nicht mehr aus dem Kopf geht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Holocaust als dunkles Kapitel der Geschichte ein und erläutert die Relevanz der Vermittlung dieses Stoffes in der Kinder- und Jugendliteratur.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die didaktischen Herausforderungen der Holocaust-Literatur im Schulunterricht und untersucht anhand des Bilderbuchs „Rosa Weiss“ konkrete Wege der pädagogischen Umsetzung.
2.1 Holocaustliteratur in der Schule: Dieses Kapitel diskutiert die Notwendigkeit und Schwierigkeit, Schülern die Zeit des Holocaust im Unterricht nahezubringen, und betont die Bedeutung emotionaler Begleitung.
2.1.1 Holocaustliteratur im Fach Deutsch: Hier wird die Rolle des Deutschunterrichts beleuchtet, der durch fächerübergreifende Ansätze und Literatur als zentraler Ort für die Vermittlung und Verarbeitung dieses Themas fungiert.
2.1.2 Kerncurriculum: Dieser Abschnitt thematisiert die offiziellen Vorgaben und die Frage nach dem geeigneten Alter für die Einführung des Holocaust-Themas im Unterricht.
2.2 Ein Bilderbuch thematisiert den Nationalsozialismus: Dieses Kapitel führt in die Nutzung von Bilderbüchern als Medium ein, um historische Themen auf einer ästhetischen und symbolischen Ebene zugänglich zu machen.
2.2.1 Rosa Weiss: Eine detaillierte Analyse des Werks von Roberto Innocenti, das die Perspektive eines Kindes während des Nationalsozialismus eindringlich und kindgerecht darstellt.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Vermittlung des Holocaust eine wichtige Aufgabe zur Werteerziehung darstellt und frühzeitig durch geeignete Medien wie Bilderbücher erfolgen sollte, um Halbwissen vorzubeugen.
Schlüsselwörter
Holocaust, Kinderliteratur, Jugendliteratur, Nationalsozialismus, Bilderbuch, Rosa Weiss, Holocaust Education, Deutschunterricht, Geschichtsunterricht, fächerübergreifender Unterricht, historische Aufarbeitung, didaktische Mittel, Werteerziehung, Erinnerungskultur, Zeitzeuge
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik des Holocaust innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur und untersucht, wie dieses schwierige historische Kapitel im schulischen Kontext vermittelt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die pädagogische Aufarbeitung des Holocaust, die Rolle des Bilderbuchs als Vermittlungsmedium und die Herausforderung, Kindern komplexe historische Ereignisse altersgerecht nahezubringen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die didaktische Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit dem Holocaust im Schulunterricht zu begründen und aufzuzeigen, wie Bilderbücher hierbei als Brücke zwischen Geschichte und kindlicher Wahrnehmung fungieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zu fachdidaktischen Modellen sowie einer exemplarischen Sachanalyse des Bilderbuchs „Rosa Weiss“ von Roberto Innocenti.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Diskussion über Holocaustliteratur im Schulunterricht, die Rolle des Deutschunterrichts, die Einbettung in das Kerncurriculum sowie eine detaillierte Untersuchung des Bilderbuchs „Rosa Weiss“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Holocaust, Kinder- und Jugendliteratur, didaktische Vermittlung, Nationalsozialismus, Bilderbuch und Erinnerungskultur charakterisieren.
Warum wird das Bilderbuch „Rosa Weiss“ von der Autorin besonders hervorgehoben?
Es wird hervorgehoben, da es durch seine fotorealistische Bildsprache und die Perspektive eines ahnungslosen Kindes einen besonders sensiblen und problemorientierten Einstieg in die Thematik des Holocaust bietet.
Welche Empfehlung gibt die Autorin für den Schulunterricht?
Die Autorin empfiehlt eine frühzeitige, fächerübergreifende Beschäftigung mit dem Thema bereits in der Grundschule oder den Jahrgangsstufen 5/6, um der Bildung von Halbwissen oder falschen Vorstellungen durch informelle Medien vorzubeugen.
- Arbeit zitieren
- Jana Blasini (Autor:in), 2015, Der Nationalsozialismus in der Kinder und Jugendliteratur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419723