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Christliche Wappenallegorie: am Beispiel der Wappenschilderung in "dy heyling varb"

Title: Christliche Wappenallegorie: am Beispiel der Wappenschilderung in "dy heyling varb"

Seminar Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nadine Scherny (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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EINLEITUNG

In dem Seminar „Mittelalterliche Farbsymbolik“ konnte festgestellt werden, dass in dem Text „dy heyling varb“1 (V.380-420) nicht, wie zunächst angenommen, die Farben die Hauptrolle spielen, sondern, dass es sich hier um einen sogenannten Blason2 handelt, ein Gedicht zu Ehren von Christus3. Es hebt an mit einer Selbstdemütigung des Dichters, mündet in eine Klage, geht über in eine Lobrede, beschreibt dann das eigentliche Wappen und endet in einer Fürbitte.

Thema dieser Arbeit ist nun die durch den christlichen Glauben geprägte Allegorie dieses Wappens und weiterer religiöser Bilder und Wappendarstellungen. „Vorläufer“ dessen, was wir uns heute unter Wappen vorstellen, finden wir zum Beispiel schon im alten Rom, im bekannten Feldzeichen4, einer Lanze mit aufgesetzter Adlerikone. Noch älter sind allerdings die allegorischen Auslegungen der in solchen Signa verwendeten Bilder, deren Deutung sich im Laufe der Zeit wandelte oder erweiterte, besonders mit Anbruch des Christentums, als man begann, jene Bilder bei der Interpretation auf Christus zu beziehen. Man „schuf“ sogar Darstellungen, die eigens für die Verehrung Christi gedacht waren, wie die auch in der Arbeit vorgestellten Arma Christi oder das Herz Jesu.

Die folgende Abhandlung konzentriert sich im ersten Teil auf die Wappenschilderung in der Dichtung „dy heyling varb“. Hierbei wird zunächst auf die Illustration der einzelnen Bestandteile, deren Ursprung und Deutung eingegangen. Daran schließt die Erläuterung der Besonderheiten der in dem Text vorkommenden Farb- und Zahlensymbolik. Untersucht wird insgesamt der Bezug zu Christus und die dabei auftretenden Probleme hinsichtlich der Auslegung und eindeutigen Zuweisung. Im zweiten Teil beschäftigen wir uns mit weiteren Allegorien, die sich durch den christlichen Glauben entwickelten und sich ihren Weg in die Wappenkunst bahnten.

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1 In: Wickede 1909, S. S.33-44

2 vgl. Galbreath 1978, S.60.

3 vgl. Wickede 1909, S.62.

4 vgl. Galbreath 1978, S.26.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Das Wappen in „dy heyling varb“

2.1.1. Darstellung der Trinität: Der Gnadenstuhl

2.1.2. Die Evangelistensymbole

2.1.3. Farb- und Zahlensymbolik

2.1.3.1. Die Farben der Trinität

2.1.3.2. Die Farben der Evangelisten

2.2. Weitere Darstellungen in bezug auf Christus

2.2.1. Arma Christi

2.2.2. Die Herz-Jesu-Verehrung

2.2.3. Wappen eines wahren bußfertigen Menschen

3. Resumé

4. Anhang

4.1. Dies ist Schild und Wappen eines wahren bußfertigen und reuigen Menschen und es ist dreigeteilt: weiß, schwarz und blau

4.2. „dy heyling varb“ Vers 380 – 420

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die christlich geprägte Allegorik und Symbolik in der Dichtung „dy heyling varb“. Das primäre Ziel ist die Analyse der Wappendarstellung sowie weiterer religiöser Bildmotive, um deren spirituelle Deutung und den Bezug zur Verehrung Christi herauszuarbeiten.

  • Analyse der Wappenschilderung in „dy heyling varb“
  • Symbolik der Trinität und der Evangelisten
  • Bedeutung der Farb- und Zahlensymbolik im christlichen Kontext
  • Darstellungen der Arma Christi und der Herz-Jesu-Verehrung
  • Religiöse Allegorien in der mittelalterlichen Wappenkunst

Auszug aus dem Buch

2.1. Das Wappen in „dy heyling varb“

Die Wappenbeschreibung in „dy heyling varb“ beginnt mit der Aufzählung der Figuren der Trinität, die höchstwahrscheinlich in die Mitte des Schildes gesetzt ist, da sie zuerst genannt wird, und den dazugehörigen Farben (V.380-396). Gott, repräsentiert durch Grau, hält seinen Sohn, dargestellt in Violett, am Kreuz in seinen Armen, zwischen den beiden schwebt der Heilige Geist in Gestalt einer weißen Taube. Anschließend folgt die Schilderung der vier Ecken des Wappenschilds, in denen sich ein Löwe in blau (V.403-405), ein Kalb in grün (V.407), ein Mensch in rot (V.409-411) und ein goldener Adler befinden (V.414). Um den Farben mehr Ausdruckskraft zu verleihen, bedient sich der Dichter des Vergleichs mit Edelsteinen in den entsprechenden Färbungen.

Laut den Regeln der Blasonierung fängt man mit der Beschreibung grundsätzlich in der rechten oberen Ecke (vom Wappenträger aus gesehen) an, geht weiter zur rechten unteren, um dann zur linken unteren, und abschließend zur linken oberen Ecke zu kommen. Wir dürfen uns demzufolge den Löwen rechts oben, das Kalb rechts unten, den Menschen links unten und den Adler links oben vorstellen. Am Ende der Wappenbeschreibung wird der Leser darauf aufmerksam gemacht, dass die Symbole in den vier Ecken die Evangelisten darstellen sollen (V.415-417).

Angemerkt sei an dieser Stelle, dass es sich nicht um eine Beschreibung im Sinne einer fachsprachlichen Wappencharakterisierung handelt, sondern mehr Wert auf die Sinngebung der angeführten Bilder und Farben gelegt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass es sich bei dem untersuchten Text „dy heyling varb“ nicht um eine bloße Wappenbeschreibung, sondern um ein religiöses Gedicht zu Ehren Christi handelt.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die allegorische Wappendarstellung, die Bedeutung der Trinitäts- und Evangelistensymbole sowie die Rolle von Farb- und Zahlensymbolik im Kontext der christlichen Verehrung.

3. Resumé: Die Zusammenfassung bilanziert, dass die christliche Wappenallegorie unabhängig von profaner Heraldik existiert und primär der religiösen Verehrung Christi dient.

4. Anhang: Der Anhang bietet ergänzendes Material durch die detaillierte Deutung eines Bußwappens sowie den Abdruck der relevanten Verspassagen aus „dy heyling varb“.

5. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendete Primär- und Sekundärliteratur sowie Enzyklopädien zur Unterstützung der wissenschaftlichen Analyse auf.

Schlüsselwörter

Christliche Symbolik, Wappenallegorie, dy heyling varb, Trinität, Gnadenstuhl, Evangelistensymbole, Arma Christi, Herz-Jesu-Verehrung, Farbsymbolik, Zahlensymbolik, Mittelalter, Heraldik, Bußfertigkeit, Ikonographie, Christusverehrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Interpretation christlicher Symbole und Wappenallegorien im mittelalterlichen Gedicht „dy heyling varb“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit deckt die christliche Farbsymbolik, die Darstellung der Trinität, Evangelistensymbole sowie spezifische religiöse Motive wie die Arma Christi und die Herz-Jesu-Verehrung ab.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab, wie die im Text beschriebenen religiösen Bilder in ein Wappen eingebettet sind und welchen Stellenwert ihre christliche Sinngebung gegenüber einer rein heraldischen Beschreibung einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und ikonographische Analyse angewandt, die den Text mit kunsthistorischen und theologischen Kontexten des Mittelalters vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Trinitätsdarstellung im „Gnadenstuhl“, die Interpretation der Evangelisten-Symbole sowie eine Untersuchung weiterer Christus-Allegorien.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Christliche Symbolik, Wappenallegorie, Farbsymbolik und die spezifischen mittelalterlichen Bildmotive wie Arma Christi.

Wie deutet der Autor die Verwendung der Farbe Grau im Text?

Grau wird als Farbe Gottes interpretiert, die sich aus der Mischung von Schwarz und Weiß ergibt und sowohl die Auferstehung der Toten als auch die Demut und Erniedrigung Christi symbolisiert.

Welche besondere Bedeutung kommt dem „Gnadenstuhl“ zu?

Der Gnadenstuhl ist eine künstlerische Form der Trinitätsdarstellung, in der Gottvater den gekreuzigten Sohn hält, während der Heilige Geist als Taube dazwischen schwebt; er dient der Veranschaulichung des Sühnegeschehens.

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Details

Title
Christliche Wappenallegorie: am Beispiel der Wappenschilderung in "dy heyling varb"
College
University of Trier
Course
Mittelalterliche Farbsymbolik
Grade
2,0
Author
Nadine Scherny (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V41976
ISBN (eBook)
9783638401227
Language
German
Tags
Christliche Wappenallegorie Beispiel Wappenschilderung Mittelalterliche Farbsymbolik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Scherny (Author), 2003, Christliche Wappenallegorie: am Beispiel der Wappenschilderung in "dy heyling varb", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41976
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