Die Ukraine-Krise. Steht ein Kalter Krieg 2.0 bevor?


Hausarbeit, 2018
14 Seiten, Note: 1,0
Michael Wittmann (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ukraine und Russland – Eine ambivalente Beziehung

3. Brandherd Krim – Das Juwel am Schwarzen Meer

4. Wirtschaftskonflikt – Sanktionen und Umordnung der Wirtschaft

5. Fazit – Tendenzen

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Eine 1716 in Nürnberg erschiene Landkarte, welche die Ukraine zeigt (vgl. Kappeler, 2015).

Abbildung 2: Landkarte der Krim (vgl. OpenStreetMap, 2016)

Abbildung 3: Russische Soldaten auf der Krim (vgl. Reuters, 2014)

Abbildung 4: Hauptrollen des Minsker Abkommen (vgl. Normandy format talks, 2015)

1. Einleitung

Kalter Krieg 2.0. Das alleinige aussprechen dieses hypothetischen Begriffes, lässt viele böse Erinnerungen an frühere Zeiten erwachen. Umso beunruhigender sind die Entwicklungen der letzten Jahre, welche dieser Namensgebung den Nährboden verschaffen. Allen voran die Krisen in der Ostukraine, sowie der Krim Halbinsel und dem verstärktem Russischem Engagement in globalen Konfliktherden, tragen zu einer Wiederbelebung alter Rivalitäten und der Politischen Spaltung zwischen Ost und West bei. Auch die Nato Osterweiterung, die in den vergangenen Jahrzehnten nach dem Fall des Warschauer Pakts, ihre neuen Bündnispartner im osten Europas fand, lässt den russischen Bären sich in die Ecke gedrängt fühlen. Geschichtlich, Politisch sowie Wirtschaftlich ein ständiger Begleiter der gegenwärtigen, alltäglichen Nachrichten, bedarf es eines genaueren Blickes auf diese drei wesentlichen Thematiken. In dieser Hausarbeit soll nun nach dem leicht angepassten File rouge der mündlichen Präsentation, zu diesen Themen eine Übersicht verschafft werden. Hierbei wird gemäß der Themenvorgabe das Schwergewicht auf das Jahr 2014 gerichtet und anbei mit aktuellen kontextbezogenen Inhalten vervollständigt.

2. Ukraine und Russland – Eine ambivalente Beziehung

Die Ukrainisch – russische Beziehung eint und teilt zugleich. In ihrer Geschichte wird deutlich, wie sehr beide Länder und Völker verwurzelt sind, aber auch wie sehr sie sich unterscheiden. Um es in der heutigen Sprache treffend auszudrücken, weißt die Beziehung beider Staaten eine komplizierte Geschichte auf. Um den gegenwärtigen Konflikt zu verstehen, bedarf es einer kurzen Ansicht der gemeinsamen Vergangenheit beider Völker.

Im frühen Mittelalter siedelten im heutigen Staatsgebiet der Ukraine, Weißrusslands und Russlands das Wikingervolk der Rus. Später entstand im Osten des Gebietes das russische Zarenreich. Im 16. Jahrhundert wurde der Westteil in das polnische Herrschaftsgebiet eingebunden.

Die polnische Teilung, welche Ende des 18. Jahrhunderts unter Russland, Preußen und dem Habsburgerreich Österreich- Ungarn stattfand, hatte zur Folge das große Gebiete der Ukraine an Russland abgetreten wurden (vgl. (Deacademic, o.D.).

Nach mehreren russisch-türkischen Kriegen eroberte das Zarenreich im 18. Jahrhundert weite Teile der heutigen Südukraine einschließlich der Krim von den unter osmanischer Hoheit herrschenden Krimtataren (vgl. (Wikipedia, 2017). Das Gebiet wurde unter dem Fürsten Grigori Potjomkin mit Siedlern aus Zentralrussland besiedelt. Die Krim wurde 1783 von Katharina der Großen für alle Zeiten annektiert (vgl. Seewald, 2014).

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich jedoch vor allem in der Westukraine, unter polnischen und österreichischem Einfluss, eine ukrainische Identität. Ihre Anhänger strebten einen eigenen, westorientierten Nationalstaat an. Nach der russischen Oktoberrevolution 1917 und dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns am Ende des Ersten Weltkriegs entstand für wenige Jahre eine ukrainische Republik. Aber schon 1920 wurde sie von der Roten Armee besetzt.

1921 fiel durch den Frieden von Riga die Westukraine an Polen, Rumänien und die Tschechoslowakei. Der übrige Teil wurde als ukrainische Sowjetrepublik Teil der UdSSR (vgl. Seewald, 2014).

Während des Zweiten Weltkriegs sah der westliche Teil der Ukraine, eine Chance die Unabhängigkeit gegenüber der UdSSR zu erlangen, indem sie mit den Deutschen kollaborierten. Der Östliche Teil hingegen tendierte stärker zum damaligen Russland (vgl. Snyder, 2014).

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs blieb die Ukraine Teil der Sowjetunion. 1954 schenkte der damalige Parteichef der Sowjetunion, Nikita Chruschtschow welcher selbst aus der Ukraine stammte, die Krim zurück an die Ukraine. Anlass war das 300-jährige Jubiläum der Russisch-Ukrainischen Einheit. Diese Schenkung von damals bedauern heute viele Russen. Allen voran der derzeitige Präsident Russlands, Vladimir Putin (vgl. Seewald, 2014).

Im Folge der Auflösung der Sowjetunion erlangte die Ukraine 1991 schließlich ihre Unabhängigkeit. Sie blieb aber wirtschaftlich und finanziell stark von Russland abhängig und suchte weiterhin ihre Identität zwischen einer Westorientierung in Richtung EU und Nato und der kulturell historischen Bindungen an Russland (vgl. Snyder, 2014).

Anhand der kurzen Zusammenfassung der markantesten Geschichtspunkte der Ukraine, in Beziehung mit Russland wird deutlich, wie sehr beide Länder miteinander verwurzelt sind. Gleichzeitig aber zeigt sich auch, das beide Länder schon immer unterschiedliche Bestrebungen hatten und Konflikte die teils gemeinsame Geschichte prägen.

Diese ambivalente Beziehung gipfelte in den vergangenen 4 Jahren zu einem Konflikt, welcher seit ende des Zweiten Weltkriegs, in dieser Form in Europa nicht mehr stattgefunden hat. Und wieder einmal zeigt sich, dass der westliche Teil der Ukraine, seine Verbündeten und Partner in Europa sucht, während der östlich – separatistische Teil mit Hilfe von Russland seinen Bestrebungen nachgeht (vgl. Kappler, 2015).

3. Brandherd Krim – Das Juwel am Schwarzen Meer

Seit jeher bildet in der Ukrainisch-Russischen Geschichte, die Krim ein besonderes Objekt der Begierde. Nachdem die Ukraine ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion im Jahre 1991 erreicht hatte, konnte die Regierung in Kiew ihre Herrschaft über die Krim nur langsam durchsetzen. Ein bereits im Start begriffenes Unabhängigkeitsreferendum auf der Krim, konnte gerade noch unterdrückt werden. Als Zugeständnis an die russischsprachige Bevölkerungsmehrheit erhielt die Krim weitgehende Autonomie. Nur die Hafenstadt Sewastopol, wo Russland seit Ende des 18. Jahrhunderts eine Marinebasis unterhält und wo die russische Schwarzmeerflotte stationiert ist, wird direkt von Kiew aus verwaltet.

Dieser Marine Stützpunkt ist für Russland eine Militärstrategisch wichtige Basis, da die russische Marine von dort aus über die Meerenge von Bosporus, in das Mittelmeer gelangen kann (vgl. Kulke, 2014).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Landkarte -Krim (vgl. OpenStreetMap, 2016) Abbildung 3: Russische Soldaten - Krim (vgl. Reuters, 2014)

Neben den militärischen Interessen Russlands, steht vor allem die russischsprachige Bevölkerung im Fokus. Auf der Krim leben etwa 2,35 Millionen Menschen, davon rund 386.000 in Sewastopol, der größten Stadt der Halbinsel. Etwa 60 % sind Russen, 25 % der Bevölkerung stellen die Ukrainer. (vgl. (Wikipedia, 2018). Neben der ukrainischen Bevölkerung auf der Krim gibt es noch die Krimtataren. Diese waren auf der Halbinsel und in der ganzen Südukraine jahrhundertelang angesiedelt und beherrschten das Gebiet. Wegen angeblicher Kollaboration mit den deutschen Besatzern ließ Stalin sie 1944 nach Zentralasien deportieren, etwa die Hälfte der muslimischen Bevölkerungsgruppe kam dabei ums Leben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Ukraine-Krise. Steht ein Kalter Krieg 2.0 bevor?
Hochschule
Westsächsische Hochschule Zwickau, Standort Zwickau
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V419806
ISBN (eBook)
9783668684133
ISBN (Buch)
9783668684140
Dateigröße
810 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ukraine, Russland, Krim, Politik, Krieg, Kalter Krieg, 2.0, Europa, Konflikt, NATO, Warschauer Pakt, 2014, 2018, Putin, Schwarzes Meer
Arbeit zitieren
Michael Wittmann (Autor), 2018, Die Ukraine-Krise. Steht ein Kalter Krieg 2.0 bevor?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419806

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Ukraine-Krise. Steht ein Kalter Krieg 2.0 bevor?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden