Die Finanzkrise der Jahre 2007 – 2008 zog globale wirtschaftliche Einbrüche nach sich. Die Private Equity Industrie blieb von diesen Auswirkungen nicht verschont. Dennoch zeigten sich auch positive Konsequenzen für die Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Aufgrund des mangelnden Vertrauens der Kreditinstitute gegenüber Unternehmen, vor Allem risikoreiche Start Ups sind die Unternehmen offener gegenüber alternativen Finanzierungsmöglichkeiten wie beispielsweise dem Private Equity.
In Anbetracht dieser Ausgangslage wird die wirtschaftliche Situation der deutschen Kapitalbeteiligungs-Branche nach der globalen Finanzkrise analysiert. Ziel ist es nicht, die Folgen der Krise en détail unter die Lupe zu nehmen, sondern vielmehr die Entwicklung im Zeitraum danach. Das Geschäftsjahr 2016 soll detailliert analysiert und ausgewertet werden, um den aktuellen Stand der deutschen Private Equity Industrie darzulegen. Zudem wird eine Relation zum europäischen sowie zum weltweiten Private Equity Markt geschaffen und Prognosen für das Jahr 2017 aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Methodik und Gang der Untersuchung
2 Grundlagen
2.1 Begriffsabgrenzung Private Equity
2.2 Begriffsabgrenzung Venture Capital
2.3 Begriffsabgrenzung Buy Outs
2.4 Sonderstellung des Mezzanine-Kapitals
2.5 Einordnung von Private Equity in die Unternehmensfinanzierung
2.5.1 Kapitalart
2.5.2 Kapitalherkunft
2.5.3 Differenzierung verschiedener Finanzierungsalternativen
2.6 Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften
3 Betrachtungskriterien der analytischen Untersuchung
3.1 Typ der Beteiligungsgesellschaft
3.2 Finanzierungsanlass
3.3 Trägerschaft
3.4 Transaktionsvolumen
3.5 Art der Beteiligung
3.6 Fokussierte Branchen
3.7 Umsatzgröße des Zielunternehmens
3.8 Investitionsreichweite
3.9 Verwaltetes Kapital
3.10 PLZ-Region und Kontaktdaten
4 Ergebnisse der analytischen Untersuchung
4.1 Angaben zur Beteiligungsgesellschaft
4.2 Angaben zur Beteiligung
4.3 Angaben zum Portfoliounternehmen
5 Wirtschaftliche Entwicklung der Private Equity Branche nach der Finanzkrise
5.1 Ausgangslage – Auswirkungen der Finanzkrise 2008
5.2 Die Private Equity Branche nach der Finanzkrise
5.3 Prognosen für das Jahr 2016
6 Die Private Equity Branche 2016 im Rückblick
6.1 Die Private Equity Branche 2016 im Rückblick - Fundraising
6.2 Die Private Equity Branche 2016 im Rückblick – Investments
6.2.1 Transaktionswert und Transaktionsanzahl der Investments
6.2.2 Haltedauer der Portfoliounternehmen
6.2.3 Fokussierte Branchen im Jahr 2016
6.2.4 Geographische Hotspots
6.3 Die Private Equity Branche 2016 im Rückblick – Divestment
6.3.1 Transaktionswert und Transaktionsanzahl
6.3.2 Exit-Kanäle
6.3.3 Divestments nach Branchen
7 Schlussbetrachtung
7.1 Fazit über Private Equity Branche 2016
7.2 Private Equity im Jahr 2017 – Prognosen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Kapitalbeteiligungs-Branche nach der globalen Finanzkrise mit einem detaillierten Fokus auf das Geschäftsjahr 2016, um den Status quo zu bewerten und zukünftige Marktentwicklungen im Jahr 2017 auf Basis retrospektiver Daten und aktueller Markttrends zu prognostizieren.
- Wirtschaftliche Analyse des deutschen Private Equity Marktes nach 2008
- Detaillierte Auswertung der Branchendaten für das Jahr 2016
- Gegenüberstellung von europäischer und weltweiter Marktentwicklung
- Evaluation der Rolle von Venture Capital und Buy Outs
- Prognoseerstellung für den Beteiligungsmarkt 2017
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsabgrenzung Private Equity
Grundsätzlich wird unter Private Equity die Bereitstellung von (befristeten) finanziellen Mitteln durch spezialisierte Kapitalgeber unter Zuhilfenahme von verschiedenen Finanzierungsinstrumenten in außerbörsliche Unternehmen verstanden.10 Der Kreis der Kapitalgeber und -nehmer sowie die unterschiedlichen Bereitstellungsinstrumente lassen sich nicht einheitlich definieren. Dies ist von dem Umstand abzuleiten, dass der Begriff „Private Equity“ nicht, wie für viele finanzwirtschaftliche Begriffe üblich, auf der Basis eines theoretischen Models konzipiert wurde11. Resultierend aus dieser Tatsache existiert in der Wissenschaft keine einheitliche Definition. Private Equity ist eine aus der praktischen Anwendung im englischsprachigen Raum entstandene Begrifflichkeit. Der Begriff „Equity“ – zu Deutsch „Eigenkapital“ – verdeutlich, dass zusätzliches Eigenkapital für das Unternehmen bereitgestellt wird. Der Begriffsteil „Private“ – zu Deutsch „privat, vertraulich“ – kann sinngemäß als außerbörslich verstanden werden.12 Dieser definitorische Ansatz wird ebenfalls vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) angewendet.13
Demzufolge kann das als „privates Eigenkapital“ zu übersetzende „Private Equity“ als Oberbegriff für jegliche Bereitstellung von Beteiligungskapital in (noch) nicht börsennotierte Unternehmen verstanden werden.14 Die Institutionen der Private Equity Branche bedienen sich verschiedener Finanzierungskonzepte aus Beteiligungs-, Mezzanine- und Kreditfinanzierung. Im Vordergrund steht dabei die Beteiligungsfinanzierung, welche in einigen Fällen mit Instrumenten der Mezzanine- und Kreditfinanzierung gekoppelt wird.15 Das Beteiligungskapital lässt sich in die drei Segmente Venture Capital, Buy Outs und Mezzanine Kapital gliedern.16 In den folgenden Kapiteln 2.2 und 2.3 werden die Merkmale und Eigenschaften von Venture Capital und Buy Outs erläutert. Das Mezzanine-Kapital nimmt dabei eine Sonderstellung ein, weswegen eine weitere Charakterisierung im Kapitel 2.4 vorgenommen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und definiert das Ziel der Arbeit, die wirtschaftliche Lage der Private Equity Branche nach der Finanzkrise zu untersuchen.
2 Grundlagen: Hier werden die theoretischen Begrifflichkeiten rund um Private Equity, Venture Capital, Buy Outs und Mezzanine-Kapital geklärt und in das Gefüge der Unternehmensfinanzierung eingeordnet.
3 Betrachtungskriterien der analytischen Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Kriterien, die zur Untersuchung der BVK-Mitgliedsfonds herangezogen werden, wie z.B. Beteiligungstyp, Finanzierungsanlass oder Trägerschaft.
4 Ergebnisse der analytischen Untersuchung: Das Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse basierend auf den Daten der untersuchten Beteiligungsgesellschaften und ihrer Portfoliounternehmen.
5 Wirtschaftliche Entwicklung der Private Equity Branche nach der Finanzkrise: Es erfolgt eine Analyse der Auswirkungen der Finanzkrise 2008 auf die Branche sowie eine Darstellung der Erholungstendenzen bis 2015.
6 Die Private Equity Branche 2016 im Rückblick: Dieses Kernkapitel bietet eine detaillierte retrospektive Analyse der Fundraising-, Investment- und Divestment-Aktivitäten des Jahres 2016.
7 Schlussbetrachtung: Das Kapitel resümiert die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit und leitet Prognosen für die Entwicklung des Private Equity Marktes im Jahr 2017 ab.
Schlüsselwörter
Private Equity, Venture Capital, Buy Outs, Mezzanine-Kapital, Unternehmensfinanzierung, Fundraising, Investment, Divestment, Beteiligungsgesellschaft, Finanzkrise, Kapitalmarkt, Portfoliounternehmen, Rendite, Risikokapital, Unternehmensnachfolge
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des deutschen Private Equity Marktes, insbesondere dessen Entwicklung nach der globalen Finanzkrise bis hin zu einer detaillierten Betrachtung des Geschäftsjahres 2016.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung verschiedener Finanzierungsinstrumente wie Venture Capital und Buy Outs, die Untersuchung der Marktentwicklung nach der Krise sowie die empirische Auswertung von Branchendaten der BVK-Mitgliedfonds.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den aktuellen Stand der deutschen Private Equity Branche für das Jahr 2016 darzulegen, diesen in den europäischen und weltweiten Kontext zu setzen und fundierte Prognosen für das Jahr 2017 abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus der Auswertung vorhandener aktueller Fachliteratur und Studien sowie einer eigenständigen analytischen Untersuchung von Datenmaterial der Mitgliedsfonds des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Kapitel 2) und die Betrachtungskriterien (Kapitel 3) erläutert. Anschließend folgen die Ergebnisse der Untersuchung (Kapitel 4), eine historische Einordnung seit der Finanzkrise (Kapitel 5) und eine detaillierte retrospektive Analyse des Jahres 2016 (Kapitel 6).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Private Equity, Venture Capital, Buy Outs, Mezzanine-Kapital, Finanzierungsvolumen, Fundraising, Exit-Kanäle und Marktanalyse charakterisiert.
Warum ist das Jahr 2016 für diese Analyse so relevant?
Das Jahr 2016 dient als zentraler Bezugspunkt, um die Erholung und Transformation der Branche nach der globalen Finanzkrise zu bewerten und auf Basis dieser Daten fundierte Prognosen für das Folgejahr zu erstellen.
Wie bewertet der Autor die Rolle von Private Equity in Krisenzeiten?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Private Equity auch in Krisenzeiten als robuste Anlageklasse fungieren kann, da die Branche durch konsequentes Krisenmanagement und operative Unterstützung der Portfoliounternehmen zur Wertsteigerung beiträgt.
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- Sven Otte (Author), 2017, Die Private Equity Industrie. Retrospektive Analyse des Beteiligungsmarktes 2016, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419879